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Bevormundung durch Technik: Die Maschine will doch nur Ihr Bestes
AFP

Künstliche Intelligenz wird bald unseren Alltag durchdringen - und uns viele Entscheidungen abnehmen. Doch wir sollten uns dieser maschinellen Bevormundung nicht allzu dankbar beugen.

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Hoschi 07.06.2017, 16:43
20. Die soziale und witschaftliche

Zitat von zeichenkette
ist ein schönes Beispiel für Selbstüberschätzung: Wenn sie da unbefangen wären, zum Beispiel wenn Sie nur Eigentümer der Wohnung wären und sie an andere vermieten würden, dann würden sie auf genau dieser Kopplung mit dem Lichtschalter bestehen, denn Sie ....
Komponente des Bereiches zeigt dies noch dazu. Wer es sich leisten kann, wohnt im Eigentum und bestimmt selbst. Wer nicht, wohnt zur Miete und wird bestimmt. Ergo, wer die finanziellen Möglichkeiten besitzt, muss auch in Zukunft wohl nicht mit all seinen Daten zahlen, sondern darf dies weiter zumindest teilweise selbst bestimmen. Ich glaube der Marc hat ja alle Nachbargrundstücke gekauft, so wie man hört.

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HighFrequency 07.06.2017, 16:50
21.

Meine Geräte sind nicht vernetzt - und werden es auch nicht.
Und wenn mir ihre Programme nicht gefallen, bekommen sie von mir eine eigene Mikrocontroller-Steuerung verpasst. Meine Kontrolle über die Dinge lasse ich mir nicht nehmen. Schon gar nicht lasse ich zu, dass sie mir hinterher spionieren...

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superstrom 07.06.2017, 17:07
22. Wir sind doch bereits mittendrin.

Neulich in einer Agentur. Der Kunde, eine Bank, möchte, dass die Texte umgeschrieben werden, einige Keywords wegfallen sollen, andere unbedingt reinmüssen, da die Datenanalyse ergeben hat, dass die Conversion Rate, also die Verkaufszahlen, höher sind, wenn man dieses und jenes Wort benutzt.
Das ist der Stand von heute.
In 10 Jahren gibt es keine Redakteure mehr (sorry, Herr Lobo, sorry, Spiegel) - dann schreibt der Algorithmus die Pressetexte selbst. Weil er weiß, welche Formulierungen die geringsten Absprungraten zur Folge haben.
Bildredaktionen können dann gleich mit zur Arbeitsagentur, die werden womöglich noch vor den Redakteuren gehen.

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Actionscript 07.06.2017, 17:10
23. Auch wenn sie jetzt meinen,

Zitat von jimbofeider
Ich Denke, also bin ich, davon lasse ich mich von nichts und Niemanden abbringen. Ich habe kein Smart Phone und meinen TV. seit sechs Monaten abgesteckt. Warum? Weil ich es nicht brauche.
sie brauchten kein Smart Phone, werden sie eines Tages eines Anderen belehrt. Nämlich dann, wenn ein Service voraussetzt, dass jeder ein Smartphone hat (zB Uber). Dann werden sie feststellen, dass sie diesen Service nicht benutzen können. Das beste Beispiel ist die Kreditkarte. Ohne eine Kreditkarte können sie in den USA kein Hotelzimmer mieten. Wenn sie einen alten Mac Intel haben, können sie das neueste und sicherste Betriebssystem nicht mehr installieren. Und genau so wird es in Zukunft mit anderen Dingen gehen. Die Industrie ist mächtig. Wenn sie nicht wollen, werden sie gezwungen, ohne dass sie etwas dagegen tun können. Es sei denn, sie wollen ein Einsiedler Leben führen. Und bei KI werden sie garnicht erst merken, dass sie ausgenutzt werden. Im Übrigen stimme ich ihnen zu, dass man nicht Alles haben muss nur weil es schick ist.

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Blauer Storch 07.06.2017, 17:13
24. Zu spät

BOAH, was nerven mich die ganzen Ewiggestrigen, die bei JEDER Gelegenheit ihre Gestrigkeit und ihre Fortschrittsresistenz beweihräuchern müssen. Wer hat das älteste Handy? Ach was, wer hat noch ein Wählscheibentelefon aus Bakellit? Wer trägt sein Guthaben noch als Goldkörnchen im Lederbeutel mit sich rum? "Ich bin SOO altmodisch, ich hab noch nicht mal ein Radio im Auto."
Hey, wie cool, ihr habt euch seit 30 Jahren nicht mehr getraut, was Neues auszuprobieren. Und jetzt seid ihr 50 und es lohnt sich nicht mehr?
Ihr seid doch längst mittendrin in der modernen Welt des Internet! Euer Geld auf der Bank gibts gar nicht wirklich, das ist nur eine Zahl im Computer! Euer Festnetztelefon läuft über das Internet. Der Supermarkt klappt auch nur noch mit Internet, genauso wie das Fernsehen, alle Ampeln, alle Behörden, fast alle Betriebe (ja, auch Bauernhöfe), die Bahn, der Bus, usw. usw.
Wie kann man sich nur so dermaßen selbst in die Tasche lügen, dass man mit seinem ollen Handy auf der sicheren Seite wäre?!?

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Freier.Buerger 07.06.2017, 17:20
25. Eigenverantwortung hilft

Eigenverantwortung hilft und zwar umfassend im ganzen Leben und nicht nur in der digitale Welt.
Wer es von Klein auf gewohnt ist, sich um sein Leben selbst zu kümmern, wer glaubt für sich selbst und sein Umfeld die besseren Entscheidungen treffen zu können als andere, dem schaden auch ein paar digitale Gadgets nix.
Leider sind wir hier gesellschaftlich in den letzten 20..30 Jahren in dem Wunsch nach Eigenverantwortung und Selbstversorgung hinter vorherige Generationen zurückgefallen. Eigenverantwortung klingt heute fast so schlimm wie neoliberal. Apple, Google und C0. haben gesehen, dass vielen Leuten ein Nanny-Staat lieber ist, als die Verantwortung für eigene falsche Entscheidungen zu übernehmen. Davon wollen sie profitieren und sie bauen darauf, dass es der Mehrheit egal ist ob ob der Staat oder Google sie vor - vermeintlich - falschen Entscheidungen oder - vermeintlich - falschem Verhalten schützt.
Wählt Eigenverantwortung, wählt keine Kümmerer, dann klappt´s auch mit Siri.

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jujo 07.06.2017, 17:21
26. ...

Zitat von Actionscript
sie brauchten kein Smart Phone, werden sie eines Tages eines Anderen belehrt. Nämlich dann, wenn ein Service voraussetzt, dass jeder ein Smartphone hat (zB Uber). Dann werden sie feststellen, dass sie diesen Service nicht benutzen können. Das beste Beispiel ist die Kreditkarte. Ohne eine Kreditkarte können sie in den USA kein Hotelzimmer mieten. Wenn sie einen alten Mac Intel haben, können sie das neueste und sicherste Betriebssystem nicht mehr installieren. Und genau so wird es in Zukunft mit anderen Dingen gehen. Die Industrie ist mächtig. Wenn sie nicht wollen, werden sie gezwungen, ohne dass sie etwas dagegen tun können. Es sei denn, sie wollen ein Einsiedler Leben führen. Und bei KI werden sie garnicht erst merken, dass sie ausgenutzt werden. Im Übrigen stimme ich ihnen zu, dass man nicht Alles haben muss nur weil es schick ist.
In den USA konnte man schon vor über vierzig Jahren keinen Mietwagen und Hotel/Motel bekommen ohne Kreditkarte!
Jedenfalls nicht als Ausländer. (eigene Erfahrung)

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muellerthomas 07.06.2017, 17:24
27.

Zitat von doitwithsed
Apple Nutzer bekommen ja schon heute Waren für einen höheren Preis angeboten als Nutzer anderer Systeme. Das ist auch weiter verbreitet als viele meinen. Ich habe mal mit Bekannten ein Experiment durchgeführt, drei Leute haben mit drei verschiedenen Endgeräten (iPhone, Android und Windows-PC) und Netzverbindungen zeitgleich ein bestimmtes Produkt bei einem Onlinehändler anschauen lassen. Es ergaben dabei drei verschiedene Preise ...
Und ich habe das schon zig-fach ausprobiert und habe immer die gleichen Preise angezeigt bekommen.

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Mittelalter 07.06.2017, 17:24
28. Toll!

Der Sascha kann ganz viele englische Fachbegriffe und verpackt damit ziemlich alte Hütte.

"Liesl Yearsley .... sagt, dass sie erstaunt war, wie schnell Menschen eine emotionale Beziehung zu den "Virtuellen Agenten" aufbauen" Wieso war die gute Frau erstaunt, wenn das Wissen schon über 50 Jahre bekannt ist? Und hatte die nie ein Tamagotchi? Scheint im Silicon Valley nicht unüblich zu sein, Dinge die schon Allgemeingut sind, als den ganz neuen Kracher anzubieten.

Und dann noch so ein Kracher ", und wenn sie Muster entdecken, wie Nutzer mehr kaufen oder eher das Produkt des Werbekunden werden sie es nutzen" - Das machen Werber und Handeslhäuser schon seit Jahren. Sei es beim Stellen der Regale, Licht, Duft etc. etc.

Das ist jetzt allerdings wirklich neu:
"Individualisierung war im nichtdigitalen 20. Jahrhundert noch ein Versprechen, im digitalen 21. Jahrhundert könnte Individualisierung auch zur Drohung werden" - Sagt es, und lässt die Begründung weg.

Ich jedenfalls kann die "smarten Vorschläge" meines Endgerätes sogar ganz und gar ignorieren. Ich kann auch selber suchen. Ich versuche, mich von meinem Endgerät nicht verblöden zu lassen. Gehe sogar manchmal ohne Navi durch meine Heimatstadt. Und an meinem Handgelenk befindet sich ein Uhr mit (Achtung!) MECHANISCHEM Laufwerk, sonst nix. Wenn ich will, informiert mich eine App beim Skaten, einkaufen mach ich nach Lust und Laune und nicht nach den Vorgaben meines Kühlschrankes, der die Bierkisten im Keller sowieso nicht kennt. Ich fahre ein Auto, dass mich nicht nervt, wenn der Gurt nicht zu ist (das gelbe Licht in der Armatur ist jetzt nicht wirklich nervig) und manchmal, wenn ich wissen will wie in einer Stunde das Wetter wird, guggen ich in den Himmel. Ich weiß das Rauchen ungesund ist, liebe Fleisch und Single-Malt.

Wer sich die individuelle Entscheidung abnehmen lässt, ist selber schuld - es ist seine Entscheidung. You know? Individuality rules! Sogar im 21 Jahrhundert! Die Beuchlinie liegt heute nicht, und lag sie nie, an den Ergebnissen des technischen Fortschritts, sondern an den Differenzen zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethikern. Nicht die Maschine gibt mir heute vor, wie ich zu spreche zu denken oder zu handeln habe. Es ist die zwischen Linken und CDU austauschbare, unterschiedlose Politik und ihre Apologeten. Das wird, wenn sich da nix ändert, auch morgen so sein.
Damit ist Ihr Text eher ein hilfloser frühzeitiger Aufruf zur Maschinenstürmerei von morgen.

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muellerthomas 07.06.2017, 17:28
29.

Zitat von superstrom
In 10 Jahren gibt es keine Redakteure mehr (sorry, Herr Lobo, sorry, Spiegel) - dann schreibt der Algorithmus die Pressetexte selbst. Weil er weiß, welche Formulierungen die geringsten Absprungraten zur Folge haben.
Bei Wirtschaftsnachrichten auf Bloomberg gibt es das bereits. Also natürlich für eher einfache Meldungen nach dem Motto, Unternehmen XY meldet einen Gewinn von Z, das ist % mehr als zuvor, der Börsenkrus reagierte... Aber das liest sich durchaus "normal" und nicht wie von einer Maschine verfasst.

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