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Bewegungsstatistik: Verkehrsbetrieb wertet Mobilfunkdaten aus
DPA

Das Nürnberger Verkehrsunternehmen VAG will mit Mobilfunkdaten Bewegungsprofile seiner Kunden erstellen. Dazu greift es auf Daten der Telekom zurück. Als Reisender erfährt man davon bislang nichts.

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appenzella 17.03.2015, 17:41
1. Jomei, der Datenschutz, sagte Franz Beckennbauer, ist der denn so wichtig?

Ob es legal ist scheint der VAG scheißegal zu sein.

Datenschutz? Gibts den?

Demnächst wird jeder strafrechtlich verfolgt, der kein Mobiltelefon benutzt.

Brave new World..

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schamot 17.03.2015, 17:42
2. Von der Voßhoff genehmigt..lachhaft!

Von ner CDU Tante, die für DVS ist...

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niska 17.03.2015, 17:46
3.

Das heisst also die Telekom verscherbelt unsere, wenn auch anonymisierten Daten. Geben das die AGB's her?
Und was bringen die Daten, wenn die anderen Anbieter nicht dasselbe machen?

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hschmitter 17.03.2015, 17:55
4.

Kaum einer wird auf die Idee kommen, wie dreist es ist, daß ungefragt Daten verkauft werden, ohne daß man gefragt wird. Und kaum einer weiß, wo und wie er widersprechen kann Oder schreibt die Telekom jeden einzelnen ihrer Kunden an und sagt ihnen, welchen Schindluder sie mit ihren Daten betreibt und wie die Kunden sich davon ausschließen lassen können? Und wer garantiert, daß sich die Telekom an den Widerspruch hält? Wer kontrolliert das, das Eigenkontrolle selten klappt, wissen wir inzwischen.

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Thomas Schnitzer 17.03.2015, 18:07
5.

Zitat von appenzella
Ob es legal ist scheint der VAG scheißegal zu sein. Datenschutz? Gibts den? Demnächst wird jeder strafrechtlich verfolgt, der kein Mobiltelefon benutzt. Brave new World..
Entpersonalisierte Daten unterliegen nicht den Datenschutzgesetzen, da es nichts zu schützen gibt. Die Frage nach legal oder illegal stellt sich demnach nicht mal.

Dass die anonymen Daten hingegen helfen, den Service für zehntausende Kunden zu verbessern, interessiert sie keinen Deut.

Hauptsache unreflektiert gemeckert, nicht wahr?

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tuvalu2004 17.03.2015, 18:10
6. Umgekehert: OptIn

Für was ich mich alles austragen kann beim Datenschutz - aber für so gut wie nichts eintragen. Das ist schon ulkig. Da werden nötigenfalls mal eben die Vertragsbedingungen "angepaßt" und gelten als abgenickt, wenn - ja genau - wenn nicht widersprochen wird. Beim Widerspruch allerdings, läuft man Gefahr gekündigt zu werden - wenn man denn die Formulare findet, und wenn man denn faxt oder per Post schickt, denn da braucht es eine Originalunterschrift für den Widerspruch. Für alles andere reicht selbstredend ein Klick oder eben - genau - gar nichts, was als Zustimmung gilt.

Und am besten man informiert im Bundesanzeiger - denn den liest keiner - oder schickt eine Email, die dann so aussieht wie 'ne Werbung oder wie eine Fishingmail, die man gleich wegklickt. Die Gerichte meinen ja, Werbemails seien eigentlich okay, man könne die ja löschen oder sich bequem aus den Verteilern löschen lassen. Da greift eins ins andere und am Ende bleiben die Grundrechte der Bürger auf der Strecke.

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Oberleerer 17.03.2015, 18:12
7.

Das ist keinen Aufreger wert. Die Daten sind anonym, das Verfahren geprüft. Dieser Zweck ließe sich ggf. auch anders erfüllen.
Fraglich ist, wieso die Telekom diese Daten erhebt, wo diese doch zur Abrechnung nicht erforderlich sind, also garnicht erst gespeichert werden dürften.

Schlimmer finde ich, wenn Nummernschilder wie in Bayern gescannt werden und diese Daten zentral verarbeitet werden.
Die wenigen Nummern, die tatsächlich zu Fahndung stehen, kann man auch lokal abspeichern und wenn das gescannte Kennzeichen nicht der Liste entspricht, kann man das sofort wieder vergessen. Wer behauptet, man muß dies trotzdem zentral verarbeiten, lügt und verstößt gegen geltendes Recht.

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Thomas Schnitzer 17.03.2015, 18:26
8.

Zitat von Oberleerer
Das ist keinen Aufreger wert. Die Daten sind anonym, das Verfahren geprüft. Dieser Zweck ließe sich ggf. auch anders erfüllen. Fraglich ist, wieso die Telekom diese Daten erhebt, wo diese doch zur Abrechnung nicht erforderlich sind, also garnicht erst gespeichert werden dürften.
Die erhebt jedes Mobilfunknetz zur Selbststeuerung. Diese Daten sind der Kern, warum ein Mobilfunknetz überhaupt funktioniert.

Stark vereinfacht, das Netz muss wissen, in welcher Zelle es ihr spezifisches Handy findet, und es muss beim Zellwechsel wissen, in welche Zelle sie wechseln. Und diese Daten werden aus technischen Gründen natürlich gespeichert. Was genau passiert, sprengt den Rahmen, aber als Einstieg können sie sich die Funktionen von Home und Visitor Location Register (HLR, VLR) ansehen.

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hschmitter 17.03.2015, 18:28
9.

Zitat von Thomas Schnitzer
Entpersonalisierte Daten unterliegen nicht den Datenschutzgesetzen, da es nichts zu schützen gibt. Die Frage nach legal oder illegal stellt sich demnach nicht mal. Dass die anonymen Daten hingegen helfen, den Service für zehntausende Kunden zu verbessern, interessiert sie keinen Deut. Hauptsache unreflektiert gemeckert, nicht wahr?
So einfach sehe ich das nicht: die Telekom macht mit Kundenddaten Geschäfte, die vertraglich nicht vereinbart worden sind. Und nebenbei stellt sich schon die Frage, wie lange sie diese Daten speichert, um sie verkaufen zu können und warum sie diese überhaupt bei Flatrates speichert. Das Vorratsgesetz gilt in Deutschland meines Wissens nach noch nicht und es besteht außer aus technischen Gründen für ein paar Tage vielleicht an sich keine Notwendigkeit, Daten der Telekommunikation zu speichern. Und eine weitere Frage ergibt sich daraus auch noch: sind das die einzigen Geschäfte, die die Telekom mit Kundendaten macht?

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