Forum: Netzwelt
BGH-Urteil zu Ärzte-Bewertungsportal: "Jameda ist eine Plattform für Patienten, denen
DPA

Die Ärztin Astrid Eichhorn wollte nicht auf dem Bewertungsdienst Jameda gelistet sein, nun bekam sie vor dem Bundesgerichtshof recht. Im Interview spricht sie über verwöhnte Patienten und Online-Beleidigungen.

Seite 1 von 10
kraftmeier2000 21.02.2018, 13:25
1. Die Überschrift

ist schon als Arrogant zu bezeichnen, ich gebe auch Kommentare ab zu Restaurants, Bars, und auch Ärzten ob positiv oder negativ kommt immer auf das erlebte an. Selbstverständlich sollten solche Bewertungen aber auch den Tatsachen entsprechen, denn es gibt aber auch Ärzte/Ärztinnen, die halten sich für den Nabel der Welt, von wegen Götter in Weis.
Allerdings kann ich auch verstehen wenn man gegen unbegründete Kritik vorgeht, und diese Plattform ist ja wohl in dieser Form wenig glaubwürdig, was nicht unbedingt auch für die Kommentare gelten muss.

Beitrag melden
chuckal 21.02.2018, 13:32
2. Zeitungen im Wartezimmer

Das ist allerdings wahr, dass das ein Problem ist. Da findet sich ja so manches, was uralt ist.
Es ist immerhin ein Indikator dafür, wie sehr der Praxisinhaber seine Patienten wertschätzt.

Beitrag melden
olli08 21.02.2018, 13:40
3. Doch, eine Arztpraxis IST ein Servicebetrieb!

... und zwar zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten.
Der Unterschied zu z.B. einer Autowerkstatt ist nur der, dass "Fehler" in dem einen Fall zu einem wirtschaftlichen Totalschaden am Fahrzeug führen können, in dem anderen Fall zum Tode! Und genau so, wie man dem Werkstattmeister vertrauen muss/kann/will, wenn er "nur" ein defektes Zündkabel diagnostiziert, hofft man der ärztlichen Diagnose ("ach, das ist Nichts") vertrauen zu können, damit nicht 6 Monate später ein anderer Arzt sagt: "Ach, wären sie mal 6 Monate früher zu mir gekommen ...".
Insofern ist der Wunsch der Patienten nach Informationen über den benötigten Arzt nachvollziehbar. Oder würden sie ihr Auto in eine miese Werkstatt geben? Dass Portale wie "Jameda" auch Kriterien zulassen, die mit der medizinischen Qualität eines Arztes nichts zu tun haben (Ausstattung des Wartezimmers), steht auf einem anderen Blatt. Auch dass die unvermeidlichen Hassprediger ihren geistigen Unrat über Ärzte ausgießen können, die sie nicht mal gesehen haben, ist ein unschöner Nebeneffekt von "Jameda" & Co. Aber solange keine besseren Informationen zur Verfügung stehen, werden auch diese Portale weiter existieren ...

Beitrag melden
hup 21.02.2018, 13:42
4. Tja in Deutschland kann man alles bewerten

Ausser Lehrern und Ärzten - und vermutlich auch Anwälten. Die sind sakrosankt und die Bewerter dann plötzlich alle inkompetent.
Ich hab bisher auf Jameda zwei Bewertungen abgegeben, für einen Zahnarzt und eine Allgemeinarzt - beide male weil ich so sehr von deren Service überzeugt war, dass ich *positive* Werbung für diese machen wollte - obwohl ein guter Arzt das ohnehin wenig nötig hat, aber Mundpropaganda allein ist diskriminierend, ich will auch, dass Menschen die ohne Empfehlung einen Arzt suchen sich über dessen Qualität erkundigen können. Viele Ärzte haben auf Jameda tadellose Bewertungen von glücklichen Patienten - und das sind auch keine Fakes, dafür sind viele viel zu spezifisch.
Wenn ich auf Jameda schlechte Bewertungen lese, dann sind schlecht bewertete Ärzte nie kreuz und quer schlecht bewertet worden, es sind immer eine ganze Reihe von Patienten die immer das gleiche bemängeln: In der Hauptsache entweder schlechte Praxisorganisation (unnötige Wartezeiten), fachliche klar erkennbare Inkompetenz des Arztes - aber vor allem sehr unfreundliches und patientenabweisendes oder schlicht unverschämtes Verhalten (oft mit Beispielen die man nachvollziehen kann).
Nie würde ich einen Arzt insgesamt beurteilen wegen einer oder zwei schlechten Bewertungen, aber wenn einschlägig immer das selbe bemängelt wird, dann ist das einfach ein höchstwahrscheinlich valider Kritikpunkt. Das sollte dem Arzt die Möglichkeit geben genau diese Probleme anzugehen - aber die meisten sind so selbstherrlich, dass sie lieber davon schwadronieren dass ihre Kunden ihre Leistung ja gar nicht einschätzen können. Genau diese Äzte haben ihre schlechten Bewertungen zu recht und sollten gemieden werden - leider ist unser System so überlaufen, dass selbst schlechte Ärzte genug Patienten abbekommen - viele haben keine Wahl, gerade die mittelmäßigen schlechten haben eher Termine frei.
Ich bin sehr froh, dass es Online überhaupt einen (aber nicht den einzigen) Wegweiser gibt, wenn man einen Arzt sucht. Die Ärzte haben über lange Zeit verhindert, dass Patienten eine Chance haben etwas über deren Qualität zu erfahren - und das macht die Arztsuche zu einer reinen Glücksache. Das kann nicht sein und darf nicht so bleiben.
Am liebsten wäre es mir, wenn die Krankenkassen die Bewertungsportale betreiben würden als unparteiische Mittler zwischen Arzt und Patient. Und Bewertungen sollten Folgen haben für die Kasse - gute Ärzte sollten langfrisitg mehr Abrechnungsmöglichkeiten bekommen, schlechte weniger. Auch Ärzte brauchen Kontrolle und ein Anreizssystem um wie jeder andere Serviceanbieter ständig besser zu werden.

Beitrag melden
jj2005 21.02.2018, 13:44
5. Neutrale Informationen statt Werbung

Grundsätzlich finde ich es toll, dass es Institutionen wie die Stiftung Warentest gibt, die neutrale Informationen statt Lügen genannt "Werbung" liefern. Aber wenn die Bewerteten sich besser stellen können, wenn sie dafür löhnen, dann ist das nicht neutrale Information, sondern Erpressung. Man sollte übrigens auch mal prüfen, wie gewisse Onlinehändler ihre "Rezensionen" generieren. Immer wenn ich eine negative Bewertung an das grosse "A" poste, kommt kurze Zeit später eine Mail, die mir mitteilt, dass ich gegen die Etikette verstossen habe. Auch das ist kriminelles Verhalten, denn Verbraucher werden absichtlich getäuscht.

Beitrag melden
isikat 21.02.2018, 13:46
6. Das stimmt so einfach nicht

Sicher wird es immer Leute geben, die so ein Bewertungsportal auch missbrauchen und dort ihren Frust auslassen und nicht objektiv bewerten. Andererseits gibt es auch jede Menge objektiver Bewertungen, positive genauso wie negative. Ein Patient, der auf der Suche nach einem Arzt ist, liest sich die Bewertungen im einzelnen durch und kann sehr gut zwischen subjektiv und objektiv unterscheiden, er sucht in erster Linie nach einer Bewertung der fachlichen Kompetenz. Jameda ist wenigstens noch ein "ehrliches" Bewertungsportal, das auch Negativerfahrungen zulässt - und das mag manchen Ärzten mit berechtigt schlechten Bewertungen tatsächlich ein Dorn im Auge sein. In der Regel lassen nämlich Bewertungsportale schlechte Erfahrungen gar nicht zu oder der Bewertete schießt sofort dagegen, obwohl die Bewertung eine beweisbar wahre Erfahrung wiederspiegelt.
Natürlich muss es kein Arzt hinnehmen, wenn er dort wider Willen gelistet ist. Dann muss er aber auch davon ausgehen, dass man gar nicht auf die Idee kommt, ihn aufzusuchen, denn fehlende Bewertungen sind immer negativ verdächtig. Mund-zu-Mund-Propaganda kann eh keiner verhindern - und das sind die ehrlichsten und nachhaltigsten Bewertungen, die glücklicherweise trotz aller Meinungszensur nicht unterbunden werden können.
Wo ist überhaupt das Problem? Wenn man sich einem Patienten gegenüber nicht gerade geringschätzig benimmt und ihn gewissenhaft und sorgfältig behandelt und auch die eigenen Grenzen erkennt, KANN man gar keine schlechten Bewertungen bekommen.

Beitrag melden
ykerniz? 21.02.2018, 13:47
7. Kein Servicebetrieb?

Das ist ja das Problem, viele Ärzte sehen sich als etwas besseres als einen Servicer an. Aus diesem Grund verschlingt das System unmengen von Geld und die Kosten lassen sich nicht wirklich kontrollieren. Es wird Zeit, dass sich das ändert!

Beitrag melden
mucki007 21.02.2018, 13:48
8. Halbgötter in weiß

Frau Eichhorn hat meiner Meinung nach eine antiquierte Meinung zum Servicegedanken rund um den Patienten. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass jameda für Patienten gemacht ist, denen es man nie recht machen kann. Sehr viele positive Einräge sind dort zu finden und ich absolut viele vernünftige Bewertungen und Kommentare. Natürlich gibt es auch die bekannten Aussreisser, die sind aber leicht zu erkennen. Ich jedenfalls habe damit stets gute Erfahrungen gemacht und man vermeidet Entäuschungen und Ärger. Auch Ärzte sind Dienstleister und die meisten lassen sich ja auch gerne bewerten. Frau Eichhorn würde ich jedenfalls daher nicht konsultieren wollen. Fraglich ist auch, ob sie sich damit einen Gefallen getan hat. So entsteht der Verdacht, dass bei ihr Patienten nicht in Augenhöhe begegnet wird.

Beitrag melden
moe.dahool 21.02.2018, 13:49
9. Es gibt Statistiken darüber

wie viele Motzkis ihre Meinung in derartigen Foren/Bewertungsplattformen/Google/etc. kundtun, und wieviele zufriedene Kunden. Auf einen zufriedenen Kunden kommen knapp vier negative Beiträge. Ein unzufriedener Kunde schreibt sich viel schneller seinen Frust von der Seele, als dass sich ein zufriedener Kunde die Mühe macht, den Händler zu unterstützen. Kch persönlich erlebe rund 5-10 Bewertungen pro Monat. Wir liegen mit 4,1 bei Google sogar sehr gut. Aber die Hälfte aller kritischen Beiträge können wir oft nicht nachvollziehen. Nicht, dass ich dem Kunden unterstelle, dass er bewusst lügt, aber viele Kritiken basieren auf unrealistischen Vorstellungen von Dienstleistungen. Und dann gibt es noch die "Vernichter". Das sind diejenigen, die zerstören wollen. Deren Ziel ist es, größtmöglichen Schaden anzurichten. Verdrehen Tatsachen, reißen aus dem Kontext, oder stellen ihren Part falsch dar. Man kann daher immer nur eine Tendenz erkennen. Die o.g. Ärztin hatte laut Berichten eine Benotung von 4,7. Anders als bei Google ist ein hoher Wert (max. 6) schlecht. 4,7 sind grottig, und kaum mit einzelnen Verissen zu erklären. Aus jahrelanger Erfahrung mit Bewertungsportalen kann ich sagen, dass in ihrer Praxis tatsächlich einiges nicht rund gelaufen zu sein scheint.

Beitrag melden
Seite 1 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!