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Bildglättung in TV-Geräten: Seifenopern-Effekt polarisiert die Fernsehnation
Panasonic

Filmfans streiten: Ist die Bildglättung moderner TV-Geräte Freude oder Ärgernis? Manche User schwärmen, Hollywood zeigt sich entsetzt. Darum geht es - und so reagieren die Hersteller.

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Suppenelse 16.12.2018, 12:22
40. Das Problem ist das Filmmaterial

Beschwerden über ein übersättigtes, überstrahltes Bild bei diversen TVs in der Werkseinstellungen sind nachvollziehbar, haben aber natürlich mit dem im Artikel beschriebenen Thema nix zu tun.

Ansonsten: Auch ich finde das gängige Ruckeln supernervig, im Kino wie im Fernsehen. Und man wundert sich, dass einerseits die Auflösung in immer neue Höhen gesteigert wird, sich andererseits an der antiquierten 24-Hertz-Bildrate aber bis heute nichts geändert hat (von einzelnen Ausnahme-Produktionen in Hollywood mit 48 FPS abgesehen). DAS ist das Problem. Die Gerätehersteller reagieren da nur drauf. Dass die Zwischenbildberechnung bei vielen allerdings übel aussieht, ist genauso klar: Ich hatte bisher LG und Samsung, und bei beiden erzeugt die Funktion sichtbare Bildfehler, wenn man genau hinschaut.

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derboesewolfzdf 16.12.2018, 12:40
41. eigentlich ganz einfach....

und nicht diskussionswürdig...... bei Filmen, etc. schalte ich bei meinem LG Truemotion aus und bei Sport/Fußball schalte ich es wieder an. Klar wäre eine One-Button-Funktion schöner, aber auch über das normale Menü kein Beinbruch. Ehrlich gesagt verstehe ich die Diskussion nicht, da man nie alle zufriedenstellt, egal welche Voreinstellung vorgenommen wird.

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ardbeg17 16.12.2018, 12:54
42. bullshit

die Bildqualität hängt zuallererst von der Datenrate ab. Bekommt der Fernseher ein ordentliches Material, kann man getrost alle Helferlein ausschalten. Knausert der Sender bei der Bitrate, kann man nur verschlimmbessern. Auch die Komprimierungsrate der verwendeten Digitalkameras kann man deutlich sehen. Und: Nach wie vor kostet ein flüssiges, natürliches Bild am Fernseher Geld und hat nichts mit der Auflösung zu tun. Ein 60 Zoll-UHD-Schirm für 800€ hat mit und ohne Helferlein unnatürlicher wirkende Bewegtbilder als ein 50 Zoll FHD für´s gleiche Geld.
P.s. Ich finde übrigens die Rauschunterdrückung teils schlimmer, was den künstlichen Glätteffekt angeht.

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lupo62 16.12.2018, 12:58
43. Wo ist das Problem?

Das habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Mir ist bekannt, daß Filme mit 24 Bildern/Sekunde vorgeführt werden, der Fernseher aber seit Urzeiten mit 25 Bildern flimmert - und eben seit einiger Zeit mit 50 oder hundert.
So weit ich weiß - man verbessere mich bitte, wenn es nicht stimmt - hat man das in Vorcomputerzeiten dadurch ausgeglichen, dass man den Film für die Fernsehsendung etwas schneller hat ablaufen lassen. War offenbar nicht zu merken, ist mir auf jeden Fall nicht aufgefallen. Und gewackelt hat da nichts, die Kamerafahrt duch die Fensterscheibe in Citizen Kane war auf jeden Fall ruckelfrei.
Nun wird das 25. Bild offenbar computergeriert - man verbessere mich bitte, wenn es nicht stimmt - und das soll zu wilder Ruckelei führen? Ist mir nie aufgefallen. Kann natürlich sein, dass das so ist, weil auf meinem Fernseher die Anti-Ruckel-Funktion eingeschaltet ist. Danke SPON, daß der Weg zur Abschaltung dieser Funktion erklärt wird. Werde das mal machen und dann hoffentlich sehen, ob es da einen Unterschied gibt oder nicht.

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s.l.bln 16.12.2018, 14:02
44. Seifenoperneffekt...

Zitat von curiosus_
...man die Reduzierung des Gaps zwischen realer Welt und Film als "Seifenoperneffekt" bezeichnet? Denn um nichts anderes handelt es sich wenn die Bildwiederholfrequenz erhöht wird. Die reale Welt läuft mit einer nahezu unendlich höheren "Bildfrequenz" ab, und selbst 48 Hz sind da noch nahezu unendlich weit weg davon. Ich verstehe ja, dass man in Einzelfällen den natürlichen Ablauf aus künstlerischen Gründen zerhackt. Aber eben nur in Einzelfällen, in der Regel will ich das, was ich sehe zumindest optisch so realitätsnah (im Sinne von unmanipuliert) wie möglich. Und wenn jemand eine realitätsoptimierte optische Darstellung als "Seifenoper" (ein eher negativ besetzter Begriff, etwas für Leute auf die man herabsehen kann) bezeichnet, dann scheint er doch etwas Probleme mit der Realität zu haben.
...wird das nicht genannt, um irgend etwas zu diffamieren, sondern weil "Seifenopern" aufgrund der verwendeten Technik oft diesen künstlichen Look haben. Den gab es lange vor der Zwischenbildberechnung, die nun "in der Lage ist", ihn auch Kinomaterial zu verleihen.

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huz6789 16.12.2018, 15:19
45. Kinolook ist Blödsinn: Es geht um Geld und Gewohnheit

Die Ablösung der veralteten 24 Bilder/s Technik erfordert sehr hohe Investitionen u.a. in Film- und Kinoindustrie. Sie erfordert hohe Streaming-Bandbreiten bzw. Speichermedien und hohe Prozessorgeschwindigkeit, die teils nicht zu Verfügung stehenen. 4K mit 50p wir nach dem derzeitigen Stand der Technik nur mit den besten Kameras erreicht. Weil man den Leuten in dieser Übergangsphase aber nicht den Spaß verderben will (was dem KOnsum abträglich wäre) pflegt die Industrie das Hirngespinst vom "Kinolook". So wird den Leuten allen Ernstes ein technisch mangelhafter Kameraschwenk mit Stoboskop-Effekt als etwas Besonderes verkauft.
Halten wir mal fest: Das Auge in natürlicher Umgebung kennt keinen solchen Stoboskopeffekt und auch keine Bildrate, sondern ein flüssiges, sauberes "Bild".

Was das Auge schon kennt, das ist eine jahrzehntelange Gewöhnung an schlechte Wiedergabequalität. Und Befürworter des Alterhergebrachten, Gewohnten findet man bei jedem Thema in großer Zahl.

Zwischenbildberechnung ist eine Übergangstechnologie. Wenn sie gut gemacht ist (so wie z.B. bei meinem Beamer), liefert sie sehr gute Ergebnisse. Nur ein wirklich geschultes Auge kann die Artefakte so gerade wahrnehmen. So ist die Technik akzeptabel. Native 50 Bilder/s sind objektiv eine enorme Steigerung der Bildwahrnehmung, eindeutig und nachweislich wesentlich näher an der natürlichen Wahrnehmung.

Wer das nicht glaubt, der will es einfach nicht glauben, und/oder er wird von der Industrie bereitwillig gefoppt.

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curiosus_ 16.12.2018, 15:25
46. Nein, zumindest in dem...

Zitat von s.l.bln
...wird das nicht genannt, um irgend etwas zu diffamieren, sondern weil "Seifenopern" aufgrund der verwendeten Technik oft diesen künstlichen Look haben. Den gab es lange vor der Zwischenbildberechnung, die nun "in der Lage ist", ihn auch Kinomaterial zu verleihen.
...Artikel von dem die zitierten Posts stammen war explizit auch die Rede von echten 48 Bildern pro Sekunde ("Der Hobbit" drehte er mit 48 statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde), und auch denen wurde der "Seifenoperneffekt" zugeschrieben. Und eine Filmtechnik, die näher an der Realität liegt (mehr Bilder pro Sekunde), kann sicher nicht deshalb einen "künstlichen Look haben".

Im Gegenteil, wenn sogar die "künstliche" Zwischenbildberechnung den gleichen Effekt zeigt wie echte 48 Bilder/sec, dann spricht das für statt gegen die Zwischenbildberechnung.

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huz6789 16.12.2018, 15:35
47. Seifenopern

Zitat von s.l.bln
...wird das nicht genannt, um irgend etwas zu diffamieren, sondern weil "Seifenopern" aufgrund der verwendeten Technik oft diesen künstlichen Look haben. Den gab es lange vor der Zwischenbildberechnung, die nun "in der Lage ist", ihn auch Kinomaterial zu verleihen.
Leute lasst Euch nicht verschaukeln: Die Seifenopern wurden mit Videokameras in 50i-Technik gedreht. Das kam echten 50B/s sehr nahe. Der "Look" ist eine reine Gewohnheitsfrage. Nach der jüngsten Aufrüstungswelle bei der Auflösung ist der Weg zum Hochfrequenzbild längst vorgezeichnet. Er erfordert nur allenthalben hohe Investitionen in der Industrie. Und deswegen - nur deswegen - hält auch die Industrie den Mythos vom "Kinolook" hoch: Sie wollen den Leuten das Gefühl geben, dass sie trotz veralteter, lahmer Bildfrequenz etwas Gutes sehen.

In wenigen Jahren wir nur noch mit 48 B/s oder noch höher gedreht und dann kräht kein Hahn mehr danach. Erst wenn wir das durch haben, dann ist wieder Zeit für ein wenig Stoboskop-Nostalgie. So wie bei der Schallplatte...

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gellier 17.12.2018, 01:32
48. Was dahinter steckt

Ich schreibe hier sonst kaum - nun muss ich als ehemaliger Cutter/Editor bei ARD/ZDF und Privaten doch mal intervenieren. Es gibt mehrere Gründe, diesen Artikel (und die den Redakteuren offensichtlich zur Verfügung gestellte Zeit bzw. ihr Honorar) zunächst kritisch zu sehen. Grundsätzlich halte ich es aber für richtig, dem "Verbraucher" die Entscheidung zu überlassen, wie er es gerne mag. Schließlich gab es bereits vor 35 Jahren die Möglichkeit, Bass und Höhen an der eigenen Stereoanlage nach Geschmack anzupassen, auch wenn die Musikproduzenten im besten Fall so produziert haben, dass dies nicht nötig war.

1. Der Begriff "Bildglättung" ist zuallererst einmal komplett falsch recherchiert und verwendet worden. Sie können ihn ganz einfach mal unter https://de.wikipedia.org/wiki/Canny-Algorithmus googeln, falls Ihnen Ihr CVD diese zwei Minuten nicht als Pause anrechnet. Ein Film besteht aus einer festgelegten Anzahl von einzelnen Bildern pro Sekunde. Wieviele dies sind, hängt vom verwendeten System ab. Wenn ein _Bild_ geglättet wird, heißt dies nicht, dass der Film in seiner Zeitachse geglättet wird. Ein einzelnes Bild besitzt in diesem technischen Zusammenhang keine Zeitachse. Der Begriff mag sich populistisch durchgesetzt haben, ist aber generell ein Zeichen der Trivialisierung von komplexeren Themen selbst in kultivierteren Magazinen wie Ihrem.

2. Die Bildglättung im eigentlichen Sinne ist fast gleichzusetzen mit der Kantenglättung, auch bekannt als Antialiasing oder Treppenglättung. Ein mit sehr niedriger Auflösung fotografierter Kreis (ohne elektronische Korrektur) wird beim Zoomen in das Bild "Treppen" aufweisen, die von uns nicht mehr als Rundung aufgefasst werden. Dies lässt sich entweder durch elektronische Algorithmen oder durch eine höhere Auflösung des Sensors oder durch beide Faktoren zusammen ausgleichen.

3. Wir haben insbes. in den Unterhaltungsprogrammen in den späten 90ern sehr viel mit bestimmten Effekten gespielt, welche genau die von Ihnen erwähnte Zeitglättung eliminiert hat. Damals liefen die Systeme noch auf PAL, also 50 Halbbilder/Sek. Wir haben mit elektronischen Mitteln aus 2 Halbbildern jeweils 1 Vollbild errechnen lassen, also genau das Gegenteil von dem getan, was heute gemacht wird. Hat mehr geruckelt, ganz klar. War auch so gewünscht; es hat eine bestimmte Abstraktionsebene eröffnet, welche irgendwie sublim suggeriert hat: Dies ist Fiktion. Dies ist keine Realität. Ich mochte das immer sehr, aber heute muss scheinbar selbst die kreative Branche andauernd Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Symptome nehmen und verliert demnach immer mehr an visionärer Kraft.

Aber jeder, wie er erzogen wurde, von was auch immer...

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Little_Nemo 17.12.2018, 05:23
49. Je weniger Bilder pro Sekunde desto Ruckel

Zitat von lupo62
Das habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Mir ist bekannt, daß Filme mit 24 Bildern/Sekunde vorgeführt werden, der Fernseher aber seit Urzeiten mit 25 Bildern flimmert - und eben seit einiger Zeit mit 50 oder hundert. So weit ich weiß - man verbessere mich bitte, wenn es nicht stimmt - hat man das in Vorcomputerzeiten dadurch ausgeglichen, dass man den Film für die Fernsehsendung etwas schneller hat ablaufen lassen. War offenbar nicht zu merken, ist mir auf jeden Fall nicht aufgefallen. Und gewackelt hat da nichts, die Kamerafahrt duch die Fensterscheibe in Citizen Kane war auf jeden Fall ruckelfrei. Nun wird das 25. Bild offenbar computergeriert - man verbessere mich bitte, wenn es nicht stimmt - und das soll zu wilder Ruckelei führen? Ist mir nie aufgefallen. Kann natürlich sein, dass das so ist, weil auf meinem Fernseher die Anti-Ruckel-Funktion eingeschaltet ist. Danke SPON, daß der Weg zur Abschaltung dieser Funktion erklärt wird. Werde das mal machen und dann hoffentlich sehen, ob es da einen Unterschied gibt oder nicht.
Soweit ich weiß ist 24 fps (Frames per Second) der amerikanische Standard, während 25 fps der europäische PAL-Standard ist. Durch diesen Unterschied entstehen auch die Unterschiede in den Laufzeiten von Hollywood-Filmen auf deutschen DVDs, bzw. Schwankungen in der Tonhöhe bei angepasster Geschwindigkeit. Dieses Problem existiert insofern bei europäischen Produktionen nicht. Es sei denn in Amerika.

Soweit ich die hier diskutierte Problematik verstanden habe, wird bei diesem neuen Verfahren zwischen allen Bildern je ein Übergangsbild eingesetzt, das für einen flüssigeren Ablauf sorgen soll. Also das Ruckeln eben gerade abmildern soll. Gerade bei schnellen Sequenzen. Was auch zunächst sinnvoll erscheint. Ich weiß allerdings nicht wie das konkret aussieht. Bei dem Zeichentrickfilm "Heavy Metal" hat man seinerzeit aus ökonomischen Gründen Bildübergänge durch Überblendungen der Einzelbilder abgemildert, was nicht besonders gut wirkt, aber sicher eine Menge Zeit und Geld sparte. Man hat da das zwangsläufige Ruckeln, dass zwnagsläufig durch die Aufeinanderfolge zu weniger Bilder pro Sekunde entsteht, durch eine seltsam fließende Künstlichkeit eingetauscht. Ich vermute, dass es hier ähnlich ist. Der Trick beim Film ist ja soviele Bilder pro Sekunde hintereinander ablaufen zu lassen, dass das menschliche Auge nicht mitbekommt, dass es Einzelbilder sind. Sinds zu wenige, dann ruckelts.

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