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Bildkritik von fokussiert.com: Drei Profi-Tipps für bessere Fotos
Christian Schmid

Anderer Bildschnitt, etwas mehr Dynamik, durch Abdunkeln und Aufhellen wesentliche Bildelemente hervorheben: Profis vom Fach-Blog zeigen an drei Beispielen, wie man Fotos durch bewusstes Bearbeiten verbessert.

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01099 02.03.2014, 11:32
1.

Ich muss immer lachen, wenn Fotografen immer noch mit dem Goldenen Schnitt anfangen. Gerade die Fotografie hat doch mit diesem überholten Ideal gebrochen und gezeigt, dass Bilder auch wirken, wenn sie nicht dogmatisch durchgeplant geschossen werden.
Was ich im Übrigen für ein absolutes "no go" halte, ist der Beschnitt von Fotografien, wenn man sich schon auf dokumentarische Inhalte einlässt. Das muss sitzen. Wenn der Fotograf kein Gespür für den "decisive moment" hat, sollte er zuerst das "Sehen" lernen oder sich gleich ein anderes Hobby suchen.

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fuerbrie 02.03.2014, 12:26
2.

Bei Bild eins stimme ich zu. Es gibt eine Menge freien Raums unter dem Schatten, obwohl ich nicht ganz verstehe, warum der Teil mit dem Mädchen weiter angeschnitten werden muss. Bei Bild zwei und drei sehe ich ehrlich gesagt keinen großen Unterschied nach der Überarbeitung, und ich finde auch, dass das zweite Bild gerade wegen seines ungewöhnlichen Formats interessant wirkte. Deshalb verstehe ich nicht, warum das weggeschnitten wird, um stattdessen ein Standard-Foto zu produzieren. In Bild drei hätte ich eher etwas an der verschwommenen linken oberen Ecke geändert als die für mich kaum sichtbaren Veränderungen, die der Profi vorschlägt. Man könnte die Bilder nebeneinander darstellen, damit der Unterschied deutlicher wird.

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tlatz 02.03.2014, 12:27
3. Goldener Schnitt

Zitat von 01099
Ich muss immer lachen, wenn Fotografen immer noch mit dem Goldenen Schnitt anfangen. Gerade die Fotografie hat doch mit diesem überholten Ideal gebrochen und gezeigt, dass Bilder auch wirken, wenn sie nicht dogmatisch durchgeplant geschossen werden. Was ich im Übrigen für ein absolutes "no go" halte, ist der Beschnitt von Fotografien, wenn man sich schon auf dokumentarische Inhalte einlässt. Das muss sitzen. Wenn der Fotograf kein Gespür für den "decisive moment" hat, sollte er zuerst das "Sehen" lernen oder sich gleich ein anderes Hobby suchen.
Durchaus richtig, dass sklavische Festhalten an Idealen ist Schwachsinn. Aber in diesem Foto passt es. Das unbeschnittene Original ist deutlich zu breit.

Ich beschneide fast alle meine Fotos leicht, da ich persönlich denke, dass das Seitenverhältnis 3:2, das man aus dem Kleinbildfilm kennt und aus mir unerklärlichen Gründen bei praktisch allen digitalen Spiegelreflexkameras übernaommen hat, eh viel zu breit ist und gerade in diesem Bild sieht man, warum.

Ich wünschte, dass Nikon, Canon oder Sony eine DSLR im Verhältnis 4:3 oder 5:4 für ihre Vollformatlinsen rausbrächten, das Teil wäre sofort gekauft!

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Stabhalter 02.03.2014, 12:49
4. aber bitte

Zitat von sysop
Anderer Bildschnitt, etwas mehr Dynamik, durch Abdunkeln und Aufhellen wesentliche Bildelemente hervorheben: Profis vom Fach-Blog fokussiert.com zeigen an drei Beispielen, wie man Fotos durch bewusstes Bearbeiten verbessert.
der goldene Schnitt hat auch heute noch Bestand,aber die neuen
Macher egal welcher Art,meinen dass sie das Ei erfunden haben,einfach lächerlich,oder wissen die nicht was der goldene Schnitt ist.

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IGEL-SPONLINE 02.03.2014, 13:09
5. mehr auch nicht...

Zitat von
Zum einen erkennen wir die Bewegung des Mädchens nach rechts und die des Schattens nach links unten und folgen den Bewegungen abwechselnd
Eine kühne, um nicht zu sagen überaus schlichte Behauptung...
Davon abgesehen stellt sich "mir" (wie so oft) die Frage, was "wir" von diesem krampfhaft belehrenden formalen Dogmatismus innerhalb einer subjektiven Einschätzung eines angeblichen Profis halten sollen - ebenso kühn könnte ein Betrachter (beispielsweise der Urheber des Bildes, abweichend von der sog. Reinen Lehre) den alles bestimmenden Schattenriss im Rahmen des gewählten Ausschnitts als goldrichtig in der Mitte platziert empfinden usw.

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dr.ideen 02.03.2014, 13:45
6. Bilder neben oder unter einander

@SPON: Formatierung braucht aber ebenso der Artikel - stellt doch die Bilder neben oder zumindest unter einander, damit der Leser die Änderungen wirklich nachvollziehen kann.

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kurt_wittwer 02.03.2014, 17:18
7. Eine Gilde für sich

Vor knapp 10 Jahren überredete mich ein ebenfalls fotografierender Nachbar, doch einmal mit ihm zusammen ein Monatstreffen des Foto-Clubs im Nachbardorf zu besuchen. Das sei nicht nur hoch interessant, sondern auch äusserst lehrreich. Ich ging mit ihm hin. Schon bei der Begrüssung fühlte ich spontan, dass da offenbar eine erhebliche Hierarchie bestand. Man begab sich dann an eine Wand, wo eingereichte Mirgliederfotos aufgehängt waren. Schnell merkte ich, dass es Mitglieder - offenbar Experten - gab, die praktisch jedes Foto zum Teil massiv kritisierten und ungefragt Unmengen an Verbesserungsvorschlägen von sich gaben. Bei einigen Fotos, nach meinem Urteil längst nicht bei den besten Bildern, hagelte es Lobeshymnen und zustimmendes Nicken. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es sich dabei um die Fotografien der ältesten Stamm- und meist auch Vorstandsmitglieder handelte.
Bei einigen Bildern konnte ich die angebrachte Kritik überhaupt nicht verstehen. Da ich kein Experte war, und bin, und wohl nie sein werde, erlaubte ich mir die Kommentare kritisch zu hinterfragen. Ich wollte ja etwas lernen. Bei der ersten Frage erntete ich nur mitleidiges Lächeln. Beim zweiten Anlauf kam noch heftiges Kopfschütteln dazu. Und bei der dritten Frage zu einem Foto - es ging nach meinem Empfinden um für mich unverständliche Empfehlung zu Nachbelichtung - gab es nur noch Totenstille, eisiges Schweigen. Es war dummerweise ein Foto des langjährigen Präsidenten. Damit war ich total unten durch. Obschon ich ja nicht kritisierte sondern nur nachfragte.
Diese banale Geschichte kam mir eben wieder in den Sinn als ich verschiedene Kommentare zu den Anregungen der Fotoprofis las.
Wie soll es denn in der Ukraine oder sonst wo auf der Welt friedlich bleiben, wenn schon unterschiedliche Ansichten zu Fotos gehässigste Kommentare auslösen?

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hechendorfer 02.03.2014, 20:31
8. Erstes Bild

Sorry, ein Bild von der Tochter auf der Schaukel stell ich mir anders vor.
Wenn ich meiner Tochter ein Bild von ihr zeigen würde, auf dem nur ihre Stiefel zu sehen sind, und ich auch noch stolz drauf wäre, würde sie mich auslachen.
Aber ich bin auch nur Hobbyfotograf, kein 'Künstler'...

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01099 02.03.2014, 21:09
9. Aw:

Zitat von tlatz
Durchaus richtig, dass sklavische Festhalten an Idealen ist Schwachsinn. Aber in diesem Foto passt es. Das unbeschnittene Original ist deutlich zu breit. Ich beschneide fast alle meine Fotos leicht, da ich persönlich denke, dass das Seitenverhältnis 3:2, das man aus dem Kleinbildfilm kennt und aus mir unerklärlichen Gründen bei praktisch allen digitalen Spiegelreflexkameras übernaommen hat, eh viel zu breit ist und gerade in diesem Bild sieht man, warum. Ich wünschte, dass Nikon, Canon oder Sony eine DSLR im Verhältnis 4:3 oder 5:4 für ihre Vollformatlinsen rausbrächten, das Teil wäre sofort gekauft!
Da gebe ich Ihnen unbedingt Recht! Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum man überhaupt CMOS-Sensoren entwickelt hat, anstatt bei den gewohnten Kleinbildabmessungen zu bleiben. Das hängt sicher mit den Herstellungskosten zusammen.
Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass man den Weg zurück zum Kleinbild findet.

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