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Bildkritik von fokussiert.com: Drei Profi-Tipps für bessere Fotos
Peter Krauss

Tonwertkorrektur, Achsenkorrektur, ein Blickfang in der Leere: Mit einfachen Handgriffen werden Fotos noch etwas besser. Profis vom Fachblog zeigen an drei Beispielen, wie man Fotos durch Bildbearbeitung verbessert.

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P.Delalande 23.06.2013, 18:52
10.

sagt wer? ihr küchenpsychologisches handbuch der kleinen tagesweisheiten etwa? Nee, das sagt vielmehr die langjährige Erfahrung mit den "Alleskönnern" die nie etwas auf die Reihe bringen.

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behuf 23.06.2013, 19:16
11. Meinung einer Amateurin

Ich finde die farbliche "Verbesserung" und die Ergänzung beim Mond beim ersten Bild scheusslich - es ist ein klischeehaftes Kitschbild entstanden. Gut finde ich bei der Verbesserung die Beschneidung an der rechten Kante, da ist im Original tatsächlich so blöde Restfläche.
Zum Thema "stürzende Linien": im Original neigt sich die Linien im linken Randbereich und die im rechten Randbereich einander zu, d.h. hier ist mit einer schlichten Begradigung nichts zu machen, sondern das Originalbild muss in irgendeiner Weise gestaucht/entzerrt worden sein. Fazit: die Beschneidung finde ich gut, ein bisschen mehr Kontrast hat dem Bild auch gutgetan, aber das hätte ausgereicht. Das Originalbild hat sehr viel Kraft.

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froso 23.06.2013, 19:52
12.

Zitat von olli_b
Doch. Weil ich nämlich nicht meine Gedanken und Gefühle weitergeben kann, sondern nur das Bild, das ich mit Hilfe meiner Kamera gemacht habe. Und das hat nicht zwangsläufig auf den Betrachter die gleiche Wirkung wie die echte Situation auf mich.
Wenn das Bild nicht Ihre Gedanken und Gefühle beim Betrachten des Motivs und im Moment der Aufnahme weitergeben kann, dann ist es das falsche Bild, und Sie müssen noch lange an sich "fotoästhetisch" arbeiten.
Wenn sie ein Bild durch Retouche versuchen erst zu begründen, dann hatte das Original keine Aussage. Dann machen Sie mit der Korrektur irgend ein Bild. Fotografieren ist die Kunst des Sehens und Erfassens und nicht des am Schreibtisch Produzierens. Das ist eine andere Kunst.
Wohl alles eine Ansichtssache... oder einer jahrzente langen professionellen Erfahrung.

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war:head 23.06.2013, 20:08
13.

Zitat von froso
Das Resultat ist niemals falsch und bedarf nicht der Korrektur. Photoshop ist das Entreißen der Seele aus dem Bild. Der, der an ein Bild herum manipuliert, und sei es der Fotograf selbst, dem mangelt es an emotionaler Intelligenz.
Ich würde eher sagen, dass Korrekturen/Veränderungen solange in Ordnung sind, solange sie nur Teile entfernen, die nicht zum eigentlichen Motiv gehören (unvermeidbare Stromleitungen o.Ä.) oder die _vorhandenen_ Daten nutzen, um die Einschränkungen der Kamera abzuschwächen - beispielsweise ein Tonmapping der 12-/14-bit RAW-Daten um die Beleuchtung dem organischen Eindruck des menschlichen Auges vor Ort näher zu bringen.
Kameras sind nunmal nicht in der Lage, ein Motiv immer so wiederzugeben, wie der Photograph es vor Ort wahrnimmt.

Fast alles, was darüber hinaus geht, ist dann eher ein Zeichen schlechter Komposition und meist eine Verstümmelung des Bildcharakters.
Ganz besonders schlimm sind das Hinzufügen von Objekten und das Verändern der Beleuchtung oder Lichtstimmung.

Und wenn ich ein Photo mit dem Gedanken schieße, es hinterher am Rechner anzupassen, damit es das wiedergibt, was ich eigentlich gerne hätte (abgesehen vom Bildausschnitt - man kann sich nicht immer perfekt positionieren), dann sollte ich es lieber gleich lassen.

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wakaba 23.06.2013, 23:40
14.

Zitat von P.Delalande
Das behaupten meist die, die das alles nicht können.
Ich versuch verdichtete Bilder zu machen. Da hält sich dann der Photoshopaufwand sehr arg in Grenzen. Ich nenns "Where is Waldo Kompositionen"...
http://sphotos-e.ak.fbcdn.net/hphoto...43565885_o.jpg
35mm,1.8, Nikon D3100. Leicht nachgeschärft, Kurve etwas angepasst. Aus dieser Serie von ca.100 Aufnahmen haben am Schluss gerade 2 oder 3 den Upload in den PC geschafft.

Von Profis halt ich nicht viel. Etwas technischer Sachverstand, wenig kompositorischer Verstand. Statt einige Stunden am Sujet zu verbringen - wird die Zeit am PC zur Nachbearbeitung mediokrer Bilder verbraten.
Magazin-Workshopa sind reiner Horror. Bilder-Wettbewerbe ein Graus. Durchschnittsbespassung.

Ueberbearbeitete Bilder nehm ich gar nicht mehr zu Kenntniss.

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robertusk 24.06.2013, 00:28
15. Experten?

Wo kann man denn das großartige Lebenswerk dieser "Experten" finden? Das ist doch alle hohles Dampfgeplauder. Kritisieren kann ich an jedem Bild etwas, wenn ich mir die hier von "Experten" zurechtgestutzten ansehe, ist das alles nur Geschmacksache. Hört doch auf, in minderwertiger Weise klug zu scheissen. Unterstützt junge Fotografen lieber dabei, dass sie sich treu bleiben und ihren Weg gehen. Und nicht alles nachkauen, was schon tausendmal vorgekaut wurde. Ob da jetzt ein Vögelchen liegt oder nicht, ist doch scheißegal. Dann soll er's doch reinphotoshoppen. Woher hätte denn der Fotograf einen Vogel nehmen sollen, wenn keiner da ist. Und die Decke der Kathedrale von Canterbury gefällt mir im Original besser. Nicht alles, was perfekt ist, kommt besser an.

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edelamsee 24.06.2013, 01:14
16. welch eine Arroganz

die Korrekturen am ersten Bild führten zu einem sterilen Kitsch und es ist völlig unnötig, stürzende Linien auf Teufel komm raus aufzurichten. Jeder erwartent stürzende Linien aus dieser Perspektive, und selbst professionelle Architekturfotografen würden stürzende Linien niemals zu 100% aufrichten, da dieses völlig überzogen wirkt, ja sogar oftmals ein Objekt oben breiter erscheinen lässt, als es in Wirklichkeit ist.

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rainman_2 24.06.2013, 01:42
17.

Zitat von sysop
Tonwertkorrektur, Achsenkorrektur, ein Blickfang in der Leere: Mit einfachen Handgriffen werden Fotos noch etwas besser. Profis vom Fachblog fokussiert.com zeigen an drei Beispielen, wie man Fotos durch Bildbearbeitung verbessert.
Beim ersten Bild stört mich, dass sich in der Nachbearbeitung das Seitenverhältnis ins Quadratische verschoben hat, das macht dieses Motiv langweiliger.
Zum zweiten kann ich groß nichts sagen.
Das dritte finde ich gut, es zeigt verloren die zwei Menschlein da unten an einem Mauerrest, studierend das wenige Interessante das es da scheinbar zu sehen gibt.

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berufskonsument 24.06.2013, 09:58
18.

Erstes Bild: Mein persönlicher Grundsatz lautet "wenn man drehen muss, ist das Bild misslungen". Nichts ist verlustbehafteter als nachträgliches Drehen. Die Idee überzeugt mich allerdings auch nicht so recht - ein paar dunkle Häuse mit hellen Bildern dran, fotografiert mit einer Kamera, die der Aufgabe nicht gewachsen ist. Toll.

Zweites Bild: Mein Mitgefühl an den Fotografen. Manchmal dauert es einfach ewig, die perfekte Position der Kamera zu finden ... und dann stellt man fest, dass sie doch nicht perfekt war. Auf ISO400 hätte ich freilich verzichtet und lieber die Belichtungsdauer verlängert.

Drittes Bild: "außer ein paar Mauerresten und großen freien Sandflächen gab es nicht viel zu sehen". Ich finde, das Bild drückt die Stimmung absolut perfekt aus. Ich musste etwas schmunzeln, als ich das Bild sah. Den Verriss kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

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a_free_spirit 24.06.2013, 13:40
19.

Zitat von H.Lorenz
Finde auch, daß das erste Bild in der Ausgangsversion orgineller wirkt. Die Retuschen des Experten wirken überzüchtet, beinah wie nachkolierte Bilder der 70er Jahre. Auch der vergrößerte Mond und das verrauschte Drumherum ... Nee. Also Experte bin ich mit meiner Nikon P100 wahrscheinlich auch nicht. Aber oft ist weniger mehr. Auch das HDR-Bild sehe ich als schöne Spielerei. Fotografie ist aber noch immer das Einfangen des Moments. Nachbearbeitung soll, m. M. nach, kleine offensichtliche Fehler des Fotografen oder der verwendeten Technik korrigieren. Dann sollte aber auch Schluss sein. Denn: Photoshoppen kann jeder. Bildmomente erkennen, Bildkompositionen und Licht erkennen - das kann eben nicht jeder. Und da kommt dann wieder Kunst von Können!
1) In einigen Punkten stimme ich Ihnen zu.
2) Aussage zu Photoshop: komplett falsch! Photoshop kann eben nicht jeder, genau genommen ist es inzwischen ein eigenes Handwerk, dass sehr viel Wissen und Erfahrung verlangt (ich rede nicht vom Herumziehen an Gradationskurven und lustigen Filtern).
3) Die Frage ist doch: Was will ein Künstler erreichen und wie möchte er arbeiten? Warum sollte man einem Künstler vorschreiben, wie er etwas umsetzt? Der eine Künstler macht verwackelte Straßenfotos mit Wegwerf-Kameras, der andere nutzt Shootings, Highend-Equipment und Photoshop. Das macht ja die Kunst (auch) erst interessant...
4) Jede Meinung bleibt immer nur eine persönlich Aussage, egal ob Laie oder Profi. Fachleute können Ihre Meinung halt fachlich untermauern, aber die Veränderung an den Bildern sind eben auch persönlicher Geschmack. Die Laien wollen hier ja auch eine Beurteilung vom Profi, sowas kann durchaus weiterhelfen.
5) Überholter, schlechtester Spruch aller Zeiten: Kunst kommt von Können. Auch komplett falsch! Können muss nur ein Handwerker, denn er garantiert sein Können gegen Bezahlung. Der Künstler liefert keine Garantie gegen Bezahlung, er drückt sich in seiner Kunst aus. Häufig wird der Künstler nur wahrgenommen, weil er etwas eben ganz anders macht als es das gängige "Handwerk" aus Vernunft getan hätte. Natürlich gibt es auch fließende Übergänge (Kunst-Handwerk), aber dieser Spruch ist wirklich schlecht und hält sich leider trotzdem.

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