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Billig, aber unfair?: Diese Probleme drohen beim Gadget-Kauf in China
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Manches elektronische Bauteil oder Gadget findet man nur in chinesischen Online-Shops. Doch wer dort einkauft, geht Risiken ein. Manchmal bleiben auch Umweltschutz und Fairness auf der Strecke.

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Stephan H. 02.04.2019, 19:48
30. So isses

Zitat von Einhorn
Ich glaube Ihnen, dass Sie glauben, ein Originalteil von einer Kopie unterscheiden zu können. Fakt ist aber, Sie können es nicht. Das ist der gleiche Glaube, der Leute überzeugt, bei Aldi bekämen sie Markenprodukte, nur weil ein Markenhersteller die Fabrik gekauft hat, in der Produziert wird. So wie jeder Autohersteller vom Kleinwagen bis zum Premiumprodukt im Angebot hat, so hat es jeder andere Hersteller von irgendwas auch. Also vorsicht mit "identisch".
Der Konsument hat meist nicht mal ansatzweise die Möglichkeit zu unterscheiden. So ein System kann ich auch. Ich ändere die chemische Zusammensetzung meiner Produkte und verkaufe direkt aus Asien raus. Spart mir ca. 60-70% der Herstellungskosten. Die Produkte sehen immer noch gleich aus und haben ähnliche gute Eigenschaften. Aber jetzt sind sie halt leider krebserregend. Normalerweise in der EU absolut nicht zugelassen. Der Verbraucher kauft jetzt aber sehr günstig direkt und ich verstosse nicht gegen Gesetze, weil der Verbraucher das Risiko selbst trägt.... Aber wenn ich so manche Beiträge lese komme ich zu dem Schluss, dass die meisten das Risiko gerne in Kauf nehmen. Und auch, dass sie noch nie in chinesischen Fabriken waren und deren Einstellungen zum Verbraucherschutz kennen... Es ist ihnen egal- wir sind weit weit weg...

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spiegelleser987 02.04.2019, 21:36
31.

Jetzt kommt Ostern. Schon Eier gekocht? Da hätte ich einen Tipp. Vor einigen Jahren hatten wir mal einen Eierstecher gekauft. Kostete nur 1 Euro. Vor dem Kochen habe ich das erste Ei angestoch und mich gewundert, wie leicht das geht ... fast ohne Kraft. Dann habe ich mal genauer hingeguckt. Da war kein Loch im Ei. Und dann habe ich gesehen, dass die Nadel verbogen war. Das war keine Stahlspitze sondern weicher Draht mit Spitze.

Ich sammle seit einigen Jahren solchen Müll für mein Museum.

Vor zwei Jahren habe ich mir bei einem deutschen Markenlieferant Silikonreiniger gekauft. Erst dachte ich, dass man damit schmieriges Silikon entfernen kann (so stand es im Internet). Aber dann habe ich festgestellt, dass es das Gegenteil ist. Damit kann man z.B. Autos mit Silikonöl beschmieren, um es vor Staub und anderem Dreck zu schützen. Über eine Perle an der Seite der Sprayflasche hatte ich mich gewundert. Ein Jahr später stank es plötzlich extrem in der Wohnung. Dann habe ich die Sprayflasche entdeckt. Dort wo die Perle war begann die Sprayflasche zu rosten und dort sprühte der Silikondampf raus. Die Sprayflasche hatte offensichtlich bei der herstellung ein Loch und man hat es mit Lötzinn abgedichtet. Eine Sprayflasche aus Eisen rostet trotzdem. Ich habe dann auch gesehen "Made in China". DerBlutdruck stieg extrem an und die Luft war knapp. Alle Türen und Fenster mussten geöffnet werden, aber es half nicht. Ich bin dann zur Apotheke und habe mir eine Flasche Sauerstoff geholt. Dann ging es mir langsam besser.

Vergangenes Jahr sind mir auch 7 Geräte (Fernbedienung, Taschenlampe, 2 x PC-Mäuse ...) kaputt gegangen. Die Batterien waren ausgelaufen und haben in den Geräten viele Teile zerstört. Ich hatte vor einigen Jahren eine größere Packung mit vielen Batterien der Sorte AA im Supermarkt gekauft. Darauf stand als garantiertes Haltbarkeitsdatum 2023 ... vergangenes Jahr war erst 2018. Und auf jeder Batterie stand "Made in PCR" (= Volksrepublik China).

Das mal nur so als Beispiele.

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spiegelleser987 02.04.2019, 21:50
32.

Zitat: "Manches elektronische Bauteil ... findet man nur in chinesischen Online-Shops. "

Stimmt nicht ganz. Man kann es auch hier kaufen. Es gibt Anbieter, die es speziell beschaffen und garantiert echte Qualität liefern. Allerdings ist das Interesse seit 10 Jahren eingebrochen, weil kaum noch jemand etwas hier kaufen will. In China gibt es das zu "Schnäppchenpreisen". Allerdings ist das von dort wirklich Müll. Ich habe für ene Firma vor 10 Jahren mal Schaltkreise untersucht. Das waren welche mit geringem Stromverbrauch, aber sie funktionierten nicht. Bei der Messung war ich verwundert, dass der Stromverbrauch noch viel geringer als "gering" war. Die Schaltkreise sahen wie vom ursprünglichen Hersteller original aus, die Verpackung auch. Weil an keinem Pin ein Widerstand messbar war, habe ich die Schaltkreise mit dem Seitenschneider aufgeschnitten. Da war überhaupt kein Chip drin.

Andere Schaltkreise kommen auch nur noch aus China. Halbleiterhersteller in der EU und den USA mussten vor einigen Jahren die Produktion einstellen. Die PC-Mäuse kommen nur noch aus China und deshalb werden nur noch dort die Schaltkreise hergestellt. Dass man die auch für andere Anwendungen benutzen kann, ist heute vorbei. Für einen ersten Musteraufbau muss man mindestens 100.000 Stück in China kaufen. So werden Innovatinen verhindert und China übernimmt die weltweite Industrie.

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egcphantom 02.04.2019, 23:43
33. Für Modellbau,

kaufe ich liebend gerne in China ein. Qualität ist die selbe und meistens weit über 50% günstiger. Hatte bisher noch nie Probleme. Defekte Teile wurden einfach erstattet. Man sollte halt in den richtigen Shops kaufen dann läuft alles gut. Außerdem kommt doch eh fast alles aus "Made in China" nur die ganze. Steuern etc und Händler Aufschläge machen es hier extrem teuer. Mittlerweile meide ich auch den Modellbauladen.. da gibt's für mich auch kein Grund das mit Beratung zu begründen warum die China Ware dort 200% mehr kostet.

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master-of-davinci 03.04.2019, 08:00
34. Dropshipping

Die Zauberworte sind Dropshipping in Verbindung mit dem internationalen Postabkommen.
Nahezu alle Händler bei den Plattformen sind Dropshipper. Das bedeutet, dass sie selbst außer dem aufsetzen der Webangebote und der Zahlungsabwicklung nichts mit den Produkten zu tun haben. Sie haben keine Lager, kein Versand nichts dergleichen. Der Hersteller selbst, oder der angeschlossene Direktvefkäufer übernimmt den Versand im Namen des Dropshippers. Man bekommt so nahezu Produktionspreise. Der Anteil an menschlicher Arbeit ist hoch aber eben günstig. Das zweite Pfund ist das internationale Weiterleitungsabkommen der Post. So ist die deutsche Post und DHL verpflichtet Sendung von verbündeten Versendern zu übernehmen und auszuliefern. Diese Abkommen stammen noch aus Zeiten ohne Internetbestellungen, gelten aber noch immer. EMS und ChinaAirmail (die chinesische Post sozusagen) verlangen in China für den Transport zum Inlandszoll nur Centbeträge, den Rest der Kosten übernehmen die verpflichteten Länder. Internatiinales Tracking einer Chinapost Sendung kostet aktuell (lt. mein Chinakontakt) gerade mal 42US Cent Aufschlag, eine Sendung ohne Tracking bis 1000g und in Maxibriefmaßen (damit die Post, nicht DHL liefert also es eine Brief und keine Paketsendung ist) kostet die Chinesen etwa 18 US Cent, klar als Großkunde mit der staatlichen Subvention.

Das sind treibenden Faktoren für die Preise. Dinge die nicht in Millionenfacher Ausführung in den Lagern der Hersteller liegen, kosten auch in China. Da fallen dann tatsächlich "nur" die vielen Zwischenhändleraufschläge weg.

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spiegelleser987 03.04.2019, 08:06
35.

Zitat von egcphantom
kaufe ich liebend gerne in China ein. Qualität ist die selbe und meistens weit über 50% günstiger. Hatte bisher noch nie Probleme. Defekte Teile wurden einfach erstattet. Man sollte halt in den richtigen Shops kaufen dann läuft alles gut. Außerdem kommt doch eh fast alles aus "Made in China" nur die ganze. Steuern etc und Händler Aufschläge machen es hier extrem teuer. Mittlerweile meide ich auch den Modellbauladen.. da gibt's für mich auch kein Grund das mit Beratung zu begründen warum die China Ware dort 200% mehr kostet.
Aha, Sie wünschen, dass hier alle Arbeitsplätze abgeschafft werden? Immer mehr Läden verschwinden hier schon seit einigen Jahren.

Höhere Löhne, angepasst an die Lebensmittel, Mieten und Strompreise, sollen wohl auch weg. Damit brauchen wir hier nur 1-Euro-Jobs zum Straße kehren.

Ein Arduino kostet typabhängig hier z.B. 20 bis 30 Euro, in China auch. Aber dort gibt es auch welche für 2 Euro. Die können Sie nach vier wochen wegwerfen, weil da Halbleiterbauelemente der Kategorie C eingesetzt werden. Die werde nicht stückweise sondern kiloweise dort gekauft, weil sie bereits nach der Herstellung ihre Eigenschaften ändern. Dann landen sie im Müll. Und die Hersteller und Händler in Deutschland müssen dafür Elektronikschrottgebühren zahlen und am Ende zusätzlich die Entsorgungskosten. China zahlt hier keine Elektronikgebühren.

Angemessene Löhne wollen Sie wohl auch nicht? In China gibt es seit einigen Jahren WLAN-Module. Bisher waren die weltweit immer teuer. Und jetzt können Sie die im Internet für 1 Cent/Stück in China kaufen. Arbeit darf nicht bezahlt werden oder?

Übrigens ich und viele andere bezahlen schon die Kosten, damit Sie ohne versandkosten aus China bekommen. Das habe ich vergangenes Jahr gefunden. Seit den 1960er Jahren gibt es dazu einen Vertrag mit China. Wenn aus China direkt an Endkunden geliefert wird, bezahlen wir das hier schon über unsere Versandkosten und schicken das Geld nach China. China wird vom Weltpostverein noch immer als Entwicklungsland bezeichnet, obwohl dort die meisten Milliardäre sitzen.

Wenn hier eine Firma oder ein Händler etwas aus China bestellt, müssen die hier die Elektronikschrottgebühren zahlen und es kommen auch extreme Versandkosten dazu. Wie soll das dann ohne die 200% gehen?

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hajoschneider 04.04.2019, 08:59
36. Selbst reingefallen!

Ich habe ein paar Schuhe eines bekannten Outdoor-Herstellers bei Wish bestellt. Kosten 23 Euro – einschließlich Versandkosten 37 EUR). Als die Schuhe nach Wochen ankamen, musste ich feststellen, dass es minderwertige Kopien und außerdem zu groß waren. Was mir vorher nicht aufgefallen war: Bei Wish wird immer der angebliche Originalpreis mitgenannt, damit der Verkäufter über das Sparpotenzial am Haken hängt. Als ich in den Tagen nach der Lieferung immer mal wieder auf Wish nach dem Preis des Schuhs schaute, wurden dort astronimisch hohe Summen als Originalpreis genannt. Höchster Betrag waren einmal 675 EUR. Auf meine Reklamation erhielt ich nie eine Antwort. Das soll mir eine Lehre sein. Dann kauf ich doch lieber hier, bezahle ein bisschen mehr, weiß aber was ich habe.

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schneemann3 04.04.2019, 10:14
37.

Zitat von hajoschneider
Ich habe ein paar Schuhe eines bekannten Outdoor-Herstellers bei Wish bestellt. Kosten 23 Euro –
Darf man fragen, wie viel die Schuhe hier im Einzelhandel kosten?

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Frusti 04.04.2019, 12:13
38. Online-Plattformen unterstützen aktiv Steuerhinterziehung

In der Praxis sah und sieht das so aus:
Leuchtmittel werden in Deutschland nicht hergestellt. Also Ware in China bestellt. Ware erhalten. Rechnung fehlt, obwohl als „gewerblicher Anbieter“ und „Top-Seller“ mit bisher weit über 10.000 verkauften Produkten angegeben.
Auf mehrmalige online-Nachfrage lediglich automatisch übersetzte, komplett unverständliche Antworten erhalten.
Meldung bei eBay nicht möglich, da deren Auswahl-Menü so etwas (Steuerhinterziehung, fehlende Rechnung) überhaupt nicht vorsieht.
Meldung an das zuständige Finanzamt Berlin gegeben…

Nächster Versuch von „Meister Schlau“:
Suche mit „Artikelstandort Deutschland“. Nach 3 Seiten mit je 200 Angeboten entnervt aufgegeben. Grund: Indem bei den Plattformen kein Auswahlmenü „Deutscher Anbieter“ besteht, tauchten bei Eingabe „Artikelstandort Deutschland“ ausschließlich chinesische Anbieter auf, die ihre Waren lediglich in deutschen Zollfrei-Lagern in z.B. Hamburg, oder Bremerhaven zwischenlagern. Das Ergebnis ist dasselbe. Auf Vorab-Anfragen an die Anbieter wg. Rechnungslegung keine einzige Antwort erhalten.

Diese Misere ist nun – auch den Behörden – seit Jahren bekannt. Einzige Reaktion bisher:
Die Anbieter müssen eine deutsche Steuernummer angeben. Da kann ich mich zum Lachen noch nicht mal mehr zwingen. Wer soll bitte eine Zahlenfolge, die eine deutsche Steuernummer sein könnte, denn bitte kontrollieren? Bis bei der Masse das Finanzamt nach vielleicht einem Jahr und 10.000 verkauften Artikeln mal aufmerksam wird, gibt es die Läden ja schon lange nicht mehr.

Ich sehe da nur die Möglichkeit, dass die Plattformen und/oder Zahlungsdienstleister (paypal) die Umsatzsteuer der einzelnen Transaktionen an die Finanzämter abführen müssen. Da wäre das (Umsatz-)Interesse der Plattformen an steuerlich unseriösen Händlern schnell vorbei.

Puh. Hätte nie gedacht, dass ICH mich jemals so für´s Finanzamt einsetzen würde, aber letztlich geht es mir ehrlich gesagt doch mehr um seriöse, vielleicht sogar deutsche Anbieter, die dieser „Konkurrenz“ seit Jahren hilflos ausgeliefert sind.

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iffelsine 18.05.2019, 16:07
39. Berechtigte Rückvergütung bei ALIexpress beträgt nur 66% !

Wir haben drei Teeregale über ALIexpress bestellt und diese kamen - verpackt in einer Plastiktüte - völlig zerdrückt und geborsten bei uns an. Reklamieren mußten wir online drei einzelne Fälle komplett mit einzelnen Bildern und Beschreibungen, obwohl wir alle drei beim gleichen Händler und der selben Bestellung geordert hatten. Erst nach mehrmaliger Nachfrage bekamen wir zwei Drittel des originalen Kaufpreises zurück. Kommentar von ALIexpress: ja, das sei so, der Händler hätte ja Aufwand gehabt...Wir bestellen über ALIexpress NICHTS mehr !

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