Forum: Netzwelt
Biometrische Verfahren: Sicher bezahlen von Herzen
Nymi

Die Pin ist lästig und unsicher. Überall tüfteln Unternehmen deshalb an neuen Zahlungsmethoden. Ob per Stimme, Fingerabdruck oder Herzschlag - bald soll unser Körper die Identifikation übernehmen.

1lauto 17.03.2016, 15:31
1. Herzschrittmacher o.ä. Lesesysteme

Sind seit Langem ins Netz ankoppelbar.
JEDER braucht einen implantierten microcomposter mit Netzanbindung. Immerhin kann dann auch der exakte Todeszeitpunkt anhand des Herzstillstands ausgelesen werden.

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felisconcolor 17.03.2016, 15:45
2. das Ganze

erinnert sehr stark an den Roman Score von Martin Burckhardt in dem eine Gesellschaft geschildert wird wo nicht mehr mit Geld bezahlt wird sondern mit dem Score und dieser wird über seinen immer verfügbaren Lifestream berechnet und verschlüsselt. Der Roman spielt zwar erst 2036 aber hat erschreckende Parallelen zur Jetztzeit. Diese Idee hier ist nur ein weiteres Puzzelstück zum Lifestream. Wollen wir das wirklich?

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calinda.b 17.03.2016, 15:55
3. Hirnrissig

"Der Kassierer überprüft die Identität des Käufers anhand eines im Profil hinterlegten Fotos und der Initialen. "

Und das soll 'einfacher' sein als ein Pin eingeben? 50% der Menschen können kaum Menschen von einer anderen Rasse unterscheiden, für die sehen die tatsächlich 'alle gleich aus'.
Da werden wohl nur noch Super-Recognizer als Kassierer eingestellt.
In meinem Supermarkt ist seit 2 Jahren niemand mehr in der Kasse der Leute begutachten kann, das Zahlen mit Pin dauert ungefähr 1 Sekunde, da müsste man ganz schnell 'Ich zahle mit Google' schrien um die Muzak und die Reklamen zu übertönen.

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diedahinten 17.03.2016, 16:08
4.

Und wieder mal ein Schritt in Richtung gläserner Mensch. Finger weg! Wir brauchen keine Recognizer im gesamten Lebensbereich, die anhand unserer Biometrie uns Google-Werbung immer und jederzeit eintrichtern (Minority Report lässt grüßen). Nichts anderes ist das nämlich. Der Versuch den Menschen komplett bis in den letzten schützbaren Lebensbereich hinein zu vernetzen und zu verkabeln, damit man ihm auch da auf den Wecker gehen kann. Nichts ist so fehleranfällig wie die digitale Welt. Und das sage ich als IT-Spezialistin. Wir sind gerade dabei die Büchsr der Pandora zu öffnen - belassen wir es am besten bei dem Versuch! Wir sind Menschen, keine Maschinen, die man jederzeit mit Sensoren abtasten und auslesen muss!

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cor 17.03.2016, 16:35
5. Totale Überwachung

Ein PIN ist weder lästig noch unsicher, sondern bietet einen gesunden Kompromiss aus Sicherheit und Datenschutz. Noch nie war es so einfach, mit einer Karte (über RFID) zu bezahlen, wie heute. Bei kleineren Beträgen braucht man nicht mal eine PIN.

Diese ganzen non-PIN-Authentifizierungsverfahren haben eine Sache gemeinsam: Persönliche Daten werden bei jeder Transaktion mit gesendet. Der Preis für solche vermeintlich komfortableren Lösung ist ungleich hoch, denn er bringt uns dem gläsernen Menschen und einer vermeintlich totalen Überwachung durch Staat, Banken und Firmen wieder ein Stück näher.

Das ist es einfach nicht wert.

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InesH 17.03.2016, 16:41
6. Feuchte Träume :)

Wenn irgend etwas zu durchtechnolgisiert wird, fällt es wieder auf den absoluten Einstieg zurück.
In Handelsfalle also auf den direkten Tausch Ware gegen Ware, und dann arbeiten wir uns über Wampum und Konsorten wieder in Richtung Münz-und Scheingeld hoch, weil man ein Auto nur sehr schlecht in Kartoffeln nach Gewicht bezahlen kann und auch nur eine begrenzte Menge Muscheln beim Autohändler Platz hat :)

Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass irgendein Staat dieser sogenannten westlichen Welt es ohne blutigen Aufstand schaffen wird, das Bargeld komplett abzuschaffen.
Ähnliche Versuche für die Komplettverglasung des Bürgers gab es ja schon, man denke an den Internet-Perso, an die Deuschlandmail mit Behördenfunktion- alles grandios gescheitert, und das ist auch gut so.

Alles, was da an neuen, angeblich noch sichereren Bezahlmethoden ins Rennen geworfen werden soll, hat nur zwei Funktionen: den Banken das Leben zu erleichtern und den Gewinn zu maximieren sowie den Kunden bzw. den Bürger gläsern, planbar und erpressbar zu machen.
Was? 12.30? Und schon das zweite Glas Wein zum Essen? Meldung an Krankenkasse und Arbeitgeber.
Pro Woche eine Stange Zigaretten? Das interessiert die Krankenkasse ganz bestimmt.
Zuckerkontingent für den laufenden Monat verbraucht. Ätsch. Kauf Karotten oder wir melden es der Krankenkasse.

Die Sicherheit betreffend - alles, aber auch wirklich alles, was von Menschenkopf erdacht und von Menschenhand geschaffen wird, kann auch von Menschenkopf und Menschenhand missbraucht bzw. geknackt werden.
De großen Kriminellen sind nicht blöder als der Durchschnitt. Im Gegenteil.

LG
InesH

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spon-1280943165745 17.03.2016, 18:39
7. Nicht alles Dummheiten mitmachen

Jedes Jahr zur Cebit wird eine neue "Datensau" durch Dorf getrieben. Was bringt es dem Kunden? NICHTS!!
Evtl. einige Sekunden Zeitersparnis! Aber da die Menschen zunehmend für eine Entschleunigung des täglichen Lebens (z.B. keine Dienstgespräche nach Feierabend) plädieren ist diese Prozedur so überflüssig wie ein Kropf. Dazu auch noch die Gefahren des Überwachungsstaates, wie von einigen Foristen bereits beschrieben. Außerdem ist es durchaus nicht so das das in den USA nur mit den vermeinlich modernsten Hilfsmiitteln bezahlt wird. Wer dort im Sußermarkt einmal eingekauft hat wird sehen das dort oft noch ein Scheck augestellt wird und bei der Glegenheit ein gemütlerlich Plausch mit der Kassiererin gehalten wird. Nicht alles Neue ist gut aber im Umkehrschluß aber auch nicht alles ist das Ei des Kolumbus. Bei der Gelegenheit was mache ich wenn ich keine Handy habe?

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querulant_99 17.03.2016, 21:08
8.

Zitat von cor
Ein PIN ist weder lästig noch unsicher, sondern bietet einen gesunden Kompromiss aus Sicherheit und Datenschutz. Noch nie war es so einfach, mit einer Karte (über RFID) zu bezahlen, wie heute. Bei kleineren Beträgen braucht man nicht mal eine PIN. Diese ganzen non-PIN-Authentifizierungsverfahren haben eine Sache gemeinsam: Persönliche Daten werden bei jeder Transaktion mit gesendet. Der Preis für solche vermeintlich komfortableren Lösung ist ungleich hoch, denn er bringt uns dem gläsernen Menschen und einer vermeintlich totalen Überwachung durch Staat, Banken und Firmen wieder ein Stück näher. Das ist es einfach nicht wert.
Nix gläserner Mensch!

Ich war kürzlich in Hongkong. Dort ist die wiederaufladbare Octopus-Karte gängiges Zahlungsmittel (völlig anonym!).
Die Karte wurde eigentlich für die den ÖPNV erfunden. Man kann mit dieser Karte aber auch in zahlreichen Geschöften bargeldlos zahlen, indem man die Karte einfach auf das Lesegerät legt.

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felisconcolor 18.03.2016, 11:17
9. Hurch

Zitat von querulant_99
Nix gläserner Mensch! Ich war kürzlich in Hongkong. Dort ist die wiederaufladbare Octopus-Karte gängiges Zahlungsmittel (völlig anonym!). Die Karte wurde eigentlich für die den ÖPNV erfunden. Man kann mit dieser Karte aber auch in zahlreichen Geschöften bargeldlos zahlen, indem man die Karte einfach auf das Lesegerät legt.
vollkommen anonym bezahlen??? Das geht absolut nicht und schon gar nicht in Deutschland. Dann bekommt ja niemand mit wenn ich mal wieder 200kg Ammoniumnitrat und 50l Diesel kaufe? shocking. Weiss Hongkong welches Sicherheitsrisiko es eingeht?
Bei uns in der Kantine ist man auch wieder zum guten alten Bargeld übergegangen. Der Automat zum Aufwerten der Bezahlkarte erkannte die neuen 5er nicht mehr (oder waren es die 10er? egal) Das Umrüsten des Automaten war dann zu teuer.

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