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Blaue Briefe an Urheberrechtsverletzer: Deutsche Provider verweigern Polizistenrolle
Corbis

Sollen die Provider den gesamten Internet-Traffic kontrollieren und Urheberrechtsverletzern blaue Briefe zukommen lassen? Ja, finden die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie. Nein, sagen die deutschen Provider: Sie wollen sich nicht zu Hilfspolizisten machen lassen.

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ich2010 16.03.2012, 10:42
1. .........

Zitat von sysop
Sollen die Provider den gesamten Internet-Traffic kontrollieren und Urheberrechtsverletzern blaue Briefe zukommen lassen? Ja, finden die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie. Nein, sagen die deutschen Provider: Sie wollen sich nicht zu Hilfspolizisten machen lassen.
geben die provider jetzt nach, dann ist das bloß der anfang einer totalen überwachung. erst werden die ip adressen nach "illegalen" downloads gescannt, danach folgt ein umfassendes logging der besuchten seiten, speicherung sämtlicher emails, kreditkartendaten usw usw.. zu guter letzt überwacht die heilige obrigkeit en detail unseren tagesablauf den rest kann man sich ausmalen. dagegen war die stasi ein waisenknabenverein.

mittlerweile ist man anonymer wenn man kein facebook account hat, kein navi benutzt, autobahnen vermeidet (mautkameras!) so wenig wie möglich online ist und alles am besten bar bezahlt. schöne neue welt.. big brother war gestern.

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meinmein 16.03.2012, 10:42
2. Rechtsstaat?

Zitat von sysop
Sollen die Provider den gesamten Internet-Traffic kontrollieren und Urheberrechtsverletzern blaue Briefe zukommen lassen? Ja, finden die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie. Nein, sagen die deutschen Provider: Sie wollen sich nicht zu Hilfspolizisten machen lassen.
Sollte es mal so weit kommen, dass mein Provider meinen Internetanschluß sperrt, werde ich selbstverständlich die Zahlungen einstellen bzw. habe ich dann wohl ein außerordentliches Kündigungsrecht. Keine Leistung - kein Geld.

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GerhardFeder 16.03.2012, 10:51
3. Mitlesen

Zitat von sysop
Sollen die Provider den gesamten Internet-Traffic kontrollieren und Urheberrechtsverletzern blaue Briefe zukommen lassen? Ja, finden die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie. Nein, sagen die deutschen Provider: Sie wollen sich nicht zu Hilfspolizisten machen lassen.
Ist doch ok. die Post- und die Paketdienste sollten auch alle Sendungen öffnen und lesen,damit nichts verschickt wird, was der Wirtschaft als Umsatz entgehen könnte.
Alle Gebrauchtwaren-Märkte gehören ebenso verboten wie hjagliches Eigentum. Künftig kann man nur noch Lizenzen erwerben.
Am Ende wird das auch für die Menschen eingeführt; Lizenz erlischt bei mangelndem Konsum oder zu geriner Steuerzahlung

Brave New World 2.0.

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braintainment 16.03.2012, 11:01
4. Dr.

Zitat von sysop
Sollen die Provider den gesamten Internet-Traffic kontrollieren und Urheberrechtsverletzern blaue Briefe zukommen lassen? Ja, finden die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie. Nein, sagen die deutschen Provider: Sie wollen sich nicht zu Hilfspolizisten machen lassen.
So ein Schwachsinn. Es ist schon im Einzelfall schwer zu beurteilen, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt oder nicht, denn ist - es werden manche nicht für möglich halten - bereits schwer, den Urheber auszumachen und letztendlich zu bestimmen, wer, welches Nutzungsrecht innehat.

Aber aus Sicht der Unterhaltungsindustrie haben die natürlich alle Rechte...

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teutoniar 16.03.2012, 11:10
5. Völlig übertrieben Hysterie

Die Weigerung von 1&1 ist eher nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Wer mit "Privatisierung der Rechtsverfolgung" und "Aufweichung der neutralen Rolle der Provider" argumentiert, muss auch gegen kommunale Geschwindigkeitskontrollen an Kindergärten sein. Dort misst auch keine Polizei die Geschwindigkeit.

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felisconcolor 16.03.2012, 11:21
6. Es wäre

Zitat von teutoniar
Die Weigerung von 1&1 ist eher nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Wer mit "Privatisierung der Rechtsverfolgung" und "Aufweichung der neutralen Rolle der Provider" argumentiert, muss auch gegen kommunale Geschwindigkeitskontrollen an Kindergärten sein. Dort misst auch keine Polizei die Geschwindigkeit.
ja mal interessant zu erfahren, in wie weit
es überhaupt legal ist hoheitliche Aufgaben an private Unternehmen
zu vergeben.
Gerade auch im Bereich der Geschwindigkeitskontrolle
sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf.
Denn dann könnte man ja gleich den ganzen Sicherheitsapperat
privatisieren.
Wo die Content Industrie ja sehr gerne hin möchte.
Aber Zustände wie in "RoboCop" möchte ich nicht haben.

Für die, die den Film nicht kennen.
Die Polizei wurde nach der Pleite der Kommune
privatisiert. Die Folge davon waren Chaos, Korruption
und Willkürherrschaft.
Und viele tote Zivilisten.

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Herrundbert 16.03.2012, 11:27
7. Ach so..

Zitat von GerhardFeder
Ist doch ok. die Post- und die Paketdienste sollten auch alle Sendungen öffnen und lesen,damit nichts verschickt wird, was der Wirtschaft als Umsatz entgehen könnte. Alle Gebrauchtwaren-Märkte gehören ebenso verboten wie hjagliches Eigentum. Künftig kann man nur noch Lizenzen erwerben. Am Ende wird das auch für die Menschen eingeführt; Lizenz erlischt bei mangelndem Konsum oder zu geriner Steuerzahlung Brave New World 2.0.
..ist jetzt "was der Wirtschaft entgehen könnte" ein neuer Begriff für Diebstahl? Und sollten Märkte auf denen gefälschte Rolexen, Fake-Handtaschen und raubkopierte DVDs verkauft werden tatsächlich nicht geschlossen werden?
Diese Verharmlosung an jeder Ecke in dieser Diskussion ist nicht mehr zu ertragen. Hier geht es (nicht immer aber oft) um organisierten Diebstahl im großen Stil (siehe zB kino.to oder piratebay).
Aus diesem Grund können Musiker (ja, vor allem die kleinen, nicht die Stars) von ihren Musikverkäufen in vielen Fällen nicht mehr überleben und Schriftsteller werden es mit Zunahme des raubkopierens von ebooks bald auch nicht mehr können.
Die daraus resultierende Verknappung von Kultur und weitere Verdummung des Volks werden wir alle zu spüren bekommen.
In diesem Sinne : viel Spass euch allen beim Selbstbedienen, Raubkopieren und freudigen konsumieren for free!!

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teutoniar 16.03.2012, 11:30
8.

Zitat von felisconcolor
Denn dann könnte man ja gleich den ganzen Sicherheitsapperat privatisieren. Wo die Content Industrie ja sehr gerne hin möchte.
Das ist mit Sicherheit nicht gewollt, sondern allenfalls ein Mittel zum Zweck. Gewollt ist, dass die Leute mit Verbreitung und Nutzung von Raubkopien aufhören. Zurecht. Das ist das einzige Ziel, glauben Sie mir.
Wenn Sie bessere Mittel kennen, können Sie es dem Bundeswirtschaftsministerium ja mal vorschlagen.

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Olaf 16.03.2012, 11:30
9.

Zitat von teutoniar
Die Weigerung von 1&1 ist eher nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Wer mit "Privatisierung der Rechtsverfolgung" und "Aufweichung der neutralen Rolle der Provider" argumentiert, muss auch gegen kommunale Geschwindigkeitskontrollen an Kindergärten sein. Dort misst auch keine Polizei die Geschwindigkeit.
Dort messen kommunale Beamte oder Angestellte, keine Privatfirmen.

Das Geschrei unserer Kulturschaffenden möchte ich hören, wenn z.B. VW Fahrtenschreiber in jedem PKW installieren würde, diese regelmässig ohne Wissen des Fahrers auswerten und auf der Grundlage Bußgeldbescheide verschicken würde.

Das ist nämlich das, was gefordert wird.

Ich finde es unglaublich, dass man aus reiner Geldgier bereit ist Privatleuten Überwachungsinstrumente in die Hand zu geben, die man dem Staat zur Abwehr von Terrorismus und Kinderpornografie aus guten Gründen verweigert hat.

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