Forum: Netzwelt
Breitbandausbau: Deutschland, dein Lobbyproblem
DPA

Die Kunden-Nachfrage nach Highspeed-Internetanschlüsse ist gering, klagt CDU-Politikerin Dorothee Bär. Die Aussage ist erstaunlich, passt aber auf traurige Weise ins Schema deutscher Digitalpolitik.

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keine-#-ahnung 14.02.2018, 21:38
100. Schwachsinn!

Zitat von tizian
Die Äußerung wird hier fast noch zu nett betitelt. Es ist ein absoluter Skandal. Wenn ich heute schon mit 50 MBit gerichtlich gedeckt gar keine 50 MBit bekommen muss, sondern NUR BIS ZU 50 MBit und darunter praktisch alles geht, was soll ich da nach höheren Anschlüssen fragen? Der Verbraucher wird bei den Übertragungsraten einfach ver.r...t und die Politik stellt sich einfach hin und sagt, es besteht ja gar keine Nachfrage! Lüge! Die Leute haben einfach keine Lust mehr. Das ist ein Abwürgen der Nachfrage. Kompetenter (/Sarkasmus!) als Frau Bär geht da nicht mehr in ihrer CSU-leicht-beschwingten-macht-arroganten Art (/kein Sarkasmus!)!
Ich habe keine Bedarf ... und die Glasfaser blinzelt aus der Wand. Ich würde über Deutschland-LAN mit eigener statischer IP via ftth mit 200/40 Mbit/s (und der traffic geht wirklich minutiöse durch) und Telefonflat deutlich günstiger fahren als augenblicklich mit (teurem) WAN-Zugang via public-WLAN 16/4, real etwa 8/3 Mbit/s und zusätzlichem ISDN-Amt.
Will ich aber nicht, weil ich den ISDN'er bis zur letzten Sekunde halten will ... ergo: KEIN BEDARF. Und ich könnte dort 1Gbit/s aufgeschalten bekommen. Natürlich gegen einen "kleinen" Aufpreis :-) - diese Übertragungsgeschwindigkeiten brauche ich vor Lachen nicht im eigenen LAN.
Ich muss jetzt aber auch nicht jeden Flatus in 4k videodokumentieren und bei Fratzenbuch & Co. ins Netz pressen, bevor ich mir den Hintern richtig sauber gemacht habe ...

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elkadi 14.02.2018, 21:40
101.

Zitat von rkinfo
Es fehlen aktuell für die Meisten noch die Killeranwendungen. Die modernen Spielekonsolen haben zwar 4K Games, die ca. 1.000 GBit umfassen, was bei 0,1 GBit/s dann 3h Ladezeit bedeuten - grenzwertig lahm. Bei 1 GBit/s wären noch 25min Wartezeit fällig, bei 2,5 GBit/s noch 7 min. Heute laden die Haushalte ca. 60 GByte/ Monat, was im Mittel 0.3 MBit/s bedeutet. Bei 1.000 GByte/Monat würden dann 4 MBit/s reichen ;-) 'Schnelles Internet' per verkürzt Wartezeiten, was auch die 5G Technik im Fokus hat. Jene wirbt mit 10 GBit/s, wobei wohl im der Praxis Spitzenwerte über 1 GBit/s drin sind.
Es geht aber nicht um Spiele, mein Herr.... es geht um die Breitbandanwendungen mit vielen Anwendungen gleichzeitig und einer konstanten Geschwindigkeit für imminent wichtige Anwendungen, zum Beispiel Anrufannahme bei Pannenhilfe, Krankentransporten, Industrie-Austausch, Börse usw. . Das beeinflusst die Landflucht, den Mietspiegel, Ärztemangel auf ländlichen Gebieten, Urbanisierung etc. Vllt. könnten Sie mal von Ihrem Playstation-Denken einen Jump weitergehen?

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elkadi 14.02.2018, 21:41
102. Damit ist alles sehr gut umfasst

Zitat von xand0r
Vorab: Lobbyismus ist nicht nur im Digitalen ein Problem, sondern mittlerweile wohl überall in der Politik. Das eigentliche Problem ist aber nicht der Lobbyismus an sich, der ja sogar für eine liberale Demokratie unverzichtbar ist, sondern dass in Deutschland grundlegende Versorgungsaufgaben pseudo-privatisiert wurden. Am Beispiel Breitbandausbau sieht man das sehr deutlich: Was bringt es der Telekom, die Netze auszubauen? Es kostet Geld. Es bringt aber der Telekom aus unternehmerischer Sicht nichts. Denn ob die Kunden nun mit 16, 50 oder 100 Mbit surfen, sie sind ja trotzdem Kunden. Also eine nicht lohnende Investition. Denn letztlich ist die Telekom eine AG und somit ihren Aktionären verpflichtet. Hier prallen also wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen aufeinander und hier setzt auch der Lobbyismus ein. Denn dieser wirkt nur auf der wirtschaftlichen Seite, es wird also - und das halte ich für völlig legitim - derart Einfluss auf die Politik genommen, dass das Unternehmen wirtschaftlich davon profitiert. Auf Kosten der Gesellschaft. Zu verhindern wäre dies, wenn es eine Grundversorgung gäbe, Kommunen die Netze bereitstellten und die privaten Unternehmen diese dann gegen Gebühr nutzen können. Damit finanziert man einerseits den Ausbau und sorgt andererseits dafür, dass - z.T. berechtigte - wirtschaftliche Interessen dem nicht gegenüberstehen. Die Möglichkeit dazu existiert ja, in Form des sog. Betreibermodells, welches aber zu selten gewählt wird, u.a. auch, weil die Telekom da gern auch nachdem die Kommune Glasfaser verlegt hat, die Straßen nochmal aufreißt und eigene Kabel verlegt.
danke für diesen richtigen Beitrag.

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nosports28 14.02.2018, 21:45
103.

Als die DDR jeder Entwicklung hinterher hing, schob man es noch auf die Planwirtschaft. Tja: Die ist ja nun weg. Stattdessen: Privatisierung. Ergebnis: Jetzt haben wir den Rückstand bundesweit. Im Grunde ist der Kapitalismus wie der Kommunismus. Nur mit Obdachlosigkeit, Überschuldung, Arbeit, die nicht zum Leben reicht etc..

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janowitsch 14.02.2018, 21:51
104. Statt Service Abzocke

Die Telekommunikationsbranche täuscht die Kunden mit ebenso unseriösen Praktiken wie die Automobilbranche. Gemeinsam haben sie auch, dass Aufsichtsbehörden und Politik aktiv wegschauen. Es geht nur um Gewinnmaximierung und Kundenabzocke. Service und Leistung sind Fehlanzeige.

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yofreak 14.02.2018, 22:00
105.

Interessant sind die gesamten Beiträge hier. Da ich auch Internet Verträge anbiete und verkaufe kann ich gut sagen das auch auf dem Land oft eine schnellere Leitung gewünscht wird. ABER - es gibt auch viele die wünschen sich überhaupt mal eine Leitung an sich. Das bedeutet dort ist nicht mal so etwas wie 6 MBit/s vorhanden.
Und das die Leute keine Leitung über 100 mbit/s kaufen kann ich so auch nicht bestätigen da in der Regel das erste Jahr genauso teuer ist und man danach runter Stufen kann. Und natürlich gibt es den ein oder anderen der keine über schnelle Leitung haben will. Alles gut. Aber noch nicht mal einem Kunden 16 MBit/s an zu bieten zu können in der heutigen Zeit ist ein Armutszeugnis.

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Actionscript 14.02.2018, 22:07
106. Deregulierung und Privatisierung sind das Problem überall.

Solange die Industrie dereguliert machen kann, was sie will, wird sich nichts ändern. Man muss Teile der digitalen Welt heute ansehen als wäre es ein Gut wie Wasser, Wohnung und Grundnahrungsmittel, also etwas, was jeder zum Leben benötigt. Es ist so, denn bestimmte Dinge kann man nicht mehr ohne Digitales tun, und es wird täglich mehr. In den USA spürt man das besonders. Daher gehört Digitales wie Verkabelung etc in öffentliche Hand.

Überlässt man es den Privaten, dann ist es immer eine Frage des Geldes. Wenn der Profit gut ist mit dem bestehenden Kabelsystem, dann wird die Industrie nichts ändern, denn Ändern kostet viel Geld. Und die jetzige Regierung ist schon seit Langem sehr wirtschaftsnah und verbraucherfeindlich und wird an der Situation nichts ändern können und wollen. Der Zug ist schon abgefahren.

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philipp_jay 14.02.2018, 23:47
107. Frechheit.

Ich wohne in einem Dorf. Ich bekomme maximal 2 MBit, wird natürlich nie erreicht. Aber ich bin schon froh überhaupt die Leitung zu haben. Jedes Mal wenn ich Provider-Werbung im TV sehe, schwillt mir der Kamm. Selbst über eine 16er Leitung würde ich mich freuen. Da ist unglaublich viel schief gelaufen in der Entwicklung. Ja klar, muss sich für den Anbieter auch rechnen, aber die Fördermittel werden ja nicht ausgegeben.

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Benno Groß 15.02.2018, 00:10
108. Frage des Preises

Ich habe 25 MBit/s und könnte über das Fernsehkabel 100 MBit/s bekommen, aber so lange der Spaß so teuer ist, erdulde ich die "langsame" Geschwindigkeit lieber noch eine Weile.

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wiseacre 15.02.2018, 00:15
109. Kostenfrage

Ich weiss nicht, ob es mit Lobbyismus zu tun hat? Letztlich ist es auch eine Frage der Kosten. Zumindest bei mir. Konkret: In dem Dorf, in dem ich wohne (4000 Einwohner) wird zur Zeit Galsfaser verlegt. Das Ganze wurde monatelang massiv beworben. Nachdem sich mehr als 40 Prozent der Haushalte zu einem Vertrag entschlossen hatten, wurde mit der Verlegung begonnen. Soweit, so gut und durchaus löblich. Geworben wurde auch mit dem günstigen Preis. 24,99 Euro im Monat im ersten Jahr. Danach aber kostet es 49,99 Euro. 50 Euro für ein bisschen schnelleres Internet? Nein Danke. Da bleibe ich bei meinen 16 Mbits .Für meine Zwecke reichen die vollkommen aus. Zumal ich es mir noch erspare, evtl. neue Hardware kaufen zu müssen, damit die 100 Mbits entsprechend schnell verarbeitet werden können. Wenn der Breitbandausbau nur dazu dient, mir das Geld aus der Tasche zu ziehen, verzichte ich.

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