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Buch "Robokratie": Droht uns die Herrschaft der Roboter?
Corbis

Die Singularier kommen! Glaubt man dem Autor des Buchs "Robokratie" macht sich eine wirre Ideologie aus dem Silicon Valley in Richtung der restlichen Welt auf: der Glaube, dass Maschinen bald schlauer als wir.

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syracusa 23.06.2015, 10:13
20.

Zitat von bijae
"Sie wären unsterblich, weil sich der eigene Geist in die Cloud uploaden lässt." Dann ist man aber nicht mehr man selbst, sondern eine Kopie von sich die denkt sie wäre das ursprüngliche ich. Genau wie nach dem Beamen ;-) (WIR sind in unserer Hardware "gefangen")
Sie irren, denn da geht es um die philosophische Frage der Identität. Ein mittels "spukhafter Fernwirkung" gebeamtes Teilchen ist identisch (also nicht nur gleich!) mit dem Teilchen vor dem Beamen, und durch das Beamen verliert das ursprüngliche Teilchen sogar seine frühere Identität. Man könnte zwar argumentieren, dass durch das Beamen eine Kopie erstellt wird, wobei gleichzeitig das Original vernichtet wird, aber es gäbe keine Möglichkeit, nach dem Beamen die Kopie als Kopie zu erkennen. Sie ist nach allem, was wir empirisch zur Prüfung unternehmen können, ganz genau das Original.

Falls es jemals möglich wäre, ein menschliches Bewusstsein in eine Maschine zu kopieren, so dass die Kopie sich danach genau so verhält wie das Original, dann wäre das genau so, aber mit dem Unterschied, dass beliebig viele Kopien erzeugt werden könnten, und dass vermutlich das Original nicht zwingend zerstört werden könnte. Allerdings gäbe es, beispielsweise analog zu Bitcoins, technische Maßnahmen, um das Kopieren zu verhindern.

Allerdings würde sich dieses in eine Maschine kopierte menschliche Bewusstsein unmittelbar vom Moment des Kopierens an anders verhalten als das menschliche Bewusstsein, und zwar aus dem simplen Grund, dass für sein Weiterleben andere Rahmenbedingungen existieren als für das ursprüngliche biologische Bewusstsein. Wozu sollte sich diese Maschinenkopie noch darum kümmern, dass Nahrungsmittel für biologische Wesen produziert werden?

Man muss befürchten, dass diese Kopien menschlicher Bewusstseinsentitäten eine ganz ungleich größere Gefahr für die Menschheit darstellen würden als eine rein maschinelle Intelligenz, denn diese Mensch-Maschinen-Intelligenz würde ja auch alle negativen Eigenschaften des Menschen übernehmen, und alle atavistischen Reflexe.

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Olaf 23.06.2015, 10:17
21.

Zitat von Ökofred
Haben Sie den Artikel bis zum letzten Satz gelesen? Die beiden scheinen so ziemlich auf der selben Linie zu liegen.
Ja, habe ich und nein, liegen sie nicht.

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syracusa 23.06.2015, 10:19
22.

Zitat von HariHari
Künstliche Intelligenz gibt es nicht, genauso wenig wie es künstliches Leben gibt. Intelligenz ist die Fähigkeit eines bewussten Lebewesens, etwas zu verstehen, Einsichten zu haben, Zusammenhänge zu verstehen usw. Diese Fähigkeit kann mit Maschinen simuliert werden, die von bewussten und intelligenzbegabten Lebewesen (in diesem Fall in menschlichen Körpern) entsprechend gebaut und programmiert wurden, aber ein totes Ding, und sei es noch so komplex, zeichnet sich weder durch Bewusstsein noch durch Intelligenz aus. Es zeugt von nicht sehr hoher Intelligenz, nicht zu verstehen, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Dingen und Lebewesen gibt.
Aha. Ihr Standpunkt ist ein rein religiöser, denn es gibt nach allem, was wir wissen, keinen fundamentalen Unterschied zwischen Dingen und Lebewesen. Alle Lebewesen bestehen aus "toter Materie", die durch grundsätzlich reproduzierbare physikalisch-chemisch-biologische Prozesse einen Stoffwechsel in Gang setzen, mit dem sie Energie umsetzen, woraus sie wiederum die Energie für ihr Leben ableiten.

Es gibt absolut keinen einzigen empirischen Befund, der Ihre Ansicht stützt. Die gesamte Naturwissenschaft aber stützt meine Ansicht.

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derÖhi 23.06.2015, 10:22
23.

Glaubt man dem Autor dieses Artikels macht sich eine wirre Ideologie aus Spiegel Online in Richtung der restlichen Welt auf: der Glaube, dass Satz kein Verb (und kein Komma).

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otzer 23.06.2015, 10:26
24.

Zitat von HariHari
Künstliche Intelligenz gibt es nicht, genauso wenig wie es künstliches Leben gibt. Intelligenz ist die Fähigkeit eines bewussten Lebewesens, etwas zu verstehen, Einsichten zu haben, Zusammenhänge zu verstehen usw. Diese Fähigkeit kann mit Maschinen simuliert werden, die von bewussten und intelligenzbegabten Lebewesen (in diesem Fall in menschlichen Körpern) entsprechend gebaut und programmiert wurden, aber ein totes Ding, und sei es noch so komplex, zeichnet sich weder durch Bewusstsein noch durch Intelligenz aus. Es zeugt von nicht sehr hoher Intelligenz, nicht zu verstehen, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Dingen und Lebewesen gibt. Dies hängt letztlich damit zusammen, dass selten verstanden wird, dass das eigentliche Lebewesen (der unsichtbare Beobachter und Benutzer des Körpers) nicht mit seinem jeweiligen Körper identisch ist. Es gibt in dieser Welt zwei fundamental voneineinander verschiedene Energien: Leben und Materie. Materie in der Gegenwart des Lebens (bzw. eines bewussten Lebewesens) zeigt bestimmte Symptome (hohe Komplexität, Zielgerichtetheit usw) und Materie ohne die Gegenwart des Lebens (eines bewussten Lebewesens) zeigt komplett andere Symptome (Entropie, vergleichsweise simple Strukturen) und ist für sich selbst genommen ohne Wert und Sinn. Eine Gesellschaft, die die Existenz des eingetlichen Lebewesens leugnet, das sich von seinem jeweiligen materiellen Körper fundamental unterscheidet, wird als materialistische Gesellschaft bezeichnet und produziert am laufenden Band im Kleinen wie im Großen Probleme und Konflikte. Eine Gesellschaft, die diesen Unterschied zwischen Leben und Materie kennt und berücksichtigt, besitzt das Potenzial zu mehr Frieden und Harmonie. Was steckt hinter dem Versuch, künstlich Leben und künstliche Intelligenz zu schaffen? Die Sehnsucht nach Perfektionierung einer als unvollkommen angesehenen Welt und die Sehnsucht nach mehr Kontrolle. Genau dieser Versuch, die Welt auf diese Weise zu perfektionieren und zu kontrollieren, führt zu unermesslich viel Leid. Die zugrunde liegende Haltung ist zutiefst unintelligent und lebensverachtend. Herzliche Grüße, Hari
Woher nehmen Sie die Sicherheit, dass Bewusstsein eine Eigenschaft von "Lebewesen" ist? Können Sie in das "Bewusstsein" eines Steines blicken? Können Sie wissen, ob Maschinen nicht eines Tages ein dem Menschen vergleichbares Bewusstsein haben?

Wenn nicht, dann sollten Sie vorsichtig mit solchen Schlussfolgerungen und einem relativ einfachen (und etwas esoterisch angehauchten) Weltbild sein.

PS: Wenn es das in Ihren Worten "eigentliche Lebewesen, das sich von seinem jeweiligen materiellen Körper fundamental unterscheidet..." gibt, warum sollte dieses sich nicht in JEDER Form von Materie (auch in Steinen, Wasser etc.) manifestieren, sondern nur in dem, was Sie als "Körper" bezeichnen?

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rdexter 23.06.2015, 10:29
25.

Zitat von HariHari
Künstliche Intelligenz gibt es nicht, genauso wenig wie es künstliches Leben gibt. Intelligenz ist die Fähigkeit eines bewussten Lebewesens, etwas zu verstehen, Einsichten zu haben, Zusammenhänge zu verstehen usw. ... Was steckt hinter dem Versuch, künstlich Leben und künstliche Intelligenz zu schaffen? Die Sehnsucht nach Perfektionierung einer als unvollkommen angesehenen Welt und die Sehnsucht nach mehr Kontrolle. Genau dieser Versuch, die Welt auf diese Weise zu perfektionieren und zu kontrollieren, führt zu unermesslich viel Leid. Die zugrunde liegende Haltung ist zutiefst unintelligent und lebensverachtend. Herzliche Grüße, Hari
Auch das Gehirn unterliegt der Physik. Würde man ein menschliches Hirn detailgetreu nachbauen/kopieren, dann glauben sie nicht, dass dieses denken könnte/ein Bewusstsein hätte? Wenn ja, was bringt sie zu dieser Annahme?

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caracho! 23.06.2015, 10:51
26. @syracusa

Hari´s Standpunkt klingt sehr nach einem religiösen, aber sry, ihrer ist ein Unvollständiger. Es ist richtig, wenn Sie sagen, dass die Wissenschaft den Unterschied zwischen einem lebenden und einem toten Körper nicht bestimmen kann. Das erscheint mir aber eher als Defizit denn als Standpunkt....Tatsache ist, dass selbst die Medizin beobachtbare Symptome der "toten" Materie braucht, um "Tod" definieren zu können, z.B. Herzschlag oder Hirnströme. Was das "Leben" ausmacht, also worin genau der Unterschied in der physikalischen Welt zwischen dem Menschen, der gelebt hat, und dem jetzt toten Haufen Materie ist, weiss die Wissenschaft einfach nicht. Noch nicht, möglicherweise.....aber bis dahin kann man das entweder ignorieren - das Leben ignorieren - oder aber man spekuliert und begibt sich in den Bereich des Glaubens.

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olli0816 23.06.2015, 10:54
27. Wir sind noch lange nicht so weit

Die heutige künstliche Intelligenz ist gegenüber den geistig niedrigsten Lebewesen unterlegen. Auch wenn es einen Computer gibt, den wohl kein Mensch in Schach mehr schlagen kann oder es in absehbarer Zeit Autos gibt, die unfallfreier fahren als so manch sportlicher Fahrer. Die Welt wird sich in den nächsten Jahrzehnten sicherlich rapide verändern und was für die Generation in 30 Jahren selbstverständlich ist, ist für uns heute Science-Fiction. Aber das war in der Vergangenheit auch so und ist eher eine Banalität.

Das Hauptproblem, was wir mit künstlicher Intelligenz haben: Wir wissen eigentlich nicht, was Intelligenz ausmacht. Wir erkennen nur die Auswirkungen und die Abstufungen. Solange diese Fragen nicht gelöst sind, können wir maximal aufgrund unserer Erfahrungswerte Maschinen entwickeln, die diese Erfahrungen nachbilden. Der Traum von der künstlichen Intelligenz ist zwar faszinierend, aber wir sind noch nicht so weit.

Der nächste logischere Schritt ist die "Verbesserung" des Menschen. Sprich, sportliche, langlebigerer und bis ins hohe Alter gesunde Individuen. Im kleinen ist man teilweise ganz erfolgreich. Es gibt Menschen, die besser sehen können als der durchschnittliche Mensch, durch Prothesen schneller laufen oder wieder hören können. Wenn man einen Menschen mehr Wissen vermitteln könnte, wäre das auch ein großer Schritt. Aber alles, was wir machen, ist nur ein Upgrade der gegenwärtigen Biologie und deswegen ist die Frage nach Intelligenz oder intelligente Maschinen noch zu früh. Wer wen beherrschen wird, bleibt auch abzuwarten und sind nur Spekulationen.

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just_ice 23.06.2015, 10:56
28. Früher oder später...

...wird sich die Übernahme der Welt durch eine wie auch immer geartete Form der künstlichen Intelligenz nicht aufhalten lassen. Wenn der Geheimdienst oder die Militärs irgendeines Landes daran herumtüfteln (und einer findet sich immer, auch wenn man sich offiziell auf ein Moratorium gegen einen Einsatz einigen), müssen die anderen nachziehen. Eine Übertragung und explosionsartige Weiterentwicklung unseres menschlichen Wissens auf Maschinenen - so ähnlich wie das in "Transcendence" filmisch beschrieben wurde - halte ich durchaus für vorstellbar. Die Vorstellung an eine solche Welt sehe ich eher mit positiven "Gefühlen": Ewiges Leben; die Möglichkeit, sich mit Lichtgeschwindigkeit durchs Weltall bewegen zu können; usw. Aber in so einem Zustand werden wir Raum und Zeit ohnehin anders wahrnehmen. Vielleicht tun sich sogar ganz andere Dimensionen auf, die sich den von uns heute verwendeten als überlegen erweisen.

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amerlogk 23.06.2015, 10:57
29.

Krieg, Hunger, Unterdrückung von Minderheiten, Rassismus, Raubtier-Kapitalismus....

Okay, ich bin bereit das mit der Herrschaft einer künstlichen Intelligenz zu versuchen.

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