Forum: Netzwelt
Bundesgerichtshof urteilt: Unitymedia darf private Router für öffentliches WLAN nutze
Marius Becker/DPA

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia darf ungefragt die Router seiner Kunden zum Aufbau öffentlicher WLAN-Hotspots verwenden. Verbraucherschützer hielten das für "unzumutbare Belästigung", scheiterten aber vor dem Bundesgerichtshof.

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next 25.04.2019, 22:52
120.

Zitat von der_durden
Und noch einmal: Wenn es den Kunden stört, er selbst keine Hotspots von UM nutzen möchte, schaltet er die Funktion in seinem Kundenbackend aus. Es ist sowieso ein theoretisches Problem, was Sie hier nennen. Der Kunde kann auf zig Kanäle ausweichen, auf Wunsch übernimmt der Router das i. d. R. sowieso automatisch. Zuhause kann man zudem über das schnelle 5GHz WLAN routen. Ich wohne mitten in der Stadt, hier sind zig WLANs in der Liste. Es stört sich hier überhaupt nichts derart, dass kein Streaming oder dergleichen möglich wäre. Wer seine Kabelbandbreite von z. B. 400 MBit wirklich auslasten möchte ist mit einem 1000 MBit Ethernet sowieso besser bedient. Allen anderen wird auch in der Stadt das WLAN immer reichen. Also, Sie beschreiben hier ein Problem, was es bestenfalls theoretisch gibt und durch einen Widerspruch noch nicht mal mehr theoretisch eines ist.
Die meisten Punkt wurden hier schon deutlichst widerlegt. Erschreckend finde ich aber die Aussage, Zitat: "Wer seine Kabelbandbreite von z. B. 400 MBit wirklich auslasten möchte ist mit einem 1000 MBit Ethernet sowieso besser bedient. Allen anderen wird auch in der Stadt das WLAN immer reichen."

Hier wird eine Verbindung via Ethernet und via WLAN wild durcheinander gemischt. Im Artikel, und in der Diskussion, ging es aber ausschließlich um WLAN! IEEE 802.11ac heißt der entsprechende Standard.

Zudem, Zitat:
"Es ist sowieso ein theoretisches Problem, was Sie hier nennen. Der Kunde kann auf zig Kanäle ausweichen, auf Wunsch übernimmt der Router das i. d. R. sowieso automatisch. "
Schon diese Aussage zeugt vom Unwissen: Ohne Überlappung sind es im genannten Bereich (in Europa; legal) gerade 4 (3) überlappungsfrei Kanäle verfügbar!
VIER!
Technisch begründet.
IEEE 802.11n gilt entsprechend.
"Zig" Kanäle ist somit xxx [Eigenzensur]


PS: Früher nannte man solche Beiträge ___, bzw. sie würden in Mailboxes unter "Funnies" veröffentlicht. Und manchmal ist es wirklich störend, wenn hier Beiträge veröffentlicht werden, deren Autoren frei jeder Sachkenntnis sind.
Aber in einem so weit offenen Forum, ohne Zensur, ist es offensichtlich unabwendbar, dass auch Kommentare im offenen "Trump-Stil" den Weg an's Tageslicht führen.

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Justitia 25.04.2019, 23:03
121.

Zitat von draco2007
Wenn überhaupt liegt der Mehrverbauch im unteren einstelligen Watt-Bereich. Bei 2 Watt Mehrverbrauch sind das ~17 KWh im Jahr, oder knapp 3 Euro im Jahr... Ich find die Nummer auch nicht ok, aber der Mehrverbrauch ist kein Argument.
Arbeitnehmer sind schon wegen geringeren strittigen Beträge gekündigt worden bzw es gab für Diebstahl von Eigentum des Arbeitgebers mit einem geringeren Wert von 3 Euro von Gerichten sanktionierte Kündigungen. Auch treiben Inkassounternehmen für Telekommunikationsunternehmen Beträge von 3 Euro und weniger ein. Umgekehrt muss dann auch gelten, wenn der Mehrverbrauch pro Jahr 3 Euro sind, dann ist der Mehrverbrauch ein Argument.

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Michael Engel 25.04.2019, 23:05
122.

Zitat von draco2007
Wenn überhaupt liegt der Mehrverbauch im unteren einstelligen Watt-Bereich. Bei 2 Watt Mehrverbrauch sind das ~17 KWh im Jahr, oder knapp 3 Euro im Jahr... Ich find die Nummer auch nicht ok, aber der Mehrverbrauch ist kein Argument.
gibt mir mal deine Kontonummer, dann buche ich einmal drei Euro ab!
Scheint dir ja irgendwie egal zu sein. Und falls zu es merkst kannst du künftige Abbuchen durch einfachen Widerspruch verhindern.

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istnurmeinemeinung 25.04.2019, 23:14
123.

Stand es denn bei allen Kunden schon vorher im Vertrag drinn, dass Unity-Media dies tun würde? Laut Medienberichten von 2016 nicht.

Die Verbraucherzentrale beklagte 2016 eine unternehmensseitige Vertragsänderung. Die damaligen Bestandskunden wussten dies nicht bei Abschluss. Andererseits wurde zum Widerspruch nur eine 4-Wochen-Frist eingeräumt.

Alle anderen Marktanbieter fragen die Kunden; ohne positive Zustimmung kein Hotspot. Unity-Media wollte die eigene Ankündigung eines zügigen Ausbaus des Netzes auf 1,5 Mio Hotspots durch Auslassen der aktiven Einwilligung des Kunden einhalten. Mit aktivem Einverständnis hätte dies in der selben Zeit vermutlich nicht geklappt. Es geht also darum, die eigene Marktmacht zu stärken, indem man Kunden eine Funktionalität aufnötigt, welche zuvor nicht vereinbart war.

Es ist auch nicht von Belang, wie vermeintlich leicht und schnell der Widerspruch zu erledigen wäre: es geht um den Akt des erforderlichen Handelns. Ich unterstütze immer wieder ehrenamtlich ältere und schwerbehinderte Menschen, für viele wäre dieser Haken durchaus eine nennenswerte Hürde. Verbraucherschutz dient vor allem dem Schutz der unbedarften Kunden.

Auch sollte kein Kunde oder Unity-Media daran gehindert werden, WifiSpot zu nutzen. Nur eine Umkehr des Vertragsabschlusses von passiver zu aktiver Einwilligung wurde durch den Verbrauschutz angestrebt.

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istnurmeinemeinung 25.04.2019, 23:15
124.

Stand es denn bei allen Kunden schon vorher im Vertrag drinn, dass Unity-Media dies tun würde? Laut Medienberichten von 2016 nicht.

Die Verbraucherzentrale beklagte 2016 eine unternehmensseitige Vertragsänderung. Die damaligen Bestandskunden wussten dies nicht bei Abschluss. Andererseits wurde zum Widerspruch nur eine 4-Wochen-Frist eingeräumt.

Alle anderen Marktanbieter fragen die Kunden; ohne positive Zustimmung kein Hotspot. Unity-Media wollte die eigene Ankündigung eines zügigen Ausbaus des Netzes auf 1,5 Mio Hotspots durch Auslassen der aktiven Einwilligung des Kunden einhalten. Mit aktivem Einverständnis hätte dies in der selben Zeit vermutlich nicht geklappt. Es geht also darum, die eigene Marktmacht zu stärken, indem man Kunden eine Funktionalität aufnötigt, welche zuvor nicht vereinbart war.

Es ist auch nicht von Belang, wie vermeintlich leicht und schnell der Widerspruch zu erledigen wäre: es geht um den Akt des erforderlichen Handelns. Ich unterstütze immer wieder ehrenamtlich ältere und schwerbehinderte Menschen, für viele wäre dieser Haken durchaus eine nennenswerte Hürde. Sich irgendwo einloggen oder eine Hotline anrufen. Verbraucherschutz dient vor allem dem Schutz der unbedarften Kunden.

Auch sollte kein Kunde oder Unity-Media daran gehindert werden, WifiSpot zu nutzen. Nur eine Umkehr des Vertragsabschlusses von passiver zu aktiver Einwilligung wurde durch den Verbrauschutz angestrebt.

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oliver_altendorf 26.04.2019, 00:11
125. Weitergedacht...

Aha, Unitymedia darf also einfach meinen Stron nutzen und meine bandbreite zu Gunsten Dritter einschränken, ausser, ich widerspreche?
Was kommt als nächstes? irgendwer liegt in meiner badewanne, einer frisst meinen Kühlschrank leer und der nächste fährt mein Auto, alles mit der begründung: 2Du hast ja nicht widersprochen!" - was bitte ist das für ein Werteverständnis?

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nite_fly 26.04.2019, 04:25
126. Bin da vom Fach...

Und diese Kabel-Boxen habe ich sowieso gefressen!
Aber dieses Vorgehen ist eine absolute Frechheit, die alles Toppt!!!
Dadurch wird dem Kunden, der ja für seine Bandbreite bezahlen muss, diese beschnitten! Der hat vielleicht für 50 Megabit bezahlt, bekommt aber nur noch 35 Megabit, weil die ganze bucklige Nachbarschaft über seinen Anschluss mit-surft!!
Und das Argument, dass da die Netze getrennt bleiben, halte ich für sehr fragwürdig:
Eine echte Trennung ist nur bei einer galvanischen Trennung möglich!!
Doch wenn ich erst mal fremde Leute auf meinen Router lasse, und mich da nur auf das Routing-Protokoll verlassen muss, dann bin ich verlassen.
Ein Software-Fehler, und jeder, der vor meinem Haus steht, ist dann sofort in meinem Netz!!
Und Softare-Fehler haben diese Kabel-Boxen jede Menge: Viele dieser Boxen sind Fritz!-Boxen von AVM.
Doch im Gegensatz zu echten AVM-Kunden bekommen diese Kabel-Box-Kunden ihre Updates nur in sehr Homöopathischen Dosen aufgespielt.
Bei einer echten Fritz! Box bekommt man ständig Updates angeboten, und kann die so fit halten.
Bei den Betreibern, wie Unity-Media, Vodafone, und Konsorten, ist das nicht möglich: Da muss man darauf warten,ob, und wann da ein Update von AVM auch an die Kunden durchgereicht wird!
Habe da in beruflichen Umfeld z.B. riesige Probleme mit einer bestimmten Funktion der Fritz-Box, die bei AVM schon längst gelöst ist, aber von den Providern der Kabel-Boxen einfach nicht an deren Kunden weitergegeben werden.

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Björn L 26.04.2019, 05:03
127. Überrascht wieviele ihren Router nicht besitzen.

Die Telekom wollte mir monatlich 4,50 EUR Leihgebühr für einen Router abknöpfen, der zur Verfügung gestellt wird. Ich hab einen neuwertigen für 25 EUR gekauft. Somit ist die Kiste mein. Somit wähne ich mich im Glauben, dass dieser nicht ungefragt als WLAN Accesspoint für Dritte nutzbar wäre, sofern die Telekom den gleichen schäbigen Weg beschreiten würde. Auch ist vor der Türe Ende mit der Reichweite. Für mich muss dann logisch sein, dass Unitymedia verdammt leistungsstarke Router einsetzt, die nicht nur heftigst strahlen sonder auch mehr Strom ziehen. Gut, dass ich niemals Unitymediakunde werde. Damit hat das Unternehmen ein hausgemachten PR-Desaster

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112211 26.04.2019, 05:46
128. Am Ende ein Eigentor

Am Ende des Artikels lese ich zwischen den Zeilen, dass es sich hierbei um ein Angebot ausschließlich für Unity Media Kunden handelt. Anders lässt sich nicht verstehen, dass man bei manueller Abschaltung dieser Funktion auch die Berechtigung zur Nutzung der Wifi Netze anderer Unity Media Router verliert. Ein absolut offenes Wlan Natz sieht anders aus.

Ich habe zuerst an all die Möglichkeiten gedacht, die sich aus komplett freien Zugängen ergeben, einschließlich der Gefahr durch kriminelle Nutzung durch Fremde. Aber es scheint sich eher um registrierte Kunden von Unity Media zu handeln, die sich einwählen können, mit personalisiertem Zugang.

Dennoch ist das Geschäftsverhalten von Unity Media mehr als sonderbar. Kann gut sein, dass sich dieses Zusatzangebot des Unternehmens zum Eigentor entwickelt. Ich würde mir jedenfalls keinen Internetzugang von Unity Media bestellen.

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1435mm 26.04.2019, 06:38
129. Richtig entschieden

Da der Kunde widersprechen kann, ist doch alles gut. Ich verstehe die Aufregung nicht.

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