Forum: Netzwelt
Bundesgerichtshof urteilt: Unitymedia darf private Router für öffentliches WLAN nutze
Marius Becker/DPA

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia darf ungefragt die Router seiner Kunden zum Aufbau öffentlicher WLAN-Hotspots verwenden. Verbraucherschützer hielten das für "unzumutbare Belästigung", scheiterten aber vor dem Bundesgerichtshof.

Seite 2 von 16
santoku03 25.04.2019, 11:06
10.

"Auch ein Eingriff in die Privatsphäre oder das Eigentum der Kunden liege nicht vor."
Der zusätzliche Stromverbrauch und die potentiell geringere nutzbare Bandbreite stellen sehr wohl einen Eingriff in das Eigentum des Kunden dar. Da jeder Kunde aber dieser ungebetenen Nutzung widersprechen kann, war aber wohl kein anderes Urteil zu erwarten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lutfikus 25.04.2019, 11:06
11. Zweischneidig

Einerseits finde ich das ktitisch, wenn dritte auf meinen - von Unitymedia gestellten - Router zugreifen. Man zeige mir das System, welches nicht auszuhebeln ist und dazu bitte die nachweislich fehlerfreie Software. Ein erfolgreicher Angriff wird durch den Zufang dritter auf "meine" Hardware zumindest gefühlt wahrscheinlicher. Andererseits nutze ich als UM--Kunde auch gerne die Hotspots. Bisher war es so, dass ich die Hotspots nur nutzen kann, wenn ich der Nutzung "meines" Routers als Hotspot ebenfalls zustimme. Das ist für mich fair und transparent und hätte gerne so bleiben können. Wenn ich keinen Zugriff möchte, hab ich auch keinen auf andere Hotpots. Alles gut.
Um dem Dilemma aus dem Weg zu gehen, hab ich meine Router kaskadiert und hinter dem UM-Router einen rein privat genutzten, auf welchen nur ich zugreife. Über diesen laufen dann interne Netzwerke. Uber den UM lediglich Gäste und etwas IoT-Zoo.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kayakclc 25.04.2019, 11:08
12. Kündigungsgrund

Da werden Infrastrukturkosten einfach auf die Kunden abgewälzt. Sie stellen Raum und Stromanschluss zur verfügung. Das mindeste wäre, dass die Mietkosten für das Unitymedia Gerät dann entfallen müssen. Für mich wäre das jetzt ein Grund, bei Unitymedia zu kündigen, oder eben einen eigenen Router zu kaufen, auf dem Unitymedia nicht ungefragt Software aufspielen darf!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pragmatiker 307 25.04.2019, 11:16
13. Die große Frage ist, ....

... ob ein ausgeschaltetes WLAN dann zwangsaktiviert wird. Ich nutze WLAN in meiner Wohnung nur in Ausnahmefällen - wegen der Strahlenbelastung - und würde dann jeden Vertrag, der mit Unitymedia zusammenhängt, sofort kündigen; in der Hoffnung, dass es noch andere Anbieter gibt, die die ohnehin riesige Strahlenverseuchung nicht zusätzlich für Hotspots erhöhen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
okrogl 25.04.2019, 11:16
14. "die geschuldete Vertragsleistung nicht beeinträchtige"

Das aber auch nur, weil in den Vertragsbedingungen immer "bis zu" steht.
Denn wenn andere über meinen Anschluss mitsurfen, reduziert sich die verfügbare Bandbreite für mich.
Zum Glück bin ich keine Kunde und wem es nicht passt - ein Anbieterwechsel ist in 5 Minuten erledigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christiantietz0703 25.04.2019, 11:19
15. Geschwindigkeits-Verlust

Also dürfen diese genialen Typen nun bei zahlenden Kunden einfach jemand anderem mit kostenlosem Internet bedienen, wobei im schlimmsten Fall jemand dann bei einer 6000er-Leitung mit dem 4k-SmartTV ein 4k-Video streamen lässt, und der ZAHLENDE Kunde selbst im Prinzip keinerlei Internet-Geschwindigkeit mehr erhält.
B-R-I-L-L-I-A-N-T !!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pless1 25.04.2019, 11:21
16.

Zitat von sailor60
es geht um die Router, die Unitymedia seinen Kunden vermietet, schenkt oder sonstwie zur Verfügung stellt. Also eben nicht um private Router im Eigentum der Kunden. Jeder Kunde mit selbst erworbenen Router ist davon nicht betroffen.
Ich gebe Ihnen Recht, es ist immer von "den Routern der Kunden" die Rede. Das sind sie aber wohl gar nicht. Daher ist das Urteil aus meiner Sicht auch in Ordnung, wird nur schlecht kommuniziert.

Würde der Router wirklich an den Kunden verschenkt wäre das dann aber mit einem vom Kunden selbst erworbenen Router gleichzusetzen, wenngleich dieser dann unentgeltlich erworben wäre. Aber das ist wohl nicht der Sachverhalt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnubbeldu 25.04.2019, 11:23
17. Kennt sich jemand mit einer Fritzbox aus?

Kann ich durch die Verwendung einer Fritxbox 6590 Cable Unitymedia den Zugriff auf ein zweites WLAN-Signal verwehren? Auch wenn ich rechtlich nicht belangt werden kann, möchte ich doch irgendwie eine Trennung zwischen meinem eigenem WLAN-Netz und einem evtl. Unitymedia-HotSpot haben. Mir "stinkt" der Laden eh schon, aber er ist bei uns LEIDER der einzigste Anbieter einer höheren Datenrate generell (Hintertupfingen halt).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pless1 25.04.2019, 11:26
18.

Zitat von lenslarque
wissen, woher der BGH weiß, wie untergeordnete Gerichte zukünftig entscheiden werden: "Es bestehe auch nicht das Risiko, dass der Kunde für Rechtsverletzungen haften müsse, die dritte Personen über den zweiten WLAN-Zugang begehen."
Das muss der BGH nicht wissen, denn diese Gerichte sind eben untergeordnet. Der BGH hat für Recht erkannt. Auf diese Aussage im Urteil des BGH werden sich zukünftig Betroffene berufen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christiantietz0703 25.04.2019, 11:30
19.

Zitat von chb_74
Ist doch an sich recht einfach: wenn Unitymedia dem Kunden einen Router kostenlos zur Verfügung stellt, ist die Gegenleistung eben die Zustimmung zu solch einer Sondernutzung durch Unitymedia. Zahlt der Kunde für den Router, muss das vorher im Mietvertrag geregelt sein, sonst hat der Kunde aufgrund der geringeren Nutzungsmöglichkeit ein Sonderkündigungsrecht. ist der Router im Eigentum des Kunden, hat der Provider kein Recht, ungefragt irgendwas darauf anzustellen. Wer diese Zusammenhänge nicht versteht, ist naiv und glaubt auch, dass er Software, Dienstleistungen oder Waren wirklich "kostenlos" bekäme, wenn damit geworben wird. Dass er selbst bzw. seine Daten dann der Preis für die Leistung ist, hat so mancher bis heute nicht verstanden. Aufgrund solcher Geschäftsgebahren von Firmen wie Unitymedia würde ich auch nie Schlüsselgeräte wie Router vom Provider mieten oder "kostenlos" bereitstellen lassen - mein Router gehört mir und den kontrolliere ich selbst, inklusive der Softwareversionen, die ich aufspiele (oder nicht aufspiele).
Also ist das dann eigentlich so kostenlos wie bei "Needful Things", Kostenlos ist eigentlich eine Sache die man nicht auf einer solch hinterhältigen art und weise bezahlen sollte, dann sollte dies so bezeichnet werden, dass Unitymedia auch die Router für andere Zwecke als die Netzwerke für die Kunden benutzen darf.

Ist so etwas nicht vorher deklariert, liegt hier eine einseitige Vertragsänderung vor, die eigentlich die vorangehende Einwilligung des Kunden benötigen sollte.
Wenn nicht, könnte auch ein Kunde sagen: OK, ich ändere auch den Vertrag, und ziehe für eine reduzierte Bandbreite durch Fremdzugriffe entsprechend die halben Kosten ab, die der Vertrag verlangt.
Doch bei sowas würde der Anbieter gleich aufschreien und Vertragsbruch anklagen.

Schonmal auf einer 6000er-Leitung was anderes gemacht, während jemand mal ein 4k-Video auf einem SmartTV streamen lässt, da kann man online-Spiele und eigene YouTube-Videos erstmal komplett vergessen.

Wäre Ich Unitymedia-Kunde würde ich bei diesem Schwachsinn sofort den Anbieter wechseln und einen wählen, der mit nicht die Bandbreite klaut, oder am Besten gleich die WLAN-Antenne abschrauben und nur auf Kabelverbindungen setzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 16