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Bundestagswahl 2017: Bundeswahlleiter befürchtet Hacker-Attacken
DPA

Angriffe auf die Wahl-Rechenzentren, gezielt gestreute Falschinformationen und Propaganda - die Bundeswahlleitung wappnet sich für die kommende Bundestagswahl, will Manipulationen verhindern. Zur Not per Fax.

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vor.morgen 15.01.2017, 10:59
1. Gut, das wir nicht per Computer oder Wahlmaschinen abstimmen.

Die guten, alten Stimmzettel haben schon etwas für sich. Zur Not, zählt man in einzelnen Wahllokalen die einfach noch mal nach. Und wenn Übermittlungsfehler, bei den Prognosen am Wahlabend passieren - sind die ja rasch zu beheben. Wie es ja da auch steht. Zur Not per Telefon oder per Fax.

Also kein Grund für Furcht. Die Parteien sollen nicht schon jetzt für Stimmenverluste vorbauen, in dem sie die üblichen Verdächtigen verdächtigen. Sondern sie sollen mit Taten und Erfolgen (bei der Regierung) oder Ideen und Konzepten (bei der Opposition) überzeugen. Das ist die beste Strategie gegen Fake-News! Also bemüht euch um die Wähler, tut etwas für sie und jammert nicht schon im vorhinein.

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bomelunder.nix 15.01.2017, 12:31
2. vor.morgen

Ihren Ausführungen kann man nur beipflichten. Es wäre vielleicht auch hilfreich dafür zu sorgen, dass die Briefwahlunterlagen nicht in irgendwelchen Containern oder Reißwölfen verschwinden.

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taglöhner 15.01.2017, 19:00
3. Schon mal gut

Was mir noch fehlt, ist eine Strategie, eventuelle Angreifer zu identifizieren und der Justiz zuzuführen.

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delloc 15.01.2017, 19:03
4. Ablenkungsmanöver

Wenn die großen Parteien sich programmatisch kaum noch unterscheiden, braucht es andere Aufreger, um die Wähler zu stimulieren. Ich gehe jede Wette ein, dass das Nato-Feindbild Putin/Russland bis zur BT-Wahl den Medien noch mindestens 100 Schlagzeilen liefert.
Dabei tritt jetzt eine Partei an, die eine echte Alternative bietet: das "Bündnis Grundeinkommen". Mal sehen, wie es den Medien gelingt, dieses Thema im Hysterie-Hype angeblicher Cyber-Attacken zu entsorgen.

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Fred the Frog 15.01.2017, 20:58
5. Unterschied amtliche Wahlabwicklung und Wahlkampf

Was die Abwicklung der Wahl betrifft, sind wir mit der dezentralen Auszählung und Papiertstimmzetteln auf der sicheren Seite. Schlimmstenfalls kommt ein Teilergebnis erst am nächsten Tag in die Berichterstattung. Vielleicht wäre das ein Hinweis, dass wir nicht gleich zwei öffentlich-rechtliche Wahlstudios brauchen, die sich gegenseitig in der Hektik von Prognosen und Hochrechnungen überbieten.
Für en Wahlkampf sieht es allerdings düster aus. Da braucht es auch keine Russen, um Stimmung zu machen, das schaffen die Parteien und ihre Schergen schon alleine. Hand aufs Herz: Wollen wir stattdessen ein Wahrheitsministerium, das alle zweifelhaften Meldungen aus dem Verkehr zieht - zweifelhaft im Sinne der
Regierung?
Und die übelsten Manipulatoren treiben doch schon seit Jahren ihr Unwesen: Wöchentlich angeblich gesammelte Umfrageergebnisse, wer unsere liebsten Politiker sind und wem wir(?) am meisten vertrauen.

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syn4ptic 15.01.2017, 21:41
6.

Zitat von delloc
dass das Nato-Feindbild Putin/Russland bis zur BT-Wahl den Medien noch mindestens 100 Schlagzeilen liefert
Das schafft alleine schon SPON pro Quartal - mindestens. Und vergessen wir nicht diese andauernde, subtile Kalte-Kriegs-Rhetorik in den Artikeln.

Hier wird so getan als wäre Wahlmanipulation irgendetwas Neues, etwas noch nie dagewesenes über das man sich nun plötzlich aufregen müsste. Wir haben schon immer Wahlmanipulation vor der Wahl erlebt. Die meisten Leute nehmen es allerdings nicht als solche wahr, da es sich bei uns schlicht "Wahlkampf" nennt. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen, Versprechen gemacht, die niemals einhaltbar sind, andere Politiker denunziert und angegriffen, deren Schmutz durch die nationale Presse gezogen,... usw.

Dafür braucht man nun wirklich keine russischen Hacker - ein Propaganda-Feindbild, die bequemste Erklärung für eigenes Versagen schlechthin. Aber der AfD dann "einfache Lösungen für komplexe Probleme" vorwerfen. Da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln über so viel Chuzpe.

Ich sehe diese ganzen "Vorbereitungen" eher im Hinblick auf einkalkuliertes, drohendes Versagen der Altparteien bei der BT-Wahl. So hätte man im Vorfeld Teile der Bevölkerung durch dutzende Berichte über Monate bereits weichgespült mit dieser Argumentation, kann bei einem unbequemen Endergebnis gleich wieder den Zeigefinger in Richtung Russland heben und ist selbst aus dem Schneider - es war ja jemand anderes Schuld am Ergebnis.

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Duggi 16.01.2017, 12:20
7. Fremde böse Verschwörungsmächte,

ein staatseigenes Wahrheitsministerium, dann noch so eine Art "Heimtückegesetz" > > > irgendwie ruft das alles schreckliche Erinnerungen an die deutsche Vergangenheit wach. :-((

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echoanswer 16.01.2017, 13:37
8.

Ich kann vor.morgen auch nur zustimmen. Mir erscheint das Hypen der Fake News schon eine vorbeugende Maßnahme zur Rechtfertigung der Stimmverluste der kommenden Wahlen. Wer durch Leistung, Bürgernähe und soziale Kompetenz punktet, der kann über Fake News nur lachen. Wer sich allerdings weit weg vom realen Bürger nur noch in den sozialen Medien definiert und glaubt damit Kontakt zum Bürger zu haben, der wird erleben wie viel Pseudoleben in den sozialen Medien ist. Irgendwelche Statements auf Facebook haben bei mir keine Relevanz, derweil ich keinerlei reale Person dahinter erkennen kann.

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charlie95 16.01.2017, 13:56
9. Na dann...

gibt es doch keinen Grund zur Sorge.

"Im Ernstfall, so Sarreither, werde er auch das Cyber-Abwehrzentrum der Bundesregierung nutzen. Die Bundestagswahl sei dadurch technisch so abgesichert, "dass sie gegen alle Manipulationsversuche geschützt ist". ..."

Schon erstaunlich , dass die etablierten Parteien zulassen, dass das "Hintertürchen" geschlossen wird mit dem sie gegebenenfalls Ihre Wahlverluste erklären könnten.

Apropos : Quis custodiet ipsos custodes ---- Wer überwacht die Wächter?

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