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Cebit wird eingestellt: Die Messe ist gelesen
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Was auch immer die Cebit-Veranstalter in den vergangenen Jahren versucht haben, die alten Glanzzeiten blieben unerreicht. Jetzt wird die Messe eingestellt. Was das über den IT-Standort Deutschland sagt? Rein gar nichts.

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MatthiasPetersbach 28.11.2018, 16:35
10. IT ist passe ....

...zumindest, wenn man die Anwendungen bzw. die Art der Anwendungen, die Otto Normalverbraucher (auch in den Firmen) so nutzt und braucht, betrachtet.
Da muß das Gerät, das Programm, der Rechner, das Endgerät funktionieren - mit möglichst wenig Rüstzeit und mit möglichst wenig Aufwand.

Damit wird gearbeitet - und die Frage, WIE das alles funktioniert, ist zweitrangig. Und die "Weiter"entwicklungen auch. Die interessieren genausowenig wie der neueste Hammer mit 10% verbessertem Griffschutz: Für Leute, die damit ARBEITEN, tuts der alte.

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quark2@mailinator.com 28.11.2018, 16:39
11.

Sorry, aber das ist nicht schlüssig in der Argumentation. Erst wird begründet, warum die Messen in den USA und Asien attraktiver sind und dann wird postuliert, daß der Wegfall der europäischen Messe nix mit der hießigen IT zu tun hat, weil IT ja grenzenlos ist und gewissermaßen keine Messe braucht. Das wäre aber dann ja wohl in Amerika und Asien genauso. In Wirklichkeit liegen dort aber nun die Zentren der Entwicklung, wie man problemlos sehen kann, wenn man die Branchengrößen aufzählt. Und Europa hat eben keine großen Firmen mehr in dem Bereich (dazu gibt es ein tolles YouTube-Video, welches all die Abgänge aufzählt und die aktuellen Platzhirsche listet ... halt aus Asien und USA). Ich glaube noch schlimmer als durch Ignoranz zu verlieren ist es, wenn man dann noch behauptet, man hätte nicht verloren. Gerade heute berichtet SPON, daß selbst die Regierung zugibt, beim Aufkommen der großen Webkonzerne versagt zu haben ... (ja, CeBIT ist nicht per se Web, aber das hängt alles zusammen).

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Klaugschieter 28.11.2018, 16:39
12. Nicht unbedingt eine Frage des IT-Standortes

Dass die CeBit nun eingestellt werden soll, hat weniger etwas mit dem IT-Standort ansich, sondern vielmehr etwas mit veränderten Marketingmethoden zu tun. Und damit, dass Messeveranstalter in den vergangenen Jahren den Hals nicht vollkriegen konnten und die Teilnahme für viele Aussteller unbezahlbar gemacht haben.

Messen, sofern sie auch im Internet-Zeitalter einfach nach dem alten Prinzip (ich verkaufe Dir einen teuren Stand, dort kannst Du Deine neuen Produkte vorstellen) abgehalten werden, sind out.
Potenzielle Kunden, die sich für eine Produktneuheit interessieren, wollen nicht an einem Hochglanzstand von Vertretertypen in Nadelstreifen zugequatscht werden. Sie wollen aber alles über das Produkt wissen. Und diese Info bekommen sie von den Herstellern meistens per Youtube oder auf anderen Kanälen frei Haus geliefert. Wozu dann noch Eintritt und überteuerte Parkplätze bei einer Messe bezahlen? Die Preise, die Aussteller für ihren Stand bei Fach- und Verbrauchermessen zu zahlen haben, sind in den vergangenen Jahren gewachsen wie in China die Hochhäuser.
Die Flächenpreise für den Messestand haben sich bei einigen Expositionen gegenüber 1990 verzehnfacht!!! Und die Meesebaufirmen, die den Stand aus ein paar simplen Fertigteilen zusammenzimmern, langen dann auch nochmal kräftig hin. Zusatzoptionen wie Wasseranschluss und Internet kosten dann noch ein Vermögen. Kleine und mittlere Unternehmen findet man deshalb immer weniger auf Messen. Sie können es sich einfach nicht mehr leisten. Hinzu kommt, dass sich der Erfolg solch einer Messepräsenz schlecht messen lässt.
Vor der CeBit haben auch schon andere bekannte Messen im Norden dicht gemacht. Dazu gehört auch die Hanseboot in Hamburg.
Was mich überhaupt nicht wundert, denn auch hier waren Parkplätze in Messenähe überteuert, der Eintritt viel zu hoch und die Gebühren für Messestände wuchsen stetig. Wer als Veranstalter so leichtsinnig mit seinen Kunden umgeht, verdient es nicht anders.

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foobar3000 28.11.2018, 16:41
13. Spezialisierungen

In den letzten Jahren sind viel mehr IT/Digital-Messen hinzugekommen, die bestimmte Themengebiete einfach tiefer präsentieren. Dazu sind eine Vielzahl spezieller IT/Digital-Konferenzen hinzugekommen. Die Cebit konnte gar nicht mehr so in die Tiefe gehen, wie es viele Personen haben wollen bzw. brauchen.

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MatthiasPetersbach 28.11.2018, 16:42
14.

Zitat von hmoik
.... Man überlege nur mal, welcher Hype jedesmal um einen Apple Event herum gemacht wird.......
Und - ist das sinnvoll? Weiterführend? Die neuen Geräte irgendwie besser?

Nein.

Seien wir doch froh, daß in Deutschland ein wenig des Kaisers neue Kleider erkannt werden.

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diestimmevomdach 28.11.2018, 16:43
15.

Ich teile die Einschätzung des Autors nicht. Das Ende der CEBIT ist durchaus ein Indikator für den aktuelle Zustand Deutschlands. In unserer Arroganz glauben wir immer noch, alles zu können und in den wichtigsten Branchen die Besten zu sein. Dabei haben uns andere Länder längst den Rang abgelaufen. Das wird noch ein böses Erwachen geben!

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ayberger 28.11.2018, 16:44
16. Viele Messen werden demnächst verschwinden,

die Entwicklung aller Produkte ist derart kontinuierlich-sarant, daß man auf jährlichen Einzelveranstaltungen keine tollen Überraschungen mehr bieten kann und will, die neue Messeplattform st das schnell-informative Internet - und Kosten gespart und immer dicht am Markt ...

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poppi 28.11.2018, 16:44
17.

Zitat von hmoik
...ist das ein herber Schlag. Hotellerie, Gastronomie, Taxigewerbe vor allem. Auch die Dienstleister auf der Messe sind gekniffen und natürlich die Mitarbeiter. Daneben die Messebauer und Logistiker.
Die CeBIT war schon lange kein Umsatzbringer mehr. Seit den "Goldenen Jahren" Anfang der 2000er hat man die Messe systematisch demontiert. Die Agritechnica ist mittlerweile fast das, was die CeBIT einst war. Auch Umsatzbringer im horizontalen und ausschenkenden Gewerbe...

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rolantik 28.11.2018, 16:45
18. Die "angeblichen" Macher haben versagt

Mit arrogantem Auftreten, gefälschten Besucherzahlen und wenig Kundenorientierung hat die Leitung der Cebit bewirkt, dass sich diese Messe nicht dem Zeitgeist und der technischen Entwicklung angepasst hat. Die hochnässige Attitüde der Verantwortlichen bei der Frage, Privatleute nur mit hohen Eintrittsgebühren zuzulassen, war eine Fehleinschätzung erster Klasse. Wer ist es denn, der am letzten Ende die Produkte oder Dienstleistungen, die dort präsentiert werden, benutzt, oder bezahlt? Der Endverbraucher war den Messegranden nie wichtig. Ein Karrusell dort hinzustellen, um der Messe einen Spassfaktor zu verleihen, war z.B. wohl der letzte, verzweifelte Versuch, das Ruder herumzureissen, aber das musste so ja schiefgehen, wenn man sonst keine Ideen hat.
Hätten sich die Verantwortlichen an der IFA in Berlin orientiert, wo frühzeitig eine Diversifikation stattgefunden hat und die Messe sogar wieder jedes Jahr abgehalten werden konnte, ist ein Beispiel für ein Konzept, gemacht von von Leuten, die was von Messen verstehen.
Nun ist es leider zu spät!

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sequel 28.11.2018, 16:45
19. Sagt was nochmal aus?

Gar nichts? Das sollte mal mit der Automobilausstellung passieren. Oh da wär der Teufel los. Für mich sagt es eine Menge aus. Deutschland ist digital ein Entwicklungsland. Vll gkbts ein paar kleine Unternehmen. Aber mit Sicherheit keine Global Player. Und Startups sowie Robotik haben andere Länder auch. Bei dieser Techgnolgie macht aber die Einzigartigkeit von Ideen das Geschäft. Ideen bringt dieses Land schon lange keine mehr. Und wie unwissend hier die Presse agiert, zeigte dann der letzte Spiegel Bericht über Bitcoin. So viele Fehler, dass es mir zu müssig sie alle zu kommentieren. Das schlimme an diesem Land ist, dass grandiose Erfindungen hier ihren Ursprung haben. Aber die berühmte German Angst dazu geführt hat das andere das Geld verdienen. Wie sagte eine Fundstrat Managerin neulich, "Deutschland hat wie immer ein fantastisches Produkt, aber ein beschissenes Marketing" da ging es um das Thema Regulierung von Blockchain und Co. Diese ist in Deutschland sehr liberal. Inklusive der Besteuerung. Aber trotzdem wird das Geschäft in Malta und in Zug gemacht. Ergo hat der Standort ja doch eine Bedeutung. Und ja, man kann von überall coden. Aber was sind Sprachen ohne Hardware? Bosch baut in Dresden, aber die Chips sind von Nvidia. Apple wiederum schmeisst Intel raus und will wieder eigene Chips entwickeln. Und wie Unternehmen in Deutschland mit technikoffenen begeisterten Menschen umgeht....darüber verlieren wir lieber keine Worte. Hier ist der klassische Nerd immernoch ein Sonderling. In anderen Ländern führen sie ganze Konzerne. Wir haben nichtmal Nerds in den Vorständen. Das wird auch der Grund sein weshalb die Autoindustrie abschmieren wird. Es sind überall überholte Dinosaurier aus vergangenen Tagen am Ruder. Die haben vll Ahnung vom Business aber mitnichten welche von Zukunftstechnologien.

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