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Chatten ohne Netz: Forscher entwickeln Katastrophe-App
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Hilfe rufen, Lebenszeichen verschicken: Forscher aus Darmstadt haben eine App für Katastrophen vorgestellt, die ohne Mobilfunknetz läuft. Doch "Smarter" hilft nur kurz beim Überleben - jede Minute zählt.

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ford_mustang 22.10.2017, 13:41
1. Guter Ansatz.

Was ist, wenn mehrere tausend Leute diese App nutzen? lmmer noch zuverlässig? WLan-Sperre der Hersteller muss weg. Denn was nutzt so ein Handy, wenn man es nicht nutzen kann im Notfall? Das Geld bestimmt immer alles. Niemand fragt mehr, ist das sinnvoll? Sondern eas kostet es? Ist es zu teuer, wird es nicht gemacht, sei es auch noch so sinnvoll.

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permissiveactionlink 22.10.2017, 13:48
2. Sicher eine vernünftige Idee,

aber man sollte schon vorab durch Maßnahmen der Gesetzgebung sicherstellen, dass auch im WLAN auf ISM-Frequenzen bei 2,4 GHz das unbegründete Absetzen einer getürkten bzw. vorgetäuschten Notmeldung strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, wie das auch schon in anderen Frequenzbereichen klar geregelt ist (VO Funk). Andernfalls werden wir demnächst aus der Nachbarschaft mit Inhaltsleeren Kommunikationsversuchen nicht nur Halbwüchsiger zugemüllt, was dann der Akzeptanz dieses Verfahrens abträglich ist und die Mobilfunkkunden so abstumpft und nervt, dass im realen Notfall keinerlei Reaktion mehr erfolgt.

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heindeburk 22.10.2017, 13:54
3. Ein langer Weg - dennoch Projektende?

Das Projekt endet, obgleich es erst am Anfang steht? 200 Meter mag in urbanen Räumen ausreichen, im ländlichen Raum versagt die Kommunikationskette beim zweiten oder dritten Knoten. Dann hilft nur der klassische Weg: 200 Meter läuft / geht eine normal bewegliche Person in 30-60 Sekunden. Zudem geht es keineswegs nur um die Verbreitung des Hilferufs. Alle, die mit Notrufen zu tun haben, wissen, dass die Bewertung der Relevanz mindestens ebenso wichtig ist. In einem Szenario wie beim Amoklauf in München würden mehrere Hundert Notrufe aus diversen Stadtteilen tausendfach geteilt. Hilft dann die eingebaute KI?

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strixaluco 22.10.2017, 13:54
4. Den letzten Satz beachten

Mit dem letzten Satz im Artikel enden viele gute Ideen in diesem Land. Die Zeiträume für Forschungsprojekte sind ein Ergebnis politischer Willkür und haben rein gar nichts mit der Dimension der Probleme zu tun, die man damit lösen will. So wird ein grosser Teil des investierten Geldes für sinnlose Bürokratie verbraten, Menschen mit unrealistischen Ansprüchen terrorisiert und ihr Leben in Förderperioden zerstückelt, die Forschung auf bequem zu lösende Randprobleme fokussiert, Schnellschüsse befördert und ein Haufen unlesbarer Literatur fabriziert, weil alle immer wieder von vorn anfangen und viel Text produzieren müssen, damit sie irgendwo Geld bekommen. Es gibt Forschungsbereiche, in denen man auch schnellere Ergebnisse bekommt, die etwas taugen, aber sehr viele Probleme in Medizin, Ökologie, Gesellschaft, technischer Entwicklung und so weiter sind etwas, das eher Generationen beschäftigen kann als drei Leute für drei oder fünf Jahre. So wird das einfach nichts, und abgesehen davon ist es menschlich alles andere als in Ordnung, mit Leuten, die sehr viel Zeit und Mühe in ihre Ausbildung investiert haben, so umzuspringen.
Für Probleme, die sich innerhalb von zwei Jahren im Handstreich lösen lassen, braucht man solche Leute eigentlich auch nicht.

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curiosus_ 22.10.2017, 14:15
5. Warum WLAN?

Warum nicht die Mobilfunktechnik GSM zur direkten Verbindung einsetzen? Damit lassen sich im Extremfall (Sichtkontakt) Reichweiten bis 35 km erreichen. Und jedes Mobiltelefon hat die Technik (Sender und Empfänger) an Bord.

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Alderamin 22.10.2017, 14:39
6. Weil das Backbone-Netz fehlt

Zitat von curiosus_
Warum nicht die Mobilfunktechnik GSM zur direkten Verbindung einsetzen? Damit lassen sich im Extremfall (Sichtkontakt) Reichweiten bis 35 km erreichen. Und jedes Mobiltelefon hat die Technik (Sender und Empfänger) an Bord.
Der Funkkanal ist nur ein kleiner Teil des Mobilfunknetzes, der weitaus größte steckt im verkabelten (oder per Richtfunk verbundenen) Backbone-Netz. Z.B. die Informationen über Rufnummern und Aufenthaltsorte der Teilnehmer, die in den Home- und Visitor-Location Registern steckt. Oder die Taktung des Systems, ohne die die Rufe unweigerlich kollidieren würden. Da die Empfangstechnik in modernen Chips fest verdrahtet ist, kann man die auch nicht ohne weiteres zu einem anderen Protokoll umprogrammieren. WLAN oder Bluetooth sind die einzigen Möglichkeiten, mit handelsüblichen Handys Ad-hoc-Netze aufzubauen. Wenn es den Entwicklern aber gelungen ist, das Mobilgerät eines Nutzers zum Weiterleiten von WLAN-Nachrichten an andere zu bringen, ohne dass der Benutzer zugestimmt hat oder das Zugangspasswort des anderen Geräts einzugeben brauchte, ist das eine Sicherheitslücke, die auch zum Schaden ausgenutzt werden kann und sicherlich gestopft werden wird.

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j.thaler 22.10.2017, 15:02
7.

Wenn die Reichweite auf ca. 200 m beschränkt ist, dann braucht es dazu eigentlich gar kein Smartphone. 200 m kann Mensch auch noch ganz alleine mit Schreien oder Laufen überbrücken. Wobei, wenn im Umkreis von 200 m zwar Smart-Phones sind, aber nicht deren Besitzer, bzw. die Besitzer bewusstlos oder tot sind, dann sieht das natürlich wieder anders aus.
Ist vielleicht auch in "Friedenszeiten" eine gute Idee, ähnlich wie Initiativen für freie, private ortsgebundene WLANs. Dann gibt es keine zentrale Stelle, an der der Staat zwecks Überwachung andocken könnte. (Dahingehenden haben wir ja schon "katastrophale" Zustände. Da hat sich das Innenministerium wohl gerade selbst ein Bein gestellt.)

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curiosus_ 22.10.2017, 15:17
8. Das Backbone-Netz...

Zitat von Alderamin
Weil das Backbone-Netz fehlt - Der Funkkanal ist nur ein kleiner Teil des Mobilfunknetzes, der weitaus größte steckt im verkabelten (oder per Richtfunk verbundenen) Backbone-Netz. Z.B. die Informationen über Rufnummern und Aufenthaltsorte der Teilnehmer, die in den Home- und Visitor-Location Registern steckt. Oder die Taktung des Systems, ohne die die Rufe unweigerlich kollidieren würden. Da die Empfangstechnik in modernen Chips fest verdrahtet ist, kann man die auch nicht ohne weiteres zu einem anderen Protokoll umprogrammieren. WLAN oder Bluetooth sind die einzigen Möglichkeiten, mit handelsüblichen Handys Ad-hoc-Netze aufzubauen. Wenn es den Entwicklern aber gelungen ist, das Mobilgerät eines Nutzers zum Weiterleiten von WLAN-Nachrichten an andere zu bringen, ohne dass der Benutzer zugestimmt hat oder das Zugangspasswort des anderen Geräts einzugeben brauchte, ist das eine Sicherheitslücke, die auch zum Schaden ausgenutzt werden kann und sicherlich gestopft werden wird.
...fehlt auch bei der WLAN-Lösung. Bleibt als einziger Knackpunkt "nur noch" die fehlende Möglichkeit "zu einem anderen Protokoll umzuprogrammieren" übrig. Ob das nicht doch machbar wäre kann ich nicht beurteilen.

Und das:

"Wenn es den Entwicklern aber gelungen ist, das Mobilgerät eines Nutzers zum Weiterleiten von WLAN-Nachrichten an andere zu bringen, ohne dass der Benutzer zugestimmt hat" ist falsch. Mit der Installation der entsprechenden App hat der Nutzer sicher zugestimmt. Und ohne App geht's sicher nicht. Insofern gibt es keine "Sicherheitslücke, die auch zum Schaden ausgenutzt werden kann und sicherlich gestopft werden wird".

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mixow 22.10.2017, 15:27
9. Gesetzliche Pflicht zur Integration in WhatsApp

Um einen wirklichen Nutzen zu generieren, MUSS der konzipierte Mechanismus in die schon weit verbreitete Messagingplattform, d.h., WhatsApp, integriert werden. Ansonsten bleibt das Dingen - wie so vieles in der (Wirtschafts-)Informatikforschung - nur ein Proof-Of-Concept.

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