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Chemnitzer Krawalle: Eine Zäsur findet nicht statt
Filip Singer/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die Silvesternacht in Köln sei eine Zäsur gewesen, sagen viele. Das sollte auch für den Augustabend in Chemnitz gelten - wird es aber wohl nicht. Denn hier wird ein strukturelles, gesellschaftliches Nazi-Problem systematisch verharmlost.

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Makrönchen 30.08.2018, 17:52
430. Argumente

Zitat von ruhepuls
Man ist vielleicht kein Nazi, sympathisiert aber mit dem einen oder anderen "braunen" Argument, weil es ins eigene Kalkül passt - und übersieht, dass man damit Dingen Tür und Tor öffnet, die man eigentlich auch nicht will.
Wenn einem ein Argument einleuchtet, warum soll man sich das dann nicht zu eigen machen, nur weil es aus einer "falschen" politischen Richtung kommt?
Ich finde, man sollte kriminelle Ausländer schneller abschieben, dann wäre es vielleicht nicht zu dem Mord gekommen. Zumindest einer der beiden Täter war ja einschlägig vorbestraft, wie man dem geleakten Haftbefehl entnehmen konnte.
Trotzdem heiße ich einen braunen Mob, der willkürlich ausländisch aussehende Menschen bedroht oder ihnen Gewalt antut, nicht gut.

Wir täten vielleicht gerade gut daran, aus den ideologischen Schützengräben herauszukommen und auch (gute) Argumente der jeweiligen Gegenseite gelten zu lassen.

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kirk_dougles 30.08.2018, 17:57
431. Absolut richtig

Ich schreibe schon lange emails an Behörden oder an die SPD direkt, die ja tradtionell am ehesten gegen Rechts seiin dürfte. Anfang der Woche sogar in das Bürgerbüro Chemnitz. In diesen emals äußere ich meine Angst vor der sträflichen Unterschätzung von Nazis-Rassisten und der drohenden Wiederrholung von dem ganzen Grauen wenn es so weitergeht. Keine Antwort von miemanden bis jetzt. Die Behörden schlafen, verharmlosen. Wenn dann auch noch einn wohl völlig danebenstehender I.... von der FDP sagt dass AntiFaschisten auch Faschisten sind ist das Maß mehr als voll. FDP? Das war doch die Partei in der sich viele viele Nazis nach 1945 gut retten konnten. Wie ich schon in meinen emails schrieb es ist einenSchande für uns alle was hier abgeht und wie unserer Volksvertreter die dafür verantwortlich sind jämmerlich versagen. Erst machen sie dem Kapital die Schranken auf so dass die Mittelschicht um ihre Existenz bangen muss, jetzt tun sie nichts gegen die Nazi-Schande welche sich erneut Bahn bricht. Das kann noch heiter werden. Wie lange wird man noch Gefahrlos solche Kommentare auch beim Spiegel schreiben dürfen und der Spiegel selbst noch über unsägliche Nazibanden? Mit ist Angst und Bange. Wäre doch die versammte Mauer nie gefallen, dann wären die Nazirüben wenigsten nicht direkt mit uns verfilzt so wie sie es jetzt langsam werden.

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kelcht 30.08.2018, 18:26
432.

Zitat von Todweber
In Hamburg wurde nicht deeskalierend vorgegangen? Hamburg war eine Ausgeburt der Deeskalationsstrategie. Man hat Vermummungen zugelassen und toleriert, Schäden ohne Ende. Straßenschlachten, Verletzte weil man den ganzen Terror nicht im Keim erstickte! Die bayerische Polizei die hat hart durchgegriffen so hart, das es erst gar nicht zu Straßenschlachten beim G 7 Gipfel kam. Die Krawallbrüder gaben gefrustet auf, Herrmann bekam ein Sonderlob ob seiner Strategie.
Man ist ja gegen die Vermummung vorgegangen das war ja der Hauptgrund wieso "Welcome to Hell" aufgelöst wurde. Huch die Autonomen sind dann weggelaufen und haben Sachen und Personen beschädigt die Polizei mit Wasserwerfer und Gummiknüppel, Tränengas hinterher. Wie soll die Polizei da anders Reagieren Gummigeschosse einsetzen die schwere Verletzungen hervorrufen und tödlich sein können? Sei Herrmann gedankt das er gute Arbeit in München und im Schluss im Engen Alpental das weitaus leichter zu sichern war als die eigenen Viertel des Schwarzen Blocks. Wer weiß vielleicht hatte Herrmann in seiner Jugend auch einmal lange Haare so um 1968. Okay da war der Mann 12 und die 68er verantwortlichen in Hamburg sind 80 oder 90 Jahre alt? Wattebausch in Hamburg ehrlich? die Polizei war dort zum Schluss bewaffnet vor Ort und hat dem Spuck ein Ende bereitet was ich gut finde.

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privatbahn 30.08.2018, 18:52
433. Marsch durch die Instanzen

Schaut fast so aus, also würde sich der Marsch durch die Instanzen nach 40 Jahren wiederholen.

Damals waren es APO und Grüne, heute Rechte und die AfD.

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kelcht 30.08.2018, 18:58
434.

Zitat von Todweber
Eine dumme Antwort! Seit den 60er Jahren kommen Menschen zu uns als Gastarbeiter aus Spanien, Portugal, Italien. Ja es gab Probleme. Aber die Grundfesten werden erst erschütter nachdem Gastarbeiter und jetzt Flüchtlinge aus islamischen Kulturen zu uns kommen. Und den Islam gibt es ja nicht, es gibt viele verschiedene Richtungen. Gibt es Probleme mit all unseren Gastarbeitern aus westlichen, südlcihen und den Balkanländern? Nein! Aber jede Menge Probleme mit den heutigen Flüchtlingen aus Ländern des Mittelalters!
Ich glaube die Türken sind genau so gut integriert wie die Russen,

Auch ist es schon vorgekommen das ein Russe jemanden erstochen hat, damlas konnte ich mich aber an keine Naziaufmärsche erinnern
https://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Prozess-Angeklagter-bestreitet-toedliche-Stiche-id16712466.html

auch sind türkische Gastarbeiter heute teilweise sehr gut integriert es gibt in jeder Volksgruppe Erfolgsgeschichten.

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frank2013 30.08.2018, 19:06
435. 426# Vera Gehlkiel - Sie wollen mich nicht verstehen

Liebe Frau Gehlkiel, ich glaube Sie haben es immer noch nicht verstanden und es tut mir leid, da ich Ihre Beiträge oft schätze, aber hier haben Sie etwas in den falschen Hals gekriegt. Alles, was ich hier gemacht habe, ist das Aufzeigen historischer Zusammenhänge. Ich versuche, mir und anderen die heutige Situation und den Zustand in Sachsen und den Neuen Bundesländern generell vor diesem Hintergrund und persönlichen Erfahrungen zu erklären, dabei werde ich gelegentlich auch polemisch. Ich entschuldige keineswegs Herrn Kohl und bin auch kein Anhänger gewesen. Wie Sie sich etwas bei Ihrem netten Kommentar zu Sybille Berg etwas geoutet haben, komme ich Ihnen gerne etwas entgegen. Ich bin eher konservativer SPD-Anhänger (gewesen, aber nicht ganz abtrünnig). Ich bin in gesellschaftlichen Fragen ehr sozial orientiert, in Sicherheits- und Ordnungsfragen eher konservativ, aber nicht im Sinne von starr, sondern mir liegt der Schutz der Bevölkerung, die Stabilität und Integrität des Landes am Herzen. Als Kind war ich Brandt-Anhänger und habe mich heftig mit den konservativen Verwandten gestritten. In der Migrationsfrage bin ich eher kritisch, aber habe sehr viel Empathie für die einzelnen Menschen. Was mich am meisten gestört hat, war der unkontrollierte Zuzug in kurzer Zeit. Ich habe auch beruflich mit Leuten zu tun gehabt, die ihre Identität und Herkunft im Unklaren gelassen haben. Mir ist der Sicherheitsaspekt zu kurz gekommen und der humanitäre Anspruch ist nach meiner Ansicht mit falschen Mitteln und Wegen verfolgt worden. Ich habe auch wie Sie Verständnis für Außenseiter der Gesellschaft. Ich bin mir sicher, hätte man die jungen Männer im Osten nach der Wende aufgefangen und aktiver unterstützt, hätten emeritierte Handwerker ehrenamtlich Ausbildungen gemacht, hätte es aktive Sozialarbeit und Sportangebotte etc. gegeben, wären viele von den Jungs nicht in die Naziszene abgeglitten. Das was jetzt mit jungen Flüchtlingen versucht wird, hätte nach der Wende verstärkt getan werden müssen. Man hat diese Jugend aber leider sozial verwahrlosen und alleine gelassen. Und das ist es heute, was dabei rausgekommen ist. Davon bin ich überzeugt. Ich bin sogar dafür, mit Neonazis zu sprechen und mich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Vielleicht kann der eine oder andere zurückgeholt werden. Genau wie bei jungen Islamisten hat vieles mit Kränkung und Demütigung zu tun. Ich bin daher auch gegen die pauschale Ausgrenzung dieser Leute. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht kritisch mit ihren Ansichten auseinandersetzt.

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xxgreenkeeperxx 30.08.2018, 19:13
436. anders denken

Ich glaube Herrn Lobo dass bei der Demonstration in Chemnitz Menschen, die nicht wie Deutsche aussahen von Nazis gejagt, bedroht und geschlagen wurden. Und das verurteile ich genauso wie er. Das war's dann aber auch schon was ich ihm glaube. Ich glaube Herrn Lobo nicht dass auf dieser Demonstration alle 6000 Teilnehmer auf "Menschenjagd" gegangen sind oder sich mit den Menschenjägern solidarisiert haben, genauso wie ich bereits 1989 der Stasi in der DDR nicht geglaubt habe dass alle Teilnehmer der Montagsdemonstrationen in Leipzig vom Westen bezahlte Provokateure und Agenten sind. Die Demonstration in Chemnitz hatte eine Ursache. Und diese Ursache war in meinen Augen nicht Hass auf Ausländer oder Migranten. Die Demonstration ist eskaliert weil Neonazis dort die Führung übernommen haben, was durch die Demonstranten kaum zu verhindern war, wenn man nicht von der Ursache ablenken will. Die Nazis haben das geschafft, denn über die eigentliche Ursache der Demonstration spricht in Deutschland kein Mensch mehr. Von daher haben sie Frau Merkel ihren Dienst erwiesen. Da ich Herrn Lobo für intelligent halte, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm dieser Gedanke beim Schreiben seines Kommentar nicht auch gekommen ist. Warum er ihn dann zumindest nicht einmal geäußert und zur Diskussion gestellt hat, kann für mich persönlich eigentlich nur eine Ursache haben.

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ted.striker 30.08.2018, 19:16
437. Teilweise sehr abwegiger Kommentar!

Sehr geehrter Herr Lobo,
auch wenn sie nur Herrn Giordano zitieren, den Vorwurf, dass ich als überzeugter Konservativer auf dem rechten Auge blind sein soll, lasse ich so nicht auf mir sitzen.
Was da derzeit in Chemnitz passiert, widert mich an. Ich würde gerne deutlicher werden, aber dann wird mein Kommentar vermutlich nicht veröffentlicht.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die von Ihnen vermisste Zäsur kommen wird. Das hat nach Köln auch einige Tage gedauert. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Das wird auch dieses Mal so sein.

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svni 30.08.2018, 19:29
438. Vielen Dank ...

... für Ihre Sichtweise , lieber Herr Lobo.

Ich war sehr gespannt darauf, wie Sie reagieren werden.

Sachsen, immer wieder Sachsen. Warum?

Ein Erklärungsansatz von Fritz B. Simon bringt vielleicht etwas Licht ins Dunkel:

https://www.carl-auer.de/blogs/kehrwoche/sachsen-2/

Ich bin inzwischen der Ansicht, dass es sich bei diesem Teil der Bevölkerung um einen klassischen Fall des BESTÄTIGUNGSFEHLERS (confirmation bias) (ja, dieser tauchte bereits in einer Ihrer Kolumnen auf) handelt. Gepaart mit einem Teil kognitiven Durchfalls.

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n.wemhoener 30.08.2018, 19:40
439.

Das beste Beispiel der Verharmlosung der Vorgänge in Sachsen liefert Herr Fleischhauer mit seiner heutigen Kolumne, noch schlimmer ist der Riesenbeifall der vielen "besorgten Bürger", den er dafür bekommen hat.

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