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Chemnitzer Krawalle: Eine Zäsur findet nicht statt
Filip Singer/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die Silvesternacht in Köln sei eine Zäsur gewesen, sagen viele. Das sollte auch für den Augustabend in Chemnitz gelten - wird es aber wohl nicht. Denn hier wird ein strukturelles, gesellschaftliches Nazi-Problem systematisch verharmlost.

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Gruebel123 31.08.2018, 12:16
450. Jedem seinen Käse...

Zitat von Oberleerer
Das ist genau der Käse, der immer propagiert wird und genau damit die Leute lächerlich gemacht werden. Man sollte dann mal in Frankfurt oder Duisburg die Leute befragen, aber eben nur die, ohne Migrationshintergrund. Der kluge Mensch lernt aus seinen Fehlern, der klügere Mensch lernt aus den Fehlern anderer. Wer die Situation in Duisburg, Berlin, Hamburg und Frankfurt sieht, kann daraus durchaus Ängste ableiten. Die Situation ist, daß die prekären Migrationshintergründler gegen die prekären Ureinwohner in Stellung gebracht werden. Man konkurriert um hunderten Bittstellern um eine billige Wohnung, in der Warteschlange beim Arbeitsamt, in der Warteschlange an der Tafel, beim Türsteher in der Disko und auf der Straße beim Drogendealen. Und dann kommt ein Intellektueller Journalist und moralisiert, welche Chancen Deutschland (bzw. der Mindestlohn-Industrie entgehen würde). Aber es war schon immer so: erst das Fressen, dann die Moral. Lieber Sascha, Deine Zustandsbeschreibung mag stimmen, aber mir fehlen da konkrete Vorschläge, wie man den sozial Schwachen Sicherheit geben kann, ohne daß diese Angst vor Obdachlosigkeit haben müssen und ein wenig Würrde behalten dürfen und daß diese eben nicht in Konkurrenz zu Neuankömmlingen gestellt werden.
Richtig, im Ruhrgebiet gibt es Brennpunkte, denen Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte (und zum Teil jedenfalls wird). In Duisburg sind das z. B. abgewirtschaftete Mietshäuser in unsäglichem Zustand, die an Einwanderer vom Balkan vermietet werden. Eine Pogromstimmung war aber bisher nicht zu bemerken.

Ich verstehe nur nicht, wieso das ein Grund sein sollte, am anderen Ende der Republik auf die Straße zu gehen und das Recht, oder das, was man dafür hält, in die eigene Hand zu nehmen oder dazu aufzurufen.

Dazu teilen Sie die Bevölkerung in Migrationshintergründler und Nicht-Migrationshintergründler. Wozu zählen Sie z. B. die türkischstämmigen Duisburger (z.T in 4. Generation in Deutschland) und haben Sie die mal gefragt, wozu sie sich zählen? Und welches handelnde Subjekt bitteschön bringt wen gegeneinander in Stellung?

Ich dachte bisher, dass das Bewusstsein für die Freiheit und ihren Preis zwar ständig ausgehandelt werden muss, aber ein grundsätzliches Bewusstsein dafür vorhanden ist. Wenn ich allerdings die Chemnitzer Reaktionen und die Reaktionen der Franzosen auf die schrecklichen Anschläge von 2015 vergleiche, bin ich nicht mehr so sicher...

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Olli_vK 31.08.2018, 13:14
451.

Interessanter Kommentar. Der Hinweis, durch den Begriff „Selbstjustiz“ eine gewalttätige Aktion als irgendwie verunglückte Reaktion zu verharmlosen, hat mir sehr gut gefallen!
In weiten Teilen kann ich Ihnen folgen. Allerdings frage ich mich, inwiefern dieser Kommentar als Handlungsaufforderung zu einem kritischen, reflektierten Diskurs zu verstehen ist. Insbesondere frage ich mich, wer zu diesem Diskurs eingeladen ist.
Menschen, die in einer solchen Demonstration marschieren, den Hitlergruß zeigen und Gegendemonstrierende jagen, kann man natürlich als Nazis bezeichnen – so, wie Sie es fordern. Mir stellt sich aber die Frage, ob das einem konstruktiven Diskurs zuträglich wäre. Indem wir Feindbilder zeichnen, limitieren wir unsere Handlungsoptionen auf wenige, sehr rabiate Mittel. Sprächen wir in diesem Fall von einer kleinen, unbedeutenden Gruppe, wäre das natürlich ein möglicher Weg (wenngleich immer noch sehr plump und undifferenziert).
Eine derart große Gruppe, die in weiten Teilen Deutschlands leider auf Sympathie oder zumindest Verständnis trifft, als „braunen Mob“, „Fremdenhasser“ und „Nazis“ zu bezeichnen, ist in meinen Augen aber überhaupt nicht konstruktiv. Wir brechen mit einer Vielzahl an Menschen jede Kommunikation ab und streiten uns stattdessen darüber wer denn nun „das Volk“ sei.
Ein Kräftemessen nach dem Motto: „Wir oder Die“ kann nicht in unserem Interesse liegen. Jenseits von Feindbildern, in denen wir große Bevölkerungsteile als „dumm“, „rechts“ oder „anti-demokratisch“ bezeichnen und somit jedes Recht auf Mitsprache verwehren, dürfen wir nicht aufhören, das lösungsorientierte Gespräch zu suchen.

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vera gehlkiel 31.08.2018, 15:36
452.

Zitat von Todweber
In Frankfurt gibt es keinerlei Probleme des Zusammenlebens zwischen den Kulturen, warum? Es gibt kaum Ghettos mit Unterschichten. Frankfurt ist überwiegend eine Dienstleistungsstadt. Un die Probleme des Gallusviertels oder des sogenannten "Frankfurter Bergs" sind längst gelöst. Ich gebe ihnen aber recht: Wehret den Anfängen, die Ostdeutschen sehen ja die Entwicklungen im Ruhrgebiet und in Berlin, warum sollte dies erstrebenswert sein? Wer nach Ostdeutschland fährt, fährt in eine andere Welt: Eine Zeitreise zurück in die alte "Bundesrepublik"!
Komisch ist nur das: die Menschen wollen nicht im sich weiterhin entvölkernden trauten Osten leben! Berlin ist so überlaufen, dass viele einfach nur wegbleiben, weil es dort zu teuer wird, aber weiterhin verzweifelt nach Gelegenheit forschen, dort doch noch irgendein undichtes Loch zu bekommen. Das Ruhrgebiet ist mitten im Strukturumbruch, und hier gibt es Zuwanderung, seitdem es existiert, nicht umsonst heisst der frühere Tatorthero ja Schimanski, und nicht Topmöller. Duisburg wird gerade, ich trau mich kaum, es öffentlich zu machen, als Option für Geldanlagen von Leuten, die Eigentum erwerben wollen, aber etwa von Düsseldorf-Hype abgeschreckt sind, warm empfohlen. Konsens der alten Bundesrepublik war, trotz aller "Disversifikationstendenz" nach dem Ende der Dominanz der Schwerindustrie, stets weiterhin die offene Gesellschaft, das wurde den Menschen der "Bonner Republik" damals mit der Muttermilch schon eingetrichtert. Und diese Berührungsängste und dieses "Fremdeln", wie sie ständig von permanent missverstandenen Ostlern geäussert werden, ist den Ruhrgebietlern noch ferner als den stets als reich an Wortwitz geltenden Bayern, oder auch Berlinern. Eine ahistorische Schutzbehauptung also, ihr Beitrag. Bitte stellen sie sich nur mal vor, man wäre zur Sicherheit komplett aus "dem Osten" weggeblieben, und hätte auch nicht zugelassen, dass sich "Ostler" bei "uns" ansiedeln, nur weil es dort soviele gab, die IM´s von der Stasi waren?! Wär nicht viel gewesen, unter dieser Einschränkung, mit Ost-West-Angleichung, und Chemnitz würde heute in einer Gegend liegen, die das Armenhaus Europas sein würde.

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OhMyGosh 31.08.2018, 16:41
453. Aufwiegler für Deutschland

Gestern noch verkündete einer der Organisatoren durch das Mikrofon:„Nette Grüße mit dem rechten Arm gen Himmel werden heute rigoros mit Platzverweis bestraft“. „Pro Chemnitz“-Vorsitzender M Kohlmann machte später ans Mikrofon deutlich, worum es eigentlich geht: Die Schuld für die Eskalation soll anderen zugeschoben werden. Die Hitlergrüße seien inszeniert gewesen, ruft Kohlmann, und spricht damit vielen Teilnehmern der Kundgebung aus der Seele. Wölfe im Schafspelzchen, wie gewohnt. Die gehören alle miteinander vom Verfassungsschutz überwacht. Und mit ihnen die Aufwiegler für Deutschland, kurz AfD.
Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist sicherlich nicht der einzige Ort, den diese Brut sich noch vornehmen wird.

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die-metapha 31.08.2018, 17:15
454.

Zitat von Olli_vK
Eine derart große Gruppe, die in weiten Teilen Deutschlands leider auf Sympathie oder zumindest Verständnis trifft, als „braunen Mob“, „Fremdenhasser“ und „Nazis“ zu bezeichnen, ist in meinen Augen aber überhaupt nicht konstruktiv. Wir brechen mit einer Vielzahl an Menschen jede Kommunikation ab und streiten uns stattdessen darüber wer denn nun „das Volk“ sei.
Um es ein mal ganz klar zu sagen - wer sich auf die Straße stellt, wir sind das Volk skandiert und "Merkel muss weg" ruft der signalisiert ganz sicher etwas anderes als Gesprächsbedarf oder die Bereitschaft dazu. Um so mehr, wenn man dies ganz gezielt in einem solchen Umfeld und vor solch einem Hintergrund tut.
Nun einer darüber staunenden Mehrheit so etwas wie fehlende Konstruktivität und den "Abbruch" von Kommunikation vorwerfen zu wollen ist ja geradezu grotesk und trägt sehr kafkaeske Züge. Es geht hier um eine klare Abgrenzung und darum, wer in dieser Gesellschaft Normen, Gesetze, Werte und so etwas wie Ethik und Moral vorgibt.
Wenn das in diesem Land so weitergeht, dann werden hier diese Werte nachhaltig beschädigt und das wird Konsequenzen für alle hier lebenden haben - auch und gerade für alle Deutschen.

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annoo 31.08.2018, 19:03
455.

Zitat von JBGren
Wenn man sich die Beiträge in den verschiedenen Foren betrachtet und sich die dazugehörigen "Likes", "Daumen nach oben" und positiven Kommentare und Konnotationen zu der Verletzung der Würde vieler Angehöriger von, und das muss hier noch einmal stark hervorgehoben werden, einer in einer Demokratie (und speziell in einem postnationalistischen Deutschland) besonders schützenswerten Minderheit (denn eine Demokratie kann nur so gut sein wie sie mit ihren Minderheiten umgeht), kann einem als in Deutschland geborenem Ausländer und Bildungsinländer Angst und Bange werden. Solange es online so viel Druck der lauten, und ich hoffe sich noch in der Unterzahl befindlichen rechtsextremen, Minderheit gibt, wird es keine Zäsur geben. Ich allerdings komme eingedenk der mannigfaltigen Dokumentenvernichtungsaktionen, der Rhetorik der letzten 3-4 Jahre (man kann inzwischen Dinge sagen, die hätten man vielleicht extremerweise vor besagten 3-4 Jahren gedacht aber nicht öffentlich gemacht oder ausgesprochen), der vielen "ich bin ja kein Nazi, aber" demokratiefeindlichen und xenophoben Aussagen im real life langsam ins Grübeln und weiß für mich, dass sich Integration hier in Deutschland für mich als Mensch und Humanist ausgezahlt hat, aber nicht als ein Zeichen für die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland, denn in letzter Zeit nimmt man, meiner Meinung nach, uns viele, sich in der Mehrheit befindliche, rechtstreue, liberale, fleissige und demokratische Migranten viel zu wenig wahr. Ich möchte die schweigende Mehrheit dazu aufrufen endlich die Stimme zu erheben für diese Demokratie und das Grundgesetz!
Ich bin "deutschwurzlig" (blöder Ausdruck, aber es fällt mir aktuell nichts besseres ein) und ich nehme jede Gelegenheit wahr, meine Stimme zu erheben, wenn ich Diskriminierung wahrnehme. Ich bin mir auch nicht zu schade, immer wieder diskriminierende herabwürdigende Statements zu widersprechen, Unlogik aufzudecken und zu kritisieren. Wohlwissend dass es oft ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Mir ist zum Beispiel auch nicht klar, wie jemand zeitgleich die angebliche Gewalttätigkeit von migrantischen Mitbürgern beklagen kann (vorrangig muslimisch und deren angeblich nicht mit uns vereinbaren moralischen Gesetze) und zeitgleich rechte Gewalt zu verharmlosen oder gar zu unterstützen indem man neben Nazis hertrottet. Als ob nicht Gewalt auf allen Seiten gleich falsch wäre.

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annoo 31.08.2018, 19:21
456.

Zitat von Jamesteakirk
Lobo fordert eine Zäsur nach Chemnitz wie nach Köln. Gab es in Chemnitz hunderte Übergriffe auf Frauen? Es gibt ein Video, wo ein Bürger auf einen mutmaßlichen Ausländer losgeht. Das war's. Es gab keine Hetzjagden.
Bestimmt haben Sie zwischenzeitlich selbst festgestellt, dass das, was Sie schreiben unwahr ist, es hätte keine Hetzjagden gegeben. Googeln Sie einfach mal. Mittlerweile haben sich viele Betroffene getraut sich zu melden. Fehlendes Vertrauen in die Presse ist ja ein Thema für sich - ich verstehe aber nicht, weshalb Sie das Bedürfnis haben, Unrechttaten auf der einen Seite (Köln) gegen Unrechttaten auf der anderen Seite (Chemnitz) aufzurechnen. So etwas nennt man instrumentalisieren und keinem Betroffenen ist damit geholfen. Nicht den Frauen, die begrabscht wurden, noch den nicht deutsch Aussehenden, die gejagt wurden (in einem Fall wurde ja eine schwarze Frau sogar auf den Bogen geworfen und geschlagen). Alle diese Menschen sind unschuldig und keinem von denen ist geholfen, wenn sie politisch ausgenutzt werden. Ich frage Sie ganz ernsthaft - warum habe Sie das Bedürfnis, die Taten zu relativieren?

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annoo 31.08.2018, 19:36
457. Dumme Antwort?

Zitat von Todweber
Eine dumme Antwort! Seit den 60er Jahren kommen Menschen zu uns als Gastarbeiter aus Spanien, Portugal, Italien. Ja es gab Probleme. Aber die Grundfesten werden erst erschütter nachdem Gastarbeiter und jetzt Flüchtlinge aus islamischen Kulturen zu uns kommen. Und den Islam gibt es ja nicht, es gibt viele verschiedene Richtungen. Gibt es Probleme mit all unseren Gastarbeitern aus westlichen, südlcihen und den Balkanländern? Nein! Aber jede Menge Probleme mit den heutigen Flüchtlingen aus Ländern des Mittelalters!
Wenn der Islam angeblich so schlimm ist, angeblich so intolerant, mit eigener Moral am Gesetz vorbei (Scharia und so) verstehe ich nicht, wie man Rechtsradikale oder rechtes Gedankengut unterstützen kann - ich sehe da nämlich mindestens eben so viel Intoleranz und eigene Moral am Gesetz vorbei - mittlerweile sogar bei den Gesetzeshütern zu beobachten: Polizeimitarbeiter, die die Presse behindern, Justizbeamte, die brisante Daten veröffentlichen, mir wird da richtig bange.

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annoo 31.08.2018, 19:42
458.

Zitat von Nelkenghetto
Das hier diverse und ich muss es leider schreiben "Nichtdeutsche" Bürger Menschen umbringen, das ist also kein Problem? Ich erinnere nur an Anis Amri der mal locker wild durch den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gebrettert ist. Das sich durch sowas und andere Vorfälle eine rechte Meinung bildet ist doch wohl abzusehen oder? Warum wird von Politik und Polizei nicht erstmal etwas gegen solch Zustände organisiert als das lieber auf zig Medien nun auf die "Nazis" eingedrescht wird weil es wohl denk ich mal langsam allen gegen den Strich geht und demonstrieren, was leider ihr gutes Recht ist. Also was hier in diesem Land läuft nicht richtig? Darf der deutsche Bürger keine Meinung mehr haben? ich bin weder links noch rechts aber mir geht das langsam auf den Sack
Sie dürfen eine Meinung haben. Die dürfen Sie sogar sagen. Und so lange die AfD nicht die Oberhand hat und die Demokratie noch in Ordnung ist, dürfen sie ihre Meinung sogar ohne Repressalien befürchen zu müssen veröffentlich verkünden. Sie dürfen aber nicht Menschen jagen, die nicht so aussehen, wie es Ihnen passt. Ist das so schwer zu vertehen?

Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, weshalb Menschen wie Sie immer wieder behaupten, dass es in Ordnung wäre "Nichtdeutsche" Menschen umzubringen. Nein,das ist natürlich nicht in Ordnung. Wie kommen Sie darauf??? Darum kümmert sich aber die Justiz und nicht ein brauner Mob.

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annoo 31.08.2018, 20:00
459.

Zitat von Oberleerer
Das ist genau der Käse, der immer propagiert wird und genau damit die Leute lächerlich gemacht werden. Man sollte dann mal in Frankfurt oder Duisburg die Leute befragen, aber eben nur die, ohne Migrationshintergrund. Der kluge Mensch lernt aus seinen Fehlern, der klügere Mensch lernt aus den Fehlern anderer. Wer die Situation in Duisburg, Berlin, Hamburg und Frankfurt sieht, kann daraus durchaus Ängste ableiten. Die Situation ist, daß die prekären Migrationshintergründler gegen die prekären Ureinwohner in Stellung gebracht werden. Man konkurriert um hunderten Bittstellern um eine billige Wohnung, in der Warteschlange beim Arbeitsamt, in der Warteschlange an der Tafel, beim Türsteher in der Disko und auf der Straße beim Drogendealen. Und dann kommt ein Intellektueller Journalist und moralisiert, welche Chancen Deutschland (bzw. der Mindestlohn-Industrie entgehen würde). Aber es war schon immer so: erst das Fressen, dann die Moral. Lieber Sascha, Deine Zustandsbeschreibung mag stimmen, aber mir fehlen da konkrete Vorschläge, wie man den sozial Schwachen Sicherheit geben kann, ohne daß diese Angst vor Obdachlosigkeit haben müssen und ein wenig Würrde behalten dürfen und daß diese eben nicht in Konkurrenz zu Neuankömmlingen gestellt werden.
Ich denke Sie bezogen sich auf den Satz "dort wo nichts ist, ist die Angst vor dem nicht-vorhanden am Größten." und beichnen dies als Käse. Ich würde Ihnen widersprechen. Ich habe viele akademische Kollegen migrantischer Abstammung, ich wüsste nicht, weshalb mir jemand Angst machen müsste, nur weil er einem anderen Kulturkreis entstammt. Mir machen Glatzen viel mehr Angst und Menschen, die meinen, sie müssten ihre eigenen moralischen Gesetze fernab des legalen verfolgen.

Wo ich Ihnen recht gebe, das ist das Problem, wenn Menschen verschiedener prekärer Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, wenn sie um Plätze in der Gesellschaft kämpfen. Da tritt der Schwache den Allerschwächsten. Und das sind momentan die Geflüchteten. Es ist kein Zufall dass dort, wo es eine schwache Infrastruktur gibt mit wenigen unsicheren Arbeitsplätzen und die Globalisierung die meisten Schäden angerichtet hat die höchste AfD-und Rechten-Quote hat, nicht nur in den neuen Bundesländern.

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