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Computermesse: Mein erstes Mal ohne Cebit
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Auch nach fast 30 Jahren feiert sich die Cebit als größte Computermesse der Welt. Die wichtigste aber ist sie nicht mehr, echte Neuheiten fehlen. Ein guter Grund, es mal ohne sie zu versuchen.

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ChristophDobera 13.03.2014, 23:02
10. Falscher Blickwinkel

Sie haben den falschen Blickwinkel zur CeBIT. Wenn Sie irgendeine Gadgetpremiere erwarten, sind sie in der Tat falsch auf der CeBIT. Es geht um Busines und Enterprice Lösungen der verschiedensten Coloeur. Und genau das gibt es da.

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katzekaterkarlo 13.03.2014, 23:10
11. Tja ...

... mein erstes Messejahr in Hannover hatte ich 1974. Nach der Trennung 1986 waren erst einmal zwei Beteiligungen für das Unternehmen auszurichten. Später dann die konsequente Ausrichtung auf die CeBIT.
Es waren tolle Jahre. Feststände, die das ganze Jahr wie Wohnungen genutzt werden konnten: Aufschließen, Licht einschalten und in die Küche Kaffee kochen. Vier ganze Wochen Aufbauzeit - eine Woche Abbau.

Auf den Ständen besuchte sich die engagierte Prominenz gegenseitig: Wim Thoelke ging zu Harald Juhnke und umgekehrt. Tina Turner mit "I Can't Stand The Rain" füllte am Wochenende vor der Messe bei unserer Standfete die gesamte Halle 1.

Es gab keine Verlautbarungen über Neuheiten von den Unternehmen außer in der Vorberichten zur CeBIT und mit dem Hinweis auf die CeBIT.

Vorbei: Die Informationen kommen heute ohne die Plattform CeBIT zu jeder Zeit und jeder Stunde ins Netz. Das Anfassen kann ich etwas später im Laden oder für 14 Tage über einen Internet-Shop erledigen.

Vorbei: Die konsequente Ausrichtung von Entwicklungsabteilungen auf diesen einen Termin.

Vorbei: Die Ernsthaftigkeit seitens der Unternehmen diesen Event als Einzigartig zu gestalten. Er wird heute so im Nebenbei mitgenommen.

Deshalb ist es notwendig dieser immer noch großen Gemeinde der Besucher andere und neue Anreize für den Besuch zu bieten.

Aber auch eine Warnung an alle, die da meinen die IFA könnte irgend etwas von diesem Spektrum abdecken oder substituieren.

Als geborener Berliner war mein letztjähriger, seit sicher 15 Jahren, erster IFA-Besuch auch mein Letzter. Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie man die Belegung von 50 % der Hallen mit Smartphone-Taschenherstellern oder Display-Schutzfolien-Vertreibern als innovativ bezeichnen kann. Schlimmer noch wenn man sich die Hallenstrukturen und -Symbole anschaut. Ich hatte zeitweise das Gefühl die Hakenkreuze und Adler der Vergangenheit würden mich von den Wänden anschauen. Die "Funk"-ausstellung hat für mich mittelfristig gar keine Existenzberechtigung mehr

Und so bleibt es allen Messegesellschaften ins Gebetbuch zu schreiben: Der Markt - dessen Idee die Messe oder Ausstellung beansprucht - findet wo anders statt. Sucht Euch eine neue Legitimation oder besser ein anderes Betätigungsfeld.

Gruß
Berliner und seit 1973 Messemann.

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Peter Werner 14.03.2014, 01:03
12.

Liegt wohl auch mit daran, dass die Zeit der regelmäßigen Revolutionen im EDV-Bereich wohl vorerst vorbei ist.
Ein Standard-PC für wenige hundert Euro ist für fast jede denkbare Aufgabe vollkommen ausreichend; früher wurde noch gespannt der neuesten Prozessorgeneration entgegengefiebert.
Tablets und Smartphones sind vorwiegend Spielzeuge, ihr professioneller Einsatz ist recht begrenzt. Und auch dort gilt: wickliche Neuigkeiten gab es in letzter Zeit keine mehr.
Auch bei professionell genutzer Software gibt es eher Evolution statt Revolution.
Peripheriegeräte sind bereits dermaßen ausgereift, dass es auch hier keine großartigen Revolutionen mehr gibt.
Die Auslagerung von Daten auf zentrale Internetserver ("Cloud") hat durch Snowden einen gehörigen Dämpfer bekommen; zudem würden insb. größere Firmen niemals auf fremde Server auslagern.
Hinzu kommt, dass sich jedermann über das Internet umfassend vom Sofa oder vom Bürosessel aus informieren kann.
Eine Messe dient vorwiegend zum Knüpfen von Kontakten, wegen der Produkte an sich braucht dort niemand mehr hinzugehen.

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Nachteuie 14.03.2014, 07:26
13. CeBit - wer braucht Cebit?

Zitat SPON:"Die normalen Messegäste, die in ihrer Freizeit zur Cebit gehen, wollen die Veranstalter nicht vergraulen." Doch , wollen sie! haben die Messemacher auch ausdrücklich vorher gesagt! CeBit soll FAchmesse für Fachpublikum sein - keine störenden "Beutelratten" auf Prospekt- und Werbegeschenke-Jagd mehr, keine Jugendlichen, die die Firmen um praktika und Jobs anbetteln, keine motzige Kunden, die sich direkt an den Messeständen der Firmen über schlechte und fehlerhafte Produkte, mangelnden Service und unerreichbare Callcenter beschweren. Geschäfte will man schon machen, aber sich doch nicht mit diesem störenden Kunden/Endanwender rumärgern, der nur Kosten verursacht. Und dank hoher Eintrittspreise, astronomischer Übernachtungspreise und unverschämten Preisen für Essen und Trinken werden die CeBit-Verantwortlichen dieses Ziel wohl erreichen. Das Dumme für die CeBit-macher ist nur, dass die CeBit als Messe ausser Kunden nichts zu bieten hat: Die Hersteller treffen sich sowieso alle nur noch in Taipeh zur COMPUTEX, die Chiphersteller bei der MWC in Barcelona und die großen Softwarevorstellungen laufen bei der CES in LasVegas. Was die Firmen noch nach Hannover zog, war der Kontakt zum großen Markt an Privatkunden in Mitteleuropa - und diese Privatkunden will die CeBit-Leitung nun nicht mehr, da die Massen an privatkunden die elitären B2B-Kunden ja so gestört haben. Klar, das weiß jede Verkäuferin im Supermarkt von nebenan: Ohne das störende "Kunden-Gesocks" ist das Berufsleben viel gemütlicher....nur eben meist auch kurz..... Doch seien wir ehrlich: Schade ist es nicht um die CeBit: zuviele in und um Hannover betrachten diese Messe als gottgegebene Möglichkeit durch exorbitante Messepreise mal so richtig Geld zu scheffeln - und die Firmen? Die "Musik" im globalen Computergeschäft "spielt" eben schon lange nicht mehr in Europa und auch der Absatzmarkt Europa wird im internationalen Rahmen immer uninteressanter. Wrum sollten Firmen also enorme Mengen Geldes ausgeben, um in der "Weltmetropole" Hannover einige wenige umsatzschwache europäische Geschäftskunden zu betüteln? Nein, das Geld kann man besser ausgeben. Tschüß CeBit!!

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olli0816 14.03.2014, 09:21
14. Die Zeit der Messen ist im wesentlichen vorbei

Zitat von sysop
Auch nach fast 30 Jahren feiert sich die Cebit als größte Computermesse der Welt. Die wichtigste aber ist sie nicht mehr, echte Neuheiten fehlen. Ein guter Grund, es mal ohne sie zu versuchen.
Ich war auch in den 90ern regelmäßig auf der Cebit und es hat sich aufgrund der Neuankündigungen immer gelohnt, dort hinzufahren. Alle wichtigen Unternehmen waren dort und man merkte, das die Veranstaltung für die IT wichtig war. Man muss aber auch sagen, dass damals die Möglichkeiten der Information viel eingeschränkter als heute waren.

Ich arbeite für ein sehr großes amerikanisches IT Unternehmen und bekomme natürlich mit, wie sich die Vertriebskanäle ändern. Im Gegensatz zu einem meiner Vorposter muss ich sagen, das der europäische und insbesondere der deutsche Markt sehr wichtig für die IT ist. Daran liegt es nicht, dass die Cebit jetzt seit etwa 10 - 15 Jahren einen Niedergang erlebt.

Wichtige Geschäfte werden auf Messen einfach nicht mehr gemacht. Große Handelspartner erwarten, das die Hersteller sie regelmäßig besuchen und betreuen. Die wissen i.d.R. auch schon sehr viel früher von Neuentwicklungen als der Endkunde. Der Endkunde hat heute viel mehr Möglichkeiten, sich zu informieren und das sehr bequem von zu Hause aus. Es ist für ihn nicht nötig, 60 € für ein Cebit-Ticket zu zahlen, da er bei Interesse alles frei Haus geliefert bekommt. Kontakte können die ITler über Netzwerke oder Hausveranstaltungen knüpfen, da besteht heute auch keine Notwendigkeit mehr. Fehlen also nur die Bewerbungen von Interessenten. Aber auch hier bietet so ziemlich jedes IT Unternehmen Möglichkeiten über die Homepage.

Ich muss allerdings auch sagen, dass ich die Ausrichtung der diesjährigen Cebit als äußerst misslungen erachte. Warum sollte ein großer Endkunde nach Hannover fahren und es sich antun, dort für viel Geld eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen und dann Hersteller auf den Ständen zu besuchen? Die kommen sowieso zu ihm, wenn er mit den Fingern schnippt. Computermessen wie die Cebit haben sehr stark von dem großen Interesse der Leute an diesen Themen gelebt und genau das sperren sie aus. Das heißt, sie verlassen ihre Kernkompetenz und sind gerade dabei, sich selber zu entlassen. Ich denke, dass die Cebit einen ähnlichen Weg gehen wird wie die Systems in München: Eine schöne Erinnerung an die gute alte Zeit.

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Puri 14.03.2014, 09:32
15. Bullshitbingo

Die Cebit war mal eine Messe von Entwickler für Entwickler.

Seit Jahren ist es nur noch eine Messe von Marketingfuzzis für "Entscheider".

Aber ich glaube das ist weniger ein Problem der Cebit, sondern von Messen allgemein.

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Kvert 14.03.2014, 09:44
16. noch nie auf der CEBIT

Ich war noch nie auf der CEBIT und sitze dennoch täglich 14h vor dem PC. Bin ich damit nun "in" oder "out"?

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altebanane 14.03.2014, 10:25
17.

Also ich und meine Kollegen haben erstmals seit Jahren wieder echte CEBIT-Stress gehabt ("....muss fertig werden !")

Aber das Ergebnis hat der Autor ja nun leider verpasst. Wird er halt dumm sterben :).

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Olaf 14.03.2014, 10:43
18.

Zitat von sysop
Auch nach fast 30 Jahren feiert sich die Cebit als größte Computermesse der Welt. Die wichtigste aber ist sie nicht mehr, echte Neuheiten fehlen. Ein guter Grund, es mal ohne sie zu versuchen.
Die CeBit ist zu einer Messe von Fachleuten für Fachleute geworden.

Diese Wandlung war gewollt und meiner Meinung nach auch richtig. In den Zeiten der Besucherrekorde, war es kaum noch möglich Gespräche mit den Fachleuten an den Ständen zu führen, weil diese einfach mit Leuten überlaufen waren, die nur Kugelschreiber, Taschen oder andere Präsente abstauben wollten. Intern nur "Beutelratten" genannt.

Damit drohte die Messe ihren eigentlichen Sinn zu verlieren, nämlich Anbieter und potentielle Kunden zusammenzubringen.

Für mich ist die Messe nach wie vor eine hervorragende Möglichkeit mich über die neuesten Entwicklungen zu informieren, denn diese gibt es weiterhin, wenn auch vielleicht nicht so bunt und blinkend.

Früher war halt mehr Lametta.

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cwaechter 14.03.2014, 10:45
19. Ich sitze gerade auf der CEBIT...

Bei ist es die 15 in Folge ohne Unterbrechung.
Und ja, die Cebit hat sich gewandelt und ist jetzt endlich das, was ich brauche.
Vorbei die Zeiten, wo halbnackte Mädchen irgendwelche Grafikkarten an Pickelgesichter verkaufen wollen.
Endlich kein Verkehrschaos mehr bei der An- und Abreise.
Hallen, in denen man vernünftig laufen kann.
Deutlich weniger Beutelratten, die einem die Kugelschreiber vom Besprechungstisch klauen.
Hier ist es wunderbar! Aber wenn man nicht hingeht, kann man das natürlich nicht sehen.

Guter Gruß aus Hannover

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