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Computerspiele in der Familie: Wenn Eltern mit den Kindern zocken
TeamMojang

Die Generation, die erstmals mit Videospielen aufgewachsen ist, hat längst selbst Kinder. Dürfen die nun unbegrenzt zocken? Oder vielleicht gar nicht? Fünf Eltern berichten.

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vitalik 20.02.2018, 10:18
10.

Zitat von PeterClark
Ich bin Vater von zwei kleinen Kindern und auch selbst ein passionierter Spieler. Ich finde den Beitrag und auch die Kommentare völlig unausgewogen und viel zu positiv. Jeder der schon viel und ernsthaft online gespielt hat kennt dutzende Fälle von Leuten, denen das Spielen jegliche soziale Grundlage entzogen hat. Spiele haben eine riesen Sogwirkung und gerade Kinder können sich da leicht drin verlieren. Die Hirnforschung hat auf vielen Ebenen bewiesen, dass zu viel Medienkonsum bei Kindern erhebliche Schäden in der Entwicklung nach sich zieht. Und es handelt sich hier um Wissenschaft, nicht um eine Meinung. Die Gefahren die Computerspiele bergen sind für Kinder wie auch für Erwachsene nicht zu vernachlässigen. Darüber sollte sich jeder klar sein wenn er seine Kinder in virtuelle Welten entführt.
Wo sehen Sie, dass der Artikel viel zu positiv ist? Die Menge macht das Gift. Das haben Sie festgestellt und genau das hat doch jeder der Elternteile in dem Artikel gesagt. Niemand hat doch behauptet, dass man nun den ganzen Tag beim Computerspielen verbringen soll.

Interessant ist, dass Sie anfangen mit der Wissenschaft zu argumentieren, aber dann schnell in eigene Behauptungen abweichen. Die Quelle zu einer Studie hätte ich schon gern, die beweist, dass Spiele eine Sogwirkung haben und aus diesem Grund eine Gefahr darstellen.

Sucht ist eine Krankheit (genauso wie Glückspiel, Alkohol, Essen usw.) und kann jeden treffen. Von einer besonderen Wirkung der Computerspiele habe ich zu mindestens noch nicht gehört.

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sirgorath 20.02.2018, 10:34
11.

Zitat von PeterClark
Ich bin Vater von zwei kleinen Kindern und auch selbst ein passionierter Spieler. Ich finde den Beitrag und auch die Kommentare völlig unausgewogen und viel zu positiv. Jeder der schon viel und ernsthaft online gespielt hat kennt dutzende Fälle von Leuten, denen das Spielen jegliche soziale Grundlage entzogen hat. Spiele haben eine riesen Sogwirkung und gerade Kinder können sich da leicht drin verlieren. Die Hirnforschung hat auf vielen Ebenen bewiesen, dass zu viel Medienkonsum bei Kindern erhebliche Schäden in der Entwicklung nach sich zieht. Und es handelt sich hier um Wissenschaft, nicht um eine Meinung. Die Gefahren die Computerspiele bergen sind für Kinder wie auch für Erwachsene nicht zu vernachlässigen. Darüber sollte sich jeder klar sein wenn er seine Kinder in virtuelle Welten entführt.
"Jeder der schon viel und ernsthaft online gespielt hat kennt dutzende Fälle von Leuten, denen das Spielen jegliche soziale Grundlage entzogen hat."

Meiner Erfahrung nach, ist das doch stark übertrieben. Aus den etwa 100 Spielern mit denen ich engeren Kontakt hatte, ist mir kein Fall bekannt, der die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Lediglich vom hören-sagen weiß ich von zwei Personen, welche ich sehr flüchtig kenne, dass diese Probleme durchs Spielen hatten.

"Die Hirnforschung hat auf vielen Ebenen bewiesen, dass zu viel Medienkonsum bei Kindern erhebliche Schäden in der Entwicklung nach sich zieht."

Seit wann sind Sie denn passionierter Spieler? Haben sie Schäden in ihrer Entwicklung festgestellt?
Ich wage mal die These, dass diese Forschungen bezüglich der Hirnschäden etwas älter sind und sich eher auf den TV-Konsum beziehen. Für ausreichend aussagekräftige Langzeitstudien gibt es PC Spiele einfach noch nicht lange genug.

Dennoch ist es wohl so, dass PC-Spiele Auswirkungen auf die Entwicklung haben. Diese sind vermutlich sowohl guter, als auch schlechter Natur.
Ein zu viel von etwas ist immer schädlich, deswegen zähl immer noch "Die Menge macht das Gift"

Ich persönlich habe in meinem Leben viel gespielt. Ende der 90er Jahre fing es an und die 2000er durch dann üblicherweise 6 Stunden am Tag. Das war eine lustige Zeit, in der ich viel Spaß hatte und dank Multiplayerspielen auch ne Menge Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen hatte.

Probleme dadurch konnte ich bisher nicht feststellen. Aktuell spiele ich wieder weniger, da es reicht auf der Arbeit 8 Stunden am PC zu hocken. :)

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PeterClark 20.02.2018, 10:49
12.

Zitat von vitalik
Wo sehen Sie, dass der Artikel viel zu positiv ist? Die Menge macht das Gift. Das haben Sie festgestellt und genau das hat doch jeder der Elternteile in dem Artikel gesagt. Niemand hat doch behauptet, dass man nun den ganzen Tag beim Computerspielen verbringen soll. Interessant ist, dass Sie anfangen mit der Wissenschaft zu argumentieren, aber dann schnell in eigene Behauptungen abweichen. Die Quelle zu einer Studie hätte ich schon gern, die beweist, dass Spiele eine Sogwirkung haben und aus diesem Grund eine Gefahr darstellen. Sucht ist eine Krankheit (genauso wie Glückspiel, Alkohol, Essen usw.) und kann jeden treffen. Von einer besonderen Wirkung der Computerspiele habe ich zu mindestens noch nicht gehört.
Der Artikel ist dahingehend zu positiv, dass dieses Thema nur einseitig beleuchtet wurde und auf die Risiken und Nebenwirkungen nicht eingegangen wird.
Die ganze Thematik ist noch sehr neu und ich bin mir sicher, dass in 20 Jahren Medienkonsum im Rahmen eines Jugendschutzgesetzes reglementiert sein wird, wie heute Alkohol oder Zigaretten.

Was meinen Ausflug in die Wissenschaft angeht, bitte ich die doch sehr Oberflächliche Einlassung zu entschuldigen.
Ich wollte den Rahmen hier nicht sprengen und bin deshalb nicht konkret geworden. Ich empfehle Ihnen hierzu sich bei Interesse mit den Arbeiten von Prof. Spitzer (Hirnforscher und Psychiater) oder Prof. Hüther auseinander zu setzen. Hier werden auf wissenschaftlicher Basis die Auswirkungen von Medienkonsum auf Kinderhirne beleuchtet. Und die sind erschreckend.

Zum Thema Sucht und Computerspiele muss ich Ihnen sagen, dass eine "besondere Wirkung" längst bekannt ist und ich denke, dass jeder der mal intensiv online gespielt hat schon Suchverhalten an sich und anderen beobachten konnte.

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monotrom 20.02.2018, 11:03
13. Kontrollverlust

Man weiß, dass man die Kontrolle über seinen Steam-Account verloren hat, wenn man bei einer feierabendlichen Spieleinheit von einem xXtheXx mit den Worten "Komm ts, du Fogel" angewhispert wird :)

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xinoehp 20.02.2018, 11:16
14. Manfred Spitzer

Naja... Herrn Spitzer als Quelle hier zu benennen ist sehr fraglich. Er verteufelt so ziemlich jegliche Mediennutzung in Bezug auf Kinder (egal ob Fernsehen, PC/Konsolen-Spiele oder Internet).

„Unter anderem die Medienpsychologen Markus Appel und Constanze Schreiner griffen Spitzers Thesen zur „Digitalen Demenz“ auf und stellten ihnen entsprechende Meta-Analysen zu den Auswirkungen digitaler Medien gegenüber. Diese widersprächen den von Spitzer behaupteten entwicklungsschädlichen Auswirkungen des Internets: Laut diesen Metaanalysen führe intensive Internetnutzung weder zu weniger sozialem Austausch noch zu weniger gesellschaftlich-politischem Engagement und auch seien intensive Internetnutzer keinesfalls einsamer als Wenignutzer. Des Weiteren widersprechen sie den Thesen, dass sowohl verringertes Wohlbefinden als auch Fettleibigkeit im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien stünden. Darüber hinaus führen sie Metanalysen an, die implizieren, dass weder das Lernen am Computer noch die Nutzung computerbasierter Lernspiele einen negativen Einfluss auf den Lernerfolg habe. Im Hinblick auf schriftsprachliche Kompetenzen verdeutlichen sie, dass diese keineswegs unter dem Schreiben am Computer leiden würde. Diese Arbeit fand ein breites Medienecho. Spitzer seinerseits veröffentlichte wenig später eine Erwiderung,in der er den Autoren vor allem vorwarf, sich auf eine veraltete Datenlage zu berufen, und nochmals neuere Studien zitierte, die seine Thesen doch belegen würden. In einer weiteren Replik von Appel und Schreiner werden argumentative Fehler Spitzers aufgezeigt und die ursprüngliche Kritik wird erneut wissenschaftlich bekräftigt. Zusammenfassend kommen sie zu dem Schluss, „die einseitige Perspektive von Spitzer verunklare den Blick auf die Chancen und Risiken des Lebens in einer digitalen Welt.“(Quelle: Wikipedia)

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m82arcel 20.02.2018, 11:17
15. @PeterClark

Gerade Manfred Spitzer ist in diesem Zusammenhang aber auch nicht unumstritten in Bezug auf seine Thesen zu den Auswirkungen der Mediennutzung. Eine ganze Reihe Studien und Metastudien widersprechen ihm da sehr deutlich.
Sicherlich ist es nicht zu begrüßen, wenn Kinder vor Spielen dauerhaft "geparkt" werden. Davon ist in diesem Artikel/Bericht aber auch nicht die Rede. Daher gibt es auch keinen Grund, hier im Artikel auf mögliche negative Aspekte einzugehen, die gar keinen Bezug zum Inhalt und Tenor des Artikels haben. In einem Artikel zu Kinderbüchern wurde auch niemand eine Warnung vor Haltungsschäden und Vereinsamung durch dauerhaftes Lesen erwarten.

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PeterClark 20.02.2018, 11:28
16.

Zitat von sirgorath
"Jeder der schon viel und ernsthaft online gespielt hat kennt dutzende Fälle von Leuten, denen das Spielen jegliche soziale Grundlage entzogen hat." Meiner Erfahrung nach, ist das doch stark übertrieben. Aus den etwa 100 Spielern mit denen ich engeren Kontakt hatte, ist mir kein Fall bekannt, der die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Lediglich vom hören-sagen weiß ich von zwei Personen, welche ich sehr flüchtig kenne, dass diese Probleme durchs Spielen hatten. Seit wann sind Sie denn passionierter Spieler? Haben sie Schäden in ihrer Entwicklung festgestellt? Ich wage mal die These, dass diese Forschungen bezüglich der Hirnschäden etwas älter sind und sich eher auf den TV-Konsum beziehen. Für ausreichend aussagekräftige Langzeitstudien gibt es PC Spiele einfach noch nicht lange genug.
Von den 10 Leuten mit denen ich angefangen habe online zu spielen, denke ich, dass sich dies bei dreien negativ auf ihr Leben ausgewirkt hat. Und wir reden hier von jungen Erwachsenen, nicht von Kindern deren Gehirne noch in der Entwicklung stecken.

Ich selber habe mit etwa 12 Jahren das erste mal am Computer gespielt und dies dann ab 19 mit Auszug aus dem Elternhaus massiver betrieben.
Habe ich Schäden in meiner Entwicklung festgestellt? Schwer zu sagen. Auf sozialer Ebene funktioniere ich. Meine Konzentrationsfähigkeit könnte wohl besser sein - aber nichts dramatisches.
Was aber wichtig ist: Meine Gamingzeit hat auch erst nach der Kindheit angefangen. Entsprechend war mein Gehirn bereits in seinem bescheidenen Maße fertig entwickelt, mein Sozialverständnis war angelegt und meine Ausbildung fast abgeschlossen.

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razer 20.02.2018, 11:34
17.

Zitat von Forumname42
Gruselig und didaktisch nicht vertretbar ist die eingeklinkte Bilderstrecke, z.B. Bild 3: "Ebenso lässt sich eine Zielhilfe zuschalten, die immer direkt auf den Kopf der Gegner zielt." Oder Bild 5: "Es setzt darauf, dass Spieler (...) die vielen Gegner mit wenig Munition besiegen." Ist das eine Spielwelt und Welt, die wir unseren Kindern vorleben wollen? Löse Deine Aufgaben mit Kopfschüssen auf den Gegner und verbrauche dabei möglichst wenig Munition? Klingt eher wie ein Aufnahmetest zur Teilnahme im Syrienkrieg.
Sie machen den typischen Fehler der auch schon bei der Killerspieldebatte zu beobachten war. Spiele nach einzelnen brutalen Inhalten zu beurteilen macht definitiv keinen Sinn, wenn man nicht berücksichtgt worum es in diesen Spielen überhaupt geht. Für viele Videospiele ist der Kampf nur ein Aspekt der Spielmechanik, d.h. z.B. Counterstrike danach zu beurteilen das einem Kopfschüsse dort weiterhelfen und daraus eine entsprechende Jugendgefährdung abzuleiten, zeigt nur auf daß man sich nicht mit der Taktik, dem Teamplay, der Hand-/Augenkoordination usw. auseinandergesetz hat, die das Spiel vom Sinn nach ausmachen.
Das ist bei Videospielen nicht anders als bei Filmen u. Büchern, hier wie dort gibt es Schrott- entscheidend ist immer die Medienkompetenz der Konsumenten.

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PeterClark 20.02.2018, 11:44
18. Wow

Krass, dass ich mit meiner kritischen Meinung hier relativ alleine zu sein scheine.
In meinem Freundeskreis ist es allerdings genauso.
Das Kinder Zeit am Bildschirm verbringen ist Status Quo in unserer Gesellschaft-
Aber jetzt mal abgesehen von den Einlassungen über Hirnforschung, die auch unter Wissenschaftlern leidenschaftlich diskutiert werden.

Mal Hand aufs Herz und ehrlich sein.
Wie viele Kinder in Eurem Umfeld interessieren sich kaum noch für real life sondern ziehen es vor in virtuellen Welten abzutauchen?
Wie viele Kinder kennt Ihr die gestern noch dreckig und verfilzt draussen spielen wollten und heute einfach nichts mehr wollen als drinnen online rumzudaddeln?

Der richtige Umgang mit den sogenannten neuen Medien ist, glaube ich, die grösste Herausforderung, der sich junge Familien derzeit stellen müssen.

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urmedanwalt 20.02.2018, 11:44
19. Spitzer und Hüther

sind vor allem auf ihre eigene Vermarktung bedacht und suchen so lange Argumente, bis diese zu ihrer vorher schon feststehenden Meinung passen. Das ist wie mit Herrn Pfeiffer, der auch schon so lange die angeblichen Auswirkungen der Gewalt in Videospielen beklagt, ohne wirklich handfeste Beweise vorlegen zu können. Die Vergangenheit war immer besser, und vor der Verderbtheit der Jugend wird schon seit Jahrtausenden gewarnt. ;-)

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