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Cookies: Firefox bringt Online-Werber gegen sich auf
DPA

Mozilla testet für seinen Firefox-Browser mehr Datenschutz für die Nutzer - und bringt damit die Werbeindustrie gegen sich auf: Das Verbot von sogenannten Drittanbieter-Cookies macht ihnen die Arbeit schwer.

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achim58 27.03.2013, 19:42
210.

Zitat von ramuz
Adblocker rein, ... nix sagen! Lasst die dummen Werber doch weiter in dem Glauben, wir alle würden den Mist sehen und gündlich studieren Passt doch! Also... pssst ! ;-))))
Sie kennen sich nicht sonderlich gut aus in der Materie, sonst würden Sie nicht so (sorry) unqualifiziertes Zeug schreiben. Es ist techn. sehr genau feststellbar, welche Seitenaufrufe von welchem Zugang aus gebloggt werden - es gibt sogar Seiten, die Sie explizit darum bitten Ihren Blogger ab zu schalten, weil sie sich via Werbung finanzieren. Also bitte erst ein wenig in die Materie einlesen.....

Die meisten Werber sind auch nicht per se dumm - sie sind nur leider selten zur Selbstreflektion in der Lage, halten ihren Berufsstand für eminent wichtig und gut - und merken dabei leider selten, dass sie sich "den Ast auf dem sie sitzen, selber ab schneiden" wenn sie so weitermachen....

Werbung muß nicht zwangsläufig nervig sein (UK Werbung ist z.B. meist weit origineller als bei uns in D), aber die schiere Menge an Werbung in TV/Zeitung/Briefkasten/Tageszeitung/Illustrierte/Bannerwerbung/TV und Audiospots in jedem Markt usw. usw. - das ist es was einfach nur noch nervt.

Und so wie ich meinen Briefkasten versuche von Werbung frei zu halten (mittels entspr. Aufkleber u. Robinson Liste), so versuche ich auch meinen PC davon zu verschonen - eben mittels Werbeblockern. Und Cookies von Drittanbietern brauch schon mal gar niemand. Wenn ich dafür zukünftig auf das eine oder andere Angebot verzichten müßte - so what ?

Das "Problem" stellt sich nicht für den Konsumenten, es sind die Werber selber die berechtigterweise Angst bekommen - weniger Werbung, weniger Werfuzzis ;-)

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achim58 27.03.2013, 19:54
211.

Zitat von dale_gribble
Das "Internet wie es sein soll"; so zwischen 1995 und 2000; haben Sie anscheinend nicht mitbekommen.
Das mit dem netten knatternden schnarchlangsamen Modem ? Ich kann mich noch gut erinnern, aber die Zeiten vermisse ich dann doch ehrlich gesagt weniger...

Um es mal den hier mitlesenden Werbebefürwortern anhand einer Analogie zu erklären:

Sie laufen eine große Einkaufsstraße irgendwo in einer dt. Großstadt auf und ab, weil sie auf ihre Freundinn warten - es kommt eine nette alte Oma und fragt sie freundlich nach der Uhrzeit, Was machen Sie - na klar, sie geben höflich und ebenso freundlich Auskunft.
Auch der 2. Oma, der 3. Oma - aber wenn Sie dann innerhalb einer halben Sunde die 25. Oma fragt, was dann ?

Sind Sie dann immer noch höflich und nett - oder sind Sie dann einfach nur noch genervt ?

Und so läuft das mit der Werbung eben auch, es ist einfach zuviel geworden und jetzt geht es den Leuten zunehmend auf die Nerven - eigentlich doch gar nicht so schwer zu begreifen, doer ?

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hseifert 27.03.2013, 19:55
212. mehr Werberelevanz für User ist doch gut

Man muss bei diesem Thema unterscheiden zwischen Werbern, die personenbezogene Daten erfassen und solchen, welche nur pseudonymisierte Daten erfassen. Letzere sind vollkommen unkritisch. Hierbei erfasst niemand die persönlichen Daten oder gar Bankverbindungen o.ä. sondern es wird nur "numerisch segmentiert". Der Werbeindustrie erlaubt dies, Werbung besser auszusteuern und sogar im Interesse des Users nur relevante Werbung anzuzeigen, welche den Interessen des Users entsprechen. Das ist doch positiv zu werten. Für kleine ecommerce Anbieter ist das wichtig, da sie damit sehr effizient Ihre kleinen Budgets einsetzen können. Bei allem Resepekt und aller Anerkennung den Datenschutz der User zu fördern. Der Schritt mit dem Deaktivieren von Cookies wird aber vernichtende Folgen für Teilbereiche der Onlineindustrie haben. Am Ende profitieren davon dann leider nur wieder die ganz großen der ecommerce Industrie.

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enfield 27.03.2013, 20:01
213. Auch falsch....

Zitat von achim58
... Falsch gedacht: Wenn die Nutzer von AdBlockern die Mehrheit stellen, werden Sie es sich sehr sehr genau überlegen, diese Leute "von den eigenen Inhalten auszuschließen" - denn dann liest niemand mehr Ihre Seite. So rum läuft das Spiel ! Aber wenn ich Ihre Statements so lese, bin ich mir ziemlich sicher auf Ihre Website verzichten zu können ;-)
Sie werden lachen, wir "Werbefuzzies" stören uns nicht an den Nutzern, die Adblocker einsetzen...wir respektieren Ihre bewusste Entscheidung und beachten Sie nicht weiter. Eine relevante Verbreitung von Adblockern ist eh nicht all ansatzweise in Sicht - das ist so - da gibt es auch keine Meinungen oder Ansichten zu sondern schlicht und einfach Zahlen, die das belegen.

2. Es geht hier um 3rd Party Cookies, die möglicherweise mit der nächsten FF Version standardmäßig geblockt werden. Der größte Teil, der Internetnutzer schert sich nicht um Cookies, der etwas kleinere Teil hat Wilde Vorstellungen davon, die nicht zutreffend sind. Sprich die meisten scheren sich nicht um irgendwelche individuelle Browsereinstellungen - is so.

3. Wer sind wir Werbefuzzies eigentlich?! Den Großteil von uns Werbefuzzies ist das nämlich auch ziemlich egal. Wenn wir Reichweite und Segmentierungen nicht mehr so fein bestimmen können, drücken wir die Kontaktpreise und ballern alles zu, bzw. bedienen uns der gleichen Instrumente wie bei TV, Radio Print.
Die großen Anbieter haben auch weniger Probleme, da sie ihre jeweils eigene Datenbasis heranziehen. Facebook, Google, Amazon, Apple lassen die Sektkorken knallen, während kleinere Anbieter, die sich kein Personal und Infrastruktur für den Anzeigenvertrieb leisten können auf der Strecken bleiben. Genau wie die Vermarkter, die die Einzelseiten nicht mehr effizient an den Mann bringen können. Diese Werbefuzzies sind i.d.R. Gar keine Werber sondern IT'ler, Entwickler, Mathematiker, die sich eine Existenz aufgebaut haben und dann entweder auf der Straße hocken oder um ihr Überleben kämpfen, und zwar mit allen Mitteln.

4. Werbung ist kein Selbstzweck. Werbung wirkt und ist wichtig - sofern man nicht in einer abgeschotteten Planwirtschaft leben will.

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dale_gribble 27.03.2013, 20:23
214.

Zitat von enfield
Eine relevante Verbreitung von Adblockern ist eh nicht all ansatzweise in Sicht - das ist so
Wirklich?
Wer surft ohne Adblocker?
Sogar meine 75 Jaehrige Mutter hat einen installiert.
Selbst und freiwillig.
Ich habe wirklich noch nie einen Computer ohne Adblocker gesehen.

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discotieren 27.03.2013, 20:26
215. Werbung in eigener Sache ...

Zitat von enfield
(....) 3. Wer sind wir Werbefuzzies eigentlich?! Den Großteil von uns Werbefuzzies ist das nämlich auch ziemlich egal. Wenn wir Reichweite und Segmentierungen nicht mehr so fein bestimmen können, drücken wir die Kontaktpreise und ballern alles zu, bzw. bedienen uns der gleichen Instrumente wie bei TV, Radio Print.
Erneut die Drohung: Wenn ihr euch nicht aushorchen lasst, dann "ballern wir euch zu". Läuft so etwas eigentlich unter Sympathie-Werbung?

Zitat von enfield
(...) Genau wie die Vermarkter, die die Einzelseiten nicht mehr effizient an den Mann bringen können. Diese Werbefuzzies sind i.d.R. Gar keine Werber sondern IT'ler, Entwickler, Mathematiker, die sich eine Existenz aufgebaut haben und dann entweder auf der Straße hocken oder um ihr Überleben kämpfen, und zwar mit allen Mitteln.
Ist das auch wieder eine Drohung? "Mit allen Mitteln"? Wie hat man sich das vorzustellen?

Und wenn diese Werbefuzzies so ganz sympathische Typen, von "um die Ecke" sind, so etwa wie du und ich, dann wissen die ja auch, was nervt und was nicht. Zum Schluss sind sie sogar an Datenschutz interessiert und wollen immer nur das Beste - nicht etwa für ihre Kunden - sondern für die Konsumenten, die Umwelt und ... überhaupt?

Ja, freilich wenn das so ist, dann gibt es auch keine Gefahren von wegen Datenaggregation und Anlegen von Persönlichkeitsprofilen und so. Dann wissen die ja auch selbst, dass das verboten ist und ein flackerndes Etwas eine Seite zum Lesen unbenutzbar macht? Dass das ständigen Neuladen einer ge-tabbten Seite im Hintergrund extrem nervig ist? Dass das ständige Tracken zu 90 % illegal ist?

Zitat von enfield
4. Werbung ist kein Selbstzweck. Werbung wirkt und ist wichtig - sofern man nicht in einer abgeschotteten Planwirtschaft leben will.
Eine abgeschottete Planwirtschaft entsteht also ... mangels Online-Werbung?

Na, wenn das sooo ist ... nein, bitte, sagen Sie jetzt nichts!

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++arthur 27.03.2013, 20:36
216.

also die funktion "cookies von drittanbietern" de/aktivieren gibts ja schon länger.
wer wirklich genau wissen will was in zukunft anders ist: Firefox blockiert künftig Cookies von Drittanbietern | ZDNet.de
"Mit dem Patch werden diese Cookies von Drittanbietern standardmäßig nicht grundsätzlich blockiert, sondern nur, wenn der Nutzer die entsprechende Website nicht direkt besucht. Die Einstellungen lassen sich im “Privacy”-Tab des Optionsmenüs von Firefox Nightly anpassen."

könnte ich doch nur die verfassungswidrige vorratsdatenspeicherung und neuen gesetze, bei der jede behörde ohne richterliche anordnung meine ECHTE IDENTITÄT bekommen kann, auch so einfach abstellen.
ich fühle mich vom STAAT jedenfalls mehr in meiner privatsphäre bedroht als von werbeanbietern und drittcookies die ich BLOCKIEREN kann ...

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discotieren 27.03.2013, 20:42
217. Nein, hört sich nur gut an ...

Zitat von hseifert
Man muss bei diesem Thema unterscheiden zwischen Werbern, die personenbezogene Daten erfassen und solchen, welche nur pseudonymisierte Daten erfassen. Letzere sind vollkommen unkritisch. Hierbei erfasst niemand die persönlichen Daten oder gar Bankverbindungen o.ä. sondern es wird nur "numerisch segmentiert". Der Werbeindustrie erlaubt dies, Werbung besser auszusteuern und sogar im Interesse des Users nur relevante Werbung anzuzeigen, welche den Interessen des Users entsprechen. Das ist doch positiv zu werten. Für kleine ecommerce Anbieter ist das wichtig, da sie damit sehr effizient Ihre kleinen Budgets einsetzen können. Bei allem Resepekt und aller Anerkennung den Datenschutz der User zu fördern. Der Schritt mit dem Deaktivieren von Cookies wird aber vernichtende Folgen für Teilbereiche der Onlineindustrie haben. Am Ende profitieren davon dann leider nur wieder die ganz großen der ecommerce Industrie.
... denn das "nummerische Segmentieren" ist nicht so anonym, wie Sie es darstellen. Und das ist bereits gefährlich, was da so angesammelt wird. Je nach Menge dieses Datenbreis ist es ein leichtes mit wenigen Mausklicks den Klarnamen dahinter herauszufinden. Für ungeübte lohnt es sich, einmal hier zu klicken, um zu sehen, was beim Surfen so alles herausgeschleudert wird: IP check

Außerdem gehöre ich zu denen, die das schlicht auch nicht wollen bzw. genießen. Ich gebe ein Beispiel: Ich kaufte mir ca 2002 einmal eine weltweit verteilte US-Politik-Illustrierte (Newsweek / Time?) und fühlte mich regelrecht betrogen als ich feststellte, dass die deutsche Ausgabe ein ganz anderes Cover und einen veränderten Inhalt hatte. Die Originalausgabe hatte mich neugierig gemacht, weil sie Deutschlands Vergangenheit auf dem Titel hatte. Das hatte man für die europäische bzw. deutsche Ausgabe "modifiziert". Nie wieder habe ich Interesse an diesem Magazin gehabt. Dasselbe ist mir mit einem US-amerikanischen Buch passiert. Die US-Version enthält extrem feindselige Äußerungen gegenüber den Deutschen, die deutsche wurde - versehentlich erst in der zweiten Auflage - gesäubert.
Und genauso NIMMT angepasste Werbung dem Surfer etwas: Er wird in einer Filterblase gesteckt und kommt aus ihr nicht mehr heraus, ja, oft erfährt er das noch nicht einmal. Ich rufe eine Freundin an: Hast du die Anzeige da rechts gesehen? Was, welche Anzeige? Hab ich nicht ....

Also: Informiert die Leute, wenn ihr sie in eine Blase steckt! Dann gibt es VIELLEICHT eine Zustimmung.

Aber ich denke, dass Sie damit Recht haben, dass diese Aktion zumindest Googles Datensucht kaum tangieren wird: Die verwenden entweder wieder illegale Tricks (Safari-Cookie!) oder "tiefergehende" Mechanismen (siehe die Verseuchung des Firefox mit Google "Services" per "about:config" in Adresszeile). Da Google den Firefox hauptsächlich finanziert - wohl noch immer -, würden die ansonsten auch protestiert haben. Wirksam.

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Pat-Riot 27.03.2013, 20:44
218. So ist es

Zitat von Denker
und wenn ich dann Werbung sehe, kann ich ja wegschauen.
Nur, dass ich im Zeitalter der Computer, den Computer schon für mich wegschauen lasse. Wofür hat man den Rechenknecht?

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enfield 27.03.2013, 22:05
219.

Zitat von discotieren
Erneut die Drohung: Wenn ihr euch nicht aushorchen lasst, dann "ballern wir euch zu". Läuft so etwas eigentlich unter Sympathie-Werbung?
Nicht "euch" sondern "alles" habe ich geschrieben. Das war unvolltändig und ich meinte damit alles, was wir an Werbeplätzen bekommen. Ich habe auch von Kontaktpreisen geschrieben, die wir dann "drücken"....das war auch vielleicht nicht ganz vollständig, weil wir die garnicht aktiv drücken müssen, sondern die Kontakte einfach an Wert verlieren, wenn sich nicht erkennen lässt, wieviel Menschen damit jeweils tatsächlich erreichen werden. Das ist auch keine Drohung sondern einfach ein Mechanismus. Wir wollen ja eben lieber mehr Geld investieren um mehr Menschen bzw. Bestimmen Zielgruppen zu erreichen.
Im TV wird z.B. von ca 5000 Leuten mit einem installierten Messgerät auf alle Zuschauer hochgerechnet - geht auch, da fließen auch ganz andere Gelder.....könnten wir Online genau so hinbekommen.....und werden wir auch im Zweifel....ist das besser?

Zitat von
Ist das auch wieder eine Drohung? "Mit allen Mitteln"? Wie hat man sich das vorzustellen?
Nein, auch das ist ein Mechanismus. Alles was bei diesem undifferenziert en Käse heraus kommt, ist eine Fortsetzung des Katz und Maus Spiels. Interessant ist auch dass der Ursprung dieser vermeintlich guten Intiative bei der US FTC begründet ist, deren Herr Rockefeller mangles Durchblick einfach mal be kernige Ansage gemacht hat (Do-Not-Track-Bill), die sich relativ frei interpretiren lässt....
Zitat von
Und wenn diese Werbefuzzies so ganz sympathische Typen, von "um die Ecke" sind, so etwa wie du und ich, dann wissen die ja auch, was nervt und was nicht. Zum Schluss sind sie sogar an Datenschutz interessiert und wollen immer nur das Beste - nicht etwa für ihre Kunden - sondern für die Konsumenten, die Umwelt und ... überhaupt?
Ob wir symphathisch oder nicht sind, kann ich nicht beurteilen. Aber wir sind wie die meisten anderen Teilnehmer unserer Marktwirtschaft und Gesellschaft. Ich kann auch nicht erkennen, was an Absatzförderung schlimmer ist als an anderen Bereichen unseres Wirtschaftslebens.
Zitat von
Ja, freilich wenn das so ist, dann gibt es auch keine Gefahren von wegen Datenaggregation und Anlegen von Persönlichkeitsprofilen und so. Dann wissen die ja auch selbst, dass das verboten ist und ein flackerndes Etwas eine Seite zum Lesen unbenutzbar macht? Dass das ständigen Neuladen einer ge-tabbten Seite im Hintergrund extrem nervig ist? Dass das ständige Tracken zu 90 % illegal ist?
Ach kommen Sie, so sind Sie denn im Web so unterwegs? Es gehören immer mehr Parteien dazu....seriöse Websites lassen auch keine unseriösen Werbetreibenden zu.


Zitat von
Eine abgeschottete Planwirtschaft entsteht also ... mangels Online-Werbung?
Schon wieder: ich habe nicht geschrieben "Online-Werbung" sondern "Werbung"...und ja: Unser System funktioniert nicht ohne Werbung. Wenn Ihnen das System an sich nicht passt, sollten Sie andere Sorgen als ausgerechnet die Werbung haben...denn sie ist nicht Ursache sondern lediglich ein Element.
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