Forum: Netzwelt
"Counter-Strike" und Co.: Was wurde aus der Killerspiel-Debatte?

Kann man in "Counter-Strike" wirklich Schulmädchen erschießen? Nein. Doch mit solchen Argumenten wurde eine ganze Debatte geführt. Politiker und Journalisten forderten mit kruden Behauptungen ein Verbot von "Killerspielen". Und heute?

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vonschnitzler 26.09.2015, 18:44
100. Tja warum wohl?

Die Debatte ist eingeschlafen - zum Glück. Warum ist sie das? Weil es glücklicherweise lange keinen Grund für tumben Aktionismus gab... jede Wette, die Herren Herrmann und Co würden den Müll wieder ausgraben sobald es ein neues Winnenden o.ä. gäbe.

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elizar 26.09.2015, 19:09
101.

Zitat von barbierossa
Weder Hornochse noch ich (auf mein Posting reagierte der User ja) haben ein Verbot gefordert. Aber solche Reaktionen, zu denen absurde Analogien als Schein-Argumente gehören, bekommt man häufig, sobald Videogames und die mit ihnen einhergehenden Risiken kritisch thematisiert werden, mit schöner Regelmäßigkeit - auch diese recht platten Kritikimmunisierungsstrategien haben wir übrigens der im Artikel resümmierten Killerspiel-Hetz-Debatte zu verdanken. Nein, verboten werden sollten Videospiele selbstverständlich nicht, ebensowenig, wie ich persönlich z.B. Alkohol oder gar heute noch illegale andere Rauschdrogen verbieten würde. Es ginge erstmal um _sachliche_ Aufklärung. Und an der scheitert es leider hierzulande. Was keinerlei Aufhebens bedürfte, wenn das Phänomen nur eine verschwindend kleine Gesellschaftsgruppe beträfe. Aber das tut es eben nicht. Firmen, die mit Games wie "Clash of Clans" und Artverwendten Gewinne machen, die locker in dreistellige Millionenbeträge gehen, nutzen Suchtmechanismen inzwischen ziemlich gekonnt und gezielt aus. Während man bei den illegalen Drogen die Verbotskarte zieht, ist das Thema Alkoholismus (ähnlich wie die Geldautomaten-Spielsucht) wenigstens halbwegs als Problematik bekannt. Die Videospielsucht (falls Sie selbst sich in Gamer-Kreisen aufhalten: schon mal bemerkt, wieviele Zocker von "suchten" oder "süchteln" sprechen, wenn sie ihre Hobby-Aktivität benennen? Das sind Erkenntnisabwehr-Versuche per Ironie...) allerdings befindet sich unterhalb des Aufmerksamkeitsradars der meinungsbildenden Medien. Zur sogenannten "Medienkompetenz" gehört nun mal, solche Phänomene einschätzen zu können. Nur, wer weiß, worein übermäßiger Alkoholkonsum münden kann, hat die Möglichkeit, den eigenen Umgang mit König Alkohol selbstkritisch zu betrachten. Für Videogames gilt Gleiches.
Mit dieser Argumentation kann ich gut leben. Aus erster Hand weiß ich selbst, dass das Suchtpotential real ist. Von daher: Guter Kommentar ihrerseits.

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supergrobi123 26.09.2015, 19:16
102. Kausalkette von hinten aufgezäumt.

Nicht Counterstrike-Spieler werden zu Amokläufern. Amokläufer spielen Counterstrike. Was läge auch näher? Mein kleines Pony?

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d_grat 26.09.2015, 19:26
103. .. stimmt teilweise

habe seit ich 18 Jahre geworden bin aus diesen Gründen keine SPD/CDU mehr gewählt. Die Grünen sind auch raus, weil die wegen jedem Mist ein Verbot als Gesetz aufsetzen wollen. Wer die wählt, hat keine Demokratie verdient. Da bleibt nicht mehr viel..

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Untertan 2.0 26.09.2015, 19:59
104.

Zitat von
"Das war ein Moment, in dem viele Videospieler gemerkt haben 'Hey, von dem, was sie reden, haben die Politiker eigentlich keine Ahnung - erzählen die vielleicht auch bei Themen, bei denen ich keine Ahnung habe, so einen Unsinn?'", sagt Schönfeldt.
Und das gilt nicht nur für Politiker, sondern auch für die Medien. Ich erinnere mich mit Schaudern an Beiträge von "Frontal" und anderen angeblich investigativen Magazinen, wo über ein bestimmtes Spiel gesprochen, aber Bilder aus einem anderen gezeigt wurden, Spielinhalte nicht nur ungenau sondern schlicht falsch wiedergegeben und munter Begriffe durcheinandergeworfen wurden (beliebter Fehler: Third-Person-Shooter werden als Ego-Shooter bezeichnet, weil anscheinend niemand weiß, wofür das "Ego" eigentlich steht).

Und da fragt man sich als Zuschauer natürlich schon: wenn dieses Thema durch die Bank so schlecht recherchiert ist, wie steht es dann um andere, wo ich es nicht auf Anhieb erkenne? Meine Konsequenz: ich habe aufgehört Nachrichtenmagazine zu gucken.

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eggshen 26.09.2015, 20:10
105. Vielleicht eine Frage des Alters...

Offen gestanden fand ich als jüngerer Mensch die Diskussionen, bzw, Verbote gerade von Ego-Shootern geradezu lächerlich, empörend, bevormundend, usw.

Etwas nachdenklicher wurde ich z.B. bei der GTA-Reihe. Mittlerweile sind wir bei Games wie 'DayZ' angekommen - ein 'Survial-Game', u.a. mit Selbstmordanimationen, Kannibalismus und diversen Foltermethoden.
Auch das wird von den Spielern mit derselben Argumentation (wie damals) goutiert. Und überhaupt - wer für 'sowas' zu zartbesaitet ist, soll es halt nicht kaufen/spielen.

OK, von mir aus...aber für mich hört es irgendwann auf - und zwar spätestens bei den o.g. 'Features'.

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NauMax 27.09.2015, 23:27
106.

Zitat von eggshen
Offen gestanden fand ich als jüngerer Mensch die Diskussionen, bzw, Verbote gerade von Ego-Shootern geradezu lächerlich, empörend, bevormundend, usw. Etwas nachdenklicher wurde ich z.B. bei der GTA-Reihe. Mittlerweile sind wir bei Games wie 'DayZ' angekommen - ein 'Survial-Game', u.a. mit Selbstmordanimationen, Kannibalismus und diversen Foltermethoden. Auch das wird von den Spielern mit derselben Argumentation (wie damals) goutiert. Und überhaupt - wer für 'sowas' zu zartbesaitet ist, soll es halt nicht kaufen/spielen. OK, von mir aus...aber für mich hört es irgendwann auf - und zwar spätestens bei den o.g. 'Features'.
Stimmt schon, DayZ hat eine Richtung eingeschlagen, die viele nicht mehr Gutheißen können. Selbst Spielemagazine haben das mittlerweile thematisiert. Wobei das Spiel, welches eigentlich das Überleben nach einer Zombie-Apokalypse zum Ziel hat im Endeffekt von Anfang an ein Sammelbecken für Sadisten war. Was GTA angeht: Die Folterszene aus Teil 5 ist starker Tobak, aber gerade die Erkenntnis, dass das "Ergebnis" dieser Folter absoluter Schwachsinn war, weil das Opfer den Verdächtigen allen Anschein nach wirklich nicht kannte, hat viele Spieler zum nachdenken angeregt. Einer der Charaktere hält danach auch ein flammendes Plädoyer gegen Folter. Und warum sollte man ein so kontroverses Thema nicht an die Öffentlichkeit bringen, ganz abseits von Nationalistischen BIAS, mit denen sowas sonst serviert wird?

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ohne_mich 27.09.2015, 01:37
107.

Zitat von eggshen
Offen gestanden fand ich als jüngerer Mensch die Diskussionen, bzw, Verbote gerade von Ego-Shootern geradezu lächerlich, empörend, bevormundend, usw. Etwas nachdenklicher wurde ich z.B. bei der GTA-Reihe. Mittlerweile sind wir bei Games wie 'DayZ' angekommen - ein 'Survial-Game', u.a. mit Selbstmordanimationen, Kannibalismus und diversen Foltermethoden. Auch das wird von den Spielern mit derselben Argumentation (wie damals) goutiert. Und überhaupt - wer für 'sowas' zu zartbesaitet ist, soll es halt nicht kaufen/spielen. OK, von mir aus...aber für mich hört es irgendwann auf - und zwar spätestens bei den o.g. 'Features'.
Sorry, aber Ihr anfängliches geheucheltes Verständnis mit sofort anschließendem "Bedenkentum" über DayZ zeigt, daß Sie auf der gleichen Schiene fahren wie Bosbach & Co. - Dinge, die Sie nicht verstehen, verteufeln Sie unreflektiert.

Warum diese Dinge in DayZ vorhanden sind?
Weil sie in der Realität auch vorhanden sind!

Denn: Eine Situation wie in jenem Spiel würde in so gut jedem Menschen das beste, aber auch das schlechteste hervorrufen - schauen Sie einmal die Serie "The Walking Dead", dann wissen Sie, was ich meine.
Und nichts anderes will dieses Spiel darstellen, durch das Einbauen dieser - spielerisch völlig irrelevanten! - Möglichkeiten. Auf diese Weise besticht dieses Spiel mit Realismus.

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Freifrau von Hase 27.09.2015, 09:02
108. Schelte

"beliebter Fehler: Third-Person-Shooter werden als Ego-Shooter bezeichnet, weil anscheinend niemand weiß, wofür das "Ego" eigentlich steht"

Bei aller berechtigter Medien-Schelte: Aber ein Nachrichtenmagazin hat auch die Aufgabe, einen Sachverhalt so zu erklären, dass ihn auch nicht Fachleute verstehen. Und da 99% der Bevölkerung der Unterschied zwischen einem Ego-Shooter und einem Third-Person-Shooter herzlich egal sein dürfte und es für die Debatte jetzt auch nicht der wichtigste Aspekt ist, dürfte man so einen Fehler sogar verzeihen.

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Andreas-Müller 27.09.2015, 09:47
109. Auf den Punkt gebracht ...

"Das war ein Moment, in dem viele Videospieler gemerkt haben 'Hey, von dem, was sie reden, haben die Politiker eigentlich keine Ahnung - erzählen die vielleicht auch bei Themen, bei denen ich keine Ahnung habe, so einen Unsinn?'"

Ja, das machen Sie.
Bosbach ist bestimmt kein schlechter Menschen und damit in seiner Kaste fast schon ein Unikum. Aber alles was der Mann zum Thema PC - Konsolenspiele sagt, zeugt von seiner Unkenntnis.

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