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"Counter-Strike" und Co.: Was wurde aus der Killerspiel-Debatte?

Kann man in "Counter-Strike" wirklich Schulmädchen erschießen? Nein. Doch mit solchen Argumenten wurde eine ganze Debatte geführt. Politiker und Journalisten forderten mit kruden Behauptungen ein Verbot von "Killerspielen". Und heute?

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mr.gamer 27.09.2015, 10:00
110. Das stimmt so nicht.

Zitat von supergrobi123
Nicht Counterstrike-Spieler werden zu Amokläufern. Amokläufer spielen Counterstrike. Was läge auch näher? Mein kleines Pony?
"Für das Computerspiel Counter-Strike, das im Zusammenhang mit dem Amoklauf häufig von den Medien erwähnt wurde, hat sich Steinhäuser dem Bericht zufolge anscheinend nicht interessiert."

https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt

Auch interessant:

https://de.wikipedia.org/wiki/Amokla...ngereimtheiten

Und die Folgen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Amokla...Waffengesetzes

Im Fall Winnenden sind die "Ungereimtheiten" noch wesentlich größer.

Als Beispiele für "Amokläufe" im Zusammenhang mit Videospielen mag ich beide Fälle nicht gelten lassen, insbesondere nicht Winnenden.

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Ein_denkender_Querulant 27.09.2015, 12:00
111. Nur ein kleiner Teil der Debatte

Die Killer-Spiele sind nur ein kleiner Teil der Geschichte. Die Grausamkeit ist bei Schach ebenso da, man lernt ganz selbstverständlich Bauern zu opfern. Und niemand würde auf die Idee kommen, Brücken-Holzklotzschmeißer als Tetris-Fans zu beschreiben.

Zu hinterfragen sind Rechner, Internet und deren Nutzen und Zeitaufwand von einer anderen Seite. Die Möglichkeiten für Recherche und Informationsbeschaffung sind riesig, aber ebenso werden Kinder mit 95% Müll und Desinformation im Internet überhäuft. Das Suchen nur über Google Scholar sinnvoll ist, hat leider kaum jemand verstanden.

Dazu bricht das Sozialverhalten weg. Wer täglich 4h und mehr vor dem Rechner sitzt hat diese Zeit nicht für den Umgang mit anderen Menschen, der aber immer wichtiger wird, weil heutige Aufgaben nur noch im Team zu lösen sind.

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NauMax 27.09.2015, 13:45
112.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Die Killer-Spiele sind nur ein kleiner Teil der Geschichte. Die Grausamkeit ist bei Schach ebenso da, man lernt ganz selbstverständlich Bauern zu opfern. Und niemand würde auf die Idee kommen, Brücken-Holzklotzschmeißer als Tetris-Fans zu beschreiben. Zu hinterfragen sind Rechner, Internet und deren Nutzen und Zeitaufwand von einer anderen Seite. Die Möglichkeiten für Recherche und Informationsbeschaffung sind riesig, aber ebenso werden Kinder mit 95% Müll und Desinformation im Internet überhäuft. Das Suchen nur über Google Scholar sinnvoll ist, hat leider kaum jemand verstanden. Dazu bricht das Sozialverhalten weg. Wer täglich 4h und mehr vor dem Rechner sitzt hat diese Zeit nicht für den Umgang mit anderen Menschen, der aber immer wichtiger wird, weil heutige Aufgaben nur noch im Team zu lösen sind.
Deswegen wird ja heute Online auch überwiegend in Teams gespielt. Die Vorstellung vom einsamen Nerd, der alleine im stillen, abgedunkelten Kämmerlein Egoshooter spielt und dabei die Realität komplett vergisst ist veraltet. Und beim Zocken ist Teamwork wichtiger als beim Bodybuilding oder Ausdauertraining

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Untertan 2.0 27.09.2015, 14:22
113. Nichts ist so grausam wie die Realität

Zitat von ohne_mich
Denn: Eine Situation wie in jenem Spiel würde in so gut jedem Menschen das beste, aber auch das schlechteste hervorrufen - schauen Sie einmal die Serie "The Walking Dead", dann wissen Sie, was ich meine.
Oder schauen Sie einfach mal Nachrichten. Zombies sind doch bloß ein Zerrspiegel unserer realen Gesellschaft.

Ich weiß übrigens auch nicht, warum jemand, der alt genug ist, für sein Vaterland am Hindukusch zu töten, in Deutschland nicht spielen darf, was er will. Es muss ja nicht jedem gefallen, aber seit wann haben wir eine Geschmackspolizei?

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Untertan 2.0 27.09.2015, 14:31
114. Vereinfachen geht anders

Zitat von Freifrau von Hase
"beliebter Fehler: Third-Person-Shooter werden als Ego-Shooter bezeichnet, weil anscheinend niemand weiß, wofür das "Ego" eigentlich steht" Bei aller berechtigter Medien-Schelte: Aber ein Nachrichtenmagazin hat auch die Aufgabe, einen Sachverhalt so zu erklären, dass ihn auch nicht Fachleute verstehen. Und da 99% der Bevölkerung der Unterschied zwischen einem Ego-Shooter und einem Third-Person-Shooter herzlich egal sein dürfte und es für die Debatte jetzt auch nicht der wichtigste Aspekt ist, dürfte man so einen Fehler sogar verzeihen.
Wenn man vereinfachen will spricht man von "Shooter", da macht man nichts falsch. Wenn man Fachbegriffe benutzt, sollten es jedoch die richtigen sein.
Journalisten sprechen ja auch nicht vom Bundesrat, wenn sie den Bundestag meinen -> sind ja alles Parlamente...

Natürlich ist das "Ego" in der Debatte nicht das entscheidende, aber wenn man als seriöses Format nicht mal die Grundlagen drauf hat, was soll der Zuschauer dann von der Qualität des restichen Beitrags halten?

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SethSteiner 27.09.2015, 17:28
115. Jugendmedienschutz nie begründet

Die Debatte ist langsam versickert aber die Probleme bleiben, denn der Jugendmedienschutz existiert immer noch und das ohne dass seine Notwendigkeit je mit legitimen Argumenten untermauert wurde. Defakto ist der Jugendmedienschutz in seiner Gesamtheit überflüssig. Das zeigt sich abgesehen von der fehlenden erwiesenen Notwendigkeit auch daran, dass in anderen Ländern ganz andere, teilweise bedeutend schwächere Regeln bestehen, obwohl es nach Logik des Gesetzgebers eigentlich zu einem Schaden kommen müsste. Denn dafür ist der Jugendschutz ja da, Minderjährige vor Schaden schützen. Nur, wenn es keinen Schaden gibt, gibt es auch keinen Grund für einen Schutz. Die Konsequenz wäre, die BpjM zu schließen und USK, FSK und FSF gleich mit. Das kostet Jobs aber irgendwann wird man sich fragen müssen, ob man Geld in diese Institutionen fließen lassen will, die eigentlich keinen Zweck erfüllen.

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hornochse 27.09.2015, 20:31
116. Kinder und Jugendschutz

Natürlich ist das sinnig und unabdingbar. Übrigens hat D ein vergleichsweise lockeres Gesetz bezüglich Medien. Und Selbstverständlich nehmen heranwachsende Menschen Schaden bei nicht altersgerechten Inhalten das kann sogar bis hin zu Psychosen führen, epileptische Krämpfe auslösen, motorische Störungen hervorrufen etc. im Extrem bei zockerei und Fernsesucht Und gehört wie bei anderen Drogen und Rauschmitteln in die Aufklärung der Erziehungsberechtigten und dem Schulwesen

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moev 27.09.2015, 22:41
117.

Zitat von upalatus
Zu keinem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte waren lethale gewaltsame Auseinandersetzungen und Aktionen eine freiwillig genossene Freizeitbeschäftigung.
Die zu zehntausenden als Zuschauer in die römischen Arenen geströmten sahen das wohl anders

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alex_d 28.09.2015, 07:45
118. zum thema recherche folgendes

ihre subschlagzeile ist falsch. In Counter-Strike gibt es keine Schulmädchen!

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benmartin70 28.09.2015, 08:07
119.

Zitat von Freifrau von Hase
"Mir ist absolut unbegreiflich, wie man das als brutal ansehen kann, geschweige denn warum man das ab 18 einstufen muss." Wenn man 18 oder älter ist, ist es ja völlig egal. Ansonsten hat weltweit noch kein Minderjähriger überzeugend darlegen können, warum er nicht bis 18 warten kann, biss er diese Spiele spielt. Es gibt ja auch andere Titel oder man liest mal ein Buch...
Und Bücher sind natürlich generell kein Problem?
Habe mich schon immer gefragt warum jeder Jugendliche JEDES Buch kaufen kann, so ganz ohne Alterseinstufung....... (American Psycho, hüstel...)

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