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"Counter-Strike" und Co.: Was wurde aus der Killerspiel-Debatte?

Kann man in "Counter-Strike" wirklich Schulmädchen erschießen? Nein. Doch mit solchen Argumenten wurde eine ganze Debatte geführt. Politiker und Journalisten forderten mit kruden Behauptungen ein Verbot von "Killerspielen". Und heute?

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fritze28 28.09.2015, 08:46
120. sie schreiben killerspiel debatte

ich schreibe "tägliche Medien Hetze in Abstimmung mit der Bundesregierung"! Es war keine Debatte sondern wurde mal wieder hochgepuscht von den Medien. deutsche Medien lügen und betrügen den Bürger und beeinflussen ihn. eine Kontrolle wie vorgeschrieben findet nicht mehr statt!

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Sir Henry I. 28.09.2015, 08:53
121. Space Invaders: Das erste Killerspiel.

1980 auf der Atari-Konsole. Das waren noch Zeiten. Ganze Heerscharen von Aliens haben wir erledigt, die wie fiese kleine Krabben auf der Erde landen wollten. Mit "Star Raiders" verfolgten wir sie zwei Jahre später bereits im All und schossen sie dort ab. Hat es uns geschadet? Sind wir nun alle zu Killern geworden? Unsere Kinder spielten: Daggerfall. Unsere Enkel: Skyrim online. Sind nun etwa ganze Generationen von Killern entstanden? Ich wage, es zu bezweifeln. - Waren die Menschen in der Steinzeit Killer, waren sie es im alten Rom, unter Napoleon, unter Kaiser Wilhelm, unter Stalin? Und wie konnten sie dann zu Killern werden, obwohl sie nicht Video spielten? Wird das "Böse" im Menschen sich nicht auch dann äußern, wenn es nicht - wie bei den Amokläufern - von Videospielen getriggert wird? Ist der Mensch nicht in seiner Evolution über die Jahrtausende immer schon böse gewesen? Mußte Arminius nicht auch böse sein, um Varus zu schlagen? Ist das Böse dem Menschen nicht adhärent, um zu Überleben? Ist es etwa ein Ur-Instinkt, der in einer psycho-pathologischen Situation immer wieder aufbrechen kann, unabhängig davon, ob man Gamer ist oder nicht? Die Antwort ist einfach: Der Ur-Instinkt erweckte das Spiel, aber das Spiel erweckt nicht notwendigerweise den Ur-Instinkt. So primitiv, wie manche opportunistischen Politiker es gerne hätten, tickt der homo sapiens nicht.

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denkpanzer 28.09.2015, 09:43
122. Medialer Umgang

Es waren ja auch die Medien die mit schlechter Recherche das Vertrauen in selbige mit zerstört haben. das wird man hier natürlich nicht lesen. Das viele jüngere lieber bei Lefloid ihre Meinung bilden hängt auch mit dem Umgang der Medien mit Themen wie den "Killerspielen" zusammen.

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SethSteiner 28.09.2015, 09:49
123. Jugendmedienschutz nie begründet

@Hornochse
Deutschland hat eines der strengsten Jugendschutzgesetze der Welt, gerade mal übertroffen von Staaten wie Australien. Klar wird der Jugendschutz aufgeweicht, übrigens auch ein ganz deutliches Zeichen, dass es nie eine wissenschaftliche Basis gab, denn was ein Mal schlecht ist, ist es nicht plötzlich nach zehn Jahren nicht mehr. Mit anderen Worten: Es war nie schlecht. Psychosen, epileptische Krämpfe, motorische Störungen, klingt ja alles schön und gut nur.. wo sind die Beweise? Und nein, es reicht nicht nur vorzulegen, dass es dazu kommen kann, es muss vorgelegt werden, dass sowas zwingend dazu kommt, in relevanter Anzahl und obendrein nur durch bekannte Maßnahmen verhindert werden kann. Wenn man Freiheit, Kunst und Presse einschränken will, braucht man gute Begründungen und muss nach dem Subsidiaritätsprinzip verfahren, was aber in diesem Land nie passiert ist. Stattdessen wurde nach den Amokläufen der Jugendschutz verschärft und bspw. das USK Logo exorbitant vergrößert. Das dumme ist, es fehlt ja sogar eine Opferstatistik, was man eigentlich braucht, wenn man behauptet irgendwo gäbe es Schäden und Gefahren aber irgendwie.. na ja, scheint es sie ja nicht zu geben. Und das nicht nur in Deutschland, sondern offenbar auch nirgendwo anders und dabei müsste in Ländern die bspw. keine Ausweiskonrollen haben, die Opferzahlen ja ganz exoribant steigen und auch die mit kleineren Bewertungssiegeln müssten höhere haben. Von demher lässt sich ziemlich sicher sagen, dass Jugendmedienschutz ein Vorwand ist um Zensur zu betreiben und witzigerweise derselbe Vorwand, der gemeinhin von totalitären Regimen benutzt wird und ebensowenig mit legitimen Argumenten untermauert wird.

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0xd00faffe 28.09.2015, 09:50
124. Meine Wahrnehmung:

Als das Killerspielverbot tatsächlich umgesetzt werden sollte, haben die Killerspieler sehr vehement die Frage in die Öffentlichkeit gedrückt, ob nicht viel eher das "Prinzip Schützenverein" das Problem darstellt. Insbesondere, warum denn praktisch kein School-Shooter Jäger- oder Polizistensohn war.

Eine sehr gute Frage, der sich auch die besorgten Muttis nicht entziehen konnten. Als diese CDU-nahe Menschengruppe in die Defensive geriet, war das Thema dann über Nacht vom Tisch.

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benmartin70 28.09.2015, 09:54
125.

Zitat von hornochse
Natürlich ist das sinnig und unabdingbar. Übrigens hat D ein vergleichsweise lockeres Gesetz bezüglich Medien. Und Selbstverständlich nehmen heranwachsende Menschen Schaden bei nicht altersgerechten Inhalten das kann sogar bis hin zu Psychosen führen, epileptische Krämpfe auslösen, motorische Störungen hervorrufen etc. im Extrem bei zockerei und Fernsesucht Und gehört wie bei anderen Drogen und Rauschmitteln in die Aufklärung der Erziehungsberechtigten und dem Schulwesen
Seit wann hat Deutschland ein lockeres Gesetzt bzgl Medien?
Welches Land ist denn strenger? Nordkorea und China mal ausgenommen.

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hornochse 28.09.2015, 15:27
126. @SethSteiner@benmartin

Es tut mir Leid aber sie beide täuschen sich.UK, Dänemark, Schweden etc. haben ein viel stärkeres K.u.Ju.Gesetz Titel die hierzulande ab 16 frei sind sind dort erst ab 18 frei auch sind Sendezeiten für gewaltvolle Filme strenger reguliert. Und selbstverständlich gibt es etliche wissentschaftliche Belege über negative Folgen. Da kann ich ihnen hunderte vorlegen was aber hier den Rahmen sprengt. Und natürlich sind die Gesetze begründet das können sie in den Staatsverträgen nach lesen oder in den Landesmedienanstalten zu den Mediengesetzen. Abgesehen davon leben wir nicht mehr in der Steinzeit oder im Imperialismus davon haben wir uns befreit aus diesem Grund ist auch eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung eines der wichtigsten Güter unsere Gesellschaft die es zu schützen gilt. Ich möchte hier nicht tiefer einsteigen es ist aber mein Fachgebiet. Dieses mit totalitären Regimen zu vergleichen ist fern jeder Realität. Wie gesagt seid 2013 ist in den USA das Krankheitsbild der Medien und Spielsucht im Diagnosekatalog aufgenommen gestützt auf wissentschaftliche Forschung. In Südost Asien längst bekannt und hier bei Fachleuten angekommen nur eben noch nicht salonfähig wie andere Süchte

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SethSteiner 28.09.2015, 16:01
127. Jugendmedienschutz nie begründet

@hornochse
Es ist normal, dass einzelne Titel in einigen Ländern höherbewertet werden als in anderen Ländern, die Schärfe des Jugendmedienschutzes macht sich aber nicht daran fest, ob hier mal ein Titel höher oder dort niedriger bewertet wird, sondern eben an Dingen wie der Ausweispflicht, dem Index, PostIdent, Werbeverbot, Berichterstattungsverbot.

Was die Begründung angeht: Noch mal genau lesen. Es geht nicht nur um einen Grund, sondern um legitime Argumente und harte Fakten und die fehlen. Würden sie nicht fehlen, könntest du mir ja ganz klar zeigen, wie die Statistik geschädigter Minderjähriger in Ländern mit einem schwächeren Jugendmedienschutz als in Deutschland höher ist. Es reicht auch nicht aus, ich wiederhole es noch mal, einfach zu zeigen "hier haben wir einen 12 Jährigen, der durch das sehen von XY sich mehrere Wochen lang ins Bett machte". Wie gesagt, das Subsidiaritätsprinzip sollte man beachten und das heisst feststellen, ob der Staat einen Eingriff vornehmen muss und niedrigere Institutionen nicht ein Problem, vorausgesetzt es existiert überhaupt, auch selbst lösen können. Man muss also feststellen ob es ein Problem gibt, wie relevant dieses Problem überhaupt ist und ob dieses Problem etwas ist worum sich der Staat kümmern muss oder nicht. Und nein, das ist beim Jugendmedienschutz nie passiert und die Gründe habe ich hier auch genannt. Der Jugendmedienschutz wird seit seinem bestehen konstant abgeschwächt, weil man feststellen muss dass die Befürchtungen komplett ausgedacht sind. Dieses aufstellen von Behauptungen, besonders im Hinblick auf das Wohl der Jugend, stammt aus vordemokratischer Zeit, denn jeder will nur das beste für die Jugend und wenn jemand behauptet sie seie in Gefahr, ist man leicht dabei Dinge die einem meistens auch selber nicht interessieren wegzuschließen. Es lässt nebenbei tief blicken, wenn Spielsucht ins Feld geführt wird. Nicht nur weil Sucht gar nichts besonderes ist, sondern eben alle möglichen Süchte existieren, sondern weil das auch wiederum mit Jugend gar nichts speziell zutun hat, schließlich sind Erwachsene auch betroffen. Der Jugendmedienschutz hatte Sucht nie auf dem Schirm gehabt und fügt es auch nur hinzu, weil einem die Begründungen für das Würfeln und die zensur abhanden kommen. Auch hier müsste man aber erst Mal die ganze Palette an notwendigen Fragen beantworten.

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hardwax 28.09.2015, 17:57
128.

Die Debatte hat sich eigentlich nur gewandelt. Wo früher "Killerspiele" waren, und wogegen in den 90ern in den USA schon Figuren wie Jack Thompson Feldzüge gefahren haben (und kläglich gescheitert sind), ist heute das Thema "Frauen" in Computerspielen modern. Zu knapp bekleidet sein sie, ihnen werde Gewalt angetan, intensives Computerspielen von Titeln wie GTA, in denen man (auch, weil Open World) dargestellte Prostituierte angreifen kann, mache aus jungen Männern Sexisten oder gar Vergewaltiger, das "Damsel in Distress"-Thema, also etwa "Prinzessin retten" wie in Super Mario, degradiere Frauen zu Objekten usw.

Anita Sarkeesian wird mit diesem Thema durch die Medien gereicht und durfte über Spielegewalt und Online-Harassment sogar vor der UN referieren - obwohl ihre "Analysen" voller inhaltlicher Fehler sind, die sich vor den Fehlinformationen deutscher Politiker in der "Killerspieldebatte" nicht verstecken brauchen.

Es werden zwar keine Gesetze mehr verlangt, die diese Spiele verbieten sollen, das wäre zu altmodisch. Heute ist es modern, gegen den Verkauf von Spielen so lange und massiv Shitstorms zu fahren, bis sie aus den Regalen genommen werden, wie bei Target in Australien mit GTA passiert.

Das Schmuddelkind "Computerspiele" ist längst nicht Geschichte sondern immer noch aktuell...

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hornochse 28.09.2015, 20:19
129. @SehtSteiner

Woran wird denn festgemacht das Spiele in UK ab18 freigegeben sind die hier ab 16 erhältlich sind - an den Blumen die man einsammeln muss? Warum gibt es Kliniken in Japan China Südkorea die Computerspielsucht von Minderjährigen behandeln mit Hunderten von Patienten? Und natürlich ist Sucht nichts besonderes die Folgen daraus aber und die sind in D etwa so hoch wie die Schädigung durch Zigarettenkonsum jährlich. Und bitte stellen sie Jugendliche nicht mit Erwachsenen gleich da die sich von der Adoleszenz noch in einem ganz anderen Entwicklungsstadium befinden. Zum Vergleich ein 12 Jähriger kommt im Schnitt auf 6 Std. Mediennutzung pro Tag ein 16 Jähriger bereits auf knapp 9 täglich. Das muss mit nicht bei allen schwere Folgen haben es wirkt sich aber auf viele Bereiche aus nicht nur auf sozialer Interaktion. Und natürlich sind Erwachsene auch betroffen denen wird schließlich auch geholfen. JuSchGs soll das ja präventiv verhindern. Und bitte was soll der Unsinn zu vordemokratischen Zeiten

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