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"Counter-Strike" und Co.: Was wurde aus der Killerspiel-Debatte?

Kann man in "Counter-Strike" wirklich Schulmädchen erschießen? Nein. Doch mit solchen Argumenten wurde eine ganze Debatte geführt. Politiker und Journalisten forderten mit kruden Behauptungen ein Verbot von "Killerspielen". Und heute?

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kai_wieland 26.09.2015, 00:53
20. Oder einfach nicht akut?

Möglicherweise liegt die derzeitige Ruhe aber auch nur daran, dass es seit Längerem keine aufsehenerregende Fälle gegeben hat? Derzeit bewegt die Menschen einfach anderes.
Inhaltlich spricht der Artikel aber einen wichtigen Punkt an. Bei mir, in jener Zeit ein Teenager und begeisterter Counterstikezocker, ist in der damaligen Debatte viel Vertrauen verloren gegangen. In die Politiker teilweise, vor allem jedoch in die Medien.
Ich war immer offen für die Debatte, ob Spiele mit Gewaltelementen süchtig machen (obwohl ich damals wie heute der Meinung bin: Nein), aber die offensichtliche und wirklich eklatante Desinformation, ob nun besteuert oder nur schlecht recherchiert, hat mich bestürzt. Und natürlich habe ich mich damals gefragt: Läuft es bei Themen, in denen ich selbst nicht so sattelfest bin, möglicherweise genauso?

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wittchen2000 26.09.2015, 01:00
21.

Zitat von hksm
Mit anderen Worten, das Genre hat sich ausgelebt, was auch zum Rückgang der Diskussionen führte, meine ich jedenfalls.
Stimme zu!
Ich allerdings glaube immernoch dass es ein historischer Irrtum war der dazu geführt hat das "Doom" zum generellen Paradigma für alle Computerspiele gemacht hat.

Es war in den 90 Jahren einfach so dass andauernd neue Grafikkarten rauskamen die noch schneller und besser 3D Grafiken rändern konnten, und um diese zu Verkaufen brauchte man halt eine Anwendung - eben ein Spiel.
Aber da es so schnell gehen musste ging man eben dauernd auf "Nummer Sicher" und kopierte das immer gleiche Spiel mit dem Waffenfestischisten der Amok läuft gefühlte 100000 mal.

Zielen und schießen sind eben auch eine gute demonstration von 3D Geometrien.

Dass das mit dem spielerischen Potential des Menschen nichts zu tun hat sieht man doch schon an der Vielfalt der C64 spiele z.B. die in einem ganz anderen Bereich liegt.

Außerdem ist in den letzten Jahren ja einiges neues rausgekommen.

Ich glaube dass die "grosse Zeit der Computerspiele" erst noch richtig vor uns liegt und man sich über Doom und Counterstrike und dem ganzen quasi-Militärkram bald schlapp lacht weil das in der Rückschau alles total doof wirkt.

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herjemine 26.09.2015, 01:03
22. Mag ja in Deutschland so sein...

...wer wie ich in Zentralamerika wohnt sieht das nicht so "entspannt" wie die Vorposter. 500 Jahre an an Gewalt haben ihre Spuren unter der Bevölkerung hinterlassen. Neue "Tötungsmethoden" aus neuen Computerspielen können wir hier tatsächlich nach dem Erscheinen eines neuen Spieletitels oder Horrorschockers im Kino "live" nachvollziehen.
Dito mit den SM-Videos. Wurde früher eine Frau "nur vergewaltigt und ermordet" so werden sie heute tagelang zu tode gequält.
Nur weil Ihr in Europa und den USA das als "individuelle und abstrakte Kunst" empfinden könnt, bedenkt mal, was dieselben Medien an anderen Orten bewirken.
Eure Nachfrage und Produktion macht erst die Vorbilder für das entsetzliche Gemetzel das wir tag-täglich erleben.
Und danach jammert ihr über Flüchtlinge...
Wir haben zu jammern, nein: anzuklagen!

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Ein_denkender_Querulant 26.09.2015, 01:10
23. Völlig ungefährlich

Über Killerspiele-Spieler gibt es genügend öffentlich zugängliche Studien. Allgemeiner Konsenz ist, dass nahezu 80 Prozent aller jugendlichen Konsumenten von Ego-Shootern zu fett für einen Amoklauf sind.

Aus den Studien geht weiter hervor, dass jene 20 Prozent Hardcore-Killerspiele-Spieler, die nicht unter Adipositas leiden, aufgrund einer falschen Wahrnehmung der Spiele-Realität ebenfalls ungeeignet für Amokläufe sind. Zitat:
"Sollte ihnen aufgrund des in Killerspielen völlig unerheblichen Rückstoßes die Waffe aus der Hand fallen, würden sie ständig versuchen, sie durch einfaches Darübergehen wieder aufzuheben"

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babyboss132 26.09.2015, 01:16
24. Killerspiele was auch immer

Für nen alten Hasen der schon in den 90 igern solche Spiele gespielt hat und immernoch keinen erschossen hat, stellt sich immer wieder die Frage ob gesellschaftliche Probleme immer auf das Thema Shootergames reduziert werden können.
Europa auf einen Platz zentral zusammen zu kippen, Hartz 4 gesellschaftlichen Zusammenhalt zu atomisieren und viele mehr trägt mehr dazu bei das man bei solchen Menschen mit Überschlagshandlungen rechnen muss. Ausserdem ist für mich unser Waffengesetz nicht streng genug. Es gibt keinen Grund das in unserer Gesellschaft Waffen zur Konfliktbewältigung ins Volk gegegeben werden müssen ala USA.

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upalatus 26.09.2015, 01:20
25.

Zu keinem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte waren lethale gewaltsame Auseinandersetzungen und Aktionen eine freiwillig genossene Freizeitbeschäftigung. Schon in Urzeiten dürfte der normale Mensch mit zunehmender Intelligenz und Menschlichkeit das Töten und den unentrinnbaren Zwang dazu gehasst und den Frieden als seltenes und erstrebenswertes Geschenk empfunden haben. Heute, wo`s doch ein paar Grade zivilisierter mancherorten zugeht, scheints einigen langweilig zu werden und brauchen eine Ersatzhandlung. Aktuell ist man beim PP und dergleichem angelangt... groteske, reine menschliche Absurdität. Ich persönlich nenne es zusätzlich blauäugig begründete Perversität.

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norb05 26.09.2015, 01:22
26.

Zitat von hksm
das Genre hat sich ausgelebt
Denken Sie? Eine der beliebtesten Spiele-Serien ist Call Of Duty. Klassische Ego-Shooter. Counter Strike(bzw. Nachfolger wie CS:GO) ist nach wie vor extrem erfolgreich und gehört zu den am meisten gespielten Spielen auf Steam, zusammen mit Team Fortress 2.

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TomRohwer 26.09.2015, 01:24
27.

Zitat von
"Das war ein Moment, in dem viele Videospieler gemerkt haben 'Hey, von dem, was sie reden, haben die Politiker eigentlich keine Ahnung - erzählen die vielleicht auch bei Themen, bei denen ich keine Ahnung habe, so einen Unsinn?'", sagt Schönfeldt.
Wenn "Kilerspiele" bei jungen Menschen zu dieser unbestreitbar richtigen Erkenntnis führen, sollten sie eigentlich gefördert werden...

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tam_venceremos 26.09.2015, 01:39
28. USK Einstufung überdenken

Bei manchen "Ego-Shootern" halte ich die USK Einstufungen schlicht für übertrieben. Manche Spiele werden einfach aufgrund der Tatsache, dass eine Schießanimation grundlegender Bestandteil des Spiels ist, ab 18 eingestuft.
Man muss auch bedenken, dass Jugend heutzutage (auch was das Unterscheiden von virtueller und realer Welt an geht) weiter ist als die letzte Generation.
Manche Shooter, vor allem Shooter die in einem SciFi Genre angesiedelt sind, in denen das "Abschießen von Gegnern" aufgrund des Story Hintergrundes extrem verfremdet wirken.
Ein kleines Beispiel: Ich spiele in meiner Freizeit gerne mit ein paar Freunden und Kollegen Call of Duty, und ich muss sagen, dass die "Brutalität" und der Realismus in den letzten Teilen extrem abgenommen haben. Im Teil vom letzten Jahr "schießt" man teilweise mit einem durchgehenden Laserstrahl durch irgendwelche Zukunftslabore. Mir ist absolut unbegreiflich, wie man das als brutal ansehen kann, geschweige denn warum man das ab 18 einstufen muss.
Ansonsten guter Artikel!

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johle 26.09.2015, 02:37
29. unsachliche Killerspiel-Debatte

ganz ehrlich, ein schwacher Artikel. So unsachlich wie die erwähnte Debatte, da kein einziger Verweis auf die umfangreichen wissenschaftlichen und vielfältigen Erkenntnisse zu diesem Thema vorhanden ist.
Wie wäre es wenn die Redaktion einen sachlichen Artikel folgen ließe. Ein erster sachbezogener Gesprächspartner wäre z.B. Prof. Greitemayer von der Universität Innsbruck, der seit vielen Jahren zu diesem Thema umfangreich und differenziert geforscht hat.

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