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Dash Buttons: Oberlandesgericht München verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe
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Seit 2016 bietet Amazon in Deutschland seine Dash Buttons an. Ein Münchner Gericht hat das Bestellkonzept jetzt für unzulässig erklärt. Der Konzern spricht von einem "innovationsfeindlichen" Urteil.

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mwroer 11.01.2019, 13:57
120.

Zitat von HuFu
Komisch. Passiert doch sowas tagtäglich bei den üblichen Herstellern - denken wir mal so an die Verpackungslüge und die Preise für immer weniger Inhalt - gaaanz geschickt natürlich ausgelegt. Der Dumme ist wie immer der Käufer..... Ist nicht so, dass es solche Probleme nicht eh schon gibt.
Genau der Punkt - im Laden sehe ich wie viel noch im Paket ist und was es kostet. Weil es eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht gibt. Beim Druck auf den Amazon Button bekomme ich ohne Chance eben die größere Verpackung mit weniger Inhalt zum gleichen Preis.

Jaja ich kann reklamieren und selbst durch die Gegend fahren, dann wird der Kram wieder zurück gefahren, die nächste Bestellung gepackt, wieder zu mir gefahren, ich bin nicht da, muss abholen fahren ...

Für das Theater und den Aufwand war ich 3 mal beim Supermarkt, habe auch nicht mehr bezahlt aber gleich was ich will.

Mir ging es aber eher um die grundlegende Geisteshaltung der Aussage des Foristen - nicht o sehr um Vor- und Nachteile beim Onlineeinkauf. Das soll jeder halten wie er will - ich mache das wenn es Lieferdrohnen gibt die mir das Zeug in den Garten legen.

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mwroer 11.01.2019, 14:30
121.

Zitat von renker2001
Al das wurde wortwörtlich bei Amazon, Google, Facebook, Apple, Microsoft, Uber, Tesla...gesagt Am Ende bleibt nur eines stehen Dieses mantraartige Bekämpfen aller Neuerungen führte dazu, dass Deutschland digitales Neandertalerland ist Ein Dash Button mag nicht das sinnigste sein, ist aber die Vorstufe zu Alexa und Co Und da hierzulande bereits der Dash Button bekriegt wird, entwickelt sich eine Alexa erst gar nicht
Der Button wird nicht bekriegt - es geht darum dass man ein zweites Gerät braucht um zu sehen was man zu welchem Preis bekommt. Das ist so als ob im Supermarkt ein Zettel am Regal hängt:

Ariel

Welches Produkt Sie nun genau zu welchem Preis bekommen wird Ihnen im Nebenraum gesagt. Wenn Ihnen das nicht gefällt haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit die Produkte wieder in das Regal zu stellen.

Der Button ist doch an sich kein Problem. Soll er halt eine Pushnachricht in der App auslösen wo drinsteht was man bekommt, mit Preis, und darunter ist der Knopf: JA, bestellen.

Fertig, einfach und rechtssicher - aber nur weil mir irgendeine Marketingabteilung erzählt 'Was wir machen ist toll und das einzig wahre' muss ich das noch lange nicht glauben. Mache ich beim lokalen Supermarkt auch nicht.

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klichti 11.01.2019, 16:13
122. Innovation ist, wenn man Knöpfe drückt

Das sind "Gadgets", keine Utensilien.

Wer sich fortschrittlich fühlt, weil er auf einen Knopf mit niemals genau bestimmbarer Wirkung drückt, gibt seine Eigenschaft als mündiger Bürger auf und würde auch Donald Trump wählen, wenn der hier Bundeskanzer werden dürfte.

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metastabil 11.01.2019, 16:26
123.

Zitat von Crom
Wussten Sie, dass zwei verschiedene Gerichte auch zwei verschiedene Urteile fällen könnten. Meines Wissens nach ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und Amazon wird sicher versuchen eine höhere Instanz anzurufen.
Nur hat eben kein anderes Gericht ein anderes Urteil gefällt. Ohnehin steht es momentan nur dem Bundesgerichtshof als dem OLG München übergeordnetes Gericht zu, in dieser Frage ein abweichendes Urteil zu fällen. Solange dies aber nicht geschehen ist oder nicht mehr geschehen, ist eben die Ansicht des OLG München der momentane Stand der Dinge. Der besagt eben, dass die Art und Weise der Kaufabwicklung über den Dash-Taster nicht mit geltendem Recht vereinbar ist.

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wilfried.becker.50 11.01.2019, 16:38
124.

Zitat von metastabil
Nur hat eben kein anderes Gericht ein anderes Urteil gefällt. Ohnehin steht es momentan nur dem Bundesgerichtshof als dem OLG München übergeordnetes Gericht zu, in dieser Frage ein abweichendes Urteil zu fällen. Solange dies aber nicht geschehen ist oder nicht mehr geschehen, ist eben die Ansicht des OLG München der momentane Stand der Dinge. Der besagt eben, dass die Art und Weise der Kaufabwicklung über den Dash-Taster nicht mit geltendem Recht vereinbar ist.
Revision vor dem Bundesgerichtshof ist nicht möglich.

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renker2001 11.01.2019, 18:03
125.

Zitat von mwroer
Der Button wird nicht bekriegt - es geht darum dass man ein zweites Gerät braucht um zu sehen was man zu welchem Preis bekommt. Das ist so als ob im Supermarkt ein Zettel am Regal hängt: Ariel Welches Produkt Sie nun genau zu welchem Preis bekommen wird Ihnen im Nebenraum gesagt. Wenn Ihnen das nicht gefällt haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit die Produkte wieder in das Regal zu stellen. Der Button ist doch an sich kein Problem. Soll er halt eine Pushnachricht in der App auslösen wo drinsteht was man bekommt, mit Preis, und darunter ist der Knopf: JA, bestellen. Fertig, einfach und rechtssicher - aber nur weil mir irgendeine Marketingabteilung erzählt 'Was wir machen ist toll und das einzig wahre' muss ich das noch lange nicht glauben. Mache ich beim lokalen Supermarkt auch nicht.
Ich bin da durchaus fast derselben Ansicht

Mein Beitrag zielte auf die unzähligen:

Amazon ist böse
Vernichtet den handel
Macht XY
verstopft Straßen
Umweltschädlich etc etc etc

All diese Altherrenargumente nerven nur noch

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Michael200669 12.01.2019, 14:42
126.

Zitat von AdK
Ich selbst nutze die Dash Buttons nicht weil ich die Routine Bestellungen über Alexa ordern kann, über die Sinnigkeit lässt sich ggf. streiten aber nicht über die Tatsache das ich mich als mündiger Bürger mal wieder beschnitten fühle. Wenn ich bestelle dann sind mir die Preisänderungen o.ä. absolut bewusst. Das ist kein Verbraucherschutz sondern Bevormundung. Wo ist dieser Schutz bei KFZ Käufen? Ich bekomme von Amazon eine detaillierte Mail mit dem Inhalt wenn mir das nicht passt kann ich stornieren (auch per Sprachbefehl) ganz im Gegensatz zu z.b den Hersteller Angaben zum Verbrauch meines PKW.
Die Bevormundung findet von Amazon statt und nicht umgekehrt. Sie findet halt nur schleichend statt.

Denn wenn sich Amazon durchsetzt, werden es auch andere Händler machen und Irgendwann wird der Onlinehandel keine Preise mehr anzeigen oder nur auf Anfrage ihnen den mitteilen.

Sie dürfen es ja, weil der mündige Kunde so entschieden, das er blind, ohne Kenntnis des Preises, den Artikel bestellt. Und der Großteil der Kunden hebt sich keine Rechnung langfristig auf, oder schaut immer wieder in der Historie nach, was der Artikel sonst gekostet hat. Er wird letztendlich den Preis akzeptieren, weil einfach die Transparenz verloren gegangen ist.

Ein Paradies für Fabrikanten und Händler. Vor allem weil man sich nicht mal ein Preisvergleich machen kann. Da die Preise sich teilweise minütlich ändern. Selbst wenn der Nachbar zu gleichen Zeit bestellt, wäre es nicht sicher, das sie den gleichen Preis bekommen.

Weil dieser vielleicht besser oder anders bewertet wird, als sie. Juhu schöne neue Welt.

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wiseguyno1 13.01.2019, 05:08
127. Schon richtig ...

Zitat von sunshinebob
Wer sich mal die Vorschriften zum Fernabsatzgeschäft durchliest, insbesondere bzgl der Informationspflichten wird erkennen, dass das Gericht überhaupt nicht anders urteilen konnte...
... aber wenn man das täte, dann bestände doch die Gefahr mit unangenehmen Informationen in Kontakt zu kommen?!
Und dann könnte man hier auch nicht mehr in schönster Unkenntnis weiter so echauffiert herum tröten und mit Begriffen wie "Schwachsinn" oder "Vollhonks" um sich werfen.

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