Forum: Netzwelt
Dash Buttons: Oberlandesgericht München verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe
SPIEGEL ONLINE

Seit 2016 bietet Amazon in Deutschland seine Dash Buttons an. Ein Münchner Gericht hat das Bestellkonzept jetzt für unzulässig erklärt. Der Konzern spricht von einem "innovationsfeindlichen" Urteil.

Seite 4 von 13
hasselblad 10.01.2019, 18:12
30.

Der Staat geriert sich mehr und mehr wie Helikopter-Eltern. Abgesehen davon, dass das Bestellen von Supermarkt-Produkten grundsätzlich extrem sinnlos ist (wo bitte ist das Problem, Dinge des täglichen Bedarfs selber kaufen zu gehen), und lediglich dazu führt, dass die Straßen weiter mit in zweiter Reihe stehenden DHL-Bullis verstopft werden, darf sich jeder mündige Erwachsene verhalten wie er möchte. Ein Staat sollte es sich aber nicht zur Aufgabe machen, den Bürger per Gesetz in jedem Lebensaspekt vor sich selber zu schützen. Schließlich lernt man aus jeder Erfahrung, z.B. dass ein Dash nicht so kleben darf, dass spielende Kinder ihn hundertmal drücken können ohne dass es auffällt. Oder dass man mit so einem Instrument die Vergleichbarkeit hins. Preisen und Verfügbarkeiten aufgibt, mitunter also nicht automatisch den erwarteten Amazon-Discountpreis bekommt. Der Online-Handel sollte nicht strenger reglementiert sein als der Analoge, an der Kasse muss ich ja auch nicht bestätigen, irgendwelche AGBs gelesen zu haben und dass mein Einkauf Kosten verursacht. Die Innovation als solche mag eine Spielerei ohne objektiven Mehrwert sein, aber das sind teure Optik-Sportpakete am Auto auch, und trotzdem findet man sie an jedem zweiten Mittelklassekombi. Wenn sich also ein mündiger Erwachsener entscheidet, auf diese Weise einkaufen zu wollen, dann ist das gelebte Eigenverantwortung und sollte kein Fall für Verbraucherschützer und Gerichte sein. Manchmal ist weniger Staat einfach mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
renker2001 10.01.2019, 18:13
31.

Zitat von mwroer
Also Sie drücken einen Knopf um dann hinterher die E-Mail nochmal genau auf Preis, Verpackungsmenge und Artikelart zu prüfen? Erm ... nennen Sie mich jetzt pingelig aber wo genau ist da jetzt die brilliante Zeitersparnis oder Bequemlichkeit? Diese Buttons zu verbieten ist Verbraucherschutz und der wird in dem Fall durchgesetzt. Was jeder (!) Einzelhändler haben muss - am Regal - braucht Amazon nicht weil ... Amazon ist cool? Preis, Verpackungsinhalt - oft genug Preis pro Kilogramm, Inhaltsstoffe. All das muss im normalen Handel vor dem Kauf geprüft werden können. Und daran muss sich auch Amazon halten. Also bestenfalls kann dieser Button eine Bestellung 'erstellen' und Ihnen auf Ihr Mobiltelefon meinetwegen eine Push-Benachrichtigung schicken - mit allen Details die auch der Einzelhandel vorhalten muss. Die können Sie ja dann bestätigen und fertig.
Das ist schlicht falsch

Dieser Dash Button ist ein komplett neues Einkaufssystem welches so nocht nicht erfasst ist

Eigentlich müsste dann das Gericht auch die bisher gängige Praxis des (gehobenen)Frischlebensmittelhandels einkassieren, Ware an die Abnehmer, meist Restaurants, automatisch zu liefern, obwohl die Presie im Tagesschnitt leicht schwanken

Sow eit ich weiß hat der Kunde auch bei Dash Buttons ein Rückgaberecht.
Wenn ich aber erst xy machen muss, bevor...dann ist ein Dash Button obsolet

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mwroer 10.01.2019, 18:15
32.

Zitat von sammilch
Sie wollen es für sich nicht - okay. Aber es gibt Menschen die möchten diesen Komfort. Ich gehöre dazu. Verschwenden Sie Ihre Freizeit ruhig weiter mit lästigen Pflichtkäufen, mir ist meine freie Zeit etwas wert.
Dann werden Sie mit einem Klick mehr sicher leben können?

Button erstellt 'Reservierung', Sie kriegen eine Push-Nachricht auf Ihr Smartphone mit Preis und Menge, Sie sagen 'OK' und damit wird die Bestellung ausgelöst. Rechtlich sauber, genau so einfach und der geliebte Button bleibt. Man könnte in der Amazon App ja auch Templates ermöglichen in die Preis und Menge VOR dem absenden deutlich über dem 'Will ich' Button angezeigt werden.

Ob es Amazon nun gefällt oder nicht: Die Angabe von Preis und Menge ist in Deutschland verpflichtend. Jeder Kiosk kriegt eine Abmahnung im vierstelligen Bereich wenn er vergisst die Milky Ways auszupreisen (Nein, das ist kein Scherz) also wird Amazon sich daran halten müssen.

Wie stellen Sie sich vor das Gesetz zu lockern? Supermarkt ohne Preise? Man erfährt dann an der Kasse was man zu zahlen hat? Oder Amazon Fresh ... schicken wir die Gurke eben zurück?

Ehrlich - ich verstehe Bequemlichkeit aber Verbraucherschutz muss auch im Onlinehandel gelten und da der gleiche wie überall.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
three-horses 10.01.2019, 18:17
33. Leben ohne "Alexa" ist teuer.

Zitat von dasgrosseM
Braucht die Welt wirklich sowas? Bisher ist das Amazon-Angebot an mir vollkommen vorbei gegangen - Ich gehe sowieso lieber analog einkaufen und hatte ein echtes Gespräch mit einem echten Menschen und konnte ein (wahrscheinlich) echtes Stück Käse probieren. Das würde ich mit DashButton tatsächlich vermissen ....
"lieber analog einkaufen"..."tatsächlich vermissen"...genauso ist die Lage. Wer da oben gerade in der Schnee guckt und das a-Button
nicht in der Tasche hat, wird bald von Wasser leben, die Anderen bekommen die Pizza geliefert. Und die "Alexa" ist hier gut erzogen...
spuckt der Preis hinterher aus und ist dann echt sauer wenn ich bei der Konkurrenz bestelle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pteranodon 10.01.2019, 18:22
34.

Ich bin definitiv kein Freund von amazon, aber das hier zeigt nur wieder einmal, wie stark die staatliche Entmündigung der Bürger in Deutschland ausgeprägt ist. Das gilt ja für alle anderen Lebensbereiche ebenfalls (Stichworte TÜV, Selbstverteidigung etc.).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sammi ElPadre 10.01.2019, 18:23
35.

Zitat von Gluehweintrinker
Na klar. Waschmittel auf Knopfdruck. Was noch? Toilettenpapier? Ich sitze auf der Schüssel und dann fällt mir auf, dass das letzte Blatt verbraucht ist und mich die leere Papprolle frech angrinst. O Schreck. Schnell drücke ich also den Amazon-Knopf und warte dann ab, bis die Lieferdrohne mir die Klorollen durchs Fenster wirft? Wer braucht so einen Schwachsinn? Und vor allem - welcher sogenannte "Technik-Affine" benutzt so etwas, denn DASS solcher Mist genutzt wird, daran dürfte kaum ein Zweifel bestehen, denn sonst würde Amazon es nicht anbieten. Sind wir schon so weit degeneriert, um unsere wenigen Kaufentscheidungen für die Dinge des täglichen Bedarfs nicht mehr analog abwickeln können? Was kommt als nächstes? Die Smartwatch überwacht Körperfunktionen und Hormonhaushalt, bestellt bei vermuteter Schwangerschaft Milchfläschchen, Sabberlätzchen und Windeln und falls Wolllust attestiert wird, werden Kondome geliefert oder auch Rosen und Sekt für die Wining-And-Dining-Anbahnung? Ach, ist das schön,. wenn man das Großhirn auslagern und einem jetzt schon viel zu omnipräsenten Monopolisten noch jede letzte Zuckung seiner verbliebenen Synapsen zur Verfügung stellt.
Och, ich finde die Dash-Buttons ganz praktisch. Denn wenn man sich ein wenig mit Technik auskennt (was ich Ihnen jetzt mal abspreche) kann man damit wirklich Lustige Sachen machen. Der Button an meiner Haustür zum Beispiel überprüft, ob wirklich alle Fenster geschlossen sind, die Waschmaschine und der Herd aus sind usw. Das alles auf Knopfdruck mit ein wenig Wissen.

Natürlich, das hätte ich auch selbst bauen können, aber dann wären die Kosten höher gewesen.

Also sehen Sie, nur weil Sie mit etwas nichts anfangen können, heißt das noch lange nicht, andere können das nicht. Und ja, natürlich, ich könnte auch durchs Haus flitzen und alles kontrollieren. Aber mit dem kleinen Knopf geht das ganz einfach.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon.teh-ir 10.01.2019, 18:23
36. Innovation: Dash-Button plus Tinder

Das wäre doch mal was, kein ewiges wischen, einfach einen Match nach Hause bestellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frankfurtbeat 10.01.2019, 18:29
37. unglaublich ...

unglaublich was die Welt so alles zum Überleben braucht. Jetzt kommen gleich wieder die digifans und verteidigen den "Fortschritt". Da wundern sich die Leute, das kleine Geschäfte im Ort zumachen aber gleichzeitig bestellt man bei Amazon das Waschmittel, die Unterhose und Zahnbürste. Mittlerweile meide ich Amazon komplett da ich nicht möchte das eine Krake aus den USA sich immer weiter in den Markt frisst. es gibt wohl zu viele Menschen die sich keinen Gedanken machen, sich nicht darum scheren was tatsächlich passiert. Inzwischen sehe ich die Digitalisierung mit anderen Augen. Das Ergebnis daraus sind Handyjunkies und komplett strahlende Wohnungen/ Häuser. Smarthome .... die Heizung vom mobile aus steuern ... der Nachbar steuert die Farbe seiner WZ-Lampe mit dem mobile - hui wow - ich kann das tatsächlich nicht nachvollziehen. Irgendwie habe ich den eindruck die Menschheit "verdummt" auf digitale Weise ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
huz6789 10.01.2019, 18:31
38. Melken

Darüber zu streiten, ob man diese Art der Bestellung mag oder nicht, macht keinen Sinn.
Die Dashbutton-Bestellung ist ganz einfach intransparent und nicht vereinbar mit dem Fernabsatzgesetz. Dieses Gesetz hat eine Schutzfunktion, die den Aufstieg des Online-Handels überhaupt erst möglich gemacht hat (z.B. umfassende Informationspflicht, Rückgaberecht, Klarheit des Abschlusses usw).
Der Konzern versucht nun, seine eigenen Gesetze zu machen, um unter maximaler Ausnutzung der Bequemlichkeit (und einer gewissen Naivität) Kunden konkurrenzbefreit zu melken. Der Begriff "Innovation" kommt hier aus der Marketing-Abteilung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Meckerameise 10.01.2019, 18:36
39.

Zitat von sammilch
Sie wollen es für sich nicht - okay. Aber es gibt Menschen die möchten diesen Komfort. Ich gehöre dazu. Verschwenden Sie Ihre Freizeit ruhig weiter mit lästigen Pflichtkäufen, mir ist meine freie Zeit etwas wert.
Nur dann sollte Ihnen klar sein, dass Sie damit die Freizeit der Lieferfahrer wegnehmen, die für einen Hungerlohn, gekonnt vorbei an gedachten Gesetzen, jedes einzelne Stückgut an die Tür bringen, sofern sie die Lieferung nicht woanders schneller loswerden können.
Seit Jahrzehnten versprechen uns Techfirmen, wie viel mehr Zeit wir bekämen, wenn wir all ihr lustiges Zeug einsetzen würden. Trotzdem hecheln wir noch jeder Karotte hinterher, die uns mehr Bequemlichkeit und Zeit verspricht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 13