Forum: Netzwelt
Daten-Leak: Die Lösung bin ich!
DPA

Die große, deutsche Hilflosigkeit im Digitalen lässt sich an einem schlichten Muster erkennen. Nach dem Daten-Leak meldeten sich viele Leute mit Lösungsvorschlägen zu Wort. Sie empfahlen fast durch die Bank sich selbst.

Seite 14 von 16
Fuxx81 10.01.2019, 12:31
130.

Zitat von Bondurant
ist: der Zweck heiligt die Mittel. Wenn ein "Guter" wie Snowden Dateien hackt und veröffentlicht, obwohl ihm das gesetzlich verboten war, ist er ein Held. Vor dem Gesetz sollen aber eigentlich alle gleich sein...
Es macht vor allem einen Unterschied, ob man, wie Snowden, staatliches Fehlverhalten aufdeckt, oder ob man lediglich intime Details von Privatpersonen ans Licht der Öffentlichkeit zieht, die dort nichts zu suchen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_4_me 10.01.2019, 13:18
131. @Margaretefan (# 129):

Wir sind uns einig, dass Datendiebstahl oder irgendein anderer Missbrauch von Informationen nicht zu rechtfertigen ist. Das wollte ich auch mit meinem Beitrag nicht tun. Ich ärgere mich nur über ein für meine Begriffe fahrlässiges Verhalten, dessen unerwünschte, aber irgendwie erwartbare Leckage dann dazu führt, dass die Betroffenen (zuletzt vor ein paar Tagen zwei Grüne hier auf SPON) nach mehr Schutz durch den Staat oder mehr Aufsicht durch Behörden rufen. Letzteres sollte gerade Ihnen ein Dorn im Auge sein. Warum soll ich trotz meines auch nicht gerade vorbildlichen, aber deutlich diskreteren Online-Verhalten mit meinen Steuer-Euros für die Eseleien irgendwelcher 24/7, auf allen möglichen Kanälen Sendungswilliger zahlen? Im DLF war neulich zu hören, dass die MdB sich gegen eine Installation von Sicherheitssoftware auf ihren Dienstgeräten ausgesprochen haben, weil ihnen danach die Bedienung zu umständnlich wurde. Im NDR war vor einigen Jahren eine Reportage zu sehen, in der eine Journalistin das Browsing-Verhalten von MdB-Computern anhand unentgeltlich zugänglicher Daten bis hin zur Steuererklärung und Peinlicherem analysierte. Einige MdB wurden mit dem Ergebnis konfrontiert und waren ganz erschrocken. Wäre es nicht gut und angemessen, wenn sie außer kurzfristig erschrocken auch mittelfristig lernbereit wären?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd.Brincken 10.01.2019, 13:41
132. Doxing

Zitat von mortusanteportas
Da wird Victim-Blaming betrieben ... Das war kein Hack! Das war Doxxing! Wenn es selbst die Mainstream-Presse nicht kapiert und Blödsinn über Hacks, ausländische Mächte und Co schreibt, wer soll denn die Politiker und die öffentliche Meinung informieren?
Angenommen es war wirklich nur Doxing - zusammentragen von persönlichen Daten - und kein Hacking (Einbruch) - was folgt daraus? Sollte der Gesetzgeber einen Straftatbestand für Doxing schaffen?
Das wird juristisch kompliziert, sind doch die Daten im Netz verfügbar, wenn man nur richtig sucht.
Eine erste Antwort auf diese Bedrohung wäre, dass jeder mal _selbst_ die über ihn im Web und ggf. auf Facebuck etc. sichtbaren Daten sammelt - und dann die jeweiligen Dienste auffordert, sie zu _löschen_. Früher oder später wird es für diesen Job auch wieder online-Dienstleister geben.
Ansonsten klar, Politik kann, bevor man neue Gesetze schreibt, an der Stelle mehr Bewußtsein schaffen. Auch Leute wie Habeck.
Dass er sich stattdessen aus den "sozialen" Netzen zurück zeiht, passt ins Bild der Grünen, die auch sonst in den letzten Jahren die Herausforderungen des Internet ignoriert haben, auch in Sachen Datenschutz, Bürgerrechte, Geheimdienste. Stattdessen dient man sich der lebensfrohen Mittelschicht an, indem die Wunder der kommenden AI angepriesen werden - zufällig der gleiche Habeck.
Hmm, von wegen victim blaming, könnte es ein, dass es hier nicht so die ganz Falschen erwischt hat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hikage 10.01.2019, 14:58
133.

Zitat von Fricklerzzz
Man darf nicht jedem alle Daten anvertrauen. Social Media - Meiden. Man barucht keiin Facebook Twitter oder Whats App.
Das ist genau die Ich-Lösung von der Lobo spricht. Was sie meinen ist: SIE brauchen das alles nicht. (Ich auch nicht, aber deshalb schließe ich noch lange nicht von mir auf alle.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 10.01.2019, 15:47
134.

Zitat von Fuxx81
Es macht vor allem einen Unterschied, ob man, wie Snowden, staatliches Fehlverhalten aufdeckt, oder ob man lediglich intime Details von Privatpersonen ans Licht der Öffentlichkeit zieht, die dort nichts zu suchen haben.
was heißt: vor allem? Ich lese Ihren Beitrag als Bestätigung des meinen: der Zweck heiligt die Mttel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Margaretefan 10.01.2019, 15:55
135. @ #131 von spon_4_me

Was das Rufen nach maximaler staatlicher Regulierung betrifft, bin ich ebenfalls sehr skeptisch. Nur hat das ja nicht unbedingt was mit nötigen Kosten, die durch Steuern finanziert werden müssen zu tun. Zudem habe ich grundsätzlich ein Problem damit, dass sehr oft als Argument angegeben wird, dass man nicht einsehen würde anteilig für was auch immer zahlen zu müssen. Wer das angibt, hat für mich schlicht die Demokratie und einen funktionierenden Sozialstaat nicht verstanden. Ich kenne nicht einen einzigen Menschen, der nicht, wenn auch zähneknirschend, irgendwas was ihm nicht passt mitfinanzieren muss. Jeder könnte wahrscheinlich aus dem Stehgreif eine ellenlange Liste mit Dinge, die einem nicht passen erstellen. Aber wie gesagt, im Falle von mehr Datensicherheit geht es gar nicht um Kosten, die der Staat tragen müsste. Es ginge um bindende Vorgaben, an die sich Anbieter zu halten hätten. Das würde weder Sie noch sonst wen was kosten. Hier geht es meiner Ansicht nach, ob das trotz des ganzen Betroffenheitsgetue der Politiker des aktuellen Falls wegen, überhaupt gewollt wäre. Da bin und bleibe ich eher skeptisch. Ansonsten wäre es ein Leichtes, den Account-Anbietern vorzuschreiben, dass sie dafür sorgen müssen, dass sämtliche Accounts z.B. ab 2021 nur mit sichereren (z.B. 16-stelligen Passwörtern plus zusätzlicher Kriterien) vergeben bzw weiterbetrieben werden dürfen. Solch eine Vorgabe würde schon Vieles wesentlich sicherer machen. Ebenso könnte Schadensersatz für Datenklau staatlich reguliert werden. Die Ansprüche z.B. bei Verspätungen der Bahn oder beim Fliegen sind auch reguliert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tüttel 10.01.2019, 15:56
136. Robert Habeck ist nicht irgendwer

Grundsätzlich hat Sascha Lobo natürlich recht - was einem selbst nützlich und hilfreich ist, ist es nicht zwangsläufig für andere. Nur ist Robert Habeck eben nicht irgendwer, sondern Vorsitzender einer großen Partei und damit Spitzenpolitiker. Als solcher möchte er schon auch über eine gewisse Digitalkompetenz, darunter eben auch in der Nutzung sozialer Medien verfügen, wenn er führende Positionen in der deutschen Politik bekleiden will.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 10.01.2019, 16:15
137.

Zitat von tüttel
Robert Habeck ... Spitzenpolitiker. Als solcher möchte er schon auch über eine gewisse Digitalkompetenz, darunter eben auch in der Nutzung sozialer Medien verfügen, wenn er führende Positionen in der deutschen Politik bekleiden will.
von ihm habe ich etwas ganz vernünftiges gehört. er sagte: und wenn ich mein E-Mail Konto richtig abgesichert habe und meinen Facebook Auftritt etc. etc., was ist dann mit den Konten meiner Kinder oder meiner Eltern oder meiner Geschwister oder meiner Freunde, an die ich schreibe? Recht hat er. Man gewöhne sich besser daran, jedwede Äußerung im "Netz" ( das meines Erachtens nicht zufällig so heißt) wie früher eine Postkarte zu behandeln. Im Prinzip für jeden lesbar

Beitrag melden Antworten / Zitieren
e-cdg 10.01.2019, 17:12
138. nur mal so

Zitat von effex
bitte auswerten, wie viele Kommentare hier ihr eigenes Verhalten als Maßstab für alle empfehlen :-D Vielen Dank für die, inzwischen gewohnte, Reflektiertheit, Herr Lobo! Und jetzt sollten wir Möglichkeiten finden, die all diese, meist ja auch berechtigten, Ichs abwägen und endlich eine Kompetenz in der Breite schafft, wie Deutschland sie im Bereich Automobilität hat. Jeder weiß über Spaltmaße und Direkteinspritzrelaismaterialien bescheid, genügt sich aber selber mit der Meinung, es soll halt keiner mehr bei Facebook mit machen, dann gäbe es die Probleme auch nicht. Soll halt keiner mehr Auto fahren, dann brauchen wir auch nicht über Abgase diskutieren. Zu einfach? Ach!?!
Jeder sollte das 'Ich' im Ziel seines Handelns sehen. Mag es manch anderem dann auch seltsam vorkommen. Aber das ist Demokratie und Freiheit. Prima, dass die meisten der hier im Forum Schreibenden dies auch so sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cassi77 10.01.2019, 17:58
139. ...

Herr Lobo schreibt:

"Das werte ich als Zeichen einer noch unreifen Debatte und allseits großer Hilflosigkeit den neuen Realitäten der Vernetzung gegenüber."

Dazu würde mich interessieren:

Was genau sind denn diese 'neuen Realitäten der Vernetzung', also, was meinen Sie damit genau, konkret? Ich verstehe diese Aussage nicht so richtig, bzw. kann mir gerade darunter nur sehr begrenzt etwas vorstellen. Ich würde allerdings trotzdem gerne verstehen, wie das gemeint ist! Bitte um Erklärung!

(Ich bin durchaus Zuhörer des Podcasts und, um mal auf eine entsprechende (ältere) 'Umfrage' einzugehen: ich höre ihn üblicherweise direkt am Sonntag, wenn ich ihn entdecke, ansonsten, sobald ich Zeit dafür finde...)

cassi

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 16