Forum: Netzwelt
Debatte um 5G-Lizenzen: Die Mobilfunk-Zukunft wirft Fragen auf
REUTERS

2019 steht die Auktion der neuen Mobilfunkfrequenzen für das 5G-Netz an. Doch die Zweifel, ob der Vergabeprozess in der geplanten Form sinnvoll ist, mehren sich. Die Grünen fordern einen Stopp der Versteigerung.

Seite 1 von 6
camshaftinhead 25.09.2018, 17:41
1. das wird doch alles nix

selbst 4g ist irgendwo auf dem Niemandsland verfügbar aber ca. 1km weiter im Dorf dann nur als 3g wo weiter geschlichen wird. Ich hier in Hannover habe 4g aber wenn ich in Bad Sachsa bin habe ich grundsätzlich maximal 3g bzw nur E. Warum wird nicht einfach das jetzige Netz erstmal ausgebaut bevor man die nächste Stufe geht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
apfelmännchen 25.09.2018, 18:05
2. DE = finsterstes Mittelalter...

Zum Vergleich, wie Internet ohne die Frequenzversteigerungs-Abkassiererei funktionieren kann:

Rumänien, Schwarzmeerküste - durchgängig LTE-Empfang.
Voodafone Romania: Prepaid LTE mit 80GByte kostet 45 Lei = knapp 10 Euro... immer schnell genüg für deutsches HD-TV über Proxy in DE.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arrogist 25.09.2018, 18:08
3. Völlig losgelöst von der Realität ist die Netzagentur

Dabei würde es schon völlig ausreichen, wenn die Herrschaften mal zum Beispiel im ICE von Basel nach Norden fahren würden oder parallel im Auto auf der A5. Oder mal die B31 im Schwarzwald. Oder die neue Paradestrecke der Bahn durch den Thüringer Wald. Da fehlt in den Tunneln auch jede Abdeckung. Was in den Tunneln der B31 übrigens auch nicht besser ist. Und DAB funktioniert auch nicht immer - da ist es richtig beruhigend, daß UKW abgeschaltet werden soll.
Was soll ein 5G-Netz, wenn noch nicht einmal 3G flächendeckend vorhanden ist, von 4G ganz zu schweigen.
Da braucht es keine Expertenrunden, wer wissen will, wie das Wetter ist, der sollte ab und an ganz einfach mal aus dem Fenster schauen. Die Karten zur Funkabdeckung sind rechnerisch toll, aber oft nur Theorie.
Am besten gefällt mir der Vorschlag eines gemeinsamen 5G-Netzes aller Betreiber - warum wurde doch gleich nochmal die Deutsche Post zerschlagen und privatisiert? Weil dann alles besser wird? Ah ja, das hat bei Bahn und Post prima geklappt (Vorsicht, Ironie). Da könnte man auch die Betreiber auch alle wieder verstaatlichen und zusammenlegen und dann ressourcenschonend ein 5G-Netz aufbauen. Es macht eben bei staatlicher Daseinsvorsorge nur sehr selten Sinn, wenn man diese privatisiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
2cv 25.09.2018, 19:52
4. wenn die Einnahmen der 5G Auktion...

wenn die Einnahmen der 5G Auktion 1:1 In den Ausbau der Infrastruktur auf dem Land eingesetzt würden, wäre vielen geholfen. Aber das passiert leider nicht. So trägt der Steuerzahler das, was den Netzbetreibern unangenehm ist und deren Profite schmälert. Wieso muss das sein? Wir sind kein Sozialstaat für Wirtschaftsprofiteure!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stereotyp72 25.09.2018, 20:54
5. Datenkompression

Bei den Beispielen über schlechten Netzausbau wurden im TV meist Anwendungen erwähnt, die gar kein hohes Datenvolumen pro Sekunde brauchen. Wenn ein Architekt wirklich großformatige Bauzeichnungen per Mail versenden muss, dann sollte er nicht sinnlos ausdrucken und einscannen, sondern möglichst mit der CAD-Software in einem Vektorgrafikformat speichern und die Dateien ZIP-packen. Auch Fotos müssen normalerweise nicht in mehr als 2 MegaPixel (Full-HD) und v.a. nicht unkomprimiert übertragen werden. Als JPG mit 90% Qualität sollte genügen.

Man findet sogar auf Behördenseiten absurd große PDF-Formulare, die offenbar mit 4800dpi gescannt und als BMP in PDF gewandelt wurden und deshalb nicht mit Acrobat ausfüllbar sind. Da ist es kein Wunder, dass es manche Geräte gar nicht laden können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AmyYma 25.09.2018, 21:50
6. Der Staat will Einnahmen erzielen ...

... da ist die Netzabdeckung zweitrangig.
98% der Bevölkerung klingt doch erstmal gut. 70% der Fläche klingt nicht gut.
98% von ca. 86 Millionen Einwohnern sind 1,7 Millionen, die auf schnelles Internet verzichten können sollen. Das ist eine Minderheit.
Und wenn man mit der Bahn fährt hat man aus dem Fenster zu gucken und die schöne deutsche Landschaft zu genießen und nicht auf seinen Laptop zu starren!!!!
;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bacillus.maximus 25.09.2018, 22:55
7. Stimmt

Zitat von stereotyp72
Bei den Beispielen über schlechten Netzausbau wurden im TV meist Anwendungen erwähnt, die gar kein hohes Datenvolumen pro Sekunde brauchen. Wenn ein Architekt wirklich großformatige Bauzeichnungen per Mail versenden muss, dann sollte er nicht sinnlos ausdrucken und einscannen, sondern möglichst mit der CAD-Software in einem Vektorgrafikformat speichern und die Dateien ZIP-packen. Auch Fotos müssen normalerweise nicht in mehr als 2 MegaPixel (Full-HD) und v.a. nicht unkomprimiert übertragen werden. Als JPG mit 90% Qualität sollte genügen. Man findet sogar auf Behördenseiten absurd große PDF-Formulare, die offenbar mit 4800dpi gescannt und als BMP in PDF gewandelt wurden und deshalb nicht mit Acrobat ausfüllbar sind. Da ist es kein Wunder, dass es manche Geräte gar nicht laden können.
Das stimmt durchweg, aber ich halte den flächendeckenden Ausbau mit 7G bis Monatsende für eher realisierbar als DAS Problem langfristig zu beseitigen.
Gegenüber den Datenmengen die durch unsinniges Unicast-Videostreaming aufkommen (nicht zu verwechseln mit Multicast) ist die alltägliche Verschwendung imho gar nicht so eklatant.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bacillus.maximus 26.09.2018, 23:04
8. Und jetzt noch das Kleingedruckte

Zitat von apfelmännchen
Zum Vergleich, wie Internet ohne die Frequenzversteigerungs-Abkassiererei funktionieren kann: Rumänien, Schwarzmeerküste - durchgängig LTE-Empfang. Voodafone Romania: Prepaid LTE mit 80GByte kostet 45 Lei = knapp 10 Euro... immer schnell genüg für deutsches HD-TV über Proxy in DE.
Bitte aber noch die 10Euro in Relation zu den 680€ Durchschnittseinkommen in RU laut OECD setzen.
Gegenüber 1890€ in D.
Dann sind es 27,70€.
Die gesamte Abdeckung von 3G oder schneller beträgt allerdings in Rumänien gerade einmal 80%, in Flächendeckung (Stand 2017) 62%.

Das sind die Details die immer "versehentlich" vergessen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kontrapunktual 26.09.2018, 07:01
9. Entwicklungs(Deutsch)land

Neuer Titel, selbes Lied.
Ich war gerade in Indien, weit abseits jeder Touristikziele. Dort hatte ich im Dschungel, rund 30 von der nächsten Kleinstadt entfernt, 4G. Der größere Unterschied ist aber, hier zahle ich für 5GB im Monat 20,-€, während die Inder für 1,25 GB rund 4,-€ zahlen. Allerdings sind es 4,- € für 3 Monate (!) und 1,25 GB pro 24 Stunden (!).
Mit uns kann man das eben machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6