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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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Rechtschreibprüfer_der 24.03.2019, 16:09
100.

Es besteht einfach keine Veranlassung diesen "Wandel" zu begleiten. Pornodarsteller sind noch lange keine ernsthaften Schauspieler, nur weil sie auch vor der Kamera stehen.

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Guerilla_79 24.03.2019, 16:11
101. ...

Irgendwie wirkt das ganze für mich wie - Netzsperren - durch die Hintertür.

Es bewahrheitet sich halt immer und immer wieder das das herrschende Kroßkapital bekommt was sie wünschen - IMMER.

Sei es als Salamitaktik unter anderem Namen oder veränderter Rechtslage.

Als nächstes kommt dann TTIP, der erste anlauf wurde ja schonmal unternommen...

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andre_36 24.03.2019, 16:15
102.

Zitat von phboerker
Haben Sie den Art. 13 eigentlich mal gelesen? Ich schätze, 99% der Empörten haben dies nicht getan. Und die wenigsten, die es getan haben, verstehen ihn offenkundig. Die sogenannten "Uploadfilter", die dort auch lediglich beispielhaft erwähnt werden, sind Maßnahmen, die das Gesetz von YouTube & Co fordert, NICHT jedoch vom pösen Überwachungsstaat selbst implementiert werden. Haben Sie schon einmal versucht, ein Video mit ein paar Takten Beatles-Musik im Hintergrund auf YouTube hochzuladen? Wissen Sie, was dann schon heute passiert? Das Video wird von YouTube vollkommen automatisiert gesperrt. Will sagen: die Upload-Filter existieren längst. Was soll also das ganze Gerede vom Überwachungsstaat? Wenn ein "Diensteanbieter der Informationsgesellschaft", wie sie der Richtlinienentwurf nennt, einen zu restriktiven Filter benutzte, würde sich die Kundschaft für einen anderen Anbieter entscheiden. Es liegt also im Interesse der Diensteanbieter, die Maßnahmen "angemessen und geeignet" zu gestalten, wie es Art. 13 übrigens ebenfalls vorschreibt. Also nichts mit "die jede X beliebige Datei/Meinung mit einem Knopfdruck entfernen kann" (ich habe mir die Freiheit genommen, Ihre Schreibfehler beim Zitieren zu korrigieren).
Nach dem Willen der Reformer werden Sie zukünftig keine Zitate von anderen Usern mehr verwenden können, da Ihre Beiträge dann im Vorfeld herausgefiltert und unterdrückt werden. Ist das Problem damit deutlicher für Sie geworden?
Die nächste DImension: Genau, Youtube hat die technischen Möglichkeiten bereits. Wer die nicht hat, das sind in der Regel Non-Profit-Foren und Ratgeber Seiten, kann sein Projekt einstampfen. Somit verhilft die Politik Youtube und andere Internet-Giganten zum Ausbau ihrer Vormachtstellung. Mit der gesetzlichen Vorgabe des Verhinderns des Uploads, bleibt nach derzeitigen technischen Gegebenheiten nichts übrig, als restriktiv zu löschen. Da können Sie einen möglichen Wettbewerb gerne herbei fantasieren. Die Gewinner stehen bereits fest. Es sind die, gegen die unsere unbedarften Politiker angeblich diese Reform durchsetzen wollen.

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faunsilen 24.03.2019, 16:20
103. Bildung ist ein Allgemeingut....

...das hat der Erfolg von Wikipedia überzeugend zum Ausdruck gebracht. Wer heute Urheberrecht geltend macht, gründet sein Wissen und seine Erkenntnisse auf dem Wissen von Vorgängern. Hätte er für jedes einzelne Sätzchen bezahlen müssen, säßen wir heute alle noch auf den Bäumen. Es ist schon viel Wahrheit an den Vorwürfen, dass hier wieder mal wirschaftliche Interessen von Konzernen geschützt werden, die davon leben, dass sie Bildungsinhalte seit Jahren wie selbstverständlich kostenlos nutzen und dann "veredeln" lassen, um sie zu verscherbeln.

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iekosch 24.03.2019, 16:21
104. Nicht Kommerziell

Als ich Abdang der 90 das Internet gennenlernete ging es um einen nicht kommerziellen Erfahrungsaustausch. Erste Risse bekam dieses tolle Konzept durch Bannerwerbung die nach wenigen Jahren zum Zusannenbruch des sogennnten neuen Markets führten. Die bereitschaft

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Köln4000 24.03.2019, 16:23
105. Wer hat die Richtlinie selbst gelesen?

Selbst die Autorin weiß über den Inhalt & die juristische Einordnung der geplanten Richtlinie nur zu berichten, dass beim Lesen "der Kopf auf den Tisch fällt".
Vom Spiegel ist mehr Inhalt zu erwarten als Berichte über "Gefühle".

Wenn sie sich eingelesen hätte, und das auch die Menschen tun würden, wäre der Diskurs darüber ein anderer.

Wer weiß zum Beispiel, dass "Uploadfilter" gar nicht in der Richtlinie drin stehen?

Wer weiß, dass sie nur diese Plattformen betrifft:
Gewinnorientierte Unternehmen,
deren Zweck hauptsächlich darin besteht, urheberrechtlich geschütztes Material zur Verfügung zu stellen,
mehr als 5 Mill. User haben
und mehr als 10 Mill. Umsatz machen?

Und das urheberrechtliches Material nur von das sein kann, auch bei den Verwertungsgesellschaften angemeldet sind?
(Wer also ein paar Fotos/Videos hochlädt, ist gar nicht betroffen! Privatpersonen und fast alle Youtuber sind also raus.)

Wem ist klar, dass zb. Musik, Bilder, usw. die urheberrechtlich erkannt werden soll, von den jeweiligen Künstlern, Fotografen, Piblizisten erst bei den Verwertungsgesellschaften angemeldet werden muss
(und die dann wollen, dass ihre Sachen hochgeladen werden!)
und alles andere, was hochgeladen/ veröffentlicht wird, gar nicht von der Richtlinie betroffen ist?

Wer weiß, was Erkennungscodes, Wasserzeichen von rechtlich geschütztem Material sind, die dann auch easy zu erkennen sind für die betroffenen großen Plattformen?

Wer weiß, dass (Upload-) Filter schon lange von den großen (betreffenden) Plattformen benutzt werden (und u.a. gegen Terror und Pornographie benutzt werden. - Pornographie gibt es praktisch nicht auf YouTube, komisch, oder?)

Wer weiß, dass Uploadfilter kein Hexenwerk und nicht unbezahlbar sind (es gibt so viele coole Apps von kleinen Buden, die Musik für User -zur Info- erkennen)? - Wie gesagt, die EU Richtlinie schreibt sie aber gar nicht vor!

Wer weiß, dass man mit der neuen Richtlinie nun auch umgekehrt vor der Löschung durch große Plattformen geschützt ist (solange nicht gegen das Gesetz verstoßen wird)?
Die großen Plattformen entscheiden also nicht mehr allein, was "on" und was "out" ist. (Endlich gibt es einen gesetzlichen Rahmen dafür.)

Man könnte lange so weiter machen, es gibt so viele Punkte, über die kaum berichtet wird:

Wer weiß, dass es mit der Richtlinie endlich Sicherheit gibt, nichts illegales zu tun, wenn man mal einen bekannten Song in einem Video benutzt?
Endlich kann man nicht mehr von Abmahnkanzleien mit 50 Anwälten abgemahnt werden mit richtig teuren Forderungen. Der User wird also geschützt, Kinder und alte Leute können nicht mehr die falschen Buttons drücken, wonach man das Geld und Die Zeit erstmal haben musste, sich dagegen zu wehren.

Wer weiß, dass Wikipedia ausgenommen ist und warum?
Bildungs- und Informationsangebote sind ausgenommen von der Richtlinie..
usw.

All das sollte in den Presseberichten über die geplante Reform drinstehen.

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Autor*innen 24.03.2019, 16:24
106. So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben ...

... denn Kreative habe immer weniger Möglichkeit, von ihrer Arbeit zu leben. In der Musik- und Buchbranche, eigentlich in allen kreativen Sparten, sind die Umsätze massiv rückläufig. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf Eigentum und bezahlter Arbeit. Wer dieses Credo auch nur für ausgewählte Branchen in Frage stellt, stellt auch das gesamte System in Frage. Wer der Überzeugung ist, dass es in Ordnung ist, einen Handwerker oder Metzger für ihre Arbeit zu bezahlen, sollte dasselbe auch für Kreative annehmen, die das Pech haben, dass die Produkte ihrer Arbeit voll digitalisierbar und auch digital vertreibbar sind. Diejenigen können nicht in Abrede stellen, dass wir eine Änderung brauchen. Die aktuelle, in welcher Form auch immer sie verabschiedet wird, wird nicht die endgültige sein. Aber wollen wir nicht endlich einen Anfang machen, etwas zu verändern? Gerne passen wir es später immer wieder den Gegebenheiten und Erfordernissen an. Denn die Frage muss erlaubt sein: Werden all die Demonstranten von heute bereit sein, später zu denselben Bedingungen zu arbeiten, wie es heute von den Kreativen offensichtlich ganz selbstverständlich erwartet wird? Alles sollten ein Interesse haben, dass die Produktion kreativen Contents wieder angemessen vergütet wird. Sollte das mit diesem Gesetzt nicht gelingen, muss es eben reforrmiert werden. Aber erst gar nicht damit anzufangen, etwas zu verändern, das wäre wirklich eine bodenlose Gemeinheit für alle, deren Arbeitsergebnisse ja offenichtlich so wertgeschätzt wird, dass niemand auch nur im Geringsten darauf verzichten will.

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Köln4000 24.03.2019, 16:25
107. Verantwortung in einer Demokratie= Verantwortung, sich umfassend zu informieren, bevor man demonstriert

uch, dass Herr Hornschuh bei der GEMA ist kann gern mitgeteilt werden (das darf er doch auch, wir leben in einer Demokratie, in der es Interessenvertretungen geben darf - in diesem Fall für die Beteiligung von Künstlern; viele Musiker zahlen mit den Verteilungen der GEMA ihre Miete, dass darf nicht vergessen werden!).

Die "Initiative Urheberrecht" wird zudem noch viel mehr Verbänden unterstützt, auch sie sollten doch in so einem Artikel erwähnt werden.
Dem Lesenden sollte auch nicht vorenthalten werden, warum diese Verbände das machen - und sich ganz nebenbei dem geballten Hass von Menschen aussetzen, anstatt dass differenziert über Inhalte gesprochen werden kann, weil die Stimmung immer weiter aufgeheizt wird.

Man kann sich schon fragen, was an der Desinformationskampagne dran ist.
Bei vielen Demonstranten würde sich ihre Kritik im Einzelnen fast immer in Luft auflösen - wenn sie die Sache detailiert gelesen - und juristisch eingeordnet würde.
Ein Punkt ist besonders interessant und sollte besondere Beachtung finden:

Kritiker wie auch Befürworter wollen fast immer, dass folgende Grundrechte gewahrt bleiben:
Die Presse- Kunst- & Meinungsfreiheit, wie auch die Demokratie als oberste Gesetze.
Diese Grundrechte in der EU und den einzelnen Staaten sollen gewahrt bleiben.

Jedem, der es noch nicht wissen sollte, nur so viel Jurawissen:
Die (geplante) EU-Richtlinie ist selbstverständlich den Grundrechten unterstellt.
Eine "Richtlinie" kann die Grundrechte gar nicht aushebeln. ;)

Es sollten also dringend die Bandagen abgenommen und der Text der Richtlinie in die Hand genommen werden.

Auch an dieser Stelle also etwas für Menschen, die an Fakten anstatt an Stimmungsmache interessiert sind:
https://mofloghard.wordpress.com/2019/02/27/die-eu-urheberrechtsreform-kritik-an-der-kritik/?fbclid=IwAR09EGhjkeg_EjgmVGgshE_xrnFEF0LMcKWX1Vb3 7WzzChUFrO-h7diFjgI

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Zeitwesen 24.03.2019, 16:27
108. Alt gegen Jung?

Was mich enorm stört bei dieser Debatte und auch bei einigen Beiträgen von Foristen ist diese Reduktion auf Alt gegen Jung=Befürworter gegen Gegner.
Ich kenne Junge und Alte die für diese Reform sind, ich kenne Junge und Alte die gegen diese Reform sind. Diese Unsachlichkeit hinsichtlich des Alters wird allerdings von Gruppen auf beiden Seiten gefördert.
Zum einen.
Zum anderen:
Wer hier den schwarzen Peter der EU zuschieben will hat die letzten Monate wohl nicht aufgepasst.
Deutschland will es, weil es die Regierung will!
Leider wird Deutschland nunmal von den Politikern vertreten, die sich von Lobbyisten gerne die Gesetze diktieren lassen.
Dafür kann die EU nichts. Für diese Politiker/Regierung sind nunmal die Wähler in Deutschland verantwortlich, vor allem aber auch die Nichtwähler und bei jedem der nicht wählen geht, dann aber trotzdem über die Politik meckert kann man nur den Kopf schütteln.
Nichtwähler sind mitschuld an diesem Gesetz, mindestens ebenso wie Wähler der befürwortenden Parteien und der Parteien die eigentlich dagegen sind aber in einer Koalition alles mitmachen.
Als Antwort auf diese Politik extreme Parteien zu wählen ist ebenso unsinnig und vor allem gefährlich. Es gibt zahlreiche nicht etablierte Parteien, die nicht zu den extremen Lagern zählen. Jede Stimme für eine andere Partei ist eine Stimme gegen die jetzige Regierung.

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Johann Dumont 24.03.2019, 16:30
109. alle die Demonstrieren spüren es - es geht um Zensur und Macht

§13 ist nicht die eigentliche Motivation für die Demonstranten - die Urheberrechtsreform täuscht über die wahren Gründe ist aber in der Praxis ein Schritt zu Oligopolen für Meinungsbildung und Presse. Die Meinungsvielfalt wird sofort gestoppt - und wie schon im ersten Schritt mit der Datenschutzdurchführungsverordnung - werden in Zukunft nur noch Konzerne veröffentlichen können im Internet.
Für Europa wird es dann wie früher in Dresden sein - Tal der Ahnungslosen ohne Westfernsehen - schon jetzt kann man hier die Los Angeles Times nicht mehr lesen. Auch google liefert hier andere Suchergebnisse als in den USA jetzt schon. Kriminalität oder Urheberrechtsverstöße wird diese Reform nicht behindern.

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