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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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hansgustor 24.03.2019, 16:47
120. @tok1

Wow, jetzt haben Sie es den Kindern aber gezeigt. Ich war allerdings ohne meine Kinder auf der Demo. Nachdem wir jetzt die persönlichen Schimpfungen ausgetauscht haben, können Sie bitte erklären wie der aktuelle Entwurf die gesteckten Ziele umsetzen könnte? Insbesondere wer könnte einen Upload-Filterservice anbieten und wie verhindert man Missbrauch durch die kommerziellen Filteranbieter?

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claus7447 24.03.2019, 16:47
121. Sie haben durchaus Recht ... nur

Zitat von gammoncrack
Reglementierungen, oder alleine der Versuch, sich auf ein erneutes Referendum zum Brexit auswirken würden. Tatsächlich haben ja wohl die Mehrzahl der jungen Briten gegen einen Brexit gestimmt. Das könnte sich inzwischen allein hierdurch bei einem erneuten Referendum stark verschieben.
es sind zu wenig junge Briten zur Abstimmung gegangen. Ich könnte jetzt gehässig sein: vermutlich alle vor YT oder ähnlich statt dessen gesessen.

Geht zur Wahl - man kann vielleicht nicht alle Parteien wählen - mache geben sich den Anstrich, sie sind demokratisch - wollen aber die Demokratie (insb. Pressefreiheit abschaffen, fürchten sich vor Übervölkerung und "Vermischung von Rassen") - da sollte man vorsichtig sein.

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ingoabruns 24.03.2019, 16:48
122. Soundcloud etc

Zitat von Testtubebaby
Ich veröffentliche meine Musik seit Jahren auf Seiten wie Soundcloud und Reverbnation. Ich stelle meine Musik kostenlos zur Verfügung, weil ich es so will. Um dies überhaupt machen zu können, musste ich erst aus der GEMA austreten. Die GEMA sieht keine kostenlose Abgabe von Musikstücken vor, was bedeutet, daß ich im Zweifelsfall von der GEMA die Streams meiner eigenen Stücke in Rechnung gestellt bekomme. Jetzt soll also ein Verwerter zwischen Urheber und Veröffentlichungsplattform geschaltet werden. Das bedeutet in Deutschland dann wohl eine erneute GEMA-Mitgliedschaft. Diese wiederum wird dann Soundcloud die Streams in Rechnung stellen, für die Soundcloud selbst keine Einnahmen generiert und die von mir kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dies ist dann eher Urheberverhinderung als Urheberschutz, danke EU-Bürokratie.
Ahoi,
die Gema ist dafür da, das Inkasso für ihre Mitglieder vorzunehmen. sprich: mit beitritt zur gema verlangt man als mitglied der gema genau das. wenn man das nicht will, sollte man kein gema mitglied sein. wo ist das problem?
das wird sich übrigens auch mit der richtlinie nicht ändern. ich empfehle dazu das studium des originaltext

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desktopper 24.03.2019, 16:48
123. Missbraucht

Es ist einfach traurig mitanzusehen, wie die (meist jüngeren) Demonstranten sich von den Internetkonzernen missbrauchen und manipulieren lassen. Denn in Wahrheit demonstrieren sie nicht für die Freiheit des Internets sondern einzig und allein für die Freiheit der Konzerne, weiterhin auf Kosten anderer (Urheber) unermesslich viel Geld verdienen zu können.

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ingoabruns 24.03.2019, 16:52
124. äpfel und birnen

Zitat von quasimodo1001
Das wuerde bedeuten, wenn ich fortfahre mit meiner Firma (wieder anmelde mit Gewerbeschein) - muss ich fuer jeden Artikel im internet, den ich als Link auf meiner homepage veroeffentliche, eine Lizenz bezahlen an denjenigen, der ihn geschrieben hat. Aber ich habe schon internet bezahlt und derjenige, der veroeffentlicht hat, hat doch schon eingewilligt in die Freiheit des internet und auch eingewilligt in die Gesetze des Internet, die die freie Veroeffentlichung betreffen ?! Das Urheber-Rechtsgesetz als Artikel 13 ist ein Verstoß indirekt gegen die Meinungsfreiheit, denn man kann dann sich nicht mehr auf veroeffentlichte Artikel berufen - um eine neue Meinung zu äußern - ohne neu und extra zu bezahlen dafür ???
wenn sie "internet" bezahlen, bezahlen sie bestimmte dienstleistungen. eine auswertung urheberrechtlich geschützter werke ist damit nicht gestattet.
und nur weil ein werk im netz verfügbar ist, bedeutet das nicht, dass der urheber "in die Freiheit des internet" eingewilligt hat. ebenso wenig, dass er bereit sei, " Gesetze des Internet" zu akzeptieren.
(die Frage zu erörtern was "gesetze des internet" sein sollen, erspare ich mir hier)

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ollifast 24.03.2019, 16:53
125. Viel Geplärre um Nichts

Wenn man sich wirklich den Text der Richtlinie ansieht, dann stellt man zu Art. 13 fest:
a) Es sind nur Plattformen betroffen, die kommerziell (!) massiv und als wesentlichen Zweck Werke Dritter bereitstellen, die ihnen nicht gehören,
b) normalerweise müssten die komplett haften, da sie eben physisch kopieren,
c) jetzt gibt es eine Freistellung und Optionen, um nutzen zu dürfen, nämlich die Rechte selber erwerben (kostet halt Geld) oder mit Verwertungsgesellschaften Verträge schließen (machen die, auch gegen Geld), und nur wer das alles nicht will, der muss dann, wenn man ihm Werke vorlegt, welche er nicht lizensiert hat, nur für diese (!) die weitere Verbreitung verhindern. Sonst haftet er, aber nicht Knast, sondern: Geld, halt dann mehr.

Die Nichtverbreitung kann man durch Verträge mit den "Usern" und Identifizierung dieser erreichen, oder natürlich auch technisch durch Filter. Was halt nicht geht: Sich hinstellen und sagen, "ich zahle nix", dann, wenn die Frage kommt, wer es war "weiß ich nicht" antworten (das ist genau deshalb grad beim BGH) und dem Urheber den Stinkefinger zeigen.

Es geht also nur: Ums liebe Geld. Die Filter sind nicht nötig und völlige Nebensache (und eh schon teilweise z.B. bei YT drin).

Und dass sich hier CEOs von Ami-Konzernen hinstellen, die satt an den Kopien verdienen, und sagen: Wenn ihr uns nicht das Diebesgut lasst, dann werden wir die Jugend gegen euch aufwiegeln, sowas ist extrem gesellschaftsschädlich und geht gar nicht. Dann sollen sie sich mit ihrem Krempel aus der EU vom Acker machen. Kopieren können wir hier grad eben noch selber.

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tok1 24.03.2019, 17:00
126.

Zitat von spon_7933274
Wenn etwas frei zugänglich im Internet veröffentlich wird, kann es selbstverständlich "umsonst und überall konsumiert - weggeworfen oder behalten werden - ganz nach Lust und Laune". Wenn jemand das nicht wünscht, kann er gerne vom Internet wegbleiben (Springer, GEMA-Gläubige usw.). Wenn etwas illegal im Internet veröffentlicht wird, kann der Eigentümer auch heute rechtlich dagegen vorgehen. Dafür braucht man wahrlich kein neues Urheberrecht. Es geht eindeutig und unbezweifelbar um den Uploadfilter, mit dem man, irrigerweise, glaubt, die Macht über das Internet gwinnen zu können. Diese Macht haben nicht Google, Facebook, Amazon usw., sondern die haben wir, die User.
"Die Macht über das Internet ... haben nicht Google, Facebook, Amazon usw., sondern die haben wir, die User." Über soviel Treuherzigkeit kann man natürlich schmunzeln, man sollte allerdings nicht übersehen, daß dieses weitverbreitete Gefühl genau das ist, was die Diskussion so der Realität entrückt. Die Youtubis sehen im Netz ihre Heimat, in der sie gefühlt das Sagen haben. Ausgerechnet der Rechtsstaat erscheint ihnen hingegen feindlich. Beängstigend ist, daß die meisten Parteien sich auf Googles Seite schlagen und allen Ernstes die "Meinungsfreiheit" (also den Mißbrauch von Bildern, Texten und Musik) gegen das Grundgesetz verteidigen.

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tzoumaz 24.03.2019, 17:01
127. Ich denke SPON und der Spiegel-Verlag

haben auch kein Interesse daran, das das Urheberrecht in der jetzigen Form verhindert wird. Da sind sie gleichgeschaltet mit anderen großen Verlagen der Hauptstadtpresse und auch mit den Öffentlich-Rechtlichen. Wir werden die richtige Antwort bei der Europawahl geben.

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sarang he 24.03.2019, 17:02
128.

Wie bei allen anderen Gesetzen und Regelungen im Rahmen des Urheberrechts muss man hier auch sehr skeptisch sein, ob dieses den Urhebern zugutekommt oder wie meist lediglich zur Erhöhung des leistungsloses Einkommen für die Verwerter darstellt.

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ingoabruns 24.03.2019, 17:02
129. re: Re: Lobbyarbeit

Zitat von max_schwalbe
Ganz so einfach ist das nicht. Auch auf der Seite der Reform-Gegner gibt es massive Lobbyarbeit. Youtube hat seine User aktiv dazu informiert und zum Protest aufgerufen, der offene Brief der YT-Chefin ist ebenfalls bekannt, auch Fälle von verdeckter Lobbyarbeit im EU-Parlament durch angeblich unabhängige Musiker wie Wyclef Jean, denen jedoch eindeutig berufliche Verbindungen zu Google nachgewiesen werden konnten. Die Reform ist in der Form wie sie kommt trotzdem falsch, aber es sind eben zwei große Lobby-Mühlsteine, die sich da drehen. Und die vielen Leute die eigentlich demokratische Subjekte sein sollten, werfen sich gegenseitig vor, von der jeweils gegnerischen Lobby-Gruppe instrumentalisiert worden zu sein. Es ist in der Tat eine extrem verfahrene Situation, bei der man einen Gang zurückschalten muss, um wieder auf das eigentliche Problem zurückzukommen.
zum Thema "zwei große Lobby-Mühlsteine" fände ich es schön, wenn sich die Gegner der Reform mal mit den tatsächlichen Machtverhältnissen beschäftigen.
die monopolistischen Internetunternehmen Google, (mit der Tochter youtube) und facebook haben eine in der geschichte bisher beispiellose reichweite, die sie skrupellos für ihre zwecke einsetzen.
weder die "springerpresse" (die ich btw zutiefst hasse) noch die böse Gema können hier auch nur ansatzweise das wasser reichen.
Die tatsache, dass die reichweite von google und konsorten zudem in der für sie relevantenzielgruppe verhälnismässig noch größer ist, kommt erschwerdend dazu.
last not least empfehle ich einen vergleich der umsätze und gewinne.
stellt man hier zb die zahlen der weltweiten Musikunternehmen und die zahlen von google und FB gegenüber, bleibt nur noch pures erstaunen darüber, wie hier die wahrnehmung von david und goliath verschieben wurde
letzte bemerkung: die gema darf als treuhänder ihrer mitglieder keine gewinne machen. und unterliegt auch auf ausgabenseite massiven einschränkungen, was zb die finanzierung teurer kampagnen von vornherein ausschließt

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