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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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meimei 24.03.2019, 17:06
130. uninformiert

lach, die Ironie-Tags sind aber gut versteckt.

Youtube hat ein Content-ID-System sprich Filter, fehleranfällig und noch nicht so scharf, wie es sein muss, wenn YouTube selbst haftet. Es gibt keine "KI" die Ironie und Parodie erkennen kann, wer für Artikel 13 ist, hat das Internet und "Computer" nicht verstanden.

Das System funktioniert aber gut, denn wenn ein Inhaltebesitzer sich meldet, kann Youtube das Video runternehmen oder der Inhaltebesitzer kann selbst damit Werbung schalten.

YT oder jeder andere größere Anbieter kann also nur Upload-Filter schaffen, sehr scharfe, bei denen lieber 5% mehr gefiltert wird, als nur versehentlich etwas durchzulassen.

BTW als Beispiel YouTube, ich würde mal schätzen, dass 99% legale Inhalte sind, nämlich selbst erstellte Videos. Dann gibt es sicherlich noch Probleme, wenn im Hintergrund Musik etc läuft, da greift dann das Content-ID-System, welches definitiv die "Claimer" bevorteilt.

Dagegen werden kleine Plattformen, auch wenn sie gar keinen Gewinn erziehlen möchten, sich abschalten müssen. Denn wie kann eine kleine Plattform, die z.B. freie Bilder (bei denen die Fotografen etc) die Fotos unter einer freien Lizenz selbst uploaden, ein Filtersystem mit den Inhalt aller Inhaltebesitzer füttern? Dazu müssten Hinz und Kunz auf diese Plattform ihre Inhalte "hochladen".

Abgesehen davon, wird der Urheber/Autor sogar den Verlag nun, dank Artikel 12, wieder an dessen Einnahmen beteiligen müssen.

Die Frustration ist unglaublich hoch, da ist Herr Voss und andere Politiker, vornehmlich CDU, aber auch SPD, sogar ein paar Grüne... und dann diese Lobby-Vereine wie dieser im Artikel.

Selbst wenn wir, die Bürger hier verlieren, 26.05. kommt, und da werden Parteien wie die Piraten zugewinnen.

Und sicher auch dank der Vertrossenheit der Polikter hier, auch die Afd und andere populistische Vereinigungen.

Aber dann bitte nicht beschweren, das ist dank Ihnen und Ihren Lügen. #niemehrcdu

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HansUeli 24.03.2019, 17:14
131.

Zitat von Autor*innen
... denn Kreative habe immer weniger Möglichkeit, von ihrer Arbeit zu leben. In der Musik- und Buchbranche, eigentlich in allen kreativen Sparten, sind die Umsätze massiv rückläufig. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf Eigentum und bezahlter Arbeit. Wer dieses Credo auch nur für ausgewählte Branchen in Frage stellt, stellt auch das gesamte System in Frage. Wer der Überzeugung ist, dass es in Ordnung ist, einen Handwerker oder Metzger für ihre Arbeit zu bezahlen, sollte dasselbe auch für Kreative annehmen, die das Pech haben, dass die Produkte ihrer Arbeit voll digitalisierbar und auch digital vertreibbar sind. Diejenigen können nicht in Abrede stellen, dass wir eine Änderung brauchen. Die aktuelle, in welcher Form auch immer sie verabschiedet wird, wird nicht die endgültige sein. Aber wollen wir nicht endlich einen Anfang machen, etwas zu verändern? Gerne passen wir es später immer wieder den Gegebenheiten und Erfordernissen an. Denn die Frage muss erlaubt sein: Werden all die Demonstranten von heute bereit sein, später zu denselben Bedingungen zu arbeiten, wie es heute von den Kreativen offensichtlich ganz selbstverständlich erwartet wird? Alles sollten ein Interesse haben, dass die Produktion kreativen Contents wieder angemessen vergütet wird. Sollte das mit diesem Gesetzt nicht gelingen, muss es eben reforrmiert werden. Aber erst gar nicht damit anzufangen, etwas zu verändern, das wäre wirklich eine bodenlose Gemeinheit für alle, deren Arbeitsergebnisse ja offenichtlich so wertgeschätzt wird, dass niemand auch nur im Geringsten darauf verzichten will.
Auch Sie haben nicht verstanden, dass es bei der Kritik an Artikel 13 NICHT darum geht, die Urheber nicht entlohnen zu wollen. Beschäftigen Sie sich mit den Kritikpunkten hören Sie auf den Gegnern zu unterstellen, Sie würden eine "Gratiskultur"/"Kostenlosmentalität" fordern. Kein Mensch stellt das "Credo von bezahlter Arbeit" in Frage.

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tok1 24.03.2019, 17:15
132.

Zitat von hansgustor
Wow, jetzt haben Sie es den Kindern aber gezeigt. Ich war allerdings ohne meine Kinder auf der Demo. Nachdem wir jetzt die persönlichen Schimpfungen ausgetauscht haben, können Sie bitte erklären wie der aktuelle Entwurf die gesteckten Ziele umsetzen könnte? Insbesondere wer könnte einen Upload-Filterservice anbieten und wie verhindert man Missbrauch durch die kommerziellen Filteranbieter?
Wie kommen Sie nur auf die schnurrige Idee, es sei meine Aufgabe, Lösungsvorschläge gegen den Mißbrauch von Filtern zu machen? Solche Filter sind seit Jahren in Betrieb, und jede Plattform nutzt sie nach Belieben. Damit müssen die Nutzer leben. Sache des Rechtsstaates ist es hingegen, dafür zu sorgen, daß die Gesetze unseres Landes respektiert werden. Es gibt kein Argument für die ungesetzliche Ausbeutung von Urhebern.

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meimei 24.03.2019, 17:16
133.

Zitat von max_schwalbe
Der entscheidende Punkt klang in diesem Artikel erfreulicherweise bereits an: Hinter dem Protest steht das Problem, dass jungen Menschen Rundfunkgebühren zahlen, aber ihr mediales Leben vorwiegend auf Plattformen wie Youtube stattfindet. Auf denen sie sogar die Freiheit haben, selbproduzierte Medien effektiv, einfach und (scheinbar) kostenfrei zu veröffentlichen. Was diese Menschen nicht sehen ist, dass diese Dinge natürlich nicht kostenfrei vom Himmel fallen. Sondern Daten/Werbefinanziert sind und auch durch nachlässige Vergütung digitaler Werke erkauft werden. Diese Praxis von Youtube ist nicht okay. Aber medial bietet YT das, was die öff.-rechtlichen verschlafen haben, im Internet zu schaffen. Eine interaktive Medienplattform für alle. Es ist so ähnlich verfahren wie bei PayPal. Komfortabel, modern und populär, vom Geschäftsmodell her jedoch eigentlich inakzeptabel. #saveyourinternet darf nicht #saveyouryoutube bedeuten. Für Viele bedeutet es dies jedoch inzwischen schon. Solang die öff. Hand keine venrünftige Alternativ-Plattform schafft, wird man mit dem fragwürdigen Geschäftsmodell Googles leben müssen. Und solang Deutschland außer einer schwarzen Null im Bundeshaushalt nichts anderes interessiert, wird sich an dem Zustand wohl so bald auch nichts ändern. Wiegesagt, das Internet fällt nicht einfach vom Himmel.
Entschuldigung, aber die meisten Inhalte auf YouTube sind selbst erschaffen und der Ersteller gibt dann eine Lizenz an Google, mit oder ohne Werbung zu veröffentlichen. (Das entscheidet immer noch der Uploader)

Dazu kommt, dass gerade professionelle Youtuber auch Musik etc. lizensieren. Weniger professionelle Youtuber nutzen einen freien Katalog an Musik etc. Frei, weil die Urheber die unter eine freie Nutzungslizenz veröffentlicht haben. Create commens zum Beispiel.

Wenn ein Uploader Inhalt hoch lädt, der zwar seine Visage enthält, aber z.B. Musik, die nicht lizensiert ist, dann kommt das Content-ID-System, heute eben so, dass der eine aktiv (einmal seinen Katalog hochgeladen haben muss) werden muss und das System markiert das dann. Der "Claimer" kann das entscheiden, ob das Video runter soll, oder dieser die Werbeeinnahmen am Video einstreichen will.

Und da es hier auch oft zu Widersprüchen kommen kann, hat der Uploader auch noch ein Einspruchsrecht, aber der "Claimer" hat das letzte Wort, bevor es zum Anwalt kommt.

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hdwinkel 24.03.2019, 17:17
134. Disruption

Zitat von claus7447
Sie machen es sich sehr einfach - das ist die Umkehrung der Rechte von Leuten die von ihrem geistigen Gut leben, Familien und sich selbst ernähren müssen. Und dann sagen sie mir einfach, warum weigern sich YouTube etc. nicht einen generellen Lizenzvertrag zu schließen und von ihren Werbeeinnahmen abzugeben - das wird sie in keiner weise negativ beeinflussen. Warum sollen diese Plattformen MEHR RECHTE HABEN ALS DIE, DIE DAVON LEBEN MÜSSEN? Ich könnte es ja auch anders sagen - bleiben sie doch von YouTube etc. weg - es gibt ja kleine chatforen - da sind sie ungestört.
Ich frage Sie mal umgekehrt: Es werden jeden Tag soviele neue Songs komponiert, Bücher veröffentlicht usw. als ich in einem halben Leben konsumieren könnte. Warum sollte ich nun ausgerechnet Sie dafür bezahlen und nicht die Millionen anderen, die vergleichbaren Content produzieren? Mein Tag und die Zeit irgendeinen Content zu konsumieren sind begrenzt. Meinen Sie wirklich, Sie werden mehr Einnahmen durch so einen Unsinn wie erzwungene Uploadfilter generieren (ja ich weiß, steht so nicht im Gesetz, sind aber trotzdem gemeint)?
Ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß die Nutzer zu anderen Angeboten abwandern? Z.B. ausländische windige Nachrichtenportale besuchen?

Null Grenzkosten in der Digitalisierung bei gleichzeitiger globaler Verfügbarkeit in Echtzeit sind kein Feldzug gegen die geistig Schaffenden (zu denen ich übrigens selbst gehöre) sondern erst einmal Tatsache, wie jede andere Disruption in der Geschichte auch.
Man kann das jetzt beklagen oder darin Möglichkeiten erkennen.
Netflix, Spotify und co. haben genau das geschafft: Sie haben eine Nutzerbasis, die Geld für Content bezahlt, der an anderer Ecke auch kostenlos verfügbar gewesen wäre.
Zeitungsportale haben leider noch keinen blassen Schimmer, wie sie mit dem Verlust ihres Monopols umgehen sollen.
Die Gesetzesnovelle ist imgrunde eine modernere Variante der Maschinenstürmerei früherer Tage. Geholfen hats noch nie.

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ingoabruns 24.03.2019, 17:18
135. geeignete maßnahmen

Zitat von InternetResearchAgency
Sie schreiben: "Es geht darin um den berechtigten Schutz von Urhebern und um "Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken" und diese "müssen geeignet und angemessen sein". Uploadfilter werden nicht gefordert und diese wären nur eine von vielen Möglichkeit, wenn sie eben "geeignet und angemessen" sind, um das Schutzziel zu erreichen." Dann erzählen Sie doch mal: Was sind denn die anderen 'vielen Möglichkeiten'? Wenn es so viele sind, dann kann es ja nicht so schwer sein, 3 oder 4 davon aufzuzählen. Ich bin gespannt!
hier finden sich eine menge geeigneter maßnahmen:
http://copyright.ebonyfortress.com/non-algorithmic-measures.html

zudem ist der grundgedanke der reform, dass inhalte lizenziert werden, eine umfassende lizenzierung beinhaltet, dass alle werke genutzt werden dürfen- es sei denn der urheber, möchte dies nicht.dann ist er aber in der pflicht, entsprechende informationen zu liefern. "uploadfilter" müssen entsprechend nur prüfen, ob ein upload merkmale eines "verbotenen" werks hat.der uploader selbst hat mit der reform erstmal ein geregeltes recht, sich gegenoverblocking zur wehr zu setzen.heute ist er der willkür der plattform ausgeliefert

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ingoabruns 24.03.2019, 17:20
136. lieblingsforum

Zitat von nur_mut
Es geht nicht nur um Youtube und die junge Generation. Ich bin 42 und war gestern auf der Demo, weil mein Lieblingsinternetforum neben vielen anderen kleinen und mittelgroßen Foren durch die Urheberrechtsreform existentiell bedroht ist. Diese Diskussionforen werden oft mit viel Herzblut in der Freizeit und ohne kommerzielle Interessen betrieben (Werbebanner dienen idR nur zur Finanzierung der Serverkosten), Moderatoren leisten ihre Arbeit rein in ihrer Freizeit. Da diese Foren i.d.R. über 3 Jahre alt sind, sie aber nicht zu den wenigen Ausnahmen gehören (wie z.B. Onlineenzyklopädien oder Tauschplattformen), fallen auch sie unter den umstrittenen Artikel 13. Warum das so ist und warum ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich sein wird: https://foren-gegen-uploadfilter.eu/ Diese Foren bieten z.B. Rat bei unterschiedlichsten Krankheiten, Selbsthilfe in Lebenskrisen, aber auch Austausch zu den unterschiedlichsten Hobbys, Infos zu Büchern, Serien usw. Durch Artikel 13 werden sie aber in eine Position gebracht, mit der der Weiterbetrieb dieser Diskussionsforen nicht mehr möglich ist, da nicht jeder Textbeitrag vor Freischaltung manuell überprüft werden kann. Letztendlich gewinnen Facebook und Co., die über die personellen, finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten verfügen um z.B. Uploadfilter einzurichten. Der Rest der Internetkultur bleibt auf der Strecke. Die Angebots- und Meinungsvielfalt wird extrem eingeschränkt werden. Dieses Thema ist leider den meisten gar nicht bewußt und wird leider auch kaum von der Öffentlichkeit und Politikern diskutiert.
sie müssen sich um ihr lieblingsforum keine sorgen machen, da dieses von der reform nicht erfasst wird.

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three-horses 24.03.2019, 17:21
137. Man stirbt, aber nicht ganz.

Zitat von desktopper
Es ist einfach traurig mitanzusehen, wie die (meist jüngeren) Demonstranten sich von den Internetkonzernen missbrauchen und manipulieren lassen. Denn in Wahrheit demonstrieren sie nicht für die Freiheit des Internets sondern einzig und allein für die Freiheit der Konzerne, weiterhin auf Kosten anderer (Urheber) unermesslich viel Geld verdienen zu können.
Wo ist das Problem, an die CDU kommen die YT und Company sowieso nicht ran. Verlogen wie die CDU ist keiner. Das ist auch für die Zukunft gebucht. Die Honnecker Propaganda.

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ingoabruns 24.03.2019, 17:21
138. bezahlte inhalte

Zitat von knuty
Die einfachste Möglichkeit ist, die Plattformbetreiber bezahlen die Urheber für die Inhalte.
und genau darum geht´s bei der reform

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meimei 24.03.2019, 17:24
139.

Zitat von disi123
Ich verstehe die Aufregung nicht. Nuechtern aus technischer Sicht betrachtet, gibt es das schon. Youtube hat seit Jahren einen nachtraeglichen Filter in dem sie nach Bruchstuecken von geschuetzten Musik-Inhalten suchen und dann bekommst du vom Rechteinhaber entweder Werbung auf das Video oder sie sperren es komplett. Das ist schon voll automatisiert. Aergerlich ist, wenn du jetzt erst das Video hochlaedst, dann aber ewig warten musst bis der Filter alles geprueft hat bevor es oeffentlich geht. Live-Streams sind dann natuerlich ein Problem. Twitch hat wohl weniger Filter als Google und die Streamer auch mehr Geld einsacken, was die Platform beliebter macht bei Streamern. Ich denke da muss der Betreiber dann 1-3 Strike Regeln einfuehren und die Kanaele sperren wenn sie gegen das Urheberrecht verstossen. Wer aber damit Geld verdient muss sich auch an Gesetze halten.
aber das Problem ist doch, wenn Google/Alphabet/Youtube oder jede andere Plattform selbst haften, diese Filter hundertmal schärfer werden. Und die Filter sind heute lange nicht perfekt.

Keine KI kann Ironie und Parodie erkennen.

Kleine Plattformen können sich niemals ein Filtersystem leisten, maximal Google kann seines anbieten, für Geld.

Das widerspricht aber dann wieder, den US-Konzernen nicht noch mehr Marktmacht geben zu wollen.

Strikes gibt es ja bereits bei YouTube, aber halt auch nur Claims, die dann die Videos löschen lassen oder das Geld einstreichen, das über die Werbung reinkommt.

Dazu gibt es bereits großen Missbrauch bei diesem Content-System.

Eine Gema-Vermutung würde da noch krasser kommen ;)

Das Leben ist komplizierter, und in einem Vlog kann ein kleiner Fetzen einer Melodie aus dem im Nebenraum laufenden TV durchkommen.

Das läuft dann als Claim, vermutlich, auch wenn nur eine Sekunde aus nem 10 minütigen Video...

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