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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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hdwinkel 24.03.2019, 17:27
140. Mißbrauch

Zitat von desktopper
Es ist einfach traurig mitanzusehen, wie die (meist jüngeren) Demonstranten sich von den Internetkonzernen missbrauchen und manipulieren lassen. Denn in Wahrheit demonstrieren sie nicht für die Freiheit des Internets sondern einzig und allein für die Freiheit der Konzerne, weiterhin auf Kosten anderer (Urheber) unermesslich viel Geld verdienen zu können.
Auch für Sie noch mal: Die Demonstranten waren und sind FÜR ein Urheberrecht, das den Urhebern zugute kommt.
Die Demonstranten sind GEGEN die großen Internetkonzerne und deren Praktiken.
Denn was Sie offensichtlich nicht begriffen haben ist nämlich die Tatsache, daß die Gesetzesnovelle genau diesen großen Internetkonzernen in die Karten spielt, weil diese sich z.B. Uploadfilter leisten können, ganz im Gegensatz zu kleineren dezentralen Platformen.
Und nein, die Urheber werden durch die geplanten Gesetze i.d.R. keinen Cent mehr für ihre Arbeit sehen.
Mit anderen Worten: Sie selbst sind Opfer einer Propaganda, losgetreten von denen, die tatsächlich von den Gesetzen profitieren.

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spon_7933274 24.03.2019, 17:28
141.

Zitat von tok1
"Die Macht über das Internet ... haben nicht Google, Facebook, Amazon usw., sondern die haben wir, die User." Über soviel Treuherzigkeit kann man natürlich schmunzeln, man sollte allerdings nicht übersehen, daß dieses weitverbreitete Gefühl genau das ist, was die Diskussion so der Realität entrückt. Die Youtubis sehen im Netz ihre Heimat, in der sie gefühlt das Sagen haben. Ausgerechnet der Rechtsstaat erscheint ihnen hingegen feindlich. Beängstigend ist, daß die meisten Parteien sich auf Googles Seite schlagen und allen Ernstes die "Meinungsfreiheit" (also den Mißbrauch von Bildern, Texten und Musik) gegen das Grundgesetz verteidigen.
Ihnen scheint nicht bekannt zu sein, wie schnell Plattformen wie Google, Facebook etc. der Vergangenheit angehören. Yahoo war z.B. ein gleichwertiger Konkurrent von Google. Die amerikanischen Internetfirmen werden alt aussehen, wenn chinesische Firmen (z.B. Baidu, Alibaba usw.) auf die naheliegende Idee kommen, international tätig zu werden.
Jede dieser Plattformen existiert nur solange, wie sie von uns Usern akzeptiert und genutzt wird. An Alternativen zu den bestehenden Plattformen wird weltweit intensiv gearbeitet. Das Internet ist anarchisch und urdemokratisch und sollte auch so bleiben.

Übrigens ist die Diskussion über das Urheberrecht, nur ein billiger Vorwand die Kontrolle über das Internet zu erreichen.

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HansUeli 24.03.2019, 17:30
142.

Zitat von tok1
Die lieben Kinder, die es so beleidigt von sich weisen, instrumentalisiert zu sein, haben in Wahrheit wenig Grund zum Jammern. Wie auch an den Kommentaren hier deutlich wird, posaunen sie durchweg die von Google bzw. Youtube vorgegebene Propaganda in die Welt. Die meisten begreifen nicht mal, daß Verwertungsgesellschaften wie die Gema keine Musikvermarkter sind, sondern eher Urhebergewerkschaften, die für ihre Mitglieder einen Anteil am Profit der Vermarkter einfordern. Wer glaubt, den Komponisten Hornschuh als Gemavertreter „enttarnen“ zu müssen, stellt damit nur peinliche Abgründe an Ahnungslosigkeit bloß, und wer sich einredet, der Internetmonopolist und Milliardenkonzern Google übe keinen massiven Meinungsdruck aus, sollte sich mal ehrlich machen. Ehrlichkeit wäre überhaupt eine gute Idee; selbstverständlich geht es den Youtubis darum, weiter nach Belieben mit urheberrechtlichgeschützem Material verfahren zu können. Daran ändert auch das gelegentlich eingestreute Bekenntnis zu den Rechten der Urheber nichts. Die Formulierung „Ich bin zwar für faire Vergütungen, aber …“ erinnert nicht nur an „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber …“, sie ist auch genauso verlogen.
Sie reihen sich ein in eine grosse Menge von Leuten welche durch ihre Kommentare beweisen dass sie nicht verstehen was die eigentlichen Kritikpunkte an Artiekl 13 eigentlich sind. Warum genau verteidigen Sie ein Gesetz welches den grossen IT-Konzernen in die Hände spielt?
Und "nach Belieben mit urheberrechtlich geschütztem Material zu verfahren" ist eben genau nicht der Grund weshalb die Gegner auf die Strasse gehen, aber das wurde ja auch nur 10000e Male klargestellt.

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knuty 24.03.2019, 17:30
143.

Zitat von Sendungsverfolger
was Sie schreiben, bzw. auf was Sie Antworten? 1. Das ist kein (technischer) Filter 2. Der Gesetzgeber erlässt ein Gesetz, nicht die Firmen. Ein Gesetzgeber "droht" nicht ... 3. Nein, zunächst die Rechteverwerter. Urheber sind was anderes. Aber wen interessieren schon Fakten. Passen nicht in 1-Satz-Kommentare.
1: Aha, also doch keine Filterung

2: Richtig, der Gesetzgeber erlässt die Gesetze und da steht nichts von einer Filterung drin.

3: Was sollen denn Rechteverwerter sein?

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meimei 24.03.2019, 17:32
144.

Zitat von dyne277@yahoo.de
Gott sei Dank sind bald Wahlen !! Nur "weinen" dann wieder alle Politiker wenn Populisten gewinne. Ob links oder rechts. Anders kann man diese übergeschnappten Parlamentarier allerdings nicht mehr zur Vernunft bringen.
ich hoffe, dass die Piraten gewählt werden, das würde bei der EU glaube ich wirklich Sinn machen. Ich hab viele genervt, aber einige in meiner Umgebung zumindest soweit gebracht, sich mit dem Thema zu beschäftigen und mal ehrlich, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, und die Nutznießer sieht, also das Ding ist nur pro Verlage/Wesen, und nichtmal die Kreativen haben was davon (Artikel 12)

Mindestens zwei CDU-Wähler wollen zumindest bei der EU-Wahl nicht mehr für die CDU wählen. Ich hoffe das wird von den Millionen, die von Voss und Co. aktuell als Bots und als gekauft bezeichnet werden, tun dies auch. Dann könnten diese alten Internetausdrucker schön blöde gucken, nach dem 26. Mai.

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biesi61 24.03.2019, 17:35
145. Das beste an diesem Artikel ist die Überschrift!

Danach wird nach meinem Geschmack doch deutlich zu "ausgewogen" dargestellt, was einfach nicht zur gleichberechtigten Darstellung taugt. Ich bin erheblich über 50, kein BOT, von niemandem bezahlt und ich bin noch nigendwo auf eine Aufforderung zum Protest gestoßen. Und doch habe ich eine ganz klare Meinung: NEIN zu dieser Urheberrechtsreform, deren einziger Sinn die dauerhafte Konservierung überlebter Geschäftskonzepte von (Zwangs-)Verwertern ist. Die allermeisten tatsächlich Kreativen haben längst alternative Wege zur Vermarktung ihrer Leistungen gefunden. Und ihre wohlverdienten Einnahmen will ihnen auch niemand streitig machen. Dank dem Internet haben wir heute eine sehr viel lebendigere Musik-, Film-, Dokumentations- und Nachrichtenszene als vor 10 oder 20 Jahren. Zwischengeschaltete anpassungsressistente Handaufhalter braucht da niemand!

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jim_beam 24.03.2019, 17:43
146.

Zitat von knuty
Die einfachste Möglichkeit ist, die Plattformbetreiber bezahlen die Urheber für die Inhalte.
Nicht, dass ich die Forderung für völlig abwegig halten würde, aber: Analog würde das bedeuten, dass der Freistaat Bayern Lizenzgebühren zahlen muss, wenn ich mich in den Englischen Garten stelle und moderne Popsongs trällere. Ich denke diese Variante würde die überwiegende Mehrheit intuitiv ablehnen.

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biesi61 24.03.2019, 17:52
147.

Zitat von Autor*innen
... denn Kreative habe immer weniger Möglichkeit, von ihrer Arbeit zu leben. In der Musik- und Buchbranche, eigentlich in allen kreativen Sparten, sind die Umsätze massiv rückläufig. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf Eigentum und bezahlter Arbeit. Wer dieses Credo auch nur für ausgewählte Branchen in Frage stellt, stellt auch das gesamte System in Frage. Wer der Überzeugung ist, dass es in Ordnung ist, einen Handwerker oder Metzger für ihre Arbeit zu bezahlen, sollte dasselbe auch für Kreative annehmen, die das Pech haben, dass die Produkte ihrer Arbeit voll digitalisierbar und auch digital vertreibbar sind. Diejenigen können nicht in Abrede stellen, dass wir eine Änderung brauchen. Die aktuelle, in welcher Form auch immer sie verabschiedet wird, wird nicht die endgültige sein. Aber wollen wir nicht endlich einen Anfang machen, etwas zu verändern? Gerne passen wir es später immer wieder den Gegebenheiten und Erfordernissen an. Denn die Frage muss erlaubt sein: Werden all die Demonstranten von heute bereit sein, später zu denselben Bedingungen zu arbeiten, wie es heute von den Kreativen offensichtlich ganz selbstverständlich erwartet wird? Alles sollten ein Interesse haben, dass die Produktion kreativen Contents wieder angemessen vergütet wird. Sollte das mit diesem Gesetzt nicht gelingen, muss es eben reforrmiert werden. Aber erst gar nicht damit anzufangen, etwas zu verändern, das wäre wirklich eine bodenlose Gemeinheit für alle, deren Arbeitsergebnisse ja offenichtlich so wertgeschätzt wird, dass niemand auch nur im Geringsten darauf verzichten will.
Seit das Internet existiert, hat sich die Breite der Kreativszene enorm erweitert. Es gibt viel mehr gute Musik, auch jenseits der Musikkonzerne, es gibt geniale Filme, auch jenseits der traditionellen Filmindustrie, wir sehen tolle Dokumentationen und solche Unmengen an Nachrichten, dass wir den Umgang mit der neuen Vielfalt erst neu lernen müssen. Wissen ist nicht länger monopolisierbar. So wie Gutenbergs Buchdruckerei das Informationsmonopol der Kirche gebrochen und die Aufklärung möglich gemacht hat, so demokratisiert das Internet die Nachrichten und Informationen. Es ist unvermeidlich, dass Geschäftskonzepte an diese neuen Chancen angepasst werden müssen. Millionen Kreativer weltweit ist das bereits gelungen. Es ist weder nötig noch gerecht, die überlebten Geschäftskonzepte bisheriger Rechteverwerter für alle Zeiten zu konservieren!

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claus7447 24.03.2019, 17:53
148.

Zitat von jim_beam
Nicht, dass ich die Forderung für völlig abwegig halten würde, aber: Analog würde das bedeuten, dass der Freistaat Bayern Lizenzgebühren zahlen muss, wenn ich mich in den Englischen Garten stelle und moderne Popsongs trällere. Ich denke diese Variante würde die überwiegende Mehrheit intuitiv ablehnen.
Vorsicht, dafür brauche sie eigentlich eine Genehmigung und sie bezahlen. Also immer mal kurz nachdenken.

Aber sie dürfen es ja mal versuchen. Berichten sie.

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knuty 24.03.2019, 17:53
149.

Zitat von jim_beam
Nicht, dass ich die Forderung für völlig abwegig halten würde, aber: Analog würde das bedeuten, dass der Freistaat Bayern Lizenzgebühren zahlen muss, wenn ich mich in den Englischen Garten stelle und moderne Popsongs trällere. Ich denke diese Variante würde die überwiegende Mehrheit intuitiv ablehnen.
Wenn Sie im Englischen Garten trällern, werden keine Lizenzgebühren fällig. Wenn Sie aber in einem bayerischen Wirtshaus auftreten, muss der Wirt Lizenzgebühren abdrücken, ganz egal, ob das Wirtshaus Gustl Bayerhammer, dem Staat oder Google gehört.

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