Forum: Netzwelt
Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

Seite 16 von 26
jim_beam 24.03.2019, 17:54
150.

Zitat von tok1
Ehrlichkeit wäre überhaupt eine gute Idee; selbstverständlich geht es den Youtubis darum, weiter nach Belieben mit urheberrechtlichgeschützem Material verfahren zu können.
Youtube hat einen Vertrag mit der Gema, was wollen Sie denn noch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meimei 24.03.2019, 17:59
151.

Zitat von c700
Sollte der Uploadfilter komen, wähle ich bei der nächsten EU Wahl eine EU-kritische Partei. Und wie ich das so einschätze, werden das dann noch Mio anderer Wähler tun. Also nicht wundern, wenn die EU den Bach runtergeht.
wie wäre es mit einer Partei die auf Internet achtet? Piraten zum Beispiel?

oder die PARTEI, aber bitte nicht rechte oder so, die wollen eigentlich genau solche Filter-Werkzeuge, kennen wir doch aus der Geschichte ;(

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 24.03.2019, 18:00
152.

Zitat von knuty
1: Aha, also doch keine Filterung 2: Richtig, der Gesetzgeber erlässt die Gesetze und da steht nichts von einer Filterung drin. 3: Was sollen denn Rechteverwerter sein?
1. Keine Ahnung, wie Sie es nennen, wenn Uploads vor der Veröffentlichung kontrolliert werden, ob sie lizensiertes Material enthalten. Ich nenne es Filter
2. Der Gesetzgeber erlässt ein Gesetz, dass es zwingend notwendig macht, Filter zu verwenden. Es spielt keine Rolle, ob das so benannt wird oder nicht, da alle wissen, dess es darauf hinaus läuft
3. Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich zuerst mal informieren, bevor Sie an dieser Diskussion teilnehmen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
4711_please 24.03.2019, 18:01
153. Urheberrecht: Der Rohstoff der Zukunft

Erstaunlich, wie die Debatte um das Urheberrecht flach ist. Es geht nicht nur um Uploadfilter-Zensur, sondern auch darum, wer denn die Rechte verwertet. Wenn ich ein Stück Land hätte und finde darauf eine Ölquelle, habe ich alle Rechte daran oder die Verwerter? Wie koloniale ist die Reform? Warum soll ich als kleiner Kreativer Zwangsmitglied von Verwerten werden und warum wird dieser Zwang als Stärkung meiner Urheberrechte propagiert? Interessant finde ich die vielen Kommentare von Künstlern, die beschreiben wie sie von den Verwerten ausgebeutet werden, welche Einschränkung von Freiheit sie in der Zusammenarbeit mit Verwertern haben. Ich denke, wenn die #niewiedercdu eine Stärkung der Urheber proklamiert, muss sie über eine Regulierung des Verhältnisses von Urheber und Verwerten nachdenken. Das wäre ehrlich, wird aber nicht geschehen, denn sie vertritt einen feudal-kolonialistischen Ansatz bei den Rohstoffen, also auch bei denen der Zukunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mister_coconut 24.03.2019, 18:08
154. Was mir noch keiner erklären konnte...

1. Gebetsmühlenartig wird ständig wiederholt, dass sich nur Google/YT bzw. Facebook Uploadfilter leisten könnten und diese Unternehmen daher in der Zukunft gigantische Gewinne aus dem Verkauf dieser Technologie generieren würden. Wer hat diese Behauptung in die Welt gesetzt und warum? Warum sollte keine Softwarefirma dieser Welt in der Lage sein, solche Filtersysteme unabhängig von den großen drei zu entwickeln (und zu verkaufen)?
2. Wenn Youtube und Co. wie stets befürchtet im großen Stil Uploads von eigentlich erlaubten Inhalten unrechtmäßig filtern würden, würden sie massiv ihr eigenes Geschäftsmodell untergraben und riskieren, dass User zu Konkurrenzplattformen abwandern. Warum sollten sie das tun???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 24.03.2019, 18:15
155.

Zitat von andre_36
1. Keine Ahnung, wie Sie es nennen, wenn Uploads vor der Veröffentlichung kontrolliert werden, ob sie lizensiertes Material enthalten. Ich nenne es Filter 2. Der Gesetzgeber erlässt ein Gesetz, dass es zwingend notwendig macht, Filter zu verwenden. Es spielt keine Rolle, ob das so benannt wird oder nicht, da alle wissen, dess es darauf hinaus läuft 3. Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich zuerst mal informieren, bevor Sie an dieser Diskussion teilnehmen
1: Ich nenne das auch eine Filterung.

2: Nein, das Gesetz macht eben nicht zwingend eine Filterung notwendig. Die wird nur notwendig, wenn die Plattformen nichts für urheberrechtlich geschützte Werke bezahlen wollen.

3: Wenn Sie das nicht wissen, sollten Sie sich zuerst mal informieren, bevor Sie an dieser Diskussion teilnehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tok1 24.03.2019, 18:18
156.

Zitat von HansUeli
Sie reihen sich ein in eine grosse Menge von Leuten welche durch ihre Kommentare beweisen dass sie nicht verstehen was die eigentlichen Kritikpunkte an Artiekl 13 eigentlich sind. Warum genau verteidigen Sie ein Gesetz welches den grossen IT-Konzernen in die Hände spielt? Und "nach Belieben mit urheberrechtlich geschütztem Material zu verfahren" ist eben genau nicht der Grund weshalb die Gegner auf die Strasse gehen, aber das wurde ja auch nur 10000e Male klargestellt.
Sie machen mich sehr glücklich, Herr Ueli, hatte ich doch jahrelang den bohrenden Verdacht, daß Googles Youtube nur deshalb so beliebt sei, weil man dort nach Lust und Laune mit urheberrechtlich geschütztem Material verfahren und alles uploaden, gratis hören, sehen und „remixen“ konnte, was man wollte, ohne daß die Urheber etwas dafür bekamen. Schön, daß die Kinder jetzt gegen diese rechtswidrigen Zustände auf die Straße gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 24.03.2019, 18:18
157.

Zitat von tok1
Wie kommen Sie nur auf die schnurrige Idee, es sei meine Aufgabe, Lösungsvorschläge gegen den Mißbrauch von Filtern zu machen? Solche Filter sind seit Jahren in Betrieb, und jede Plattform nutzt sie nach Belieben. Damit müssen die Nutzer leben. Sache des Rechtsstaates ist es hingegen, dafür zu sorgen, daß die Gesetze unseres Landes respektiert werden. Es gibt kein Argument für die ungesetzliche Ausbeutung von Urhebern.
Die meisten unkommerziellen Platformen "nutzen" Moderatoren, Beiträge der User nach dem Posten kontrollieren und gegebenenfalls löschen. Nach dem Posten. Insofern werden die Gesetze soweit möglich umgesetzt. Und wenn ich in einem Forum auf ein neues Album eines Interpreten hinweise, dass mir gefällt, wird der Urheber nicht ausgebeutet, sondern erhält Werbung gratis. Leider erkennt die Filtersoftware nicht meine Motivation und wird es sicherheitshalber löschen. Viele Laien glauben heute, dass die Software alles kann. Aber es gibt noch viele Grenzen. Das gilt auch dafür, wenn ich als Musiklehrer Übungsvideos anbiete, die auf bekannten Musikstücken basieren. Stellen Sie sich vor, in der Musikschule würden nur noch Stücke von unbekannten nicht-lizensierten Komponisten gelehrt. Genau das soll im Internet umgesetzt werden.
Ein deutlicheres Beispiel: Meine Frau produziert ein Tanz-Video, um vorrangig auf ihre Darbietung aufmerksam zu machen. Dazu benutzt sie Musik eines relativ unbeannten Künstlers. Der Regisseur wird auch namentlich erwähnt. Somit trägt ihr Tanzvideo dazu bei, dass gleichzeitig potentielle Interessenten auf den Musiker und den Videoregisseur aufmerksam werden. So könnte das im Internet funktionieren. Leider wird das Video herausgefiltert, weil die Künstler keine Lizenzvereinbarung mit der plattform getroffen haben. Super!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 24.03.2019, 18:23
158.

Zitat von meimei
wie wäre es mit einer Partei die auf Internet achtet? Piraten zum Beispiel? oder die PARTEI, aber bitte nicht rechte oder so, die wollen eigentlich genau solche Filter-Werkzeuge, kennen wir doch aus der Geschichte ;(
Die Partei DIE PARTEI ist sowieso schon die einzige Partei, die noch wählbar ist. Davon abgesehen ist die EU seit Jahren auf dem Weg, sich abzuschaffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Arrows 24.03.2019, 18:31
159. Der jungen Generation nicht die Freiheit nehmen

Das Gesetz soll den klassischen Medien und den großen Internetkonzernen die Macht zurürckgeben. Zusätzlich soll den Abmahnanwälten ein lukratives Geschäft bereit werden. Die kleinen Plattformen sollen dadurch plattgemacht werden, unter dem Vorwand der Urheberrechtsverletzung. Google und Co reiben sich schon die Hände und die eigentlichen Urheber werden gar nichts vom Kuchen abbekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 16 von 26