Forum: Netzwelt
Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

Seite 22 von 26
knuty 25.03.2019, 11:30
210.

Zitat von benmartin70
Leider dürfte der "Kollaterlaschaden" größer sein als der Nutzen daraus......
Wer erleidet denn einen Kollateralschaden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
khaly 25.03.2019, 11:49
211. Verständnisprobleme

Es gibt hier mehrere Probleme. Zum einen ist da das technische, dass ein unüberwindbares Problem darstellt. Ich persönlich arbeite in der IT, ich bin jünger UND ich bin gegen Artikel 13. Ich sehe einfach folgendes Problem:

Kein oder nur sehr wenige Politiker können sich in die Lage der jüngeren Generation hineinversetzen. Niemand, allen voran Herr Voss, der ständig immer wieder bekräftigt, dass er das Problem nicht sieht, dass die jungen Leute sehen, versteht, warum wir uns so aufregen. Es gibt auch nicht wirklich interessierte Politiker, die mal nachfragen.

Fakt ist, dass es eine problemlose Umsetzung dieses Artikels nunmal nicht gibt. Große Unternehmen können auf diese Reform nur mit einem Uploadfilter reagieren. Tun sie dies nicht, machen sie sich angreifbar. Das ist Punkt 1. Daraus resultiert Punkt 2 ein Uploadfilter, der technisch nicht ausgereift ist. Auch wenn Politiker denken, dass das durchaus möglich ist, nein. Ist es nicht. Wie auch? Wie soll denn ein vollautomatisierter Filter erkennen, ob ICH den Apfelbaum fotografiert habe, oder jemand anderes einen ähnlichen Baum oder vielleicht sogar den selben Baum fotografiert hat? Das ist nur ein ganz simples Beispiel. Aber der Filter würde dann sehen: Oh! Das gibts schon. Zack gelöscht. Das ist die Befürchtung der Das selbe gilt für Memes, für einfach alles was hochgeladen wird. Es ist technisch nicht ausgereift. Ganz einfach.

Ich glaube NIEMAND der Demonstranten, und wenn dann nur eine verschwindend geringe Anzahl an Personen, sind gegen das Urheberrecht. Aber der Eindruck der hier durch die Politiker geweckt wird, vor allem in der jüngeren Generation, ist folgender:

Man startet eine Petition: Oh, alles Bots! Diese Petition ist nichts wert. Humbug.

Man schreibt an die Politiker: Alle gekauft! Irgendwelche Leute die sich von Google oder Youtube oder sonstigen Amerikanischen Unternehmen haben einkaufen lassen. Nichts wert.

Man startet Demonstrationen, europaweit: Alle gekauft. Nichts wert.

So, was bleibt da übrig an Eindrücken für die Jungend, teilweise Erstwähler? Genau... das ihre Meinung nichts wert ist.

Junge Menschen wurden als Bots bezeichnet, weil sie Ihre Meinung kundtun. Es macht den Eindruck, dass immer wenn es FÜR die Politiker ist, ist alles super, ist es eine Meinung dagegen, dann wird nicht zugehört und es sind alles nur verfälschte Daten.

Ich bin auch mitgelaufen bei den Demos. Es war ein gutes Gefühl, für etwas einzustehen. Auch wenn man als der Feind betrachtet wird und in den Medien niedergetrampelt wird. Doch dieses gute Gefühl dauerte bei mir nur exakt einen Tag. Denn dann las ich die Beiträge rund um das Thema "Gekauft". Ich wurde als gekauft bezeichnet. Was ist nur aus Deutschland geworden... das macht einen wirklich sehr traurig. Das Ohnmachtsgefühl ist riesengroß.

Es ist eine Schande das so mit uns umgegangen wird.

Liebe Politiker! Hört auf eure Bürger, nicht nur auf den kleinen Rahmen der am wenigsten beschwerliche Wege darbietet. Wir haben kein Problem mit Urheberrechten. Wir wollen nicht alles umsonst. Das zu behaupten ist Hohn. Wir wollen nur eine Lösung die praktikabel ist. Und die könnt ihr uns nicht bieten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_7933274 25.03.2019, 11:58
212.

Zitat von tok1
Sie finden die Gema obskur. Nun, da tappen Sie im Dunkeln wie so viele Ahnungslose. Immerhin haben Sie erkannt, warum es wichtig ist, die Rechtsposition der Gema zu stärken.
Ich habe nichts dergleichen geäussert, dass die Rechtsposition der Gema gestärkt werden muss. Ich bin vielmehr der Meinung, dass die intransparente, obskure Organisation namens Gema aufgelöst wird. Verwertungsgesellschaften wie die Gema nützen 90% der Kulturschaffenden nicht, folglich ist die Gema überflüssig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 25.03.2019, 12:15
213.

Zitat von khaly
Ich glaube NIEMAND der Demonstranten, und wenn dann nur eine verschwindend geringe Anzahl an Personen, sind gegen das Urheberrecht.
Wenn keiner der Demonstranten gegen das Urheberrecht ist, weshalb demonstrieren sie dann gegen das Urheberrecht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HansUeli 25.03.2019, 12:17
214.

Zitat von mister_coconut
Angenommen Ihre Annahmen zu 1 und 2 stimmen (was ich ehrlich gesagt nicht glaube), und Google/Youtube würden dadurch wie ebenfalls in Dauerschleife behauptet tatsächlich zu den einzigen monetären Nutznießer der Einführung von Filtern (von zu erwartenden Milliardenumsätzen mit Filtertechnik ist gar die Rede), WARUM sträuben sich diese Firmen dann so vehement gegen die Reform? Das ergibt für mich null Sinn und passt auch nicht zu den üblichen Geschäftspraktiken dieser Unternehmen.
Darf ich fragen woran Sie (insbesondere bei 1) denn genau zweifeln? Wenn Sie einen Uploadfilter implementieren möchten, dann benötigen Sie dazu ein digitales Abbild (nicht notwendigerweise die Orginaldaten, aber irgendein digitales Abbild) JEDES urheberrechtlich geschützten Werkes. Also von jedem Text, jedem Bild, jedem Video, jedem Film. Denken Sie nicht, dass alleine die zu speichernde Datenmenge gigantisch ist? Wer ausser den genannten Unternehmen hat denn nur ansatzweise die Infrastruktur um mit solchen Datenmengen zu operieren, und das vor allem in einer Form welche einen effizienten Vergleich mit dem zum Upload geforderten Inhalt erlaubt? Und dann haben Sie mit der eigentlichen Aufgabe (dem Vergleichen mit den zum Uploaden angefragten Daten) noch gar nicht begonnen. Die Probleme beginnen aber noch viel früher: woher sollen Sie Ihre Eingangsdaten herkriegen? Wieviele urheberrechtlich geschützte Werke gibt es denn? Sie müssen ja nicht nur "bekannte" Werke berücksichtigen, sondern auch den Flötenspieler aus Tschechien, den Ukulele-Komponisten aus Indien der in England wirkt und den syrischen Schriftsteller der seine Werke auf arabisch veröffentlicht.
Dass die grossen IT-Giganten sich wehement gegen Artikel 13 sträuben ist ein Argument das von den Befürwortern immer wieder aufgeführt wird, in meinen Augen aber nicht wirklich zutrifft. Deren Reaktion war in meinen Augen eher verhalten, ausserdem dürfte deren Ablehnung der Reform vor allem auf Artikel 11 (Leistungsschutzrecht) beruhen. Zudem könnte Artikel 13 dann für sie zum Problem werden, wenn die Filter wirklich "funktionieren" müssen. Denn die bis lang existierenden Filter (ContentID von Youtube z.B., welche bis lang de facto das Maximum der technischen Möglichkeiten darstellen) lassen sich immer noch sehr einfach umgehen (lange war es z.B. möglich den Filter zu umgehen indem das Video einfach gespiegelt wurde). Die technische Unmöglichkeit eines solchen Filtersystems ist ja gerade einer der grossen Kritikpunkte an Artikel 13.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tok1 25.03.2019, 12:20
215.

Zitat von spon_7933274
Ich habe nichts dergleichen geäussert, dass die Rechtsposition der Gema gestärkt werden muss. Ich bin vielmehr der Meinung, dass die intransparente, obskure Organisation namens Gema aufgelöst wird. Verwertungsgesellschaften wie die Gema nützen 90% der Kulturschaffenden nicht, folglich ist die Gema überflüssig.
Jetzt muß ich doch mal fragen, wie alt Sie sind. Oder sollte ich besser Du sagen? Obskur (dunkel) und intransparent ist die Gema nur für Menschen, der nicht lesen können. https://www.gema.de/die-gema/

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 25.03.2019, 12:22
216.

Zitat von spon_7933274
Ich habe nichts dergleichen geäussert, dass die Rechtsposition der Gema gestärkt werden muss. Ich bin vielmehr der Meinung, dass die intransparente, obskure Organisation namens Gema aufgelöst wird. Verwertungsgesellschaften wie die Gema nützen 90% der Kulturschaffenden nicht, folglich ist die Gema überflüssig.
Die GEMA ist ein Verein von Musikern und der Verein vertritt die Interessen ihrer Mitglieder, eben den Musikern.
Und die Mitglieder des Vereins bestimmen selber darüber, wie die Einnahmen unter sich aufgeteilt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emil7685 25.03.2019, 12:22
217.

Zitat von tok1
Sie nähern sich einer Erkenntnis. Es soll genau diese Rechtslage geändert werden, in der sich Youtube bisher die Hände in Unschuld waschen und zugleich Milliardengewinne einstreichen konnte. Künftig soll Youtube zahlen, und das möchte Google nicht.
Youtube wird nicht zahlen. Die werden (Geo-)blocken bis der Arzt kommt und ihre Marktmacht ausnutzen. Nichts anderes wird passieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HansUeli 25.03.2019, 12:24
218.

Zitat von tok1
Dank der herrschenden Rechtslage begeht Youtube seit Jahren massenhaft Urheberrechtsverletzungen und erwirtschaftet damit Milliardenumsätze auf Kosten der Rechteinhaber, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Natürlich nur in der wirklichen Welt, nicht bei Ihnen daheim im Taka-Tuka-Land.
Hören Sie auf Lügen zu verbreiten. Youtube begeht keine massenhaften Urheberrechtsverletzungen sondern hat mit den Rechteverwertern Lizenzvereinbarungen. Das ist jedem bekannt und das kann jeder innerhalb von Minuten mit Google nachprüfen. Und sollten Sie weiterlügen wollen müssen Sie mir erst erklären, weshalb Jahre lang Inhalte in Deutschlang gesperrt wurden (GEMA Stoppschilder). Das beweist sofort, dass Youtube sehr wohl Inhalte sperrt, für welche Sie keine Lizenzvereinbarungen treffen konnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
claude 25.03.2019, 12:25
219. Sturheberrecht

Wird die Reform durchkommen, dann wird vermutlich kein Künstler auch nur einen Cent mehr verdienen. Die Folge wird ,m.E. dann sein, dass die Werke im Internet eben nicht mehr verbreitet werden, nicht aber dass sie genutzt werden und jemand dafür Gebühren bezahlt.
Es ist ein bisschen so wie mit den Markenrechten. Wenn z.B. Thüringen durchsetzt, dass nur in Thüringen hergestellte Würste den Namen tragen dürfen, heisst das nicht, dass jetzt mehr Thüringer Würste in alle Welt verkauft werden, sondern dass andere Hersteller ihre Würste jetzt eben anders (z.B. Luxemburger Bratwurst) benennen und der Bekanntheitsgrad der Thüringer Wurst dadurch insgesamt zurückgeht.
Genauso wird es z.B. mit Musik im Internet laufen, die heute von Laien zum Spass weiterverwendet/verfremdet/verbreitet wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 22 von 26