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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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WillRay 25.03.2019, 13:40
230. Kaum jemand spricht über Art. 12 bzw. 9a (nach alter Nummerierung)

Kaum jemand spricht über Art. 12 bzw. 9a. Verwertern wird es erlaubt, automatisch Lizenzrechte vermarkten zu dürfen, ohne einen Vertrag mit dem Urheber zu haben, - wie schon bei der Privatkopie-Abgabe, die wir alle mit dem Kauf von z.B. Smartphones bezahlen. Dabei erhält der Urheber keinen Cent, wenn dieser nicht Zwangsmitglied der Verwerter ist bzw. wird. In vielen Fällen ist das nicht mal möglich. Zigtausenden Digital-Kreative haben finanziell davon also nichts. Das mit der Reform Verlage/Verwerter auch wieder an der Ausschüttung der Privatkopie-Abgabe beteiligt werden sollen (wurde nach langen Prozessen in DE abgeschafft), sei nur am Rande erwähnt. Dadurch erleiden die Urheber real Umsatzeinbußen und die Verlage und Verwerter bekommen mehr Geld. Mein Fazit: Es geht nicht um den Kreativen und dessen schützenswerte Leistungen, sondern nur wer daraus so viel wie möglichst leistungslos Kapital schlägt. Deshalb ist die Urheberrechtsreform aus meiner Sicht eines kreativen in der jetzigen Form abzulehnen.

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cs01 25.03.2019, 13:44
231.

Zitat von HelmFair
Haben die demonstrierenden Massen denn überhaupt den Artikel 13, gegen den sie demonstrieren, schon gelesen und verstanden? Es geht darin um den berechtigten Schutz von Urhebern und um "Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken" und diese "müssen geeignet und angemessen sein". Uploadfilter werden nicht gefordert und diese wären nur eine von vielen Möglichkeit, wenn sie eben "geeignet und angemessen" sind, um das Schutzziel zu erreichen. Wie es schon Habermas getan hätte, frage ich mich also, welches Interesse die Initiatoren der Demos haben. Ich habe meine Deutung, aber möchte mir einen shitstorm ersparen. Bevor man Politik kritisiert, sollte man sich erst einmal im wahrsten Sinne "schlau machen".
Die meisten kennen Artikel 11-13 recht genau, weil auf Youtube diese von Juristen ausführlich erklärt wurden.

Und nein, es gibt keine andere Maßnahme als einen Uploadfilter, um das Schutzziel des Artikel 13 zu erreichen. Jedenfalls nicht ab einem gewissen Umfang. Oder nennen Sie mir auch nur eine.

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cs01 25.03.2019, 13:54
232.

Zitat von knuty
Sie finden es befremdlich, wenn ein Geschäft dafür verantwortlich gemacht wird, wenn es illegale Ware verkauft?
Nein, wenn der Vermieter des Ladens dafür haftbar gemacht wird. Das ist hier der Fall.

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tok1 25.03.2019, 14:02
233.

Zitat von HansUeli
Und wie oft muss man Ihnen noch aufzeigen, dass sich gerade für Youtube mit der Reform nichts ändern wird? In Artikel 13 geht es darum, dass illegale Inhalte vor dem Upload abgefangen werden sollen. Die Inhalte auf Youtube sind jedoch bereits jetzt legal und sind auch nach der Reform noch legal. Gerade für Youtube ändert sich mit der Reform also nichts. In fast jedem Kommentar von Ihrer Seite geht es um Youtube. Mit Ihrem Beissreflex hämmern Sie völlig ausser sich auf Youtube ein. Wozu? Youtube ist nicht betroffen! Ihre ganze Argumentation macht hinten und vorne keinen Sinn!
Sie können natürlich aufzeigen, was Sie wollen und sooft Sie es wollen, selbst wenn es Blödsinn ist. Begreifen Sie aber bitte, daß ich Youtube exemplarisch hernehme, und begreifen Sie auch, daß sich die Rechtslage für Youtube ebenso wie für die Urheber gravierend ändert, wenn nicht mehr die Uploader haftbar sind, sondern Youtube selbst. Würde sich für Youtube mit der Reform nichts ändern, hätte Google gar keinen Grund, so massiv auf die europäische Gesetzgebung Einfluß zu nehmen.

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tok1 25.03.2019, 14:13
234.

Zitat von cs01
Die meisten kennen Artikel 11-13 recht genau, weil auf Youtube diese von Juristen ausführlich erklärt wurden. Und nein, es gibt keine andere Maßnahme als einen Uploadfilter, um das Schutzziel des Artikel 13 zu erreichen. Jedenfalls nicht ab einem gewissen Umfang. Oder nennen Sie mir auch nur eine.
Die Artikel 11-13 werden auf Youtube namentlich von Herrn Solmecke "erklärt", dessen Kanzlei darauf spezialisiert ist, User zu vertreten, die wegen illegaler Uploads abgemahnt wurden. Verständlich, wenn er sich um sein Geschäft kümmert.

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knuty 25.03.2019, 14:14
235.

Zitat von HansUeli
Hä? Vielleicht weil genau das der umstrittene Artikel 13 indirekt fordert? (Ja das Wort Uploadfilter kommt im Gesetz nicht vor, wie sie aber sonst pro Sekunde allerdings mehrere Stunden Videomaterial beurteilen wollen wenn nicht per automatischem Filter müssen sie mir erst Mal erklären). Und was die Bildersuche von Google oder Bing an der Stelle hier soll erschliesst sich mir nicht.
Warum sollte denn jede Plattform pro Sekunde mehrere Stunden Videomaterial aufgrund von Artikel 13 beurteilen müssen?

Weil auch bei der Bildersuche von Google und Bing Anzeigen geschaltet werden, die Urheber der Bilder aber keinen Cent bekommen.

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knuty 25.03.2019, 14:17
236.

Zitat von HansUeli
Lieber knuty es wurde dir bereits dutzende Male (auch von mir) mitgeteilt, dass die Gegner von Artikel 13 nicht gegen das Urheberrecht protestieren. Es ging nie darum, Künstler nicht entlohnen zu wollen, es ging nie darum gratis konsumieren zu wollen, es ging nie darum das Recht am eigenen geistigen Eigentum nicht anerkennen zu wollen. Diese immergleichen und falschen Unterstellungen sind genau das, was diese Diskussion immer weiter vergiftet.
Wogegen haben die Gegner denn dann demonstriert, wenn nicht gegen die EU-Urheberrechtsreform?

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knuty 25.03.2019, 14:22
237.

Zitat von WillRay
Kaum jemand spricht über Art. 12 bzw. 9a. Verwertern wird es erlaubt, automatisch Lizenzrechte vermarkten zu dürfen, ohne einen Vertrag mit dem Urheber zu haben, - wie schon bei der Privatkopie-Abgabe, die wir alle mit dem Kauf von z.B. Smartphones bezahlen. Dabei erhält der Urheber keinen Cent, wenn dieser nicht Zwangsmitglied der Verwerter ist bzw. wird.
Die Verwertungsgesellschaften sind doch Vereine der Urheber. Die Mitglieder dieser Vereine sind die Urheber. Und diese Vereine dürfen auch nur im Auftrag ihrer Mitglieder tätig werden.
Und niemand wird gezwungen Mitglied eines Vereins zu werden.

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knuty 25.03.2019, 14:25
238.

Zitat von cs01
Nein, wenn der Vermieter des Ladens dafür haftbar gemacht wird. Das ist hier der Fall.
Ist es eben nicht. Die Plattformen verkaufen Werbeflächen mit Hilfe von Inhalten, für die sie nichts bezahlen.

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benmartin70 25.03.2019, 14:55
239.

Zitat von tok1
Die Artikel 11-13 werden auf Youtube namentlich von Herrn Solmecke "erklärt", dessen Kanzlei darauf spezialisiert ist, User zu vertreten, die wegen illegaler Uploads abgemahnt wurden. Verständlich, wenn er sich um sein Geschäft kümmert.
Ganz sicher sind da auch anderer Erklärer zu finden.....
Man muss sich hier ja auch Pro's der Gema anhören.

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