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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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benmartin70 25.03.2019, 14:58
240.

Zitat von knuty
Warum sollte denn jede Plattform pro Sekunde mehrere Stunden Videomaterial aufgrund von Artikel 13 beurteilen müssen? Weil auch bei der Bildersuche von Google und Bing Anzeigen geschaltet werden, die Urheber der Bilder aber keinen Cent bekommen.
Aber Google hat die Bilder doch nicht ins Netz gestellt? Und die Bilder liegen nicht auf einer Google Seite ab?

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WillRay 25.03.2019, 15:32
241. das stimmt so nicht

Zitat von knuty
Die Verwertungsgesellschaften sind doch Vereine der Urheber. Die Mitglieder dieser Vereine sind die Urheber. Und diese Vereine dürfen auch nur im Auftrag ihrer Mitglieder tätig werden. Und niemand wird gezwungen Mitglied eines Vereins zu werden.
Die EU-Urheberrechts-Reform erlaubt Mitgliedsstaaten, den Verwertungsgesellschaften das Recht einzuräumen, erweiterte kollektiven Lizenzen anzubieten, und zwar auch im Namen von Urhebern, die nicht Mitglied der jeweiligen Verwertungsgesellschaft sind.
Die Urheber können sich zwar jederzeit nachträglich bei den Verwertungsgesellschaften melden und einen Vertrag abschließen. Das ist für mich nichts anderes als eine Zwangsmitgliedschaft und eine Entmündigung, wie ich mit meinen rechten an meinen Werken umgehen will.
Schließe ich keinen Vertrag, verdient ausschließlich die Verwertungsgesellschaft an meiner kreativen Leistung – ohne jegliche Gegenleistung.

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eulenspiegel1979 25.03.2019, 16:13
242.

Zitat von disi123
Wer aber damit Geld verdient muss sich auch an Gesetze halten.
Ja, dazu muss man die Gesetze aber auch erst einmal verstehen können bzw. transparent gemacht bekommen, ab wann man keinen Verstoß mehr begeht. Die Grauzone wird hier so dermaßen breit sein, dass niemand wirklich wissen wird, was er dann noch wie und wo hoch und runterladen, streamen oder zeigen darf. Ich wüsste es nicht. Habe bisher keine Aufklärugsbroschüre der EU dazu gefunden.

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robana 25.03.2019, 16:31
243. Ich sehe schon ...

wenn das Gesetz durchkommt, streitet demnächst jemand darüber, wem der Satz "Mein Hund ist Tod".
Wer hat diesen Satz zuerst geschrieben, veröffentlicht und damit die Urheberrechte? Und wenn ich schreibe "Mein Hund ist Tod" muss ich an irgendjemanden Lizenzgebühren zahlen.
Ist das Überspitzt oder geht das bis vor den EuGH?

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eulenspiegel1979 25.03.2019, 16:36
244.

Zitat von deufin
Es ist einfach nur jämmerlich, wie wenig Achtung die jungen Menschen vor fremdem Eigentum haben in diesem Zusammenhang, denn darum geht es hier... Kunstwerke, Musik, etc sind Eigentum des Urhebers.
Zunächst einmal kann ich Ihre Sorgen verstehen. Andererseits kann ich es nicht fassen, wie Sie hier pauschal eine ganze Generation als Verbrecher abstempeln. Sie machen es sich zu einfach und wundern sich dann noch, dass Ihren Argumenten keiner folgen will. Ein Streamer auf Twitch, den ich hier nicht nennen möchte, ist Mitte 50 und hat eine eigene Medien-Produktionsfirma in Sachsen. Er arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich mit den öffentlich rechtlichen Sendern zusammen und ist in allen Fragen rund um das Thema Urheberrecht in Verbindung mit Medien, Gema und Rundfunkanstalten sehr gut vertraut. Er selsbt streamt das Spielen eines Spiels, das er bezahlt hat, dass vom Streamen eine Steigerung des Bekanntheitsgrades erlangt - also davon profitiert. Im Hintergrund läuft Musik. Entweder aus dem Internetradio oder von Spotify oder aus einer eigenen Playlist. Für alle diese Quellen hat er bezahlt (Abo, Musiktitel digital erworebn etc.). Die Musik aus dem Internetradio zahlt er als Gewerbetreibender sogar doppelt und zwar privat über die GEZ und als Gewerbetreibender über die GEMA. Dieser Mann ist sich nach wie vo nicht im Klaren, in wie weit Artikel 13 sich auf sein Hobby auswirken wird. Der Mann sitzt an der Quelle und kann es nicht nachvollziehen. Aber der 20 Jährige Konsument, der von Ihnen pauschal als Dieb abgestempelte junge Mensch, der soll das können?

Die GEMA und GEZ bekommen den Hals nicht voll, bzw. stehen einer Disruption gegenüber, die sich nicht vermeiden lässt. Das wissen die und das wollen die mit allen Mitteln verhindern. Hier sollen keine Urheberrechte geschützt werden. Wäre dem so, würde man den Urhebern rechtlich stärkere Instrumente an die Hand geben, selbst Verstöße aufdecken und ahnden lassen zu können. Wie das ein Uploadfilter realisieren soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Refom soll Einnahmequellen für GEMA, GEZ und die Medienanstalten generieren, auf die die aber eigentlich gar keinen Anspruch haben, da die "gesendeten" Inhalte nicht im Ansatz mit den klassischen Medien vergleichbar sind. Radio und TV sterben aus und spülen keine Geld mehr in die Kasse. Pay-TV und Streamingplattformen erobern zu recht den Markt. Das ist der Lauf der Dinge. Hat den Herstellern von Pferdekutschen um 1900 auch nicht geschmeckt, als das Automobil auf den Markt kam.

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eulenspiegel1979 25.03.2019, 16:38
245.

Zitat von jjcamera
Immerhin eignet sich das Internet sehr gut als Ort der Beschimpfung, der Beleidigung, des Shitstorm, des Mobbing, des Datenklaus und der barrierefreien Nutzung des schöpferischen Eigentums anderer Leute. Auf der Straße sind wie immer einige unterwegs, die lieber gegen etwas sind, als für etwas.
Das muss wohl an den wirklich hervorragenden durch die EU ins Leben gerufenen Regelungen der letzten Jahre liegen. Nennen Sie mir eine? Und bitte nicht die DSGVO.

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robana 25.03.2019, 16:55
246. Sorry ...

Zitat von robana
wenn das Gesetz durchkommt, streitet demnächst jemand darüber, wem der Satz "Mein Hund ist Tod". Wer hat diesen Satz zuerst geschrieben, veröffentlicht und damit die Urheberrechte? Und wenn ich schreibe "Mein Hund ist Tod" muss ich an irgendjemanden Lizenzgebühren zahlen. Ist das Überspitzt oder geht das bis vor den EuGH?
es muss heißen:wenn das Gesetz durchkommt, streitet demnächst jemand darüber, wem der Satz "Mein Hund ist Tod" gehört.

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Mehrleser 25.03.2019, 16:58
247.

Zitat von eulenspiegel1979
Er arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich mit den öffentlich rechtlichen Sendern zusammen und ist in allen Fragen rund um das Thema Urheberrecht (...) sehr gut vertraut.(...) Im Hintergrund läuft Musik. Entweder aus dem Internetradio oder von Spotify oder aus einer eigenen Playlist. Für alle diese Quellen hat er bezahlt (...)
Offensichtlich ist der ältere Herr doch nicht so mit dem Urheberrecht vertraut. Durch den Kauf seiner Spiele und der Musik hat er das Recht erworben, diese Inhalte zu konsumieren, aber nicht da Recht, sie zu veröffentlichen. Dabei ist egal, ob er mit seinem Tun Geld verdient oder nicht. Das sollte seit P2P-Abmahnwelle der 0er Jahre jedem bekannt sein.

Ich stelle selbst Inhalte online bereit und habe schnell gelernt, bei eventueller Hintergundmusik darauf zu achten, daß mir der Künstler erlaubt, sein Werk zu diesem Zweck zu verwenden. Neulich mal nicht 100% aufgepasst - Remix war nicht erlaubt - und schon ging bei YT die Warnlampe an. Kein Problem, war mein Fehler.

Wer natürlich davon lebt, auf den Inhalten Dritter Trittbrett zu fahren...

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sirgorath 25.03.2019, 17:08
248.

Zitat von tok1
Die jahrelange Sperrung einzelner Titel war eine Bashing-Aktion, mit der Youtube seine User sehr erfolgreich gegen die Gema aufgebracht hat, weil Youtube eben KEINE Lizenzen zahlen wollte. Dabei gab Youtube vor, die Titel würden von der Gema gesperrt, was zu der gewünschten Haßwelle führte. Die Gema war schließlich (leider viel zu spät) mit einer Klage dagegen erfolgreich. Googeln Sie mal.
Die GEMA wollte mehr Geld von Youtube für das Zeigen dieser Inhalte haben als Youtube mit damit erwirtschaftete. Da Youtube keine Wohltätigkeitsverein ist haben sie diese Inhalte lieber gesperrt, als der GEMA mehr zu zahlen als die mit den Inhalten einnehmen.

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tok1 25.03.2019, 17:43
249.

Zitat von sirgorath
Die GEMA wollte mehr Geld von Youtube für das Zeigen dieser Inhalte haben als Youtube mit damit erwirtschaftete. Da Youtube keine Wohltätigkeitsverein ist haben sie diese Inhalte lieber gesperrt, als der GEMA mehr zu zahlen als die mit den Inhalten einnehmen.
Sie haben ja tolle Informationen! Nennen Sie mal die Quelle. (Nicht Youtube, wenns recht ist.) Dies stimmt immerhin schon mal: Youtube ist kein Wohltätigkeitsverein, sondern macht Milliardenprofite,

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