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Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

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arlteagan 24.03.2019, 15:19
70. Die Europawahl

kommt. Und die entsprechenden Anfragen an die Abgeordneten laufen. Diese werden dann über den Freundes- u. Bekanntenkreis weiterverteilt. Es ist gut, wenn sich wieder mehr Leute mit politischen Themen auseinandersetzen - mal schauen, was Mitte des Jahres daraus resultiert. Ich persönlich habe mich nun länger mit der Thematik beschäftigt, meine Stimme geht nicht an die Befürworter dieser Reform.

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max_schwalbe 24.03.2019, 15:19
71. Re: Was sind Argumente der Befürworter

Zitat von m82arcel
Was sind denn eigentlich die tatsächlichen Argumente der Befürworter? Das hochladen geschützten Materials ist bereits illegal. Für selbst bereitgestellte Inhalte ist jede Internetseite bereits verantwortlich und für Nutzerinhalte können Plattformen auch bereits Haftbar gemacht werden, sobald sie davon erfahren, dass es sich um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Das am häufigsten genannte Beispiel Youtube hat zusätzlich bereits eine Vereinbarung mit der Gema geschlossen und bezahlt für entsprechende Inhalte. Warum also Artikel 13 (bzw 17)? Wer soll ernsthaft davon profitieren?
Ja es gibt den Content-ID Filter bei Youtube bereits. Problem ist, dass er entweder nicht richtig funktioniert oder nicht richtig funktionieren soll. Es kursiert massenhaft urheberr. geschütztes Material auf Youtube, für dessen Verbreitung die Rechteinhaber nur teilweise oder gar nicht vergütet werden. Daran ändert dann auch die Verienbarung zwischen GEMA und Youtube nichts (über deren Inhalt übrigens Unklarheit herrscht, das blieb aus unerfindlichen Gründen intern!). Letztlich wird es seinen Grund haben warum sich die Youtube-Chefin dazu gedrängt sah, einen offenen Brief gegen die EU-Urheberrechtsreform zu schreiben und die Communitiy zum Protest aufzurufen. Das sagt eigentlich alles.

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InternetResearchAgency 24.03.2019, 15:20
72. @46 deufin: Kennen Sie Artikel 12?

Sind Sie sicher, dass Sie mit diiesem neuen Gesetz tatsächlich besser gestellt sein werden? Ich kenne Ihre Situation nicht, aber kennen Sie schon Artikel 12?

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apotheka 24.03.2019, 15:20
73. Schade, dass sich alles auf Art 13 stürzt, Art 11

ist das eigentliche Problem.
Denn hier verdient nicht der urheber, sondern die Verlage. Jede Verlinkung mit kurzer Inhaltsangabe kann nicht vom Urheber, weil der muss die erfindungshöhe nachweisen, sondern vom jeweiligen Verlag sanktioniert werden. So wird das Zitierrecht ausgehebelt. Dagegen sind Uploadfilter pille palle

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nur_mut 24.03.2019, 15:23
74. Auch die Internetforen sind betroffen

Es geht nicht nur um Youtube und die junge Generation. Ich bin 42 und war gestern auf der Demo, weil mein Lieblingsinternetforum neben vielen anderen kleinen und mittelgroßen Foren durch die Urheberrechtsreform existentiell bedroht ist.

Diese Diskussionforen werden oft mit viel Herzblut in der Freizeit und ohne kommerzielle Interessen betrieben (Werbebanner dienen idR nur zur Finanzierung der Serverkosten), Moderatoren leisten ihre Arbeit rein in ihrer Freizeit. Da diese Foren i.d.R. über 3 Jahre alt sind, sie aber nicht zu den wenigen Ausnahmen gehören (wie z.B. Onlineenzyklopädien oder Tauschplattformen), fallen auch sie unter den umstrittenen Artikel 13.
Warum das so ist und warum ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich sein wird: https://foren-gegen-uploadfilter.eu/

Diese Foren bieten z.B. Rat bei unterschiedlichsten Krankheiten, Selbsthilfe in Lebenskrisen, aber auch Austausch zu den unterschiedlichsten Hobbys, Infos zu Büchern, Serien usw.

Durch Artikel 13 werden sie aber in eine Position gebracht, mit der der Weiterbetrieb dieser Diskussionsforen nicht mehr möglich ist, da nicht jeder Textbeitrag vor Freischaltung manuell überprüft werden kann. Letztendlich gewinnen Facebook und Co., die über die personellen, finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten verfügen um z.B. Uploadfilter einzurichten. Der Rest der Internetkultur bleibt auf der Strecke. Die Angebots- und Meinungsvielfalt wird extrem eingeschränkt werden.

Dieses Thema ist leider den meisten gar nicht bewußt und wird leider auch kaum von der Öffentlichkeit und Politikern diskutiert.

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knuty 24.03.2019, 15:24
75.

Zitat von HansUeli
Sie sind einer von vielen Personen die nicht ansatzweise verstanden haben um was es in der Debatte eigentlich geht. Ich kann mich nur gebetsmühlenartig wiederholen: Wieso verteidigt ihr so wehement ein Gesetz, welches geraden den IT-Giganten so extrem in die Hände spielt? Ihr habt nicht begriffen, dass Google, Facebook und Co die grössten Profiteure dieses Gesetzes sind! Es geht in der ganzen Debatte nicht darum, gratis konsumieren zu wollen. Es geht nicht darum, die Kreativen nicht angemessen entlohnen zu wollen. Es ging an keiner Stelle darum, das Recht an geistigem Eigentum in Frage zu stellen oder Diebstahl des selben gut zu heissen. Selbstverständlich beteiligt Youtube bereits jetzt die Künstler deren Material dort zur Verfügung steht an den Werbeeinnahmen (seid ihr wirklich so naiv und glaubt Youtube verdient illegal Geld mit dem geistigen Eigentum europäischer Künstler ohne dass dies Konsequenzen hätte? Für sämtliche Werke welche auf Youtube zu finden sind gibt es Lizenzvereinbarungen oder die Inhalte werden gelöscht!). Das Geschäftsmodell von Youtube ist bereits heute legal und wird auch mit dem neuen Gesetz legal bleiben. Ich bin weiss Gott kein Freund der grossen IT-Konzerne, insbesondere deren Unlust hier Steuern zu bezahlen sollte endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Den Gegnern von Artiekl 11 und 13 vorzuwerfen sie würden sich auf die Seite dieser Konzerne stellen ist einfach bescheuert, das gerade diese Unternehmen von der neuen Gesetzgebung profitieren werden. Diese haben nämlich als einzige die technischen Möglichkeiten, die notwendige Filtertechnik umsetzen zu können. Und das werden sie selbstverständlich ausnutzen!
Das Geschäftsmodell von YT funktioniert aber nur deshalb so, weil YT upload-Filter einsetzt.
Und warum sollten nicht auch andere Plattformen für urheberrechtlich geschütztes Material nicht zahlen?

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Bibs1980 24.03.2019, 15:25
76.

Zitat von Listkaefer
... die Urheber und Künstler endlich das bekommen, was Ihnen aus illegalen Internetveröffentlichungen zusteht. Das Bedürfnis pubertierender Jugendlicher, Verschwörungstheoretiker und Wichtigtuer, sich schrankenlos auf Youtube und Facebook austoben zu können ist demgegenüber nachrangig! Und das Wirtschaftsinteresse der US-Internetkonzerne zählt hier überhaupt nichts. Diese Bande handelt aus Geschäftsinteresse und Geldgier schlicht gesellschaftsfeindlich.
Sie haben's nicht verstanden. Es existiert bereits ein Urheberrecht und es ist bereits illegal, urheberrechtlich geschütztes Material zu verbreiten. Was aber die Verwerterlobby will, ist die Plattformen zu verpflichten, die Rechtskontrolle zu übernehmen. Die wollen sozusagen die Rechtsverfolgung von Urheberrechtsverstößen auslagern.
Das ist, als würde ein Bekleidungshersteller einen Betreiber eines Einkaufszentrums haftbar zu machen, wenn in einem der Geschäfte gefälschte Markenware verkauft wird. Um das zu verhindern, müsste er(der Betreiber) sämtliche Waren bei der Anlieferung auf gefälschte Markenware zu prüfen. Klingt befremdlich oder?

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knuty 24.03.2019, 15:25
77.

Zitat von andre_36
Das größte Problem ist, dass Youtube nicht die einzige Platform ist und Google nicht die einzige Internet-Firma. Und die vielen Foren, deren Betreiber eben kein Geld mit ihrem Projekt verdienen, werden sich den Sicherheitsfilter nicht leisten können. Außerdem frage ich mich, wie es noch sinnvolle Diskussionen, Tipps, Kritiken an Filmen, Büchern oder anderen urheberrechtlich geschützten Darbietungen geben soll, wenn jedes Zitat und jeder Link herausgefiltert wird. Ein bisschen hoffe ich, dass das Gesetz durchkommt. Nach einiger Zeit werden Musiker und Autoren flennen, wenn sie realisieren, dass sie unsichtbar im Netz geworden sind. Dann können sie bei GEMA und Co. um Aufmerksamkeit betteln. Denn genau das haben die Befürworter der Reform überhaupt nicht auf dem Schirm: Die heutige Generation konsumiert Kultur übers Netz. Bücher, und Tonträger sind vorbei.
Es muss sich niemand einen upload-Filter leisten. Man könnte auch einfach die Autoren für ihre Werke bezahlen.

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lauro_77 24.03.2019, 15:27
78. Wir sollten uns

einige Namen merken:
Axel Voss
Sven Schulze
Daniel Caspary
Und Ihnen bei Gelegenheit das wohlverdiente geben zb. Abwählen

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kalim.karemi 24.03.2019, 15:28
79. auf wessen Seite steht SPON?

das geht aus dem Text nicht eindeutig hervor, die Tendenz ist aber sichtbar, pro uploadfilter. Ist ja auch klar warum, schließlich wird das Gesetz ja demokratisch von der unersetzlichen Brüsseler Großbehörde verabschiedet, dagegen zu sein könnte ja den Verdacht erwecken, anti EU Allüren zu verbreiten.

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