Forum: Netzwelt
Debatte um Artikel 13: Die Sturheberrechtsreform
IPON/ imago

Im Streit um die EU-Urheberrechtsreform stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Junge Demonstranten schimpfen auf Politiker - und umgekehrt. Längst geht es um mehr als eine trockene Richtlinie.

Seite 9 von 26
knuty 24.03.2019, 15:30
80.

Zitat von InternetResearchAgency
Sie schreiben: "Es geht darin um den berechtigten Schutz von Urhebern und um "Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken" und diese "müssen geeignet und angemessen sein". Uploadfilter werden nicht gefordert und diese wären nur eine von vielen Möglichkeit, wenn sie eben "geeignet und angemessen" sind, um das Schutzziel zu erreichen." Dann erzählen Sie doch mal: Was sind denn die anderen 'vielen Möglichkeiten'? Wenn es so viele sind, dann kann es ja nicht so schwer sein, 3 oder 4 davon aufzuzählen. Ich bin gespannt!
Die einfachste Möglichkeit ist, die Plattformbetreiber bezahlen die Urheber für die Inhalte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 24.03.2019, 15:31
81.

Zitat von andre_36
Also soll nach Ihrer Ansicht, ein unkommerzieller Forum-Betreiber für Hobby-Fotographen oder Hobby-Schriftsteller mit sämtlichen Lizenzgebern teure Lizenzverträge abschließen, für den Fall, dass jemand einen Dichter zitiert, oder ein geschütztes Foto als Avatar postet? Zur Information: Nach Aufforderung muss das auch heute gelöscht werden, und das wird auch nicht in Frage gestellt. Zukünftig soll es vor dem Upload gefiltert werden. Die Software dafür können sich nur die leisten, denen die Reform angeblich beikommen will: YT, Facebook und Alphabet. Kein Künstler wird einen Cent mehr verdienen.
Nein, zukünftig soll nicht gefiltert werden, sondern die großen Plattformen haben damit bloß gedroht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 24.03.2019, 15:33
82.

Zitat von apotheka
ist das eigentliche Problem. Denn hier verdient nicht der urheber, sondern die Verlage. Jede Verlinkung mit kurzer Inhaltsangabe kann nicht vom Urheber, weil der muss die erfindungshöhe nachweisen, sondern vom jeweiligen Verlag sanktioniert werden. So wird das Zitierrecht ausgehebelt. Dagegen sind Uploadfilter pille palle
Die Urheber müssen an den Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht beteiligt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deufin 24.03.2019, 15:38
83.

Zitat von HansUeli
Auch sie beweisen eindrucksvoll dass sie keine Ahnung haben was eigentlich kritisiert wird. Kein Mensch spricht Ihnen die Rechte an Ihrem geistigen Eigentum ab, kein Mensch "schert sich einen Dreck um Urheberrechte". Sie sind einer von vielen die den Gegnern er Reform pauschal unterstellen, geistiges Eigentum nicht zu respektieren und setzen sich dabei für ein Gesetz ein welches gerade Ihnen als unabhängigem Künstler kaum Vorteile verschaffen wird. Oder wie soll in Ihren Augen Artikel 13 für Sie zur Anwendung kommen können?
Ich weiß ganz genau wovon ich hier rede, da ich mir die Mühe gemacht habe, die Komplette Urheberrechtsnovelle der EU durchzulesen und nicht nur den Artikel 13.

Das, was mir bisher in Deutschland möglich war, wird mit der EU-Regelung dann schlichtweg auf die ganze EU ausgeweitet.

Das heißt, ich werde in Zukunft die Möglichkeit bekommen, innerhalb der ganzen EU auf Urheberrecht klagen zu können. Und da Firmen wie Google, Facebook und Co alle einen EU-Firmensitz haben, werde ich dort dann endlich auch auf Unterlassung und löschung klagen können, was mir bisher als selbstständigem schlichtweg nicht möglich war.

Es scheint mir, als wären sie derjenige, der nicht verstehen kann und/oder will, wie diese neue Regelung die Rechte der Urheber stärkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bernteone 24.03.2019, 15:39
84. Vosd idt einer der wenigen die genau

wissen worum.es geht , der Mann ist das beste Beispiel wie Lobbyisten Politiker kaufen . Ein CDU Politiker in Brüssel verkauft sich als Robin Hood der kleinen Urheber , das sagt schon alles
Die Rechte haben heute eh dchon die großen Verlage und Plattformen und die werden sicherlich ihren Gewinn , bis auf die Ausgaben für Typen wie Voss , optimieren und teilen mit kleinen Künstlern ..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 24.03.2019, 15:46
85.

Zitat von Bibs1980
Sie haben's nicht verstanden. Es existiert bereits ein Urheberrecht und es ist bereits illegal, urheberrechtlich geschütztes Material zu verbreiten. Was aber die Verwerterlobby will, ist die Plattformen zu verpflichten, die Rechtskontrolle zu übernehmen. Die wollen sozusagen die Rechtsverfolgung von Urheberrechtsverstößen auslagern. Das ist, als würde ein Bekleidungshersteller einen Betreiber eines Einkaufszentrums haftbar zu machen, wenn in einem der Geschäfte gefälschte Markenware verkauft wird. Um das zu verhindern, müsste er(der Betreiber) sämtliche Waren bei der Anlieferung auf gefälschte Markenware zu prüfen. Klingt befremdlich oder?
Sie finden es befremdlich, wenn ein Geschäft dafür verantwortlich gemacht wird, wenn es illegale Ware verkauft?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deufin 24.03.2019, 15:46
86.

Zitat von InternetResearchAgency
Sind Sie sicher, dass Sie mit diiesem neuen Gesetz tatsächlich besser gestellt sein werden? Ich kenne Ihre Situation nicht, aber kennen Sie schon Artikel 12?
Artikel 12 hat für mich als selbständigen Medienschaffenden, der keiner Verwertungsgesellschaft angeschlossen ist überhaupt keinen Einfluß.
Mein Geschäftsmodell ist ganz einfach. Ich bekomme einen Auftrag für den ich direkt vom Kunden bezahlt werde.

Darüberhinaus sind auch private Kopien meines Materials, z.B. als Verwendung eines Wallpapers für mich kein Problem. Die Privatkopie ist also nicht von Interesse.

Von Interesse für mich ist lediglich, daß niemand meine Medien weiterverbreiten darf, und dafür werden meine Rechte durch die neue Urheberrechtsnovelle gestärkt, weil ich jetzt auch in der ganzen EU auf Unterlassung und löschung klagen kann. Und da die Firmen wie Google, Facebook und Co alle einen EU-Sitz haben, kann ich jetzt also auch dort klage einreichen und nicht nur in Deutschland wie bisher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sendungsverfolger 24.03.2019, 15:49
87. Wissen Sie eigentlich

Zitat von knuty
Die einfachste Möglichkeit ist, die Plattformbetreiber bezahlen die Urheber für die Inhalte. Nein, zukünftig soll nicht gefiltert werden, sondern die großen Plattformen haben damit bloß gedroht. Die Urheber müssen an den Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht beteiligt werden.
was Sie schreiben, bzw. auf was Sie Antworten?
1. Das ist kein (technischer) Filter
2. Der Gesetzgeber erlässt ein Gesetz, nicht die Firmen. Ein Gesetzgeber "droht" nicht ...
3. Nein, zunächst die Rechteverwerter. Urheber sind was anderes.

Aber wen interessieren schon Fakten. Passen nicht in 1-Satz-Kommentare.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biesi61 24.03.2019, 15:50
88. Das beste an diesem Artikel ist die Überschrift!

Danach wird nach meinem Geschmack doch deutlich zu "ausgewogen" dargestellt, was einfach nicht zur gleichberechtigten Darstellung taugt. Ich bin erheblich über 50, kein BOT, von niemandem bezahlt und ich bin noch nigendwo auf eine Aufforderung zum Protest gestoßen. Und doch habe ich eine ganz klare Meinung: NEIN zu dieser Urheberrechtsreform, deren einziger Sinn die dauerhafte Konservierung überlebter Geschäftskonzepte von (Zwangs-)Verwertern ist. Die allermeisten tatsächlich Kreativen haben längst alternative Wege zur Vermarktung ihrer Leistungen gefunden. Und ihre wohlverdienten Einnahmen will ihnen auch niemand streitig machen. Dank dem Internet haben wir heute eine sehr viel lebendigere Musik-, Film-, Dokumentations- und Nachrichtenszene als vor 10 oder 20 Jahren. Zwischengeschaltete anpassungsressistente Handaufhalter braucht da niemand!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tkedm 24.03.2019, 15:51
89.

Zitat von HelmFair
Haben die demonstrierenden Massen denn überhaupt den Artikel 13, gegen den sie demonstrieren, schon gelesen und verstanden? Es geht darin um den berechtigten Schutz von Urhebern und um "Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken" und diese "müssen geeignet und angemessen sein". Uploadfilter werden nicht gefordert und diese wären nur eine von vielen Möglichkeit, wenn sie eben "geeignet und angemessen" sind, um das Schutzziel zu erreichen. Wie es schon Habermas getan hätte, frage ich mich also, welches Interesse die Initiatoren der Demos haben. Ich habe meine Deutung, aber möchte mir einen shitstorm ersparen. Bevor man Politik kritisiert, sollte man sich erst einmal im wahrsten Sinne "schlau machen".
Welche Möglichkeiten, außer den Uploadfiltern, gibt es denn noch, um in der Sekunde Millionen Dateien zu durchstöbern? Da bin ich gespannt, denn Experten kennen keine anderen einigermaßen praktikablen.

Das Problem an der Sache ist doch, dass ein Krieg (anders kann man es nicht nennen), der seit mehr als 10 Jahren zwischen den Verlagen und der Film- und Musikwirtschaft herrscht, nun nach und nach auf die Politik und den "einfachen Bürger" abgewälzt wird - der damit an sich überhaupt nichts zu tun hat. Und die Politik, als schlechtester Schlichter, verbockt es natürlich wieder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 26