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Debatte um Peilsender in Schultaschen: Der Spion im Ranzen
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Die Stadt Wolfsburg hat ein Projekt gestoppt, bei dem Schüler Peilsender bei sich tragen, die mit Autos sprechen sollen. Firmen wie VW wollen so Unfälle vermeiden, Datenschützer fürchten totale Überwachung.

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der_unbekannte 25.01.2018, 16:52
1. Helikoptereltern 4.0

Helikoptereltern 4.0....einfach nur Wahnsinn. Ginge es nur um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr, wäre ein leistungsschwaches analoges Sender-/Empfänger Sytem im ISM-Frequenzbereich vollkommen ausreichend, immer wenn ein Kind in der Nähe eines Autos wäre würde ein akustisches Signal den Fahrer zur Vorsicht mahnen. Ganz ohne Daten irgendwo in einer Cloud abzuspeichern, ohne Nutzung von einer Infrastrutkur. Und ohne jährliche Gebühren. Allerdings wäre es dann mit dem Tracking aus großer Distanz aus und vorbei. Leute, lasst euch nicht verar***en.

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ac-hettwer 25.01.2018, 16:59
2. ac-hettwer

Grundsätzlich sind alle Versuche um Schüler auf ihren Schulwegen zu schützen gut. Bei dem Test mit Peilsendern und entsprechenden Apps, die Autofahrer installieren müssten, glaube ich nicht, das eine solche Maßnahme viel Schutz Kinder im Straßenverkehr brächte. Was ist mit den vielen Autofahrern die solche Apps in ihrem Auto nicht installieren können. Es erreicht nur eine sehr begrenzte Personenzahl.
Wenn man Schüler auf ihrem Schulweg wirklich im Straßenverkehr schützen wollte, sollte man zu wirksameren Mitteln greifen. Schüler zu Gruppen zusammenfassen, die gemeinsam den Weg bewältigen, Schülerlotsen, Polizei und Elternbegleitung. Alles in einem vernünftigen Konzept zusammenbringen und je nach Gefährdungspotential die entsprechende Maßnahme auswählen.

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metapherx 25.01.2018, 17:05
3. Und wenn meine App nichts meldet, kann ich rasen ...

Die Kinder, die ohne Tracker unterwegs sind, können ja ruhig überfahren werden? Was soll eine Warnung vor selbst 99,99% aller Kinder, wenn die Autofahrer dann nicht mehr aufpassen? Was bitte schön soll so ein Tracker dem Autofahrer helfen? Der/die Fahrerin soll gefälligst aufpassen und angepasst fahren -- da braucht es keine Warnung vor Kindern.
Technik, die begeistert ....

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matthias089 25.01.2018, 17:07
4. Ist denn schon April?

Das kann sich ja nur um einen Witz handeln, und dann wird der noch mit unseren Steuergeldern unterstützt? In ein paar Jahren heisst es dann dass Kinder die keinen Tracker bei sich tragen selber Schuld sind wenn sie vom Auto erfasst werden. Es gibt heute schon genug Möglichkeiten die Gefahren auf dem Schulweg zu minimieren. Tempo 30, Halteverbote in der Nähe vom Schulhäusern (die dann auch kontrolliert werden), konsequente Kontrollen und nennenswerte Strafen bei Smartphones am Steuer ... aber das würde ja alles den Autofahrer einschränken, ein deutsches NoGo. Lieber soll sich der Bürger mit Sendern ausstatten, Warnwesten, Beleuchtung und sonstiger Blödsinn reichen nicht mehr aus. Ich frag mich wann es verboten wird betrunken durch die Stadt zu laufen.

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lotharbongartz 25.01.2018, 17:24
5. Sinn

Die Autohersteller entwickeln doch fuer die selbstfahrenden Fahrzeuge sowieso schon Systeme, die das Ueberfahren von Fussgaegern vermeiden. Diese Technologie kann auch Fahrern zur Verfuegung gestellet werden. Da muss im Prinzip nichts Neues entwickelt werden. Andererseits kann man lesen, dass das Datensammeln zum neuen Geschaeftsmodell fuer Autohersteller wird.

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trulala 25.01.2018, 17:29
6. Ernsthaft?

Ich kann mir vorstellen, dass der win oder andere dies System nicht als Warnung sondern als nützliche Information ansieht.

Wie kann man nur so blauäugig so ein Projekt aufsetzen?

Probleme:
- Datenschutz
- Kinder ohne Tracker noch mehr gefährdet durch rasende Autos (wird ja nicht gewarnt)
- Autos ohne Tracker gefährden Kinder, welche sich darauf verlassen, dass gewarnt wurde
- Eltern welche es eher um Überwachung geht
- Erwachsene, welche wissen wollen, wo sie Kinder antreffen
- usw.

Investiert das Geld besser in sichere Schulwege, wo sich Kinder und Autos erst garnicht begegnen!

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Bell412 25.01.2018, 17:30
7. Und demnächst werden wir alle noch "gechipt"

Wie die Zootiere. NFC Juchhee.
Nein, im Ernst, vor allem wenn ich diese speicheltriefenden Ausbrüche höre: "Daten! Daten! Daten! Die Daten gehören uns uns uns!" von wahlweise Versicheren, Automobilherstellern, Unsozialnetzwerkern herausgebrüllt, dann sollte eine neue Regierung, so eine solche sich irgendwann materialisiert, festlegen, Daten gehören ausschliesslich demjenigen, der sie erzeugt.
Dadurch, dass er ein Gerät herumträgt, das Daten erzeugt.
Welche Daten das sind, das ist vollumfänglich und in Klartext offenzulegen.
Jede einzelne Datenanwendung, jeder Versand, ist per Opt-In zu autorisieren.

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chewbakka 25.01.2018, 17:32
8. Willkommen Paranoia

Völlig paranoid ist dieses Bestreben, absolute Sicherheit in allen Lebenslagen und vor allen möglichen Gefahren zu erreichen! Und so ganz nebenbei: völlige Sicherheit bedeutet auch völligen Verlust jeder Freiheit. Ausserdem ist völlige Sicherheit nichts Anderes als eine Illusion.

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quark2@mailinator.com 25.01.2018, 17:35
9.

Tja ... da kommt vieles zusammen. Zum einen macht es die Technik immer leichter, uns von vorn bis hinten zu verfolgen. Es ist vermutlich richtig, daß dies die Sicherheit erhöht. Aber das geht eben auch auf die Freiheit. Eine Art goldener Käfig. Mein Zug hier warnt vor jedem Bahnhof, man solle doch beim Aussteigen auf den Spalt achten. Das nervt grenzwertig. Ich habe in meinem ganzen Zugfahrerleben ein einziges Mal erlebt, daß jemand mit dem Fuß in diesen Spalt getreten ist. Die Dame kam von draußen und ich konnte sie am Arm halten, bis sie wieder Stand hatte. Kein Ding. Aber die Ansagen kommen mehr und mehr, die Kameras, etc. Diese Schüler unterliegen eh die ganze Zeit dem Tracking durch die Mobilfunkmasten und das GPS ihrer Smartphones gibt die Position metergenau weiter - nur eben nicht zum Schutz der Kinder, sondern an Firmen und Geheimdienste. Insofern ... ich sehe es mit Unwillen, wie freiwilles korrektes Verhalten aus einem Gefühl der Verantwortung heraus sich peu a peu in erzwungenes Verhalten verwandelt. Aus meiner Sicht schadet es der Persönlichkeitsbildung, wenn Jugendliche nicht potentiell die Möglichkeit haben, auszubrechen und Unfug zu machen - und es sich überlegen und dann eben normalerweise doch nicht tun. Nur frei ist frei (C). (Und ja, das ist gefährlich.)

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