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Debatte um Peilsender in Schultaschen: Der Spion im Ranzen
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Die Stadt Wolfsburg hat ein Projekt gestoppt, bei dem Schüler Peilsender bei sich tragen, die mit Autos sprechen sollen. Firmen wie VW wollen so Unfälle vermeiden, Datenschützer fürchten totale Überwachung.

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rjsedv 25.01.2018, 20:09
20. Schrecklich

Kinder zur Gewinnsucht missbrauchen und dann das noch mit angeblicher Sicherheit verschleiern. Und Heli-Eltern fallen darauf hinein. Es ist unfassbar wie krank unsere Gesellschaft mittlerweile ist. Wie auch schon andere Foristen gefordert haben - es sollte einen Bannkreis um Schulen geben, in denen Eltern beim Bringen der Kinder nicht einfahren dürfen. Das bringt wirklich Sicherheit.

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likaner 25.01.2018, 21:27
21. Hmmm

Ein kleines Gedankenspiel.
Kind A und Kind B laufen zusammen neben der Strasse.
Kind A hat diesen komischen Sender.
Selbstfahrendes Aiuto nähert sich.
Kind A springt auf die Strasse, weil er gegnüber ein Babyhund gesehen hat. Mama meinte ja, dass sein Ranzen ihn schützt.
YAuto muss aufgrund des Senders ausweichen. Er kann nur auf den Gehweg ausweichen, wo Kind B steht. Ohne Sender.

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derbo73 25.01.2018, 23:31
22. Nicht alles nur schlecht und schlimm

Wenn Technologie Leben retten kann und echte Sicherheit bringt, ist das erstmal zu begrüßen. Warum muss denn gleich das ganze Überwachungspaket geschnürt werden? Hätte es nicht gereicht Sender zu nutzen, die von Empfängern in Autos "gesehen" werden, sonst aber zu nichts zu gebrauchen sind? Autofahrer sollen auf mögliche Gefährdungen von Kindern aufmerksam gemacht werden, da reicht doch ein Warnsignal bei Annäherung. Warum muss dazu GPS genutzt werden (das gar nicht unter der Hoheit Europas oder Deutschlands ist und damit nicht wirklich verlässlich)? Warum müssen Eltern Routen verfolgen können? Wo erhöht das Sicherheit im Straßenverkehr? Zu guter Letzt gibt es eine große Falle bei allen technischen Hilfsmitteln - falsches Vertrauen. Nutzer solcher Technik werden möglicherweise nachlässiger als ohne sie, denn sie vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik und entlasten sich stärker selbst. Der Missbrauch, auch durch Mitschüler, z.B. zum Mobbing, Drangsalieren, Scherzen, liegt noch zu nahe. Und wie überzeugt man die Autofahrer davon, den nötigen Empfänger/App auch anzuwenden? Ist ja toll, wenn alle Schüler ein "Hier" senden, aber nicht sehr hilfreich, wenn vielleicht 10% aller Autofahrer das auch empfangen. Ich glaube kaum, dass Postangestellte, LKW Fahrer usw. die Erlaubnis bekommen, das während der Arbeitszeit zu nutzen, oder besonders viele daran denken, es einzusetzen. Das sind Utopien, die nur in zentral gesteuerten Gesellschaften etablierbar wären, unsere Gesellschaft ist dafür viel zu heterogen.

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derbo73 25.01.2018, 23:49
23.

Zitat von charlybird
morgens in die Schule gebracht werden, ist nicht nur, Verzeihung, dumm, sondern, wie es der Artikel bereits beschreibt, absolut kontraproduktiv gegenüber einer praktischen Verkehrserziehung. Der nächste Punkt wäre, wenn die ganzen Heli - Mama – Bringdienst - Flotte morgens im Car Park verbliebe, würden auch sofort deutlich weniger Dreckschleudern und mögliche Unfallverursacher umhersausen. Und dann kann man auch auf diesen digitalen Trackerunsinn mit Fug und Recht verzichten. Aber es wird nicht lange dauern, der nächste digitale Blödsinn lauert schon.
Richtig. Dass die Kids im öffentlichen Nahverkehr Omnibus ohne Anschnallmöglichkeit sitzen müssen (Riesenschulranzen auf dem Rücken, die sitzen kaum richtig auf der Sitzfläche), die Busfahrer jeden Tag zu spät dran sind und versuchen diese Zeit durch Bleifuß aufzuholen (wir hatten hier in Dorflage bereits einen Unfall aus nur diesem Grund) ist aber auch nicht besser. Dazu zählen uns die Sensationsmedien jeden Fall von Kindesmissbrauch auf und dann wundert man sich, warum viele Eltern die Kids lieber persönlich (weil vermeintlich sicherer) abliefern, teils auch abholen. Dazu sind Schulwege in Städten oft wirklich abenteuerlich gefährlich. Kinder sind nicht vernünftig, wenn die abkürzen können, statt hundert Meter Umweg über die Ampel zu nehmen, machen sie das. Haben wir früher auch gemacht. Nur heute fahren halt noch mehr Autos als früher und viele fahren leider auch noch rücksichtsloser. In der Straße vor der Grundschule sind schon immer 30 bei uns, wenn ich dort 30 fahre, werde ich angehupt oder einfach eiskalt überholt. Oft von Eltern, die ihre Kinder hinbringen oder abholen. Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

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derbo73 25.01.2018, 23:54
24.

Zitat von amon.tuul
a) ich habe selber 3 (inzwischen fast erwachsene Kinder) und machte mir auch Sorgen b) mir ist völlig unklar wie man dem Irrsinnsgedanken der Dauerortung anheimfallen kann. Es geht ja darum dass ein Mensch dann in einer völlig anderen Wahrnehmung der Welt aufwächst, quasi immer ein Auge da ist. Das hat für mich absolut totalitäre und den Geist krank machende Züge! Insbesondere packte mich das kalte Entsetzen als ich merkte daß ich mit meiner Haltung auf Elternabenden offenbar eine Ausnahme war! c) die Techniken der Selbstfahrautos sind auf ein ständigs optisches und funktechnisches Abtasten der kompletten Umgebung der Fahrzeuge angelegt. Dabei werden zwingenderweise auch alle Menschen im Umfeld der Maschinen andauernd gefilmt. Diese Daten sind dann in dem Fahrzeug-Computer bzw. auch gleich in der wie auch immer gearteten Netzwerkumgebung gespeichert und dort steht dem Misbrauch durch Kriminelle oder Geheimdienste Tür und Tor offen. -> der Datenschutz steht der Weiterentwicklung von sogenannten Selbstfahr Autos prinzipiell entgegen, genauso wie alle anderen Anwendungen, die mit automatischer interagierender Verkehrstechnik zu tun haben. Warum gibt es kein Stop?
Ich behaupte, dass die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft, ja Welt, grundsätzlich nicht mit Datenschutz (eigentlich ja Schutz des Rechts auf Selbstbestimmung) vereinbar ist. Wir müssen uns früher oder später entscheiden was wir wollen, Freiheit oder Sicherheit. Und ob man als Unfreier dann sicherer ist, hängt nur noch vom Goodwill einiger weniger ab. Leider ist die Digitalisierung scheinbar nicht aufzuhalten oder in Formen zu bringen, die nicht unserer Natur als Gesellschaft aus Individuen mit Bedürfnis nach Privatsphäre zuwider laufen. Oder es wird nicht intensiv genug daran gearbeitet, denn das bringt ja kein Geld, sondern "nur" Zufriedenheit. Zufriedene Menschen sind aber leider nicht gut für's Geschäft.

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bold_ 26.01.2018, 02:26
25. Das ist eine todsichere Methode,

Kinder zu ängstlichen Wesen zu erzeugen, die vielleicht über 20 Jahre brauchen, um frei und erwachsen zu werden.
Welche noch perfektere Überwachungsmaßnahmen bis dahin entwickelt und angeboten werden, weiß ich nicht, denn die Kids von damals sind dann die Heli-Eltern der Zukunft.
Sollte es wirklich um die Verkehrssicherheit gehen, so darf man die Fahrer nicht unterschätzen: Die haben zwei flinke Augen und einen schnellen Bremsfuß!
Die Autos sind seit Jahren schon overengineered und werden gefahren von Kastraten!
Wer sich nicht traut, Kinder aufzuziehen, der sollte im Zoo nachfragen, ob er sich dort stundenweise ein Orang-Utan-Baby ausleihen kann...

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ostseesegler 26.01.2018, 04:09
26. Technisch nicht möglich

Was es wieder fur eine Aufregung im Forum gibt... Dabei ist doch schon der Ansatz Quatsch: GPS kann nicht genauer als 10-20m lokalisieren. Dazu kommen Zeitverzögerungen durch senden, verarbeiten und empfangen im Auto. Autos fahren aber ganz normal weniger als 10m an Kindern vorbei. Was soll denn eine Warnung vor jedem Kind auf dem Bürgersteig? Und wenn es mir vor das Auto springt, ist der Ansatz zu ungenau und zu lahm.
Was es schon gibt und was viel besser ist, ist ein Notbremsasistemz mit Kamera im Auto. Also ein Beobachten der Umwelt und sofortiges Bremsen bei sich anbahnenden Unfällen oder bedenklichen Situationen. Das funktioniert dann auch ohne Ranzen.

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Flying Rain 26.01.2018, 07:05
27. Da ich

Da ich 150 weiter meine Straße runter eine Grundschule habe kann ich tagtäglich das Verkehrschaos sehen wenn die Eltern ihre Kinder mit dem Auto abladen. Da wird dann auch mal mitten auf der Straße gehalten und der Verkehr aufgehalten bis das Küken seinen Rucksack aus dem Kofferraum geladen hat.
Hinzu kommt dass es auf dem Parkplatz für die Lehrer über den die meisten Schüler die zu Fuß kommen (es gibt aiw noch...) ebenfalls wie ein Bienenstock zugeht durch die ganzen Autos der Eltern welche dann auch noch mit massiver Rücksichtslosigkeit herrumfahren. Wenn ich da an meine Grundschulzeit rund um die 00er Jahre zurückdenke war es genau an dieser Schule eigentlich Standart dass fast jeder zu Fuß geht und das alleine! Heute kommen auf ~5-6 Schüler ein Elternteil welcher diese zur Schule auf dem Fußweg begleitet...

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fatherted98 26.01.2018, 08:05
28. Das Ganze...

...hat nicht viel mit Überwachung zu tun. Die Kinder sind tagsüber ja in der Schule....es geht hier um Sicherheit auf dem Heimweg....da wir ja immer mehr Gefahren in der Öffentlichkeit haben, finde ich es eine gute Idee solche Sender vorsorglich einzubauen....im Falle einer Entführung kann das Leben retten...und ansonsten können sich die Eltern ja zurücknehmen....es gibt keinen Grund die Kids zu überwachen wenn nichts vorliegt.

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qoderrat 26.01.2018, 08:13
29.

Zitat von
Die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage kommentierte auf ihrer Webseite: "Die Datenweitergabe wird alles andere als transparent kommuniziert - Facebook, Microsoft, Amazon und Co. bekommen Daten." Eltern und Lehrer würden nicht hinreichend über die Datenweitergabe informiert.
Falls diese Aussage tatsächlich stimmt und belegt werden kann, ist das ein ziemlich übler Missbrauch der Ängste der Eltern, denn dann geht es tatsächlich in erster Linie um die Erfassung der Bewegungsprofile und kommerzielle Nutzung derselben.

Davon abgesehen ist jede Form der Überwachung erst einmal zu hinterfragen, auch mit der Anonymisierung ist es wohl nicht so weit her, wenn die Eltern auf die Daten ihres Kindes zugreifen können müssen die Datensätze ja in irgendeiner Form personalisiert sein, sonst wäre die Zuordnung nicht möglich.

Wie auch immer, tolle Idee, die lieben Kleinen schon in jungen Jahren daran zu gewöhnen dass sie immer und überall überwacht werden können und müssen. Wollen wir wirklich eine Gesellschaft, in der Totalüberwachung zum Normalfall wird, müssen wir wirklich unsere Kinder zu fernsteuerbaren Drohnen erziehen?

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