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Debatte um Pseudonyme: Unionspolitiker unterstützen Googles Namenszwang

In*Googles sozialem Netzwerk*sind Pseudonyme verboten - und das ist auch gut so, finden der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl und sein CDU-Kollege*Günter Krings. Im Internet könne es kein grundsätzliches Recht auf Anonymität geben. Netz-Aktivisten hatten*Googles rigide Namenspolitik gerügt.

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ToertjeX 06.09.2011, 18:12
1. oh nee

Uhl und Krings sind ja mutig so einen Schwachsinn unter Ihrem Klarnamen zu verbreiten...

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stormy_weather 06.09.2011, 18:29
2. CDU - gegen die Freiheit ...

Was mischt sich die CDU in die Angelegenheiten von Google ein. Das ist ein privates IT-Unternehmen, und wenn Google das für sich entscheidet, ist das okay, aber deren Sache und kein Politikum. Grundsätzliche Verbote daraus herleiten zu wollen finde ich unerträglich.

Ich würde hier im SPON mit meinem Klarnamen nie und nimmer meine Meinung offen vertreten. Schon so werde ich genug von Andersdenkenen beleidigt und diffamiert.

Und überhaupt: "feige in die Anonymität flüchten", wenn ich das schon lese, kriege ich die Wut! Politiker, die so etwas äußern, haben keine Ahnung. Große Denker und Schriftsteller haben unter einem Pseudonym geschrieben, schon vor Hunderten von Jahren. So viel Bildung würde ich bei einem Politiker voraussetzen, dass er das weiß. Herr Uhl sollte davon abstehen, anonyme Teilnehmer von Foren zu beleidigen.

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Silverhair 06.09.2011, 18:36
3. Hintergrund

Ein kurzer Blick in Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Uhl offenbart seine Geistige Herkunft!
Während seines Studiums schloss sich Uhl der Münchner Burschenschaft Rhenania (heute: Arminia-Rhenania, DB) an.

Wie inzwischen wohl allen klar geworden ist finden sich dort vor allem Rechtsextreme - die inzwischen als Nazis ganze Dörfer und Landstriche terrorisieren!
Wer in einem solchen Umfeld seine Meinung sagt unter "Klarnamen" riskiert ganz konkret den Besuch einer schlägkräftigen Gruppe von Schlägern, die jede öffentliche Äusserung danach unmöglich machen!

Dieses Konzept eine "Öffentlichkeit zu fordern" und gleichzeitig die damit aufgedeckten zum Schweigen zu bringen ist allen Dikaturen gemeinsam - nicht nur die Nazis hatten damit den Erfolg von über 16 Mio Toten und deportierten!

Und gerade die CSU ist dafür bekannt das sie überall - auch und sogar massiv im Rechtsextremen Umfeld fischen geht - eine Demokratische freiheitliche Partei würde sich anders verhalten schlichtweg!

1967 versuchte die CSU noch die Frauen unter "Männliche Aufsicht zu stellen" - und wie der letzte Parteitag doch zeigte ist diese Matcho Halungen, dieser Machtanspruch über jeden und alles bestimmen zu können immer noch fester Bestandteil dieser Leute!

Oder kurz gesagt - Hans-Peter Uhl möchte gerne den Rechtsextremen und Unterdrückern von freiheitlicher Meinung die Türen öffnen um sie mit Gewalt, mit Gesetzen und Druck gegen alle Kritiker vorzugehen!
Und ohne das einzeln aufzulisten - gegen "anonyme Meinungsäusserungen" finden sich massiv viele Leute die im Hintergrund ein rechtsextremes Gedankengut pflegen!

Sollte einen dann doch sehr vorsichtig werden zu lassen diesen Leuten auf den Leim zu gehen!

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Dyl Ulenspegel 06.09.2011, 18:37
4.

welcher Partie gehören diese Herren noch mal an? Wenn ich es nicht besser wüßte, hätte ich auf SED getippt...

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wunderkerze 06.09.2011, 18:42
5. DDR oder was?!

Zitat von stormy_weather
Was mischt sich die CDU in die Angelegenheiten von Google ein. Das ist ein privates IT-Unternehmen, und wenn Google das für sich entscheidet, ist das okay, aber deren Sache und kein Politikum. Grundsätzliche Verbote daraus herleiten zu wollen finde ich unerträglich.
Sehe ich ganz genauso!

Erst will die CDU die Vorratsdatenspeicherung, jetzt den Klarnamenzwang... Ich hab kein Bock auf DDR! Ich dachte aus solchen Zeiten sei Deutschland raus?!

Wer mit seinem richtigen Namen im Netz gegen Nazis wettert, wird am nächten Tag von großen Kerlen mit rasiertem Schädel und Bomberjacke besucht... Vielleicht ist das Beispiel übertrieben, aber ich empfinde ein Pseudonym eher als Schutz und nicht als "Flucht"

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ohgottogott 06.09.2011, 18:45
6.

Ich würde mal raten, die Herren unterstützen auch die Forderung nach Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr im Inneren, die unbegrenzte "Vorratsdaten"-Speicherung und natürlich nicht zu vergessen die von andern Unionspolitikern schon mal angeregten Zensur- und Filterforderungen im Internet

Alles natürlich nur zu unserer Sicherheit. Und wer nix zu verbergen hat, hat ja auch gar nix zu befürchten,nicht wahr ?

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Atheist_Crusader 06.09.2011, 18:59
7. ...

Der Grundgedanke ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Wer unter seinem eigenen Namen schreibt, steht damit auch das ein, für das er da verzapft. Exklusive Namen können sich einen Ruf erarbeiten. Unter einem Pseudonym hingegen lässt sich aller möglicher Unfug verbreiten und bei einem Übermaß dann ganz einfach das Pseudonym wechseln. Insofern könnten Realnamen dazu beitragen, die Diskussionskultur zu verbessern.

Aber: das soll jedes Netzwerk, jedes Forum, jede Newsgroup für sich selbst entscheiden.

Denn Anonymität im Netz ist nicht mit Anonymität im Alltag vergleichbar. Auf der Straße ist man relativ anonym. Man wird gesehen, aber deswegen hat der Andere noch nicht gleich den Namen (und mit einem halbwegs ungewöhnlichen Nachnamen und einer Postleitzahl kann man schon eine Menge über eine Person herausfinden). Denn den Perso einfordern darf maximal die Polizei. Außerdem: das Netz vergisst nicht. Ich bin mir sicher jeder von uns hat mal irgendwo getrollt, groben Mist verzapft oder Meinungen vertreten die nicht wirklich mehrheitstauglich sind. Wenn Jemand sowas in der Öffentlichkeit tut, dann reicht das so lange, wie das Gedächtnis der Beteiligten (ausgenommen es sind Kameras anwesend, was bei Politikern oft der Fall ist und vielleicht zu dieser merkwürdigen Wahrnehmung führt). Im Internet kann es einen verfolgen.
Und apropos verfolgen: Stalker haben es damit noch wesentlich leichter. Ich habe ein paar Damen in meinem Bekanntenkreis, die nach Anmeldung in diversen Foren (natürlich mit Benutzerbild) sich ebenso unliebsame wie hartnäckige Verehrer einfingen. Diese dann auch noch den realen Namen wissen zu lassen, dürfte einen auch nicht gerade ruhiger schlafen lassen.

Schon heute durchwühlen Unternehmen die Netz-Vergangenheit von Bewerbern. Wenn da jetzt noch Diskussionen in linken Foren, Mitgliedschaft in SM-Newsgroups oder ein peinliches Youtube-Video dazukommen, dann aber gute Nacht. Dann ist die Privatsphäre endgültig abgeschafft.

Ergo: Uhl und Krings scheinen eine "leicht" verzerrte Wahrnehmung von den Netzaktivitäten des Durchschnittsbürgers und der potentiellen Auswirkungen auf sein Leben bei deren Offenlegung zu haben. Ein weiterer Beweis für das massive Kenntnisdefizit der Konservativen im digitalen Raum.
Wenn wir auf diese Herren hören, dann können die Grundschulen demnächst schon Sonderkurse anbieten: "Erste Schritte im Netz - wie man um Himmels Willen alles vermeidet, was einem in 30 Jahren die Karriere und den Ruf ruinieren kann". Kann mir auch schon die erste Stunde vorstellen: "So, Kinder, ich weiß, ihr wollte jetzt alle ins Internet... aber eure Eltern haben Angst vor der Praxis. Also macht die Computer aus, nehmt euch ein Blatt Papier und schreibt: We we we Punkt Google Punkt de eh."

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pudel_ohne_mütze 06.09.2011, 19:18
8. Wie beliebte Signore Berlusconi sein Heimatland zu nennen ?

Zitat von sysop
In*Googles sozialem Netzwerk*sind Pseudonyme verboten - und das ist auch gut so, finden der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl und sein CDU-Kollege*Günter Krings. Im Internet könne es kein grundsätzliches Recht auf Anonymität geben. Netz-Aktivisten hatten*Googles rigide Namenspolitik gerügt.
Richtig. Scheissland.

Wir entwickeln uns mit Zeitgenossen wie Uhl zurück so um die 82 Jahre.

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biggathanyou 06.09.2011, 19:21
9. Das ist mal wieder typisch....

...was genau soll denn ein klarnamenzwang bringen?
Jeder User im Netz hat doch einen Klarnamen: Meiner ist heute 89.204.136.52 und das reicht doch eigentlich völlig aus. Im Grunde ist das sogar noch besser, ich gebe meine Adresse an ohne meinen Namen zu nutzen....

Es gibt auch in der Realität keinen Klarnamenzwang ausser bei geschäftlichen Beziehungen. Ich bin privat und in der Öffentlichkeit nie gezwungen meinen echten Namen zu sagen. Warum sollte das im Internet anders sein?

Typische Aktionismuspolitik. Keine Ahnung haben aber maximal Dünnpfiff ablassen und alles klatscht Applaus.

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