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Debatte um Shooter "Battlefield V" : Hilfe, eine Frau!
Electronic Arts

Der Shooter "Battlefield V" spielt im Zweiten Weltkrieg und hat offenbar eine weibliche Hauptfigur. Im Netz ärgert das manche Gamer sehr. Wir haben nachgefragt: Warum eigentlich? Und was sagen Gamerinnen dazu?

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hileute 28.05.2018, 19:40
1.

Ich bin zwar kein sonderlich großer Fan von so artigen Ballerspielen, kann aber durchaus verstehen, das die größtenteils männlichen Spieler auch lieber mit einem Mann kämpfen wollen. Da spielen wahrscheinlich auch Vorurteile eine Rolle, das weibliche Kämpferinnen möglicherweise den Männern unterlegen seien, vlt denken die Spieler das dadurch ihre Siegchancen sinken

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butter_milch 28.05.2018, 20:02
2. Künstlerische Freiheit

Als Spiel genießt Battlefield gewisse Freiheiten. Wer Authentizität sucht, für den gibt es genug grandiose Alternativen zu Battlefield.

Als Kerl finde ich es völlig in Ordnung, dass man weibliche Charaktere implementiert hat, immerhin wächst der Anteil der weiblichen Spieler immer mehr und das ist eine tolle Sache.

Als Battlefield-Spieler der ersten Stunde ärgere ich mich lediglich ein bisschen über die überspitzte Darstellung. Diese hätte wunderbar zu einem Bad Company-Ableger gepasst, aber nach Battlefield 1, welches ein beindruckendes Bild vom ersten Weltkrieg gezeichnet hat, einen solchen Blödsinn im Kontext des zweiten Weltkrieges zu veranstalten finde ich überhaupt nicht angebracht.

Vor allem weil sich die Fangemeinde schon seit Jahren einen Nachfolger für Bad Company 2 wünscht.

Am Ende des Tages sollte man ein Spiel welches von EA vertrieben wird schon aus gänzlich anderen Gründen nicht kaufen...

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jonashof 28.05.2018, 20:10
3. Der Author macht es sich zu leicht.

Ich habe den Trailer des Spiels gesehen und mir dutzende Kommentare dazu durchgelesen. Hier sind meine Beobachtungen. Der Großteil der unzufriedenen Kommentatoren haben nicht bemängelt dass die Hauptfigur weiblich ist, sondern wie diese inszeniert wird. Es gab in WK2 eine ganze Reihe mutiger Frauen die in unterschiedlichsten Rollen ihren Ländern gedient haben. Hallo, sogar Queen Elizabeth war damals beim Militär. Der Großteil der Kommentatoren hätte nichts gegen eine dieser realistischen Frau als Hauptfigur einzuwenden, sie stört es, dass es eine abstrakte Kunstfigur mit Indianerschminke im Gesicht und Hakenhand sein muss da eine normale Soldatin für das Studio nicht "badass" genug ist.
Natürlich kann man sich in den Weiten der Internetforen die paar stumpfen Kommentare raussuchen um eine Story für den Spiegel zu basteln, den allgemeinen Tonus trifft es auf jeden Fall nicht.

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pumpking 28.05.2018, 20:26
4. CoD 2

Ich kann mich erinnern, dass es in CoD 2 bei den Russen auch weibliche Soldaten gab - da hat sich auch keiner drüber aufgeregt ??

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Naturrecht 28.05.2018, 20:32
5. Oh Man(n)

Man sollte das ganze differenzierter betrachten. Ich vermute, dass die breite Ablehnung zwei Gründe hat. Zum einen wurden und werden Gamer (Leute die sehr viel Computerspielen und meistens männlich sind) von sehr vielen Frauen belächelt und als Nerds abgestempelt. Daraus ergibt sich dann eine Abwehrhaltung, wenn Spielehersteller versuchen Frauen in Spiele zu integrieren, die eher von männlichen Gamern gespielt werden. Nach dem Motto, das gehört uns, wir waren zuerst da.
Ferner wird die "Quotenhaltung" abgelehnt, sprich zwanghaft einen Homosexuellen eine Frau einen Schwarzen etc. in einem Spiel unterzubringen.
Die Kritik dieser Gamer ist leider sehr emotional und zum Teil auch fern ab des guten Geschmacks. Das reicht leider von Beleidigung bis hin zu Morddrohungen. Sowas ist absolut abzulehnen.

Ich persönlich finde die Frau auch eher unpassend bezogen auf Battlefield 5, da es in der Wehrmacht oder auch in der britischen, amerikanischen,..., keine kämpfende Frauen gab. In Battlefield 1 gab es auch Frauen in der Sniperklasse und mich hat das überhaupt nicht gestört, weil ich mich auch nicht mit irgendwelchen Spiele-Avatere identifiziere. In Fortnite gibt es übrigens auch Frauen als Avatar und es stört niemanden. Da wirkt es aber auch nicht erzwungen.

Als Fazit kann ich nur sagen - Liebe Gamer, bitte schildert eure Kritik sachlich - Liebe Redakteure, bitte schreibt eure Artikel objektiv über das Thema und Liebe Publisher, ihr braucht nicht für alles eine Quote.

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tupfschnabak 28.05.2018, 20:35
6. Männlicher Tomb Raider

Immer diese Gender-Debatte, sie muss überall hingetragen und hineininterpretiert werden. Ja, viele regen sich über einen weiblichen Hauptcharakter bei Battlefield V auf. Das gab es eben bisher noch nicht. Der Aufschrei wäre doch (in die andere Richtung) ebenso groß gewesen, würde plötzlich jemand auf die Idee kommen, statt Lara Croft einen männlichen Hauptcharakter bei Tomb Raider auszuwählen. Nur würde dann wieder die Unterdrückung der Frau diskutiert werden, andersherum ist das natürlich absolut akzeptiert und sogar teilweise gefordert.

Der Kommentar mit der Spritze und dem Wiederbeleben ist übrigens vom Spielmodus abhängig. Dass das nicht realistisch ist weiß jeder, es geht vielen wohl eher um die realitätsgetreue Darstellung rund um das Spiel selbst. Und dass Frauen mit Armprothesen im 2. Weltkrieg eher selten als Sniper an der Front gekämpft haben, liegt wohl auf der Hand. Ein weiblicher Hauptcharakter ist per se ja nichts schlechtes, man sollte halt, GERADE wenn man ein „realistisches“ Spiel darstellen will, zumindest was den historischen Rahmen betrifft, die tatsächlichen Gegebenheiten nicht vollständig aus den Augen verlieren.

Achja, nur so nebenbei: Als aus Call of Duty plötzlich ein Science-Fiction-Shooter mit Exo-Suits und 10m hohen Sprüngen geworden ist, hat sich auch jeder aufgeregt, und das vollkommen zurecht. Denn das gab es bisher auch nicht und das wollte kein Fan haben. Das mal am Rande, neben dieser ganzen Gender-Debatte.

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Atheist_Crusader 28.05.2018, 20:47
7.

Zum Thema Diversität wird viel Schwachsinn verbreitet, nicht zuletzt weil sich Viele nicht wirklich für die Details interessieren.

Nehmen wir mal das erwähnte Overwatch: das bietet eine große Auswahl an verschiedensten Charakteren. Wenn da ein oder zwei homosexuelle Charaktere dabei sind (nicht, dass das irgendeinen Einfluss auf das Spiel hätte) und einem das nicht passt, dann muss man sie ja nicht wählen - es gibt genug Auswahl, damit man trotzdem nicht im Nachteil ist.
Solange nur Alternativen hinzugefüht werden und nicht an anderer Stelle gestrichen werden, sehe ich darin eigentlich nur einen Gewinn für alle. Wer sich darüber aufregt, der regt sich im Grunde darüber auf, dass nicht-hetero-Charaktere überhaupt in der Spielwelt existieren - und das ist keine Einstellung die auch nur den mindestesn Respekt verdient.

Wenn man jetzt allerdings ein Spiel kreiert, das in einer bestimmten historischen Epoche spielt, dann ist es durchaus eine legitime Entscheidung zu sagen "Wir wollen das historisch akkurat machen, also keine Frauen in Uniform!". Na gut, ganz historisch akkurat ist das nicht, denn z.B. die Sowjetunion hatte durchaus weibliche Soldaten, Scharfschützen, Piloten, etc. Dann gab es Partisanen, und so weiter.
Das sollte auch verdeutlichen, dass die Produzenten sowieso eine sehr eigenwillige Interpretation von historischer Akkuratesse haben, Man nehmen nur deren letztes Spiel, Battlefield One. Das war technisch korrekt (sehr genau recherchierte Waffen und Ausrüstung), aber insgesamt doch sehr verzerrt, reduzierte den Ersten Weltkrieg sehr auf Amerikaner, Briten und italiener auf der einen und Deutsche, Östereicher und Osmanen auf der anderen Seite. Die Franzosen und Russen - die sehr viel länger und verlustreicher gekämpft haben als die Amerikaner - musste man sich per DLC dazukaufen. Einzelspielerkampagnen gab es für sie nicht, genausowenig wie für die Mittelmächte. Und die Balkanstaaten existieren meines Wissens nach immer noch nicht in der Spielwelt.
Ist also eine sehr eigenwillige Auslegung von historischer Genauigkeit, die mehr Geschäftsinteressen geschuldet ist als dem Wunsch nach Akkurazität. Genauso wie andere Entscheidungen, etwa die allgemeine Verfügbarkeit von halbautomatischen und automatischen Waffen, ist es eher Marketinggedanken geschuldet. Aber wie eigenwillig die Prioritäten auch sein mögen, es bleibt eine legitime Entscheidung wenn man sagt "keine weiblichen Charaktere!".

Aber: nur weil sie legitim ist, ist es nicht die einzig richtige. Die Inklusion von weiblichen Spielern ist ebenso eine Geschäftsentscheidung (die man dann aufwiegt gegen die Frage wie viele männliche Spieler man potentielle verprellt; so viele werden es wohl nicht sein. die meisten werden wohl kaufen und sich einfach weiter beklagen).
Und machen wir uns nichts vor: einen WIRKLICH realistischen Weltkriegssshooter will sowieso keiner, das wäre für die meisten Spieler nur langweilig und frustrierend (wie z.B. Red Orchestra).

Also Frauen im Zweiten Weltkrieg oder nicht - letzten Endes ist es sowieso nur eine bunte Ballerphantasie bei der die Realität schon an vielen, vielen anderen Stellen zugunsten des Spielspaßes zurückstecken musste.

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bamesjond0070 28.05.2018, 21:02
8. Der Artikel nennt Symptome, keine Gründe

Das Problem ist weniger der Wandel, sondern dass er praktisch mit dem Vorschlaghammer kommt. Vor 5 Jahren gab es in Videospielen kaum Frauen in tragenden Rollen, sondern normalerweise als Dekoration (so hart das klingt).

Nun ist, sozusagen als Konterbewegung, in jedem Flagship-Videospiel eine weibliche Hauptrolle, statt tatsächlich nach Szenario sinnvoll ausgewählte.

ABER

Die Rumheulerei vieler Zocker ist deshalb nicht gerechtfertigt, es fällt nicht schwer, sich zu überlegen, ob die Überrepräsentierung (die btw bei weitem nicht auf den Großteil der Spiele zutrifft) nicht erstmal sinnvoll ist, zumindest solange, bis ein Gleichgewicht hergestellt ist.

Gleiches Gilt übrigens auch für Filme wie zb. Black Panther, da auch hier wieder einer schneller gesellschaftlicher Wandel auf eine Träge. Gruppe trifftt.

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MerlinXX 28.05.2018, 21:17
9. Die Kritik ist berechtigt

Niemand stört sich an Frauen in Computerspielen - viele erfolgreiche und auch bei Männern beliebte Spiele haben starke weibliche Charaktere, Lara Croft ist wohl das beste Beispiel. Auch ist gegen eine Parallelwelt vom 2. Weltkrieg wenig einzuwenden, vielleicht sehen wir ja bald eine schwarzen oder einen weiblichen Hitler. Allerdings geht es hier um den 5. Teil einer Serie in der Weltkriege bisher soweit es geht realistisch gezeigt wurden, von Gameplay-Entscheidungen wie schneller Heilung angesehen. Wenn das Studio nun damit bricht verliert es zwangsläufig alte Fans, gewinnt dafür aber vielleicht Neue. Ich kaufe es übrigens so oder so nicht, aber bei einem besseren Trailer hätte ich es mir überlegt.

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