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Debatte um Smartphones: Weglegen ist auch keine Lösung

Smartphones sind das Übersymbol für den Wandel der Welt. Wer sich durch die Technik Entschleunigung versprochen hat, hat etwas grundlegend missverstanden - und debattiert am Kern des Problems vorbei, findet unser Kolumnist Sascha Lobo.

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_leserin_ 10.08.2016, 17:54
1. Vergleich hinkt

ich hab noch nie in einem persönlichen Gespräch erlebt, dass jemand das Gespräch unterbricht, weil ein Buch piepst. Es greift auch höchst selten jemand beim Autofahren reflexartig zum Beifahrersitz, um ein paar Seiten zu lesen.

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beob_achter 10.08.2016, 17:55
2. Ganz besonders aber: beruflich

Nun, Generation Y und BYOD kommen langsam in die Jahre, und die Kids beginnen, Positionen zu erklimmen, auf denen sie entscheidungsbefugt sind. Beispielsweise über IT-Sicherheit, Zugriffsrechte & Co.

Die gute Nachricht: Altgediente Sysops bekommen beim Frisör Rabatt, weil sie sich schon viele Haare gerauft haben.
Die - vielleicht - schlechte ist, daß das Bewahren von Firmengeheimnissen möglicherweise bald der Vergangenheit angehören wird.
Somit erfüllt sich Zuckerbergs Prophezeiung nicht nur für FB-Jünger im privaten Bereich, sondern auch im beruflichen.
Die Chinesen und andere Völker wird's freuen, wenn sie noch einfacher an Know How herankommen!

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Newspeak 10.08.2016, 18:06
3. ...

Die klügste Twitter-Selbstbeschreibung der Welt weist in die Richtung, die von Tim Siedell. Sie lautet: "Sometimes I just want to give it all up and become a handsome billionaire"

Das Smartphone ist nicht das Problem. Diese Schilderung der Probleme damit ist genauso langweilig, wie das Gegenteil. Es sind alles nur ermüdende Diskussionen über Nebenkriegsschauplätze. Der letzte Satz, obwohl nicht so gemeint, verweist auf die wahren Probleme. Es gibt zuviele reiche, weiße, alte Männer auf dieser Welt (und ein paar Frauen), die jenseits von Smartphones etc. die 99% unterdrücken. Das Smartphone ist für seine Befürworter bereits die Ablenkung. Und die Kritiker am Smartphone kritisieren nichts anderes mehr. So sind alle hübsch gebunden und machen keine hässliche Revolution.

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superhoschi 10.08.2016, 18:10
4. Was ist schon normal

Wie bei jeder Technologie lässt sich vortrefflich darüber streiten ob es gut oder schlecht für uns ist. Natürlich geht es am Ende um wirtschaftliche Interessen das wir den ganzen Kram kaufen und in Abhängigkeit geraten. Leider braucht es immer eine gewisse Zeit bis wir damit vernünftig umgehen lernen und dieser Artikel wird auch dazu beitragen sich weitere Gedanken darüber zu machen.

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muellerthomas 10.08.2016, 18:16
5.

Zitat von joergimausi
Jeder, der ein Buch lesen kann, kann auch eines schreiben. Kaum jemand, der ein Smartphone bedienen kann, kann eines bauen. Ich begebe mich also, wenn ich das Smartphone als Teil der künftigen Gesellschaft kritiklos akzeptiere, in Abhängigkeiten, denen ich mich ohne Gefahr für Leib, Leben und Bewusstsein nicht mehr entziehen kann. Deswegen wollen die "Alten" die "Jungen" davor bewahren.
Naja, nicht jeder der lesen kann, kann auch ein Buch schreiben. Aber abgesehen davon, können Sie die Vergleiche auch weiterspinnen: Nicht jeder der Autofahren kann, kann auch eins bauen. Nicht jeder der fernsehen kann, kann auch einen Fernseher bauen. Nicht jeder der ein Hemd tragen kann, kann auch eins schneidern. Nicht jeder der ein Brot essen kann, kann auch eins backen. Die Liste ist endlos. Wollen Sie auf all diese "Abhängigkeiten" verzichten?

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wakaba 10.08.2016, 18:22
6.

Zitat von joergimausi
... Ihre ewige Leier von den "Älteren" die nicht verstehen was die heutige Generation bewegt. Das ist und bleibt Quatsch. Ein Buch ist einem Smartphone in vielen Hinsichten überlegen. "Smartphone" ist dabei nur ein Synonym für viele verschiedene Techniken. Jeder, der ein Buch lesen kann, kann auch eines schreiben. Kaum jemand, der ein Smartphone bedienen kann, kann eines bauen. Ich begebe mich also, wenn ich das Smartphone als Teil der künftigen Gesellschaft kritiklos akzeptiere, in Abhängigkeiten, denen ich mich ohne Gefahr für Leib, Leben und Bewusstsein nicht mehr entziehen kann. Deswegen wollen die "Alten" die "Jungen" davor bewahren.
Der tragbare Multifunktionsrechner ist eine Errungenschaft. Die Kosten für Gerät und Netzanschluss sind allerdings zu hoch und die Sinnlosigkeit der indivduellen Existenz zu gross als das es hier zu einer gesellschaftstransformierenden Veränderung kommt. Da sind die Alten und Jungen gleich - die Alten trifft jedoch die Schuld - diese Veränderungen nicht in die Wege geleitet zu haben. Du hast keinen Auftrag zu bewahren sondern zu bewenden. Schhhhh.

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bold_ 10.08.2016, 18:30
7. überlegen, schreiben und herstelllen

Zitat von joergimausi
1) Ein Buch ist einem Smartphone in vielen Hinsichten überlegen. 2) "Smartphone" ist dabei nur ein Synonym für viele verschiedene Techniken. 3) Jeder, der ein Buch lesen kann, kann auch eines schreiben. 4) Kaum jemand, der ein Smartphone bedienen kann, kann eines bauen.
These 4) geht in Ordnung - die anderen werden Sie kaum belegen können, insbesondere 1) und 3).

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info@buch-perl.de 10.08.2016, 18:35
8. vertraulich

Zitat von _leserin_
ich hab noch nie in einem persönlichen Gespräch erlebt, dass jemand das Gespräch unterbricht, weil ein Buch piepst. Es greift auch höchst selten jemand beim Autofahren reflexartig zum Beifahrersitz, um ein paar Seiten zu lesen.
Da möchte ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Ein Buch hat mich schon oft davor beschützt, ungewollte Gespräche weiterführen zu müssen. Die Akzeptanz des Gegenübers ist meist höher als beim Smartphone.
Beim Autofahren piepst das Buch zwar nur für mich vernehmlich, aber da ich Bücher ungern enttäusche, nehm ich sie dann, manchmal, zur Hand. Da hab ich ja Zeit. Aber bitte nicht rumerzählen.

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fadenscheinig 10.08.2016, 18:35
9. Buch ist gut...

... gerade weil es die Sinne unterfordert. Dadurch lernen wir uns die Bilderwelten im Kopf zu erschaffen. Viele Kinder haben heute Defizite beim Vorstellungsvermögen.

Ausserdem lernt man beim Lesen Geduld, das gibt es ebenfalls viele Defizite heutzutage...

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