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Debatte um Smartphones: Weglegen ist auch keine Lösung

Smartphones sind das Übersymbol für den Wandel der Welt. Wer sich durch die Technik Entschleunigung versprochen hat, hat etwas grundlegend missverstanden - und debattiert am Kern des Problems vorbei, findet unser Kolumnist Sascha Lobo.

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BlackRainbow666 11.08.2016, 17:07
90. Und am Ende

heißt ein Teil der Lösung dennoch: Smartphone weglegen. Dadurch wird niemand automatisch vom Kapitalismus geheilt - mit Smartphone hat er es aber ungleich schwerer.

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wanderer777 11.08.2016, 21:07
91. Klare Kante!

Um es mit den Worten von Kölns Ex-Bürgermeister zu sagen: in manchen Dingen muss man einfach mal KLARE KANTE zeigen. Wenn 70 Araber in Berlin auf vier Polizeibeamte losprügeln: KLARE KANTE. Wenn heute fast jeder unter 30 keine Ahnung mehr von Benimmregeln in Punkto Handynutzung hat: KLARE KANTE. Was heute, im Zeitalter der weiblichen Verhandlungstaktik leider verloren gegangen ist, ist ein eindeutiger, klarer Standpunkt, aus dem man sich nicht wieder herauswinden kann. Einfach mal klare Ansage und gut is - statt ständigem "lass uns mal darüber reden, sofern es deine Gefühle nicht beleidigt".

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bernd.stromberg 11.08.2016, 23:17
92. Zum Thema Lachen

Zitat von Bin_der_Neue
(...) Dabei geht es nicht mal um Nutzung oder Verzicht auf die Geräte, sondern darum, das jeder meint, seine Art des Umgangs damit rechtfertigen und gegenüber anderen durchsetzen zu müssen! Wenn ich hier Kommentare lese, wie "meine freunde und Kollegen machen das auch so" (egal was), dann kann ich jedenfalls nur darüber lachen!
Da ja wohl mein Beitrag gemeint war, kann ich dann auch nur über so viel mangelndes Text- oder gar Leseverständnis lachen.

Ich führte in meinem vorherigen Beitrag lediglich aus, wie engstirnig und hirnrissig es sei, jeden der auf sein Smartphone z.B. während einer Bahnfahrt schaut pauschal und undifferenziert zu unterstellen, er würde etwas "verblödetes" machen und ihn als "Smombie" zu verunglimpfen.

Der Forist argumentierte dann mit klassischen Büchern -
ich führte daraufhin aus, dass meiner Erfahrung nach viele Menschen ihr Buch oder ihr Fachmagazin eben auf dem Smartphone lesen.

Natürlich ist meine persönliche Erfahrung nicht exemplarisch und rein subjektiv - das gilt für die Unterstellung des anderen Foristen, jeder der auf sein Smartphone "glotze" spiele dabei gerade "hirnlose Spiele" und ähnliche geistreiche Phrasen aber genauso.

Und genau diese irrsinnige Unterstellungen habe doch nicht ich befördert. Wenn ich jemanden mit einem Smartphone sehe in der Bahn, dann weiß ich schlicht nicht was er damit macht - vielleicht sitzt da der Banker im feinsten Zwirn und spielt "hirnlose Spiele", obwohl jeder denkt er würde gerade Geschäftsmails schreiben. Und der jugendliche Punk liest vielleicht gerade Nitsche, lernt für seine Masterarbeit oder schreibt mit seiner kranken Oma. Fakt ist: ich weiß nicht was die Leute machen und es geht mich auch nichts an. Leben und leben lassen.

Jedem der auf sein Smartphone schaut aber pauschal "Hirnlosigkeit" zu unterstellen ist aber eben einfach nur intolerant, anmaßend und spricht für die eigene geistige Beschränktheit desjenigen.

Man bedenke das bitte mal von der anderen Seite: ich würde doch auch im Leben nicht daran denken jeden der mit einem klassischen Buch in
der Bahn sitzt zu unterstellen, dass er ein pseudointellektueller fortschrittsfeindlicher und intoleranter Kleingeist, Besserwisser und Pedant sei.

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bernd.stromberg 11.08.2016, 23:19
93. Früher war alles besser

Zitat von Pride & Joy
Beides, die Beschäftigung mit einem Buch, resp. Smartphone signalisiert dem Gegenüber, dass die Aufmerksamkeit nicht nur abgelenkt, sondern darüber hinaus ein sozialer Kontakt momentan nicht erwünscht ist. Deshalb gibt es auch diese Photos, wo viele Menschen nebeneinander sich weder unterhalten, noch die Aufmerksamkeit aufeinander richten. Diese Aussagekraft dieser Photos signalisiert zudem, wo die Reise hingeht. Für mich ein trauriges Bild einer Gesellschaft.
Jep genauer, "früher" war das alles gaaanz anders: https://d262ilb51hltx0.cloudfront.net/max/800/1*U36hBj8i-C7JJJxS4MP2HQ.jpeg

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bernd.stromberg 11.08.2016, 23:34
94. Kaum zu glauben

Zitat von Thomas Schnitzer
(...) Insofern sollte sich jeder gut überlegen, ob es sinnvoll ist, dass eigene Leben so zu gestalten, dass ohne WhatsApp & Co. nichts mehr geht. Mit einem normalen Mobiltelefon braucht man sich nämlich nicht permanent zu fragen, ob zu Recht mitgehört wird.
Es wirklich kaum zu glauben - der klassische Mobilfunk funktioniert immer noch über Funkzellen und die Überwachungstechnik dafür hat wirklich jede Behörde und kann sich auch jeder Kleinkriminelle organisieren heutzutage. Stichwort IMSI-Catcher uvm. https://de.wikipedia.org/wiki/IMSI-Catcher

Ein "normales", also klassisches Mobiltelefon ohne Internetanbindung als "sicherer" oder gar als absolut problemlos zu bezeichnen ist schlicht wahnwitzig.

Eine verschlüsselte aktuelle WhatsApp-Nachricht können vielleicht internationale Geheimdienste lesen, aber nicht jede kleine Polizeibehörde oder jeder "Hacker".

Es gibt weltweit eine Menge Sicherheitsexperte, "Hacker" und eben auch einfach Cyberkriminelle die versuchen, so etwas zu knacken. Bei einem derart verbreiteten Programm wie WhatsApp dürfte die Anzahl an Leuten die es versuchen und der zu erwartende Gewinn für z.B. aufgedeckte Zero-Day-Exploits exorbitant sein.

Eine klassische SMS-Nachricht oder ein Mobilfunktelefonat kann dagegen jedes kleine Polizeirevier in Hintertupfingen beim Provider direkt ohne großen Aufwand aufzeichnen lassen und "mithören".

Es ist schlicht unglaublich was hier teilweise verzapft wird. Klassischer Mobilfunk, egal ob SMS oder Mobilfunktelefonate ohne Verschlüsselung sind auf so vielen Ebenen "unsicher" - das ist FAKT.

WhatsApp und Co. mögen vielleicht Backdoors für CIA und Co. offen haben, bekannte Leaks oder Exploits gibt es aber NICHT. Das ist Fakt.

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Duggi 12.08.2016, 06:34
95. Virtuelle Wirklichkeiten?

Je mehr man die Menschen dazu erziehen kann, ihren Blick von der realen Welt abzulenken und auf das Smartphone zu fokussieren, umso mehr wird man ihnen eine Scheinwelt als Realität vorgaukeln können. Erste spielerische Schritte dazu sind eingeleitet: siehe Pokemon-Hype.

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IB_31 12.08.2016, 08:21
96.

Zitat von Wasserbeutlseele
@IB_31 Ja, ich rede von CRISPR-CAS 9 und ja, das wird verändern und tut es bereits. Stichwort > Gene Drive. Wann waren wir schonmal in der Lage, eine ganze Spezies mit ein wenig DNA Transformation auszulöschen? Das Thema hat nichts mit dem Smartphone zu tun, Das war eine Reaktion auf das Statement "Es gibt Bereiche ( Technik) in denen Stillstand Rückschritt bedeutet. Kann ja sein, daß Stillstand Rückschritt bedeutet, aber über manche Entwicklungen sollte man sich wirklich Gedanken machen, bevor man sie einleitet. Augmented Reality oder auch später die vituelle Realität auf dem Handy ( oder Brille/Implantate oder was da sonst noch so kommt), wird nochmal etwas anderes sein, als die bisherige Handynutzung. Und vor allem, wird es die Probleme ( wie zb. Abhängigkeit, Entfremdung) die jetzt schon bei der Internet- und Handynutzung auftreten verschärfen.
Eine Technik hat immer zwei Seiten,als vernunftbegabtes Wesen sollte man da natürlich schon reflektieren können.
Ist z.T. auch Einstellungssache (Glas halb voll oder halb leer). CRISPR-CAS wird sehr viel verändern,angefangen bei der Medikamentenherstellung bis zur Heilung von Krankheiten....uv.m.)Einiges ist auch vom Kulturkreis
abhängig.Hier haben z.B. einige geschrieben,dasss man in asiatischen Ländern kaum noch Leute sieht, die fremde in der U-Bahn ansprechen etc.
Das ist dort auch eher unüblich,unabhängig vom Handy.
Der "Erfinder" des Handys gehörte z.B. einer Denkrichtung an,bei der es darum ging Leute unabhängig von Grossrechnerfirmen a la IBM zu machen.
Nun,das ist ja gelungen.Dafür gibt es jetzt eben andere Abhängigkeiten,neue Firmen sind aufgetaucht und die, die"stehengeblieben" sind sind teilweise weg.
Da muss man dann eben überlegen,was man will,wenn man in dem Bereich tätig sein will.
Das Wirtschaftssystem in dem wir leben funktioniert so.
Und:
Es ist das einzige bekannte Wirtschaftssystem, das mit der Demokratie kompatibel ist.
Und die Errungenschaften: (z.B. gentechnische Arzneimittel aufgrunfd CRISP/CAS ) wird niemand missen wollen.......

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vukoff 12.08.2016, 09:33
97.

Zitat von fördeanwohner
Mag sein, dass es Menschen gibt, die soetwas tun. Allerdings denke ich, dass man dieses von Ihnen geschilderte Phänomen als Problem vernachlässigen kann. Vielmehr scheinen Sie ja irgendwie ganz bewusst durch die Gegend zu laufen, um solche Leute aufzuspüren, damit Sie Ihren für den Kampf gestählten Körper endlich einsetzen können. Ja, ein Smartphone kann bei den unterschiedlichsten Dingen helfen. Aber Sie beschreiben hier kein positives Beispiel.
Wenn wir uns jetzt unterhalten hätten würde ich Ihnen vorwerfen, Sie hätten mir das Wort im Mund herumgedreht.
So weiß ich nicht wie man es sagt... Das Wort im Post herumgedreht?

Ich bin ein friedlicher und sehr defensiver Mensch. ;)

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Nichtraucher 12.08.2016, 10:29
98.

Zitat von bold_
These 4) geht in Ordnung - die anderen werden Sie kaum belegen können, insbesondere 1) und 3).
Nun, These 3 halte ich auch für ein wenig gewagt.

These 1.... was mach ich denn, wenn da mal irgendwo kein Netz ist? Ein schönes Buch kann ich auch zur Not bei Stromausfall im Kerzenschein lesen. Natürlich kann ich mit meinem Smartphone Millionen von Büchern lesen, so ich es denn will. Vielleicht ist ein gebundes Buch in der Hand aber an sich ein Wert?

Ich könnte ohne Handy leben, ohne Bücher eher nicht.

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Nikkitarian 12.08.2016, 13:25
99. Gigantisches Geschäft

Die Smartphone-(Un)-Kultur wird Psyche und Denken der Menschen nachhaltig verändern. Gleichzeitig geht es um ein gigantisches Geschäft, um eine erstklassige Quelle ewiger Bereicherung. Mindestens drei Errungenschaften werden dafuer geopfert: das kausale Denken, die sinnliche Wahrnehmung und Erkenntnis, und der Blick weg von der Oberfläche in die Tiefe hin zum Wesentlichen. Das kann man bedauern, ändern kann man es nicht.

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