Forum: Netzwelt
Debatte um Smartphones: Weglegen ist auch keine Lösung

Smartphones sind das Übersymbol für den Wandel der Welt. Wer sich durch die Technik Entschleunigung versprochen hat, hat etwas grundlegend missverstanden - und debattiert am Kern des Problems vorbei, findet unser Kolumnist Sascha Lobo.

Seite 4 von 11
zweitegabel 10.08.2016, 22:29
30. Großartig

Vielen herzlichen Dank für den ersten Satz! Selten wird so kompakt (und noch dazu an erster Stelle) der eigene Text vollends bekräftigt und dadurch widerlegt.

"Die aktuelle Titelgeschichte des SPIEGEL ist zwar ziemlich lang, wenn man sie wie ich auf dem Smartphone liest."

Nebenbei muss man sich jedoch mal zynisch fragen, ob es Einstellungsvoraussetzung als SpOn-Kolumnist ist, entwicklungspsychologische Versäumnisse aufzubereiten zu haben - Fleischhauer z.B. steckt noch in der adoleszenten Egozentrik und kann sich geistig nicht von seine Eltern lösen; Lobo hingegen scheint mit der Mengeninvarianz Probleme zu haben, wie der erwähnte Satz beweist.
Eigentlich sollten Kinder ab einem relativ geringen Alter in der Lage sein, zu verstehen, dass z.B. die gleiche Menge Flüssigkeit aus einem flachen, breiten Gefäß in ein hohes, dünnes Gefäß gegossen die gleiche Menge bleibt, obwohl es im zweiten Gefäß nach "mehr" (weil höher) aussieht.
Ebenso sollte man auch wissen, dass Formatierung und Präsentationsform nicht die Textlänge ändern.

Und wenn es einem als ganz doll lang vorkommt (und "lang" ist ja schon halb bei "langweilig", soll doch sicher impliziert werden, nicht wahr?), nur weil man für einen Text ganz doll viele Bildschirmseiten mit dem Daumen weiterwischen muss, tja, das sagt doch einiges über Auffassungsgabe und Aufmerksamkeitssspanne unserer glorreichen Smartphonegeneration aus, oder?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
a.meyer79 10.08.2016, 22:37
31. Produktivität und Gesundheit

Es geht nicht um das Smartphone oder das Internet, sondern darum, dass die Produktivität der Dauerdaddler sinkt. Darüber hinaus fallen sie durch weniger Entspannungs- und Regenerationszeiten geszbdh

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bjbehr 10.08.2016, 23:00
32. Einmal kräftig drauf!

Doch! Genau das! Und nicht nur weglegen, sondern auf den Boden legen und einmal mit dem Absatz kräftig drauftreten. Ich habe noch nie ein solches Blödteil besessen und habe das auch für den Rest meines Lebens nicht vor. Komisch nur, dass ich trotzdem Leihwagen, DB-Tickets und Flüge buchen kann, und das auch noch online und von zuhause aus. Höchst verwunderlich, nicht wahr? Außerdem nehme ich meine Umwelt immer noch mit meinen eigenen Augen und Ohren wahr. Die gesamte Menschheit verblödet langsam aber sicher, geht gesenkten Hauptes und gestöpselten Ohres durch die Welt, dass einem angst und bange wird. Ist sie wirklich so dumm?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Thelastknight 10.08.2016, 23:09
33. Wahrheit

Das "Smartphone" ist keineswegs "Smart" sondern die Erfüllung des Menschheitstraums indem es die Inhalte vieler vieler Menschenseelen vielen vielen anderen Menschenseelen jederzeit an jedem Ort zugänglich macht. Das ist gelebtes globales Bewusstsein. Gleichzeitig ist es Anarchie in Reinstform ; unmöglich vollständig kontrollierbar weder von Einzelnen noch von Institutionen . Jeder Versuch dahingehend ist des Scheiterns verurteilt weil das Inhaltswachstum die Verarbeitungsgeschwindigkeit übertroffen hat. Exakt bis zu diesem Zeitpunkt hatte Orwell recht; nun sind es die Geister die - ja wer eigentlich? - nicht mehr los wird. Kaum zu glauben, daß die größte technologische Revolution gleichzeitig den größten seelischen Quantensprung der Menschheitsgeschichte ermöglicht. Aber so ist es. Die Zukunft ist dem sozial gelebtem Menschsein durch die Verbindung aller geebnet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bernd.stromberg 10.08.2016, 23:58
34. Büchercover

Zitat von Schnoeps
ist vollkommen hanebüchen. Bücher sind sehr kommunikativ, weil man das Gegenüber sofort darauf ansprechen kann und man das Buch beizeiten weglegen kann. Einen besseren Opener in Bus oder Bahn gibt es nicht. die Smombies nehmen den Kontakt gar nicht erst auf, weil sie sich ja mental ganz woanders befinden, nur nicht da, wo sie sitzen. Ebenso kann ein Buch am Morgen oder Abend ein unglaublicher Segen und Entschleunigung bedeuten. Keine Welt, in die man flieht, sondern sich treiben lässt, (...).
Hanebüchen ist allein Ihr Beitrag. Ich lese während Bahnfahrten z.B. Bücher und Fachartikel auf meinem Smartphone. Denn das habe ich sowieso meist bei mir. Und so machen es auch die meisten meiner Freunde und Arbeitskollegen. Warum sollte ich extra ein klassisches Buch mitschleppen?
Nur damit Kleingeister wie Sie mir dann leichter - aufgrund des Buchcovers (!) - irgendwelche Gespräche aufzwängen zu versuchen können?

Es spricht doch schon Bände, wenn Sie jeden als "Smombie" bezeichnen, der auf sein Smartphone schaut, obwohl viele möglicherweise gerade dabei genau das gleiche Buch lesen wie Sie.

Es gibt faktische und praktische dagegen immer Bücher oder Zeitschriften mitzuschleppen, genauso wie Smartphones/Tablets/ Ebook-Reader natürlich auch Nachteile haben (Akku, Displayhelligkeit etc.).

Aber womit nehmen Sie sich denn bitte das Recht heraus, denjenigen der am Smartphone liest derart hirnrissig abzuwerten, nur weil es Ihnen Pedanten nicht passt, dass Sie sein Buchcover nicht sehen und Sie sich krampfhaft einbilden derjenige würde etwas "hirnloses" machen?

Fakt ist: ich komme auch so mit anderen Menschen ins Gespräch. Und ich muss es auch nicht immer darauf anlegen, dass andere Menschen auf mein Buchcover glotzen, allein das empfinde ich als aufdringlich.
Wenn das Buchcover Ihnen so wichtig ist und bereits das bloße Nutzen eines Smartphones schon ausreicht um bei Ihnen absurdeste Unterstellungen und Pauschalisierungen zu wecken, dann möchte ich erst Recht nicht, dass Sie dann sehen was ich lese. Vielleicht weil ich einen kitschigen Frauenroman lese? Oder ein Buch zu Homosexualität (obwohl ich hetero bin), da würden Sie vermutlich gleich angewidert Ihre Schlüsse daraus ziehen, gell?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
GinaBe 11.08.2016, 05:44
35.

Zitat von muellerthomas
Naja, nicht jeder der lesen kann, kann auch ein Buch schreiben. Aber abgesehen davon, können Sie die Vergleiche auch weiterspinnen: Nicht jeder der Autofahren kann, kann auch eins bauen. Nicht jeder der fernsehen kann, kann auch einen Fernseher bauen. Nicht jeder der ein Hemd tragen kann, kann auch eins schneidern. Nicht jeder der ein Brot essen kann, kann auch eins backen. Die Liste ist endlos. Wollen Sie auf all diese "Abhängigkeiten" verzichten?
Vielleicht geht es bei diesem Beispiel um den Hinweis auf Konsumenten- Abhängigkeiten, die vor Eigenproduktion jenseits der Kommunikationen über soziale Medien sozusagen schützen, weil das Denken über Fühlen kaum hinauskommt, ist es abhängig von der im smartphone enthaltenen Möglichkeite, sich in sozialen Netzwerken zu bewegen, der Kommunikation, der Absicherung über die eigenen Existenz durch Bestätigung anderer, die sagen, daß alles gut und richtig ist, wie x handelt. Oder auch durch nicht liken.
Selbstständig und handlungsfähig aber zu werden, erfordert eine Unabhängigkeit von dieser Ebene.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mangor221 11.08.2016, 06:48
36.

guter Artikel, sehr treffend erkannt

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Vasilitsion 11.08.2016, 06:51
37. Papier

Zitat von Katzazi
... Aber kann dann jeder auch das Papier dazu schröpfen und den Buchdeckel anfertigen und das Buch binden? Und den Umschlag gestallten?
Man "schöpft" Papier. Und gestaltet den Umschlag. Hallo? Lässt sich auch mit dem Smartphone nachlesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prince62 11.08.2016, 06:57
38. Herr Lobo liegt natürlich wieder falsch

Schon wieder völlig falsch, Herr Lobo,

denn weglegen ist sogar die mit Abstand beste Lösung!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vukoff 11.08.2016, 07:17
39.

Ich denke die Welt ist digitalisiert worden und das Smartphone oder Tablet sind die Dinge die uns auch in Zukunft in welcher Form auch immer begleiten werden und in unseren Alltag eingreifen und ihn verändern.
Was auch gefühlt zu nimmt ist die Aggressivität in Fußgängerzonen und auf Gehwegen. Entgegen der Vorstellung einiger Mitmenschen sieht man sehr wohl was um einen herum insbesondere vor einem passiert wenn man beim Schlendern auf den Bildschirm schaut. Und sehr wohl bekommt man mit, dass einige Mitmenschen wenn sie bemerken, dass man aufs Display starrt, ihre Richtung ändern und auf direkten Kollisionskurs wechseln. Ein Ausweichschritt meinerseits überrascht oder enttäuscht einige? Nun manchmal lasse ich es drauf ankommen... 95 kg Kampfgewicht bei kaum Fett dank ausgeklügeltem Ernährungsplan können wir eine Wand sein gegen die man rennt. ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 11