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Debatte um Uploadfilter: Das "Mauschelinferno" hinter der Copyright-Reform
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Der neue Kompromiss zur EU-Urheberrechtsreform ist hochumstritten. In seinem Podcast diskutiert Sascha Lobo Leser-Reaktionen - und spricht mit Julia Reda von der Piratenpartei, einer der größten Gegnerinnen des Entwurfs.

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Herr Knigge 17.02.2019, 11:52
1. hört auf zu heulen

Oh nein, meine Gratisinhalte, die ein anderer teuer erstellt hat, sind nicht mehr gratis! Ich darf also jetzt nicht mehr klauen....Sehr tragisch. Natürlich hat Google, Facebook etc. für fremde Inhalte Abgaben zu zahlen! Deren Geschäftsmodell beruht auf Werbung, die nur über Reichweite funktioniert und Geld bringt. Und Reichweite wird durch gute und somit in der Regel nicht kostenfreie Inhalte erzeugt. Also haben sie dafür Abgaben zu zahlen. Punkt aus. Traurig genug, dass diese Erkenntnis sich erst nach über 10 Jahren (eigentlich noch viel länger) durchsetzt.

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ollifast 17.02.2019, 11:56
2. Beide Seiten

Ich finde es schon interessant, dass ausgerechnet der Spiegel, der ja irgendwie von Inhalten lebt, es nicht hinbekommt, Kritiker und Befürworter gemeinsam zu Wort kommen zu lassen.

Ganz ehrlich: a) Die großen Plattformen haben bereits heute Filter, b) es betriftt dem Wortlaut nach auch nur große Plattformen, die mit dem Sharen von Inhalten kommerziell Geld verdienen. Also kein Forum, kein SPON, nichts dergleichen. c) Auch die Plattformbetreiber haben eine Lobby und die zieht gerade ein verdammt lautes Geschrei ab gegen die einfache Tatsache, dass der, der urheberrechtlich geschützte, mit viel Mühe erstellte Werke kopiert, dafür eine Lizenz braucht, sprich bezahlen darf. Das Geld möchten die US-Multis aber sparen, genau so wie die Steuern, und deshab die Kampagne. Dafür sollen dann die Schöpfer der Werke in die Röhre schauen.

Einfach mal eines: Technisch kopiert der Plattformbetreiber. Und nicht der anonyme "User". Fertig. Die Richtlinie legt jetzt nur fest, dass jener halt dafür auch haftet. Wie er das löst, ob er Lizenzen erwirbt oder aufpasst, dass eben nicht illegal kopiert wird: Sein Problem. Und es wäre ja noch schöner, wenn der technisch ausführende Einbrecher sich auf einen anonymen Auftraggeber berufen könnte und das gestohlene Gut auch noch behalten dürfte. Nichts anderes fordern aber die Piraten und drum heißen sie auch so.

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deufin 17.02.2019, 13:07
3. Grafiker seit 20 Jahren...

Ich arbeite nunmehr seit 20 Jahren als Grafiker. Zuerst ganz klassisch in einer Werbeagentur und mittlerweile selbstständig.

Ich finde die Copyright-Reform gut, denn sie versucht erstmals tatsächlich das Copyright im Netz zu schützen.
Bisher konnte sich jeder Flegel einfach meiner Arbeit bedienen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, da es für mich als Einzelner einfach unmöglich ist überall meinen Rechtsansprüchen hinterherzurennen. Und dazu müsste ich es ja vor allem erst einmal mitbekommen.
Wenn ich jetzt mein Wasserzeichen einfach irgendwo hinterlegen kann, welches dann automatisch in den Upload-Filtern angewendet wird, dann fände ich das äußerst praktisch.

Das Geschrei, daß durch die neuen Regeln das Internet zerstört würde ist einfach nur lächerlich. Was zerstört wird ist die Möglichkleit mit anderer Leute Arbeit und Kunst Geld zu verdienen. 90% aller Uploads auf YouTube sind entweder ganz geklaut, oder beinhalten Inhalte Dritter, die kein Einverständnis zur Nutzung erteilt haben.
Auch die News-Seiten müssen dann endlich mal eigene News schreiben, anstatt einfach nur die Artikel irgendwoher zu kopieren.

YouTube, Google, facebook und Konsorten sehen Ihr Geschäftsmodell gefährdet, welches auf der illegalen Nutzung Inhalte anderer Menschen beruht. Die haben einfach kein Recht Geld mit meinen Texten, Bildern, Videos oder Musikstücken zu verdienen, wenn ich denen kein Einverständnis dazu gegeben habe.

Uzugänglich werden die Dinge auch nicht werden, nur weil man sie nicht mehr ungestraft kopieren darf. Man muß dann eben direkt auf die Seite des Urhebers gehen, anstatt die Inhalte über Dritte angezeigt zu bekommen. Ich habe damit überhaupt kein Problem und werde dadurch keinerlei finanziellen Schaden erleiden.

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DerBlicker 17.02.2019, 14:28
4. das kann ich nur unterstützen

Ich bin und war immer dagegen Verbraucher (vor allem Kinder) zu kriminalisieren und wegen Downloads oder Uploads zu verklagen, denn man verklagt seine potentiellen Kunden nicht. Aber genau das vermeidet die neue Urheberrechtsreform, es wird niemand mehr verklagt, es werden einfach nur illegale Uploads vermieden bzw. aus dem Vekehr gezogen, sonst passiert nichts. Wenn jetzt die YouTube Plagiateure herumheulen, dass sie ihre Plagiate nicht mehr veröffentlichen können, das ist das nur dreist.

Die Plagiateure und Youtube selbst dürfen mit ihren Plagiaten auf Youtube nichts mehr verdienen, keinen Cent, aus die Maus. Und das ist auch gut so.

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Dia 17.02.2019, 15:26
5.

Zitat von deufin
Ich arbeite nunmehr seit 20 Jahren als Grafiker. Zuerst ganz klassisch in einer Werbeagentur und mittlerweile selbstständig. Ich finde die Copyright-Reform gut, denn sie versucht erstmals tatsächlich das Copyright im Netz zu schützen. Bisher konnte sich jeder Flegel einfach meiner Arbeit bedienen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, da es für mich als Einzelner einfach unmöglich ist überall meinen Rechtsansprüchen hinterherzurennen. Und dazu müsste ich es ja vor allem erst einmal mitbekommen. Wenn ich jetzt mein Wasserzeichen einfach irgendwo hinterlegen kann, welches dann automatisch in den Upload-Filtern angewendet wird, dann fände ich das äußerst praktisch. Das Geschrei, daß durch die neuen Regeln das Internet zerstört würde ist einfach nur lächerlich. Was zerstört wird ist die Möglichkleit mit anderer Leute Arbeit und Kunst Geld zu verdienen. 90% aller Uploads auf YouTube sind entweder ganz geklaut, oder beinhalten Inhalte Dritter, die kein Einverständnis zur Nutzung erteilt haben. Auch die News-Seiten müssen dann endlich mal eigene News schreiben, anstatt einfach nur die Artikel irgendwoher zu kopieren. YouTube, Google, facebook und Konsorten sehen Ihr Geschäftsmodell gefährdet, welches auf der illegalen Nutzung Inhalte anderer Menschen beruht. Die haben einfach kein Recht Geld mit meinen Texten, Bildern, Videos oder Musikstücken zu verdienen, wenn ich denen kein Einverständnis dazu gegeben habe. Uzugänglich werden die Dinge auch nicht werden, nur weil man sie nicht mehr ungestraft kopieren darf. Man muß dann eben direkt auf die Seite des Urhebers gehen, anstatt die Inhalte über Dritte angezeigt zu bekommen. Ich habe damit überhaupt kein Problem und werde dadurch keinerlei finanziellen Schaden erleiden.
Bei den großen wäre das sicher machbar. Aber wie soll das z.b ein kleines Forum mit 100 Nutzern machen? Wenn es länger als 3 Jahre existiert wäre es ja auch betroffen. Auf den Forumsavatar könnte man ja verzichten. Aber es gibt dummerweise auch urheberrechtlich geschütztes Material das in Textform vorliegt.
Woher soll hier der Filter kommen? Die können sich sowas doch nie im Leben leisten. Entweder machen die weiter wie bisher, sind in zukunft für alles, was ihre User posten haftbar-das wäre verrückt oder sie machen dicht-das ist das, was passieren wird.

Böswillige Individuen/darauf spezialisierte Abmahnkanzleien spamen das Forum mit Urheberrechtsverletzungen zu und schicken im gleichen Moment die Abmahnung. Das das was wohl passieren wird.
Und nun?

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apfelmännchen 17.02.2019, 15:57
6.

Upload-Filter sind technisch nicht machbar - dass wurde auch mal von Napster verlangt, es ist niemals gelungen, den Upload von urheberrechtlich geschützen Files wirklich zu verhindern. Bereits Buchstabenvertauschungen im Dateinamen reichten aus, um die Filter auszutricksen. Stolling Rones - Fatissaction.mp3 ;-)

Und da wären noch Packprogramme und Passwörter...

Selbst wenn der Upload auf Server in Europa dank Stasi2.0 tatsächlich nicht mehr gelingt, wird halt die Website auf einen Server auf sonnigen Inseln in der Karibik verlagert.

Damit haben die europäischen Regierungen - wiedermal - ein Gesetz ersonnen, welches ein lächerlicher und unnützer Papiertiger ist.

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meisteryupa 17.02.2019, 16:29
7.

Es stimmt, dass die neue Regelung dafür sorgt, dass keine urheberrechtlich geschützten Werke hochgeladen werden, Es wird schließlich einfach dafür gesorgt, dass es keine Foren gibt, in die irgendjemand etwas schreiben kann. Youtube, Twitter oder FaceBook werden in Europa nicht mehr zu empfangen sein, Foren wie z.B. dieses hier werden einfach geschlossen.
Denn es gibt keinen technischen Filter, der alle urheberrechtlich geschützen Werke prüfen kann. Man muss nur schauen, dass das Urheberrecht für bis zu 70 Jahre nach dem Tod gilt. D.h. alle Texte, die ins Internet geschrieben werden sollen, müssen gegen alle Texte gegengeprüft werden, die seit 1949 geschrieben worden sind (und wahrscheinlich noch 1-2 Jahrezehnte früher, da die Autoren länger als 1949 gelebt haben).
Denn die Filterpflicht gilt für alle Foren, die älter als drei Jahre sind. Nicht nur Google, Twitter und FaceBook. Geld und Follower sind zwei weitere Bedingungen, aber für eine Befreiung vom Filter müssen alle drei Bedingungen erfüllt sein.
Und die Möglichkeit, dass jemand böswillig urheberrechtlich geschütze Texte einstellt, um den Beteiber zu verklagen, dürfte die meisten Forenbetreiber abschrecken.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es, angesichts der Menge des zu filternden Materials (es reichen ja schon kurze Absätze), es überhaupt die Möglichkeit besteht, dass eine Firma oder ein Staat so einen Filter erstellen kann. In meinen Augen kann das allenfalls Google und da jammern die Leute jetzt schon rum, dass Google die Eingaben in ihre Suchmaschine ausnutzt. Wie soll es werden, wenn jeder Beitrag zur Prüfung an Google geschickt werden muss?

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Hein Lampe 17.02.2019, 17:20
8. Urheber sind selber schuld.

Die ach so armen bestohlenen Künstler sind selber schuld! Offensichtlich lassen diese ihre kostbaren Kunstwerke ungeschützt auf ihren Webseiten liegen und wundern sich, wenn man sich dort bedient. Es kommt mir eher so vor, dass die sogenannten Künstler total scharf drauf sind, dass sie beklaut werden, um bekannt zu werden. Sind dann aber sauer, dass ihre Kunst von anderen weitaus besser genutzt wird. Die anderen verdienen Geld, weil sie diese "Kunstwerke" zu neuen, beliebteren Inhalten zusammenstellen. Und jetzt schreit ihr nach Copyright Filtern, weil ihr denkt, irgendjemand bezahlt euch?
Das dürfte ein Irrtum sein.
Wisst ihr was passiert? Man wird einfach keine kostenlose Werbung mehr für euch mehr machen, indem jemand eure Kunst recycelt und etwas sinnvolles daraus macht.
Ihr werdet in der Bedeutungslosigkeit versinken, anstelle Geld zu kassieren, weil schon die Werbung durch Dritte für euch eine Copyrightverletzung darstellt.
Liebe Künstler, wenn ihr nicht wollt, dass man euch bestiehlt, dann laßt eure Originale nicht überall herumliegen!

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Nonvaio01 17.02.2019, 18:07
9. an soetwas musste ich auch schon denken

Zitat von Hein Lampe
Die ach so armen bestohlenen Künstler sind selber schuld! Offensichtlich lassen diese ihre kostbaren Kunstwerke ungeschützt auf ihren Webseiten liegen und wundern sich, wenn man sich dort bedient. Es kommt mir eher so vor, dass die sogenannten Künstler total scharf drauf sind, dass sie beklaut werden, um bekannt zu werden. Sind dann aber sauer, dass ihre Kunst von anderen weitaus besser genutzt wird. Die anderen verdienen Geld, weil sie diese "Kunstwerke" zu neuen, beliebteren Inhalten zusammenstellen. Und jetzt schreit ihr nach Copyright Filtern, weil ihr denkt, irgendjemand bezahlt euch? Das dürfte ein Irrtum sein. Wisst ihr was passiert? Man wird einfach keine kostenlose Werbung mehr für euch mehr machen, indem jemand eure Kunst recycelt und etwas sinnvolles daraus macht. Ihr werdet in der Bedeutungslosigkeit versinken, anstelle Geld zu kassieren, weil schon die Werbung durch Dritte für euch eine Copyrightverletzung darstellt. Liebe Künstler, wenn ihr nicht wollt, dass man euch bestiehlt, dann laßt eure Originale nicht überall herumliegen!
vor allem bei den ganzen samples die es auf YT gibt, wenn man das hoert, will man wissen was das orginal ist. Die meisten Kuenstler sind total unbekannt, und werden erst bekannt duch YT weil jemand einen song von denen als hintergrund genutzt hat oder sonstiges.

Bei bildern haben die profis eh wasserzeichen in den Bildern, oder es steht dick und fett sample drauf, die kopiert keiner.

Ein weiteres problem sehe ich bei folgendem scenario.

Es ist eine Demo oder sonst ein Ereignis (ueberschwemmung) welches einer mit dem Handy gefilmt hat, das laedt er auf YT oder FB hoch. Die Nachrichten sender und Zeitungen haben kein problem sich an diesem material zu bedienen, oder es in ihre webseiten einfach zu verlinken. das faellt aber auch unter das gesetz, da man keine erlaubnis von dem Urheber hat.

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