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Demokratiefeinde: Meinungsfreiheit ist nicht Deinungsfreiheit
Monika Skolimowska/DPA

Ein satirisches "Generalrezept zur Zerstörung der liberalen Demokratie" hat Sascha Lobo zusammengestellt. In seinem Podcast stellt er nun die Frage, wie man verhindert, selbst zu dieser Zerstörung beizutragen.

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phantasierender... 03.11.2019, 15:00
1. wie war das von S. Lobo ...

"die fehlende Gegenwehr von Nichtrechten" :-( ruft da jemand zur Gegenwehr auf ? und wen ja wann ist man eigentlich "Rechts" ?

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Nonvaio01 03.11.2019, 15:10
2. wi eman es verhindert

alles hinterfragen, nichts pauschal glauben was in den zeitungen steht, Mit Googel und Internet gibt es genug moeglichkeiten hintergruende zu erfahren und nicht nur eine sichtweise serviert zu bekommen. Social Media ist zum glueck sehr gut um ereignisse die nicht im Staats TV gezeigt werden zu sehen, meist handelt es sich um Demos, oder sonstiges wo der Staat nicht will das man bestimmte sachen sieht. Von vielem wird garnicht berichtet weil es nicht in die gewuenschte sichtweise passt.


So sichert man Demokratie.

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Pauline123 03.11.2019, 15:21
3.

ich denke selbst. Ich lasse mich nicht lenken, ich lenke selbst. Ich gebe auch nicht anderen die Schuld, wenn ich mich falsch entschieden habe. Ich bin besorgter Vater und Ehemann und sehe immer mehr diesen Staat vor die Hunde gehen, weil aus meiner Sicht links-grüne Phantasten und Weltenretter glauben, uns vorschreiben zu können, was gut und was böse ist. Genau auch deshalb trat ich aus der Kirche aus. Ich will den Staat zurück, der den Bürger schützt, den Menschen an erste Stelle stellt, wo unabhängige Presse unser aller Sprachrohr ist. Wo respektvoll gestritten wird und man seine politische Meinung ohne Repressalien privat oder im Beruf äußern kann. Anscheinend nur ein Traum...

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payton_m 03.11.2019, 15:33
4. Auch Sascha Lobo hat das Problem...

...dass jeder sich bei diesem Thema entscheiden muss, ob alle Menschen das gleiche Recht haben, ihre beliebige Meinung zu äußern und ernst genommen zu werden, oder ob manche Positionen ("rechts", "linksradikal") inakzeptabel sind und man sich dagegen "wehren" darf oder gar soll, gar diese verboten werden können oder sollen. Um die Beantwortung dieser Frage drücken sich fast alle, denn einerseits ist man für das Recht auf freie Meinungsäußerung, was nur einen Wert hat, wenn es bedeutet, dass niemand dafür angegriffen, bedroht oder entlassen wird, andererseits sollen sich die Demokraten/die Liberalen /die Guten gegen die Rechten/Linken ja wehren, durch Verbote, Sanktionen etc. ("keine Toleranz den Intoleranten"). In D haben wir ja auch eine Reihe von Gesetzen, die diverse Äußerungen und Verhaltensweisen unter Strafe stellen, am Bekanntesten davon ist die Leugnung des Holocausts und das Zeigen nationalsozialistischer Symbole.

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ruhepuls 03.11.2019, 15:34
5. "Deinungen" gab es schon immer...

Es ist ja grundsätzlich nichts Neues, dass Menschen generell dazu neigen, die eigene Meinung für die "richtige" zu halten. Was schon deshalb logisch ist, weil niemand von sich selbst glaubt "falsch" zu liegen - sonst würde man seine Meinung nämlich sofort ändern.

Neu ist vielleicht, dass zum einen die Meinungen extremer auseinander klaffen als früher - und vehementer (bis gewaltsam) vertreten werden. Da sind Grenzen von Anstand und Respekt schlicht gefallen.

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RioTokio 03.11.2019, 15:40
6.

Rechtsradikal, rechtsextrem, faschistoid, tiefbrauen Farbe, menschenfeindlich....
Alles Begriffe von Lobo in Verbindung mit AFD Wählern in Thüringen.
So macht man sich keine Freunde. Im Gegenteil.
Eigentlich gibt es keine Steigerung mehr - Adolf steht anscheinend wieder vor der Tür.
Ich schau mal...
Ne..
Da sind nur Leute die Angst vor der Zukunft haben und die Politik Merkels insbesondere katastrophal finden, niedrige Renten, Kriminalitätsexport, Überfremdung, ausufernde Sozialkosten durch unbegrenzte und unkontrollierte Aufnahme von Millionen, Niedriglohn, teure Mieten als Folge von hohem Bedarf (Thema Zuwanderung) und EZB Null-Zinswahnsinn, schlechte Bildung, miese Infrastruktur, lächerlich langsamer Ausbau unserer Digitalinfrastruktur (mit folgen für dünn besiedelte Gegenden wie Thüringen), Rückzug von Polizei und Verwaltung aus der Fläche und und und...
Da verspricht die AFD Lösungen.
Ganz einfach.

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chrisberg 03.11.2019, 15:43
7. Und noch was:

Hier in Deutschland gibt es vom rechten Blatt „Junge Freiheit“ bis zum linken Rand die komplette Bandbreite der Medien.
Ähnliches gilt für Radio/TV.
Da von „Staatsfernsehen“ usw. zu schwurbeln grenzt an Debilität!
Warten Sie nur ab, bis die neuen Heilsbringer der AfD ihre „Medien“ als allein seligmachende Wahrheit installieren!!
DANN haben wir wieder den „Völkischen Beobachter“ und die „Wochenschau“ (Ohne Welke, der ist dann auf einem Folterschiff unterwegs!)
EKELIG!!!

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ruhepuls 03.11.2019, 15:44
8. Wer ist "unser aller"?

Zitat von Pauline123
ich denke selbst. Ich lasse mich nicht lenken, ich lenke selbst. Ich gebe auch nicht anderen die Schuld, wenn ich mich falsch entschieden habe. Ich bin besorgter Vater und Ehemann und sehe immer mehr diesen Staat vor die Hunde gehen, weil aus meiner Sicht links-grüne Phantasten und Weltenretter glauben, uns vorschreiben zu können, was gut und was böse ist. Genau auch deshalb trat ich aus der Kirche aus. Ich will den Staat zurück, der den Bürger schützt, den Menschen an erste Stelle stellt, wo unabhängige Presse unser aller Sprachrohr ist. Wo respektvoll gestritten wird und man seine politische Meinung ohne Repressalien privat oder im Beruf äußern kann. Anscheinend nur ein Traum...
Es gibt heute das eigenartige Phänomen, dass viele Menschen in Anspruch nehmen, die "Mehrheitsmeinung" zu vertreten. Das funktioniert aber nicht mehr, weil es diese Mehrheit gar nicht mehr gibt. Insofern kann eine "unabhängige Presse" gar nicht "unser aller Sprachrohr" sein bzw. diese wird nicht so empfunden, weil die Presse eben die Vielfalt der Gesellschaft (zugegebenermaßen mit Ausnahme einiger radikaler Meinungen) widerspiegelt. D.h. Sie und ich werden zwangsläufig auch Dinge lesen oder hören, die wir nicht mögen.

Man hat noch nie jede Meinung überall äußern können, schon gar nicht, wenn diese respektlos war oder gar menschenfeindlich. Es mag sein, dass bestimmte Meinungen früher eher akzeptiert wurden, beispielsweise über geschlechtliche Orientierungen oder "Fremde". Das geschah typischerweise am Stammtisch nach dem dritten Bier. Aber mit der Pluralisierung der Gesellschaft gibt es eben auch mehr Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Gruppen, die nicht mehr unterdrückt werden. Das mag man als Verlust von Gewissheiten bedauern oder als Gewinn an Freiheit - je nach eigenem Standpunkt.

Sie können auch heute Ihre politische Meinung frei äußern, Sie müssen eben dann auch akzeptieren, dass andere ihre Meinung über Ihre Meinung ebenfalls frei äußern - und die Ihnen vielleicht nicht gefällt. Toleranz ist keine Einbahnstraße.

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josipawa 03.11.2019, 15:46
9.

Im Kern nimmt Herr Lobo eine Anleihe bei Martin Niemöller, ob bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt. "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. ..." beschreibt ja die deutsche Neigung, sich wegzuducken, sich zu arrangieren, gar Profit aus einer Situation schlagen zu wollen. Das was die Obrigkeit vorgibt, wird gerne bejubelt und unterstützt. In den (mindestens) letzten 105 Jahren lassen sich einige Beispiele für dieses Verhalten finden, und meist ist es gehörig in die Binsen gegangen. Man duckt sich gegenüber der Obrigkeit weg und ist oft geneigt, Menschen mit anderer Ansicht oberlehrerhaft die vermeintlich richtige Ansicht zu dozieren.
Auf der Strecke bleibt die Lebens- und Gedankwelt der Mitte, polarisierende und extreme Anischten herrschen vor. Es ist also nicht damit getan, wie bei Herrn Lobo stets nach rechts und rechtsaußen auszuschlagen, sondern bewusst die Mitte zu suchen, die Mitte neu zu definieren und ein politisches Handeln an der Mitte der Gesellschaft auszurichten statt an ihren vielschichtigen Rändern. Die Mitte oder die "schweigende Mehrheit" wird wieder still daheim sitzen, wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand stecken und zulassen, dass die Extremen die Straße und die Gazetten beherrschen. Auch das hatten wir schon mal.
Guter Journalismus müsste sich an der Mitte der Gesellschaft orientieren, dann hätte er wieder die Chance, als Sturmgeschütz der Demokratie wahlgenommen und akzeptiert zu werden.

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