Forum: Netzwelt
Demos in deutschen Städten: "Lasst euch das Internet kurz erklären, bevor ihr es kapu
Paul Zinken/ DPA

München, Berlin, Hamburg & Co: Der Widerstand gegen die umstrittene EU-Urheberrechtsreform hat seinen Höhepunkt erreicht: In vielen deutschen Städten trugen Zehntausende den Protest vom Netz auf die Straße.

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Hörbört 23.03.2019, 20:27
20. Finaler Frohsinn

So happy, dass ich die Folgen des geballten Wahnsinns nicht mehr erleben muss. Wer auch immer mit dem Alter haderte, der tue es mir gleich. Denn was diese Freaks aus unserer Welt gemacht haben, ist auf Dauer nicht lebenswert. Und auch nicht (über-)lebensfähig.

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fanasy 23.03.2019, 20:30
21. Uploadfilter und Schließungen kommen

Denn es ist doch so: Ich bin kein Mitglied in der GEMA oder einem anderen Rechteverwerter. Nun habe ich ein tolles Foto gemacht und stelle das auf meine Website. Jemand sieht das und will es hochladen. Dank Lizenz, die Youtube erworben hat, kein Problem. So denkt die CDU. Pustekuchen, ich habe niemandem die Lizenz erteilt. Also wird alles gefiltert, was kein Lizenzwasserzeichen hat. Danke Herr Voss.

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Mazy12 23.03.2019, 20:37
22. Überheblich und anmaßend...

Zitat von stelzerdd
...sind die Auslassungen der jugendlichen "Internet-Erklärer". Gewohnt, aus dem Netz alles kostenlos zu bekommen, fremder Leute geistiges Eigentum beliebig zu kopieren, jeden geistigen und Datenmüll jederzeit weltweit zu verbreiten meinen sie selbstherrlich, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und alle jenseits der 40 seien ein bisschen doof. Virtuos den ganzen Tag auf dem Smartphone zu klimpern und das Fratzenbuch mit Videos, Bildern und Texten zu füttern hat mit Wissen allerdings wenig zu tun.
... sind viel eher Menschen die einer ganzen Altersgruppe eine Kostenlos-Kultur unterstellen. Der Tenor der Proteste ist doch genau der, das Urheber fair und gerecht vergütet werden sollen, aber eben nicht mit technischen Mitteln die weit über das Ziel hinausschießen und so auch nicht umsetzbar sind. Und natürlich funktioniert Youtube u. ähnliche Plattformen Werbebasiert - aber der Kreative - also der Uploader erhält ja etwas von den Werbeeinnahmen.

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Hackwar 23.03.2019, 20:38
23. @DieterKühne

Nichts von ihrem Kommentar ist richtig.
Die Kreativen laden selber die Daten auf die Plattformen hoch. Wenn sie das dort nicht sehen wollen, dürfen sie das dort nicht hochladen. Zudem zahlt ja gerade Google eben doch den Leuten etwas von ihren Werbeumsätzen aus, sonst würden die Leute nicht ihren Lebensunterhalt mit Youtube verdienen. Auch wird der User eben NICHT aus der Haftung entlassen, sondern "lediglich" die Plattform zusätzlich in die Haftung genommen.

Und nun noch mal für alle zum mitsingen: Niemand will den Kreativen das ihnen zustehende Geld wegnehmen. Ausser den Befürwortern dieser Urheberrechtsreform.

Ebenfalls zur Info: Artikel 11: Wir führen ein Leistungsschutzrecht ein, was bereits in Deutschland so unglaublich erfolgreich war. Artikel 12: Wir führen wieder ein, dass nicht die Kreativen das Geld aus den Verwertungsgesellschaften kriegen, sondern die Verlage und Mittelsmänner. Das nimmt in der Tat den Kreativen das Geld weg. Artikel 13: Plattformen dürfen keine urheberrechtlich geschützten Inhalte bei sich hosten und müssen das von vorne herein sicherstellen. Das geht nur durch Uploadfilter und funktioniert rein rechnerisch nicht. Das bedeutet, dass kleine Anbieter aus dem Netz fliegen, während große Plattformen wie Youtube und Facebook doch noch drum herum kommen können.

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larsmach 23.03.2019, 20:43
24. Menschenrecht auf "upload" bei youTube!!??

Bei der ganzen Hysterie fragt man sich, ob junge Leute das Hochladen von Daten auf die Server meist US-amerikanischer Werbevermarkter ernsthaft als Menschenrecht wähnen!? - Es steht doch jedem frei, eine Webseite zu schreiben, einen Server dafür zu mieten und dann seine Blogs, Katzenfotos, Dichtungen, selbstgemachte Filme usw. usw. der Welt zugänglich zu machen - oder "in Internetforen" mit albernen Phantasienamen zu "diskutieren" (anonym, weil zu feige zur eigenen Meinung zu stehen!?). Tatsächlich scheinen Menschen eher in etwas hineindegeneriert zu sein, das sie nun als "Gewohnheitsrecht" einfordern: Filme aus dem TV usw. auf Server börsennotierter Werbevermarkter hochzuladen und zum Teil sogar mit Werbeeinblendungen versehen zu präsentieren - d.h. mit dem Konzern gemeinsam Geld zu kassieren, wenn sich jemand diese Inhalte anschaut, die von Werbefilmchen/Bannern unterbrochen bzw. eingerahmt sind. Diese Generation scheint zudem die in der Menschheitsgeschichte einzigartige Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun, so wie das früher nur Adelige, Unternehmer, Politiker und Prominente vermochten, nicht wahrnehmen zu wollen: Lieber stülpt man sich eine Papiertüte über den Kopf und schreibt einen albernen "Nicknamen" drauf - ganz wie im Kindergarten. Der kleine Mann bleibt am Ende, was er ist und immer sein wird; dafür demonstrieren!? Das Ergebnis sind feige Einflüstereien in Konjunktiven (gerne gegen prominente und meist starke Persönlichkeiten) und ähnliches Gesäusel. Die Gesellschaft scheint sich zu infantilisieren - und das zeigt sich meines Erachtens auch in der Reaktion auf das Einfordern von Recht und Gesetz im Internet ...ganz genau so, wie es überall sonst gang und gäbe ist, ohne dass die Welt an dieser Rechtsstaatlichkeit zerbrochen wäre. Ich könnte mich wohl herzlich bedanken, wenn jeder Konzern einfach meine Patente für eigene Produkte anwenden könnte, ohne zu fragen - "zum Wohle des großen Ganzen", wie so oft schwadroniert wird. Die Welt driftet in ein Oligopol-System, und die Rechtsfreiheit in Datennetzen trägt ihren stolzen Teil dazu bei.

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cvdheyden 23.03.2019, 20:43
25. Stimmt leider nicht ganz

Zitat von stelzerdd
...sind die Auslassungen der jugendlichen "Internet-Erklärer". Gewohnt, aus dem Netz alles kostenlos zu bekommen, fremder Leute geistiges Eigentum beliebig zu kopieren, jeden geistigen und Datenmüll jederzeit weltweit zu verbreiten meinen sie selbstherrlich, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und alle jenseits der 40 seien ein bisschen doof. Virtuos den ganzen Tag auf dem Smartphone zu klimpern und das Fratzenbuch mit Videos, Bildern und Texten zu füttern hat mit Wissen allerdings wenig zu tun.
...denn ich bin jetzt weit über die Fuffzich und kann den jüngeren nur beipflichten. Auf diese polemischen Einlassungen Ihrerseits gehe ich dann nicht ein, das lohnt sich nicht.
Ich kann aber bestätigen, dass die Politikerbefürworter dieser Reform eben das Internet nicht verstanden haben. Das ist leider Fakt.

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Maximalmann 23.03.2019, 20:55
26. Es ist furchtbar einfach dagegen zu sein, wenn man nicht betroffen ist

Liebes SPON-Team,

es ist beschämend, wie ihr euch es immer schön einfach macht. Klar wer will schon gegen seine eigene Zielgruppe ehrlich Stellung beziehen? Die Straße ist jedenfalls nicht die Mehrheit!

Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Reform des EU-Urheberrechts möchte ich Ihnen als einer der betroffenen Urheber kurz meine Argumente nennen, warum die Verabschiedung der EU-Urheberrechtsreform in der geplanten Form wichtig und richtig ist.

Ich bin seit vielen Jahren als Komponist tätig und finde meine Werke immer wieder in sämtlichen Kanälen und Netzwerken, ohne dass ich irgendwelche Vergütungen dafür bekäme. Die GEMA, sofern sie überhaupt Verträge mit den Plattformen hat, überweist mir nur Beträge in Mikrocent.

Ich muss etwas hilflos und auch wütend zusehen, wie Google derzeit mit seiner (geschickten) Kommunikationsstrategie des angekündigten Einsatzes von sogenannten „Uploadfiltern“ anscheinend Erfolg hat, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, nur um weiter sein (illegales) Geschäftsmodell zu schützen.

Es gäbe nämlich durchaus auch andere Möglichkeiten, Verletzungen des Urheberrechts künftig festzustellen. Diese sind Google u.a. natürlich zu personalintensiv und damit zu teuer. Die absolute Unverschämtheit war die Kampagne, dass YouTube wegen der Urheberrechtsreform nun eventuell „abgeschaltet“ werden müsste.

Artikel wie kürzlich in Focus-Online,

„Droht das Ende von Youtube, Facebook und Co? Datenschützer warnen vor Upload-Filter“

und nun bei Ihnen zeigen mir einmal wieder, wie mittlerweile in dieser Diskussion Tatsachen in den Medien verdreht werden. Ein Datenschutzbeauftragter sollte sich eher um die Daten und Dateien der Urheber kümmern. Das von eingen „Experten“ genannte Beispiel eines Fehleinsatzes von Upload-Filtern halt ich für sehr konstruiert. Wenn man die sogenannten "Upload-Filter" (ein tendenziöser Begriff, der bewusst von Google und Co in die Debatte geworfen wurde und so nicht in Artikel 13 erwähnt wird) durch geschultes Personal, das zumindest grobe Urheberrechtsverstöße aufdecken sollte, ersetzt, würden solche genannten konstruierten Vorfälle gar nicht auftreten. Aber das ist Google und Co, wie oben schon gesagt, natürlich zu teuer und schmälert deren bisherigen Milliarden-Umsatz auf Kosten der Urheber.

Der Schutz der Werke von Künstlern und Kreativen sollte besonders den „Datenschützern" wichtiger sein als die offensichtliche Kampagne von Facebook, YouTube und anderer, dass angeblich die Meinungsfreiheit und sogar Demokratie in Gefahr sei. Google und Co wollen nur ihre Einnahmen weiter maximieren und spannen die YouTuber und ihre Nutzer dafür offensichtlich vor ihren Karren.

Denn eigentlich ist es die FAAG-Gruppe (Facebook, Apple, Amazon und Google), die die Demokratie weltweit in Gefahr bringt und weniger die sogenannten Upload-Filter.

Also bitte liebes SPON-Team: berichtet etwas neutraler und fairer.

Ein „alter Medien-Mann“ (53) aus München, der das Netz aber sehr gut kennt.

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andre_36 23.03.2019, 20:58
27.

Zitat von nur_mut
Was in der öffentlichen Debatte leider überhaupt nicht vorkommt, ist, dass die Urheberrechtsreform die Diskussionsforenkultur in Deutschland bedroht. Warum das so ist: https://foren-gegen-uploadfilter.eu/ Facebook und Co. haben genug personelle, finanzielle und technische Mittel, um Uploadfilter einzurichten. Die kleinen und mittleren Foren, die Rat bei unterschiedlichsten Krankheiten, Selbsthilfe, Austausch zu Hobbys bieten, werden aber schließen. Viele dieser Foren werden in der Freizeit, ohne finanzielle Interessen betrieben und sind bis jetzt eine Alternative zu Facebook und Co. Durch Artikel 13 werden sie aber in eine Position gebracht, mit der der Weiterbetrieb dieser Diskussionsforen nicht mehr möglich ist, da nicht jeder Beitrag vor Freischaltung manuell überprüft werden kann. Letztendlich gewinnen Facebook und Co., die Angebots- und Meinungsvielfalt wird hingegen eingeschränkt.
Und genau das steckt hinter der geplanten Reform. Die Großen können sich freikaufen und erhalten auf lange SIcht noch mehr Monopolmacht. Oder glaubt auch nur ein denkfähiger Mensch, dass die Politik wirklich Google und Facebook an den Kragen wollen? Das hätten sie schon lange über die Steuern erleidigen können. Der Bevölkerung wird es als Schutz für die hilflosen Künstler verkauft. Und wenn ich die Kommentare dazu lese, scheint es gut zu funktionieren.

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spon_12 23.03.2019, 21:00
28.

Zitat von JohannesHulsch
Fast. Es sind Netzwerke ausgenommen, die keine große Menge von Urheberrechtlich geschützten Material veröffentlichen. Leider ist das so gut wie keine einzige Seite, da jeder Text dort auch Urheberrechtlich geschützt ist. Selbst dieser Kommentar ist Urheberrechtlich geschützt und ergo müsste Spiegel diesen erstmal durch einen Filter jagen.
Nun machen Sie sich Mal nicht größer, als Sie sind. Die Abgabe IHRES Kommentares ist genau in dem Moment freigegeben, indem Sie auf "Senden" drücken. Schließlich zwingt Sie wohl keiner dazu.

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andre_36 23.03.2019, 21:10
29.

Zitat von DieterKühne
[...] Auch Wikipedia ist gar nicht betroffen, schaltet aber seine Seite einen Tag schwarz, das ist doch Populismus pur. [...]
Nein. Das nennt sich Solidarität. So etwas gab es früher häufiger, dass auch Bürger gegen schlechte Politik protestierten, die nicht immer persönlich davon betroffen waren. Auch SIe haben leider nicht tief genug in die Problematik geschaut, um zu erkennen, dass es eben nicht gegen Urheberrechtsverletzungen auf den großen Platformen geht. Jedes kleine Literatur-, Fotografen-, Musikerforum in dem sich Leute über ihr Hobby oder Kunst austauschen wird zukünftig von Abmahnanwälten heimgesucht werden. Und diese Foren laufen meist unter dem Non-profit-Gedanken. Wissen Sie, wieviel eine fähige Filtersoftware kostet? Google und Facebook können das bezahlen. Die Kleinen nicht. Und nun überlegen Sie, wem diese Reform nutzt, die jede unabhängige Alternative platt macht. Das Internet wird bald unter Alphabet, Facebook und Amazon aufgeteilt werden.

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