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Demos gegen Acta-Abkommen: Generation Twitter schlägt zurück
dapd

Die deutsche Politik hat das Acta-Abkommen unterschätzt. Das haben die Demonstrationen am Samstag gezeigt. Nun rächt sich, dass Netzpolitik viel zu lange als Nischenthema betrachtet wurde. Die Piratenpartei wird davon profitieren.

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gruenflaeche 12.02.2012, 01:48
10. Schockstarre?

Zitat von sysop
Die deutsche Politik hat das Acta-Abkommen unterschätzt. Das haben die Demonstrationen am Samstag gezeigt. Nun rächt sich, dass Netzpolitik viel zu lange als Nischenthema betrachtet wurde. Die Piratenpartei wird davon profitieren.
Ist schon erstaunlich wie es die 3 Großen der deutschen Parteienlandschaft (die FDP wird doch hier niemand mehr ernsthaft als Groß bezeichnen?) zuerst in eine Schockstarre und nun im Kopflosen Aktionismus verfallen nur weil sie am Horizont der Wählergunst eine neue Partei zeigt.
Hat man die Piraten in den Parteizentralen nur deshalb nicht wahrgenommen weil sie einen "lustigen" Namen haben?
Oder war es die Klientel der Piraten die man unterschätzt hatte, bzw. deren Zahl?
Vielen Politikern scheint es immer noch schlichtweg nicht klar zu sein wie tief das Internet die Gesellschaft mittlerweile durchdringt, neuerdings ist dann vom "digital natives" die Rede, was ich für kompletten Quatsch halte, niemand lebt nur online, es nutzen nur immer mehr Menschen die Möglichkeiten des Internets, und dann wollen sie auch Ihre Rechte dort gewahrt sehen, und nicht die (vermeintlichen) Rechte irgendwelcher Konzerne die einfach nur zu faul und zu langsam waren das Internet richtig zu nutzen.

Für Teile der (konservativen) Politik scheint das Netz nur aus Pornos, illegalen Downloads, Killerspielen und terroristischen Bombenleger-Websites zu bestehen, nur fällt einem immer größeren Prozentsatz der deutschen Bevölkerung auf das dem eben nicht so ist, und wer ein Interesse daran hat das Netz auch in Zukunft frei und uneingeschränkt zu nutzen und endlich politische Arbeit für den Internetnutzer sehen möchte, dem wird schnell ein Licht aufgehen das man dies bei den "etablierten" Parteien nicht finden wird, das zeigen unglückliche Aktionen wie zuletzt die von Ansgar Heveling (CDU) ziemlich deutlich.

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.freedom. 12.02.2012, 02:11
11. Acta, sopa, pipa, vds

Zitat von sysop
Die deutsche Politik hat das Acta-Abkommen unterschätzt. Das haben die Demonstrationen am Samstag gezeigt. Nun rächt sich, dass Netzpolitik viel zu lange als Nischenthema betrachtet wurde. Die Piratenpartei wird davon profitieren.

So langsam sollte auch der allerletzte Ottonormalverbraucher
begriffen haben, was gerade überall auf der Welt passiert:

Es scheint so, dass gewisse Sachen nur vorgeschoben werden um eine totale Überwachung des Internets zu erreichen, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen.

Extrem besorgniserregend ist, was im Moment vor sich geht.

Wenn das Internet zum Industrienetz mutiert, dann wird es
zwangsläufig obsolet, denn die Industrie ist für ihre Obsoleszenz berühmt berüchtigt.

Hier mehr dazu:

de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenzanscheinend

Kaufen für die Müllhalde:

youtube.com/watch?v=tI798T2tRrQ

Achtung, Film dauert über 1 Stunde

Wenn ACTA und CO. durchkommen, kündige ich meinen Internetanschluss. Wir wollen dann mal schauen wie dumm "Die" aus der Wäsche gucken, wenn die ersten 100.000 ihren Anschluss aus Protest gekündigt haben.
Es gab da auch ein Leben ohne Internet.

Gruss an alle Mitstreiter.

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dr_seltsam 12.02.2012, 04:07
12.

Folgender Absatz aus den Weisheiten der Enqute-Kommission sei empfohlen:

Anstrengende Demokratie

Ein Projektgruppenmitglied beschrieb, dass Partizipation und Transparenz auch negative Folgen auf Akzeptanz haben könne. Durch transparente Prozesse bekämen die Bürger heute jeden internen Streit mit. Das führe dazu, dass politische Entscheidungen anstrengender zu verfolgen seien. Heute bekämen die Bürger den gesamten Diskurs und nicht nur das Ergebnis politischer Diskussion mit Entscheidungsoptionen mit. "Viele Bürger stört das, weil es ihnen zu kompliziert ist", sagte ein Projektgruppenmitglied. Einen Diskurs zu einem bestimmten Thema von Anfang bis Ende nachzuvollziehen, das wolle und könne nur ein kleiner Prozentsatz. Viele Bürger nähmen hier ein vermeintliches Chaos im Diskurs wahr, das es aber schon immer gab – nur jetzt sei es transparent. Deshalb prallten gegensätzliche Ansprüche auf die Entscheidungsträger. Die spannende Frage sei nun, wie man es einerseits schaffe, eine Akzeptanz für neue Offenheit und gleichzeitig für das vermeintliche Chaos im Diskurs zu schaffen. Das Internet allein reiche nicht, um Politikverdrossenheit zu bekämpfen. Die Herausforderung sei es, den Bürgern diesen Zusammenhang zu vermitteln.

Quelle:
Deutscher Bundestag Enquete Internet und digitale Gesellschaft: Projektgruppe diskutiert Partizipationsmöglichkeiten im Internet

"Politikverdrossenheit" ist übrigens mein persönliches Unwort der letzten Dekade!

Denn jemand, der sich mit einem Thema beschäftigt und zu einem negativen Ergebnis kommt, wird wohl kaum des Themas selbst verdrossen sein.

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Newspeak 12.02.2012, 05:12
13. ...

Politik wird seid Anbeginn der Menschheit von selbsternannten Eliten für selbsternannte Eliten gemacht. Angebliche Demokratien moderner Prägung sind etwas besser, als irgendeine Regierungsform der Vergangenheit, aber im Kern dienen die ganzen theoretischen Untermauerungen und vom Prinzip her guten Konzepte wie Gewaltenteilung, Gewaltmonopol des Staates, die Legitimation von Staaten an sich, als Gebilde, welche die Freiheit und das Leben ihrer Bürger schützen, diese ganzen an sich tollen Dinge werden bis heute auch in Demokratien vor allem nur auf irgendwelches Papier geschrieben und als Fassade benutzt, um am Ende doch nur wieder Lobbypolitik zu machen. Nationalstaaten sind heute doch die größte Gefahr für Freiheit und Leben ihrer Bürger, das Militär weltweit nützt keinem einzigen Bürger auf diesem Planeten, sondern nur der Rüstungsindustrie und den entsprechenden Kreisen. Ähnliches gilt für die marktwirtschaftliche Auswertung von Kreativität. Die Künstler profitieren am wenigsten vom Urheberrecht, lassen sich aber trotzdem gerne weiter einlullen und in der Konkurrenz gegeneinander ausspielen, klar, jeder muß sehen, wo er bleibt. Dabei ist das Alles nur in nicht mehr erträglichem Ausmaß verlogen. Ich glaube, die Menschheit braucht überhaupt keine Staaten! Und das Internet dient vielleicht dazu, den Gedanken, daß man ein freier Mensch ist und daß man als solcher über niemand anderem steht, aber auch niemand anderem verpflichtet ist, zu verbreiten, bis sich die Konsequenzen dieses Gedanken nicht mehr verhindern lassen. Das Internet sollte tatschlich ein herrschaftsfreier Raum bleiben (oder wieder werden).

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Eutighofer 12.02.2012, 08:17
14. "Politiker verstehen uns nicht" -Gejammere

Zitat von sysop
Die deutsche Politik hat das Acta-Abkommen unterschätzt. Das haben die Demonstrationen am Samstag gezeigt. Nun rächt sich, dass Netzpolitik viel zu lange als Nischenthema betrachtet wurde. Die Piratenpartei wird davon profitieren.
" Die Politiker verstehen die heutige Jugend nicht." - ein seit jeher beliebtes Pauschalurteil.

Es war doch seit jeher schick, sich irgendwie von Älteren abzugrenzen und irgendein eigenes "Lebensgefühl" zu konstatieren.
Früher grenzte man sich über Musik oder lange Haare ab, heute ist halt das Internet als Identifikationsgegenstand angesagt. Eine rebellische Pose gehört natürlich dazu. In ein paar Jahren dürfte sich die zukünftige Jugend einen anderen Fetisch suchen. Wer weiss, eventuell gilt dann der, der viel Zeit im Netz verbringt als spießig und provinziell ?

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mr.andersson 12.02.2012, 09:03
15.

Zitat von Montanabear
Schon wieder eine Ansammlung von Egoisten, die die wahre Bedeutung dieses Abkommens nicht verstehen und einfach meinen, sie haetten ein Recht auf alles, was sie haben wollen. Eilmitteilung : die Kuenstler haben ein RECHT darauf, fuer ihre Arbeit bezahlt zu werden. Gerade neue Talente koennten gar keinen Anfang machen, wenn sie keine Tantiemen bekaemen. Ist das wirklich so schwer zu verstehen ? Wie soll ein Kuenstler, ein Dichter, ein Schriftsteller, ein Photograph die Musze haben, weiter zu schaffen, wenn er zum Ueberleben meniale Jobs annehmen muss ? Wie lange wird er das durchhalten koennen ? Und die Meisten kommen nicht aus einem Ammenstaat, in dem ihnen Alles umsonst sonstwo reingesteckt wird.

Das ist völlig richtig, Künstler müssen von Ihrer Arbeit leben und ich finde es unanständig, dass sich diverse Menschen das Recht nehmen, sich deren arbeit anzueignen, ohne dafür zu bezahlen. Diese sollten rechtlich belangt werden.
Aber es darf nicht sein, dass deswegen jeder von vornherrein überwacht wird. Obwohl man ein Verbrechen per Telefon planen kann, darf mein Telefon nicht abgehört werden, ohne richterlichen Beschluss. Obwohl man Raubkopien per Post verschicken kann, darf meine Post nicht geöffnet werden, ohne richterlichen Beschluss. Aber bei meinem Internetanschluss soll dies nicht gelten? Hier sollen Unternehmen des privaten Rechts entscheiden? Das ist einfach nicht akzeptabel.

JA zum Schutz der Rechte der Künstler auf Entlohnung und ebenso
JA zum Schutz der Rechte der Internetnutzer auf Privatsphäre.

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niska 12.02.2012, 09:07
16.

Zitat von Montanabear
Schon wieder eine Ansammlung von Egoisten, die die wahre Bedeutung dieses Abkommens nicht verstehen und einfach meinen, sie haetten ein Recht auf alles, was sie haben wollen. Eilmitteilung : die Kuenstler haben ein RECHT darauf, fuer ihre Arbeit bezahlt zu werden. Gerade neue Talente koennten gar keinen Anfang machen, wenn sie keine Tantiemen bekaemen. Ist das wirklich so schwer zu verstehen ? Wie soll ein Kuenstler, ein Dichter, ein Schriftsteller, ein Photograph die Musze haben, weiter zu schaffen, wenn er zum Ueberleben meniale Jobs annehmen muss ? Wie lange wird er das durchhalten koennen ? Und die Meisten kommen nicht aus einem Ammenstaat, in dem ihnen Alles umsonst sonstwo reingesteckt wird.
Sie scheinen die Bedeutung des Abkommens nicht zu verstehen. Es geht doch nicht nur um die Rechte von Künstlern, es geht um den Rechtsstaat, die Freiheitlich Demokratische Grundordnung und auch um irre Medikamentenpatente, die weltweit sehr viele Menschen sterben lassen.

Ihnen ist entweder Ihr Geld wichtiger ist als Demokratie und Menschenleben, oder Sie haben tatsächlich einfach ACTA überhaupt nicht verstanden.

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tubolix 12.02.2012, 09:35
17.

Zitat von Montanabear
Eilmitteilung : die Kuenstler haben ein RECHT darauf, fuer ihre Arbeit bezahlt zu werden. Gerade neue Talente koennten gar keinen Anfang machen, wenn sie keine Tantiemen bekaemen.
es sind weniger die urheber sondern mehr die verwerter und produktionsgesellschaften, die ihre felle davonschwimmen sehen, weil sich kaum noch jemand überteuerte cd's und dvd's leisten kann und will.

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sverris 12.02.2012, 09:38
18. tzui

Zitat von TheYoungtimer
Bei Betrachtung der Bilder und Videos der gestrigen Demonstrationen wird eines ganz schnell klar. Hier handelt es sich fast ausnahmslos männliche, jugendliche ohne weibliche Begleitung. Von ganzen Familien die gegen ACTA eintreten, keine Spur. Aber vielleicht ist es auch uncool, Vater und Mutter aufzuklären was man sich dort eigentlich stundenlang am Computer reinzieht?
"Fast ausnahmslos" stimmt nicht, in Wirklichkeit allenfalls deutlich überwiegend... Kinder habe ich allerdings fast keine gesehen, mehr ältere Leute sehr wohl.

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daydreamnation 12.02.2012, 09:42
19.

Zitat von gruenflaeche
neuerdings ist dann vom "digital natives" die Rede, was ich für kompletten Quatsch halte, niemand lebt nur online
Hat auch gar nichts mit "online leben" zu tun, sondern beschreibt schlicht und einfach die Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist.

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